Abzocke mit DnD-Wikiartikeln, die zu Büchern zusammengepappt werden!

Sachen gibt`s, die gibt es gar nicht. Über diese obskuren Bücher bin ich bei Blutschwertern gestoßen, wo davor eher gewarnt wird.

Und das ist auch kein Wunder, ist das wirklich plumpeste Bauerfängerei. Man nehme einen Wikipediaartikel und drucke ihn als Buch. Oder besser, man nehme Dutzende und Abendutzende. Auch “Dungeons & Dragons” kommt hier zu einigen Büchern, von denen ich nur drei exemplarisch rausgreifen will – ggf. findet ihr bei den Blutschwertern mehr.;

Dungeons & Dragons character classes I Dungeons & Dragons modules I Dungeons & Dragons dragons

Man betrachte allein das Cover, dass kann mich schon zu Tode ärgern.

Was sagt ihr, Nepp oder Sammlerexemplar … ?

Edit: Interessanter Artikel bei Preisgenau.de zu dem Thema, ebenfalls bei den Blutschwertern gefunden.

Edit2: Ein Beispiel von Amazon zu Palladium, wo man nicht so leicht erkennt – vom Cover abgesehen – dass es sich um kopierte Wiki-Artikel handelt.

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12 Antworten to “Abzocke mit DnD-Wikiartikeln, die zu Büchern zusammengepappt werden!”

  1. Andreas (Sphärengeflüster) Says:

    Das ist ja abartig dreist.
    Ist das die gleiche Koch Media, die auch Computerspiele published?
    Was sagt wohl WotC dazu?

  2. Olaf Buddenberg Says:

    Leck mich fett!
    Endlich ein Buch über den ultraseltenen Rose Dragon (siehe Coverbild). Muß ich haben!

  3. ghoul Says:

    Wikipedia-Artikel sind nunmal frei verwertbar.

    Aber darf man einfach so “Dungeons & Dragons” (Markenname) auf ein Buch schreiben? Oder fällt das unter OGL?

  4. ghoul Says:

    Gebt doch mal einen Hinweis an WotC, ich denke, die werden auch nicht glücklich sein über das Blumenbild.

  5. Zornhau Says:

    Das sind moderne, zeitgemäße Produkte.

    Statt nur die Verluste zu sozialisieren und die Gewinne zu privatisieren, wird hier bereits die MEHRWERT-Schaffung sozialisiert (all den tatkräftig Schreibenden der Wikipedia überlassen) und die Gewinne werden von einem einzigen Verlag abgeschöpft.

    Ich finde, das sind tolle Produkte – aus zeitgemäß neoliberaler Sicht.

    Leistung muß sich wieder lohnen!

    Und was sich dieser Verlag leistet, das ist schon richtig beeindruckend.

    Allein die PREISGESTALTUNG für die dünnen Bücher mit den zusammengeklauten KOSTENLOSEN Inhalten ist schon eine echte Meisterleistung: ca. 18 Euro für ein Buch, dessen Inhalte wirklich nur per Copy&Paste aus der Wikipedia übernommen wurden und dessen Druckkosten sich gegenüber den “Aufwänden” zur Erstellung und dem Layout der Texte extrem gering ausmachen dürften.

    SO kann man auch mit Rollenspielinhalten einen ordentlichen Profit pro verkauftes Buch einfahren. – Sind die Erstellungskosten gleich NULL, dann lohnt sich das Produzieren von solchen Produkten erst so richtig.

    Wer auch immer diese tolle Idee hatte, dem gebührt eine Auszeichnung als findigster Business-Innovator im Bereich klassischer Pen&Paper-Rollenspiel-Produkte. – Wer diese Best Practices beherzigt, der wird umgehend seine eigenen Spieleentwickler und Autoren feuern und nur noch per Web-Suche auf frei zugängliche Texte setzen.

    Die Innovationskraft neuer Produkte muß nicht in deren Inhalten stecken, sondern in der Art, wie man sie gegen Geld an die Kunden bringt. – Das Internet schöpft sowieso schon viel zu viele der kreativen Schöpfungsleistungen ab und läßt sie ungenutz herumliegen. Da liegen die Gold-Nuggets wie an einem Fluß in Alaska vor dem Goldrausch einfach so rum. Sich zu bücken und sie zu Produkten zu machen, DAS ist das Innovative auf Geschäftsseite.

    Die GUTEN Spieleprodukte liegen auf der Straße bzw. im Netz. Und ein professionelles Unternehmen bietet die Möglichkeit diese Potentiale zu heben. Und das bei minimalem unternehmerischem Risiko!

    Kostenlose Inhalte sind ja für Systeme und Welten verfügbar, die schon eine gewisse Interessentenbasis herausgebildet haben. Somit ist auch der Absatz dieser kostenlosen Inhalte in Form von Druckerzeugnissen nicht so riskant wie ein völlig neues Produkt zu neuen Regeln und neuen Welten auf den umkämpften Markt zu bringen. Sondern man setzt auf einen soliden, bereits bestehenden Zielgruppenumfang. Das nenne ich sorgsamen Umgang mit dem Risikomanagement bei solchen Produkten.

    Ich bin jedenfalls sehr begeistert von der Innovationskraft, die aus diesem Produkten nur so sprüht. Sie dürfte auch für deutsche Rollenspielverlage wegweisend sein.

    Nebenbei: Wann bringt Koch-Media eigentlich die One-Page-Dungeons als Buch heraus? Das dürfte doch ein spannendes Produkt sein.

  6. greifenklaue Says:

    Die OPDs sind ja entgegen… ach nee, die stehen ja auch unter CC-Lizenz. Hmm …

  7. Zornhau Says:

    Es ist LEGAL.

    Ob es MORALISCH vertretbar ist, darüber sollte man sich durchaus Gedanken machen.

    Aber wer FREIWILLIG eigene Arbeiten ins Netz stellt und diese unter den Weiternutzung bzw. Weiterverwertung erlaubenden Lizenzen, wie sie auch inder Wikipedia gelten, publiziert, der erklärt damit ja sein EINVERSTÄNDNIS.

    Beschweren kann sich also KEINER der in diesen Büchern nun abgedruckten Autoren.

    Was man hingegen kritisch betrachten sollte, ist die wohl eher billige Art der Umsetzung – 1:1-Kopien der Online-Texte – bei einer Preisgestaltung, die genauso hohe Endpreise für die Verbraucher bringt, wie die eines komplett selbst erstellten, mit eigenen, neuen Inhalten gefüllten Buches.

    Wer diese Online-Inhalte der Wikipedia unbedingt in Druckform haben möchte, fährt mit einem Ausdruck im Copy-Shop plus Bindung deutlich billiger.

    Nochmal: Es ist LEGAL.

    Und da es erlaubt ist und da es offenbar auch KUNDEN für derartige Produkte gibt, daß sich diese Produktreihe für den Verlag lohnt, ist prinzipiell an dieser Geschäftsidee nichts zu kritisieren, wenn man über keinerlei moralische Haltung verfügt.

    Daher sagte ich ja, daß es im neoliberalen Sinne eine tolle Sache ist. Mit rein auf Wirtschaftlichkeit ausgerichteter Kaltherzigkeit greift man ab, was – als “nuggets” – herumliegt, und macht damit seinen Profit.

    Daß man dadurch Leuten ihre freiwillig geleistete Arbeit, ohne sie auch nur zu fragen oder gar an den Gewinnen zu beteiligen, abgreift, mag legal sein, ist aber nach MEINEN moralischen Vorstellungen NICHT IN ORDNUNG.

    Immerhin führt das dazu, daß sich Leute, die über derartige “Ausbeutung” frustriert sind, immer weniger an solchen großen öffentlichen Projekten wie Wikipedia beteiligen.

    Ja, die sollten dann halt gefälligst die Lizenzbedingungen genauer lesen. – So könnte man argumentieren. – Doch was hilfts? – Wer sich in einem Thema, wie z.B. obigen D&D-Themen, gut auskennt, der ist noch lange kein Lizenzrechtsexperte und möchte vor dem ersten Tastenschlag auch nicht erst mit einem Anwalt klären, was er da rechtlich tut, wenn er dort mitarbeitet.

    Ich halte es für SINNVOLL, wenn solche Inhaltssammlungen wie Wikipedia in anderen Medien zugänglich gemacht werden. Gerade längere Texte liest nicht jeder gerne am Bildschirm. Und es gibt immer noch Leute, die nicht Online sind, und daher Kunden für z.B. Wikipedia-DVDs sind.

    Sinnvoll ist es somit auch den Abnehmern von Druckwerken die Inhalte zugänglich zu machen.

    Und es stellt auch eine ANERKENNUNG der guten Arbeit der Beitragenden dar, wenn ihre Artikel den Weg in ein anderes Medium finden.

    Gute Textarbeit als Druckwerk wiederzufinden, ist eine nette Form der Anerkennung.

    Die Frage ist nur, OB die Verfasser genau DIESE Art der Vermarktung hatten haben wollen.

    Sie wurden nicht gefragt, eben weil die Lizenzbedingungen ja das UNGEFRAGTE weitere Nutzen erlauben.

    Und da sie nicht angesprochen wurden, haben sie effektiv auch NICHT die persönliche Anerkennung für ihr Werk und Wirken erhalten, sondern ihr Engagement wurde AUSGENUTZT.

    Ausgenutzt in dem Sinne, daß ihre Beiträge, Artikel, Arbeitsergebnisse einfach ungefragt und völlig unsensibel und OHNE WERTSCHÄTZUNG abgegriffen und für einen horrend hohen Preis für ein derart billigst zu produzierendes Produkt vermarktet wurden.

    Das ist eine Art “intellektuelle Vergewaltigung”.

    Und daher kann ich die Verärgerung – längst nicht nur bei den obigen D&D-Artikeln – verstehen.

    Wer sich ein anderes “Ärgergebiet” ähnlichen “intellectual rape business” mal anschauen möchte, der sei auf die Huffington-Post-Affäre verwiesen: http://mediadecoder.blogs.nytimes.com/2011/04/12/huffington-post-is-target-of-suit-on-behalf-of-bloggers/

  8. ghoul Says:

    Naja.
    Für Wikipedia und seine Autoren ist so eine schlecht gemachtes Profitgeierverhalten keine ernstzunehmende Gefahr oder Konkurrenz.
    Seht die Blumen! Wer kauft sowas? Wer kauft sowas und macht nicht sofort vom 2-wöchigen Rückgaberecht bei Internetkäufen Gebrauch?
    Koch Media spekuliert nur auf ein paar Käufe durch Bibliotheken oder planlose Zufallskunden. Das ist nicht wirklich ein relevantes Marktsegment.

    Das dürfte eher für WotC ärgerlich sein, da die Markenwahrnehmung durch solche schlechten Cover leidet und womöglich Kunden über den Inhalt getäuscht werden könnten.

  9. greifenklaue Says:

    Ich hab nochmal ein Palladium-Beispiel hinzugefügt, wo man vom Text her erstmal nicht so schnell sieht, dass es von Wikipedia kopiert ist.

  10. Wortman Says:

    Stellt sich natürlich die Frage, ob der Verfasser es Wiki-Artikels dahinter steckt oder ob er es überhaupt weiß….
    Auf alle Fälle ist es eine Frechheit.

  11. greifenklaue Says:

    Nee, das sind keinesfalls die Verfasser der Wikiartikel – Du hast bei Amazon-Verlinkungen mit mehreren zehntausend Büchern eines “Autors”, also Kopierers.

  12. Wortman Says:

    Na dann: Prost Mahlzeit. Einige machen sich die ganze kostenlose Wiki-Arbeit und andere verdienen mit dem Kopieren das Geld *grrr*

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