Archiv für die Kategorie ‘Rezensionen’

[Rezi] Zunftblatt #12 – Drachen und Einhörner

Juli 17, 2012

Da ich ja gestern auf die neue Ausgabe hinwies, reiche ich mal die Rezi zur #12 nach, die erstmals im Almanach erschienen ist.

Die mittlerweile 12. Ausgabe des Zunftblatts erschien pünktlich zur RPC 2012 und präsentiert den Schwerpunkt „Drachen und Einhörner“, zwei Abenteuer und einiges mehr auf knapp 60 Seiten für 3,50 Euro.

Schwerpunktspezifisch werden in mehreren Artikeln die verschiedensten Wesen vorgestellt: In „Vom Gott zum Kuscheltier“ geht es um Drachen und ihre Entwicklung innerhalb der irdischen Kulturgeschichte, „Vom Wesen der Reinheit: Das Einhorn“ geht auf die weltliche Kulturgeschichte des Einhorns ein. „Deutsche Fabelwesen und Sagengestalten“ stellt rund 15 Wesenheiten auf 4 Seiten vor und liefert zugleich jeweils Ideen für den Einsatz im Rollenspiel. Dabei sind auch Unbekanntere drunter wie das Bachkalb, der Einhornhirsch oder der Glühschwanz und es läßt sich einiges aus dem Artikel ziehen, von einfachen Kampfbegegnungen über kleine Szenarien und Versatzelementen bis zu ganzen Kampagnen … „Wesen und Gestalten der Antike und dazu passende Rollenspielideen“ ist ähnlich aufgebaut – und ähnlich nützlich. Insgesamt sind es hier 8 Wesenheiten. Sehr gut übrigens das Layout – jede Vorstellung ist mit einer Silhouette des Wesens hinterlegt. Zuguterletzt folgt noch die „Kreaturensammlung Wälder und geheimnisvolle Orte“, welches 13 Wesen etwas knapper auf 2 Seiten präsentiert. Da sollte sich also etwas finden lassen, um einige (Zufalls-)Begegnungen gestalten zu können und denkwürdige Erlebnisse zu erspielen. Den Abschluß des Schwerpunktes bietet neben einer Rezi zu „Zum blauen Drachen“ der Artikel „Drachen im Film“, welcher loslegt mit Fritz Lang und seinem Stummfilm „Die Nibelungen“ von 1924 und entsprechend umfangreich in jede Richtung vorstößt. Der Schwerpunkt wirkt gut umgesetzt und nimmt rund ein Drittel des Heftes ein und liefert einiges an Ideen, auch wenn deren konkrete Umsetzung in die Hände des Spielleiters gelegt wird.

Es gibt aber auch Futter in Form von Abenteuern: das Dungeonslayers-Abenteuer „Der Gezeitenkerker“ im Umfang von 9 Seiten sowie „Bunker 142“ für Gammaslayers mit rund 7 Seiten. Gezeitenkerker ist für Helden ab Stufe 5 geeignet und bietet das Überwinden des Gezeitenkerkers als Herausforderung, welcher nur alle Jubeljahre durch ein Portal zu erreichen ist und einerseits das Gefängnis eines mächtigen Magiers darstellt, andererseits eine Herausforderung des wankelmütigen Gottes Logavron. Eher fallenorientiert und mit Rätseln gespickt wirkt es manchmal etwas verkopft, wer es aber in seiner Gesamtheit nicht spielen möchte, kann auch relativ gut einzelne Räume aus dem Abenteuer nutzen. Normalerweise findet das Lektorat des Zunftblattes keine Erwähnung – unfairerweise, weil es nämlich gut ist. Hier haben sich aber ungewöhnlich viele Fehler eingeschlichen, auch wenn sie das Verständnis des Abenteuers nicht erschweren, so sind die meisten vermeidbar. „Bunker 142“ ist eine Art Preview auf den mutierten Bruder von Dungeonslayers: Gammaslayers, welches erst im Laufe des Jahres erscheinen soll. In Bunker 142 gibt es also neben dem Abenteuer, bei dem es um die Bergung eines Computerkerns aus einem Bunker geht, auch die nötigen Regelhinweise, neue Monster und vier vorgefertigte Slayer zum Spielen. Dummerweise ist über dem Bunker noch eine verfallene Fabrik, die zur Zeit von einer Bande besetzt ist und es so zu einigen Komplikationen kommen dürfte. Das Abenteuer bietet einen spannenden Einblick in Gammaslayers und umreist gut, was einen erwartet – kurzum: gelungen!

Näher beleuchten möchte ich noch den Kurzartikel „Von Charakterspiel und Nasenbluten“ in der Rubrik „RPG Battles“, welches anscheinend als eine Art Rant gedacht ist, hier aber deutlich in die Hose geht. Der Autor echauffiert sich über das Argument, dass „System X total toll fürs Charakterspiel geeignet ist, weil es keine Regeln dazu vorgibt, sondern es den Spielern überläßt“. Gut, dass Argument will ich gar nicht verteidigen, allerdings kenne ich tatsächlich Menschen, die nach dieser Maxime spielen. Ob es nun nötig ist, das ganze durch haarsträubene und hanebüchende Vergleiche und billiger Polemik, vermeintlich zu widerlegen – eyeyey, dass stinkt nach Besserrollenspielerei. Als Beispiele werden D&D 4, Dungeonslayers und Savage Worlds genannt. Gerade bei letzterem fällt dazu auf, dass es eines der typischsten Charakterspielbelohnungssysteme hat, nämlich Bennies. Sprich: Man spielt rollengerecht seinen Nachteil an, gibt’s nen Gummipunkt dafür. Man macht tolles Charakterspiel, zack, Bennie. Auch das mag sicher diskussionswürdig sein, aber die Behauptung, dass SW keine Regeln dazu besitzt, ist schlicht falsch. Auch Dungeonslayers besitzt dazu Bemerkungen, auch wenn es hier nur um die EP-Belohnung geht (sicher auch diskussionswürdig, aber eine Regelung bzgl. Charakterspiel) und bei DnD 4 hab ich es schlicht nicht nachgelesen, vermute aber stark, dass sich auch hier Regelungen finden. Kurzum, ein Rant ist ja gar keine schlechte Idee, aber die Umsetzung hier hat eine Qualität, (Achtung, Zitat!) „dass „erbärmlich“ noch vorsichtig ausgedrückt wäre“. Na, immerhin hab ich mich jetzt länger damit beschäftigt und drüber gegrübelt, also vielleicht ist er ja doch ganz … nachdenkenswert. Vielleicht das nächste mal als Pro und Contra gestalten, sachlicher bleiben oder sich ein paar richtige Rants durchlesen.

Abgerundet wird das Heft mit zahlreichen Rezis, an denen ich schätze, dass sie auch abseits des Mainstreams unterwegs sind, einem Preview auf Spherechild, einem Interview mit Dominik vom Rollenspiel-Almanach, einem Comic und einigen anderen Kleinartikeln. Das Layout wirkt mittlerweile aufgeräumt und übersichtlich, kurz, es hat sich ein Stil gefunden. Das Titelbild ist richtig gut geworden, da hat man eine tolle Künstlerin gefunden.

Fazit: Diese Ausgabe ist sicherlich ein Geheimtipp für Dungeonslayer, gerade das Preview auf Gammaslayers ist sehr gelungen und sicher auch nach dem Erscheinen des Systems noch spielenswert. Wer ein paar ungewöhnlichere Monster braucht oder gern kleinere Szenarien oder Questen selber baut, erhält hier ein Arsenal an Ideen zum Weiterverarbeiten. Und der Rest wird durch Rezis und Berichte auf dem Laufenden gehalten, was sich in der Szene tut. Kurzum, die 3 Euro 50 sind auch in diese Ausgabe gut investiert.

High Colonies

Mai 12, 2012

Argamae hat es sich auf der RPC gekauft, schon gelesen und auch rezensiert:

Das 1988 vom Verlag Waterford in Canada veröffentlichte SF-Rollenspiel HIGH COLONIES von Eric Hotz (u.a.) ist eines jener Kleinrollenspiele, das eine interessante Idee auf knapp über 100 Seiten ungenügend aufbereitet. In diesem Falle die Idee einer auf viele Orbitalstationen und Kolonien im Sonnensystem verstreuten Menschheit, nachdem die Erde durch einen ABC-Krieg unbewohnbar geworden ist. Wir schreiben das Jahr 2188. Ihrer Heimat beraubt, geht das Leben für die zahllosen Piloten, Asteroidenschürfer, Söldner, Computerspezialisten und Orbitalingenieure nun also in den Umlaufbahnen und auf den meist unwirtlichen Oberflächen von Nachbarplaneten und Monden weiter, während Grenzstreitigkeiten und nationale Interessen das Pulverfass unter dem Hintern der Menschheit weiter anheizen.

Das Rollenspiel benutzt ein “rudimentäres” Spielsystem mit 5 Attributen (zwischen 3-18) und zahlreichen Fertigkeiten (in Prozentwerten), das recht deutlich von Chaosium’s “Call of Cthulhu” (bzw. BRP) abgekupfert ist. Trotzdem (oder gerade daher) ist es aber einigermaßen solide und scheint vernünftig spielbar zu sein. Lediglich das Kampfsystem wurde umgekrempelt – statt auch hier W100-Würfe zu machen, werden von Angreifer- und Verteidigerseite ein oder mehrere W6 geworfen (stark modifiziert durch Fertigkeitsgrad in der Waffe, Bewegung, Zielen, etc.), deren Gesamtaugenzahlen dann miteinander verglichen werden, um zu bestimmen, ob getroffen wurde oder nicht. Wirkt etwas kompliziert und ungelenk, aber ich habe es im praktischen Einsatz noch nicht getestet. Insgesamt wirkt die regelmechanische Seite damit etwas staubig (nicht nur heutzutage, sondern sicher auch schon im Erscheinungsjahr des Produktes).

Interessant an HIGH COLONIES ist daher primär der Background. Aber trotz einer recht detaillierten Zeitleiste bis ins Jahr 2188 bietet man dem SL wenig Substanz, um die Welt in 200 Jahren plausibel und nachvollziehbar zu machen. So gibt es eine Auflistung aller bekannten Stationen und Koloniebasen, doch man erfährt wenig Wissenswertes – meist beschränkt sich der Abschnitt pro Kolonie auf ein bis drei Sätze, und dies sind dann auch nur statistische Angaben (Einwohnerzahl, Regierung/Zugehörigkeit, etc.). Selten wird etwas mehr Info zu einer Kolonie eingestreut. Dennoch ergibt sich in der Synergie ein spannender Hintergrund, in dem Wirtschaft, Politik, Nationen und Ideologien aufeinander prallen. Die militärischen Aufgaben übernehmen fast ausnahmslos Söldnertruppen (von denen die wichtigsten vorgestellt werden), da sich keine Kolonie eine stehende Streitmacht leisten kann. Und zu kämpfen gibt es einiges – Piraten lauern auf den Versorgungsrouten, abtrünnige Elemente und Widerstandsgruppen bekämpfen die Obrigkeit oder für ihre Unabhängigkeit, mächtige Wirtschaftsführer streiten um Rohstoffe, etc. pp. In dem Hard-SF-Setting findet man dann sogar eine (humanoide) Fremdrasse, die zwar freundlich ist, aber technologisch nicht höher steht als die Menschheit. Sie kam in großen Generationsschiffen aus der unmittelbaren Nachbarschaft (Tau Ceti) ins Sonnensystem. Nach einem Übergriff durch eine Fraktion der Menschheit sind die Chakon, so ihr Name, gegenüber dem Homo Sapiens jedoch äußerst mißtrauisch geworden.
Doch das alles ist in Summe einfach viel zu wenig. Man erfährt nahezu nichts zur Raumfahrt, zur Technologie der Kolonien, dem alltäglichen Leben oder dem großen Miteinander. Dafür gibt es haufenweise Waffeninfos. Gnarf.

Die Präsentation ist sauber und gut lesbar, der Regeltext überwiegend fehlerfrei und die Beispiele anschaulich. Die grafische Gestaltung ist schlicht und die wenigen Illus sind geprägt durch realistisch wirkende, militärische Charaktere und – etwas “cheesy” – leicht bekleidete Chicks mit großkalibrigen Waffen. Eklatant fehlen tun Abbildungen von Kolonien oder Orbitalstationen, Raumschiffen oder alltäglichen Szenen – also vom Fleisch auf den Rippen dieses Settings.

Bleibt unter dem Strich ein Rollenspiel, das zwar eindeutig den Hard-SF-Sektor im Fahrwasser des übermächtigen TRAVELLER bedient, dabei allerdings viel zu wenig Substanz bietet, um gerade die für diese Art der SF Interessierten wirklich abzuholen. Zwar werden beiläufig astronomische Begriffe und Termini aus der Raumfahrt erwähnt (was darauf schließen läßt, dass sich die Autoren durchaus mit diesen Aspekten beschäftigt haben), aber diese Zusammenhänge für ein Rollenspielsetting fast gar nicht unterfüttert. Das ärgert einen, denn Potenzial bietet das Setting zuhauf. Löblich ist, dass ein Einführungsabenteuer geboten wird, dass zumindest im Ansatz mal veranschaulicht, was sich die Autoren vorgestellt haben.

Anmerkung: Es hat den Anschein, als wäre viel Zusatzmaterial über das GDW-Magazin “Challenge” (lange out-of-print) für High Colonies erschienen. Aber das habe ich mir im Einzelnen noch nicht angesehen. Mir war auch so, als gäbe es eine Neuauflage von HIGH COLONIES, aber irgendwie bin ich nicht fündig geworden, so dass ich mich in dem Punkt wohl irre.

Olaf Buddenberg

[Hörspiel] Die Elfen (Rezi)

November 25, 2011

Der Filmerfolg von Herr der Ringe spülte nicht nur Fantasy in die Kinos, sondern auch in die Buchläden. Neben Die Zwerge von Markus Heitz ist Die Elfen von Bernhard Hennen eins der bekanntesten Werke der Die XYZ-Schwemme, wohl aber auch eins der besten. Das Buch ist jetzt als 5-teilige Hörspielreihe produziert worden, von denen die ersten drei erschienen sind.

Eben diese drei Teile durfte ich fürs DnD-Gate rezensieren.

[Rezi] Zunftblatt #10 – Piraten, Seefahrer und Entdecker

Oktober 14, 2011

Hatte das Heft vor kurzem für den Rollenspiel-Almanach vorgestellt und möchte es gern hier auch nochmal unter die Lupe nehmen, zumal gerade Heft #11 (Zwerge, Hobbits, Kleine Völker) draußen ist.

Das zehnte Zunftblatt kommt mit rund 60 Seiten und dem Schwerpunktthema Piraten, Seefahrer und Entdecker daher. „Bis zum Horizont“ stellt gekonnt historische Navigationsmethoden vor und zeigt Möglichkeiten auf, wie man sie im Rollenspiel einsetzen kann – meist nur als kleines Element, um Farbe ins Spiel zu bringen, manchmal fällt aber auch ein Plothook ab. Die „Kreaturensammlung Meer und Küste“ beschreibt wertelos fast zwei Dutzend Kreaturen aus Natur und Mythologie, die man als Gegner einbauen kann, einige eignen sich wiederum als Aufhänger für Nebenhandlungen. „Von Zyklonen, Klabautern und anderen Meeresungeheuern“ geht auf Naturphänomene und Seemannsgarn ein, Unwetter, Stürme, Mahlströme, Flaute oder Ungeheuer der griechischen Mythologie, alles Mögliche (und Unmögliche), was Farbe in eine Seereise bringen kann. „Die Eroberung des Indischen Ozeans“ bringt dem Leser die Navigationskünste der Araber, die riesigen Flotten Chinas, den Entdeckerdrang der Portugiesen und schließlich die Handelgeschicke der Holländer nahe. Alle vier Artikel sind ziemlich unterhaltsam geschrieben und geben gute Ideen zur Hand, wie man eine Seereise und die Begebenheiten drumherum ausgestalten kann.

Zwei Abenteuer beschäftigen sich ebenfalls mit dem Schwerpunkt. „Der Schlüssel der Kirke“ ist ein universelles „Doppelabenteuer“ im Mantel- und Degen-Genre, welches sich wohl mit 7te See am besten umsetzen läßt. Inhaltlich eine „einfache“ Artefakthatz, liegt die Besonderheit im Doppelabenteuer. So heißt es, weil man erst eine Gruppe Piraten spielt, anschließend dieselben Spieler andere SC, nämlich Marinesoldaten, welche diese verfolgen. Eine durchaus nette Idee, allerdings ergibt sich daraus auch die ein oder andere Schwierigkeit – angefangen mit der Trennung von Spieler- und Charakterwissen bis dahin, dass Handlungen der zweiten Gruppe Handlungen der ersten, schon gespielten Gruppe, durchkreuzt hätten. Für die ein oder andere Gruppe sicherlich trotzdem ein reizvolles Experiment. „Dolphin, Drug and Diamond“ ist hingegen ein Piratenabenteuer, ebenfalls ohne Werte, z.B. mit Shadowrun oder einem Urban Action-Rollenspiel umsetzbar. Besonderheit hier: je nachdem auf welche Seite sich die Charaktere am Anfang schlagen, setzt sich das ganze fort. Das Ablaufschema erinnert an die Plot-Point-Kampagnen von Savage Worlds, sicher nicht das schlechteste Vorbild.

Der Interview-Teil ist auch recht dick, wobei man mittlerweile zum Abdruck des Gesprächs übergegangen ist, während man früher eher Gesprächszusammenfassungen druckte. Die thematisch zum Schwerpunkt passenden Bands The Jolly Rogers und die Honky Tonk Pirates wurden interviewt, dazu wurden noch Christian Kennig (Dungeonslayers) und Sebastian Witzmann (Aborea) zu ihren Einstiegssystemen und letzterer zu Operation: Fallen Reich befragt – außerdem werden beide Systeme sowie das Einsame Wolf Mehrspielerbuch im Vergleich auf ihre Einsteigertauglichkeit getestet. Moritz Mehlem konnte außerdem zu einem Werkstattbericht zu Drachen über Larm gewonnen werden und erklärt anhand seines Werks, wie es von der Idee zur Druckfassung kommt – praxisorientiert geschrieben, wie immer. Schlußendlich kommt noch Mark Wachholz zum Thema DSA-Film zu Wort, hier wieder in Berichtsform mit eingeworfenen Zitaten.

Dass das Tanelorn mittlerweile das Heimatforum des Zunftblatt geworden ist, merkt man spätestens bei den Rezis, so wird z.B. PDQ Sharp!, ein schlankes Mantel-und Degensystem, vorgestellt. Die Rezi zu Freebooter’s Fate, einem Tabletop, wo kleine Piratenmannschaften (und andere Teams) aufeinanderknallen, war sozusagen Pflicht, stammt von dort das tolle Titelbild. Malmsturm, Sachen zu Herr der Ringe, DSA, Shadowrun und Savage Worlds runden das Bild ab. Für Leute, die gar nicht mehr zum Tischrollenspiel mit real existierenden Personen am selben Tisch kommen, wird noch das Portal Drachenzwinge vorgestellt, wo man online Rollenspiele spielen kann.

Fazit: Für 3,50 Euro gibt es eine Tüte Buntes mitten aus der Szene. Kaum einer wird mit allen Artikeln was anfangen können, aber kaum einer im Gegenzug leer ausgehen. Und seien wir ehrlich, was die Jungs und Mädchen aus Lahnstein da vierteljährlich abliefern, ist nicht nur aller Ehren, sondern locker auch sein Geld wert. Dass nach dem Envoyer nochmal ein Magazin mit regelmäßiger Erscheinungsweise etabliert werden konnte, ist toll, dass man mit dem Inhalt auch noch was anfangen kann, noch toller!

Zum Zunftblatt hierlang!

Rezi-Rundumschlag 3. Quartal 2011

September 7, 2011

Ich war in den letzten Wochen fleißig und habe einige Rezis geschrieben, zum einen fürs DnD-Gate, zum anderen für den Rollenspiel-Almanach. Schaut mal rein!

Drachen über Larm für Labyrinth Lord

Einsamer Wolf Mehrspielerbuch

Zunftblatt #10 (Fanzine)

Erlkönig - Die dunklen Fälle des Harry Dresden Band 7

Erste Eindrücke zu Advanced Fighting Fantasy

Juli 2, 2011

Da wir es heute spielen wollen, Argamae schon neulich drüber berichtete und es nun besitzt, wollen wir ihn mal zu Wort kommen lassen:

Da es nun inkl. der Reprints von OUT OF THE PIT (Monsterbuch) und TITAN (Weltbeschreibung) in meinem Besitz ist, ein paar Eindrücke von der Neuauflage des auf der bekannten Spielbuchreihe “Fighting Fantasy” (in Deutschland als “AbenteuerSpielBuch” erschienen) basierenden Fantasyrollenspiels.

AFF2 ist ein relativ klassisches Rollenspiel, was seine Fantasy-Ausrichtung und Weltbeschreibung angeht. Besonders wird es u.a. dadurch, daß man die zugrundeliegende Welt TITAN eben jahre- bzw. jahrzehntelang solo via die Spielebücher bereisen konnte und somit als Kenner dieser Werke bereits ein wenig vertraut ist. Erstmalig wurde das Solobuch-Konzept 1989 unter dem Namen “DUNGEONEER” als Mehrspieler-Rollenspiel veröffentlicht (ihm folgten noch zwei Ausbau-Bücher).
Das Grundsystem von AFF2 ist sehr einfach und basiert auf einem 2W6-Wurf, mit dem man unter einem gegeben Wert/Attribut bleiben muß, um erfolgreich zu sein. Trotz dieser simplen Mechanik ist das System einigermaßen variantenreich.

Mir gefällt am neuen AFF besonders, daß es kompakter geschrieben und mehr aufs eigentliche Rollenspiel fokussiert ist. Der Vorgänger, DUNGEONEER, erging sich noch stark in ständiger Film-Allegorie: es war vom Regisseur, der Besetzung und von “Movies” die Rede; der Klappentext verkündete derzeit “Drehen Sie Ihren eigenen Fighting-Fantasy-Film!” und führte damit mehr in die Irre als alles andere. Die Neuauflage macht diesen Fehler nicht, wenngleich sie den Spielleiter weiterhin mit “Director” betitelt.
Schön ist auch, daß irgendwie das Flair der Spielebücher erhalten geblieben ist – das Spielsystem ist halt eine Herleitung der einfachen Abenteuerbuch-Regeln, wie es ähnlich wohl auch das neue EINSAMER-WOLF-Rollenspiel macht.
Das Buch ist voller Original-Illustrationen aus den Fighting-Fantasy-Büchern bzw. DUNGEONEER, die aber leider etwas blasser wirken als im Vorgänger. Die Druckqualität ist insgesamt nicht besonders hoch.
Ein Highlight ist für mich auch die Methode der zufälligen Verlies-Generierung, die ich in dieser Form vorher noch nie gesehen habe. Ich werde sie später noch beschreiben. Soweit erstmal die allgemeinen Eindrücke.

CHARAKTERERSCHAFFUNG

In AFF2 besitzt jeder Charakter mindestens 3 Attribute – SKILL, STAMINA und LUCK. MAGIC und MAGIC POINTS stehen nur Magieanwendern zur Verfügung. Im Gegensatz zu DUNGEONEER bedient sich AFF2 standardmäßig eines Point-Buy-Systems, mit dem man selbst entscheiden kann, wie man seine Figur ausgestaltet. SKILL (in den deutschen Spielebüchern immer mit “Gewandtheit” übersetzt) ist hierbei ein wichtiger Wert, da er die meisten Proben und Würfe im Spiel bestimmt; er steht für das allgemeine Können des Abenteurers, primär in körperlicher Hinsicht – aber im Zweifelsfall auch für dessen Auffassungsgabe und Schläue. STAMINA gibt an, wie lange der Charakter durchhält, wenn es hart zugeht (Schaden, Erschöpfung, Vergiftung, Hunger etc.). Er ist in etwa mit Trefferpunkten oder Lebenskraft zu vergleichen; dieser Wert fällt und steigt häufig im Verlauf von Abenteuern.
LUCK ist in vielen Situationen hilfreich, insbesondere bei der Vermeidung von negativen Auswirkungen – etwa, wenn man eine Falle auslöst oder einem Zauber widerstehen muß. Aber auch versteckte Hinweise lassen sich vielleicht durch LUCK finden.

Man wählt nach Verteilung der Punkte seine Rasse, wobei neben Menschen noch Elfen und Zwerge angeboten werden. Jede der Rassen hat bestimmte Vorzüge in Form von Attributszuschlägen und Sonderfertigkeiten. Weitere Einschränkungen gibt’s im Grunde nicht (AFF2 nutzt auch keine Charakterklassen, hat jedoch ein paar vorgefertigte Archetypen zum Sofort-Losspielen).
Schließlich muß man noch seine SPECIAL SKILLS und TALENTS kaufen, wofür weitere Punkte zur Verfügung stehen. Die SPECIAL SKILLS sind in fünf Kategorien (Combat, Movement, Stealth, Knowledge und Magic) unterteilt, die man frei mischen kann. Spieltechnisch modifizieren diese Fertigkeitswerte den SKILL-Wert des Charakters, wenn er eine entsprechende Probe ablegen muß.
Die TALENTS sind dann jene kleinen Fähigkeiten, die dem Charakter noch etwas Besonderes geben – etwa einen Tiervertrauten, Leichtfüssigkeit, Rüstungstraining oder Magiebegabung. Die insgesamt etwas über 30 Talente sind abwechslungsreich und nützlich.

Am Ende des Erschaffungsprozesses kauft man die Ausrüstung zusammen und wählt man noch einen Sozialstand aus, dem der Charakter zu Spielbeginn angehört. Dies geschieht im Einklang mit Spielleiter und dem Charakterkonzept.

DAS KAMPFSYSTEM IN AFF2

Wer jemals eines der zitierten AbenteuerSpieleBücher gelesen/gespielt hat, der kennt das grundlegende Kampfsystem schon – AFF2 bleibt seinen Wurzeln treu. Und das ist gut so, denn durch die simple Mechanik bleibt es außerordentlich einsteigerfreundlich.

Im Kern sieht das System so aus: Held und Gegner würfeln beide 2W6, addieren die Augenzahlen zusammen und zählen noch ihre jeweiligen SKILL-Werte dazu. Wer die höhere Summe hat, gewinnt die Runde und fügt dem anderen Schaden in Form von STAMINA-Verlust zu. Fertig. Natürlich wird das ganze noch modifiziert, etwa durch etwaige SPECIAL SKILLS mit der Waffe, die man verwendet, oder durch bestimmte Umwelteinflüsse (auf höherem Boden, bei Dunkelheit, etc.).

Wieviel Schaden man dem Verlierer zufügt, wird durch die Waffe ermittelt. Jede hat eine Schadensleiste, auf der mit 1W6 gewürfelt wird. Je nach Augenzahl kann man dann den verursachten Schaden ablesen. Ein Beispiel:

SCHADENSWURF: 1    2    3    4    5    6    7+
KURZSCHWERT: 1   2    2   3    3   3    4

Würfelt man also mit dem Schadenswurf eine 3, dann hat man 2 Punkte Schaden verursacht. Die Spalte “7+” ist vorhanden, da Zauber oder andere Einwirkungen einen Bonus auf den Schadenswurf verleihen können. Dies ist dann die maximale Spalte.

Rüstungen/Schilde funktionieren nach dem ähnlichen Prinzip, nur das dann der Wert für den absorbierten Schaden steht.
Diese Werte lassen sich bequem auf dem Charakterbogen eintragen, der dafür vorgesehene Felder hat.

Kritische Treffer gibt es ebenfalls: bei einer Doppel-Sechs im Angriffswurf wird doppelter Schaden verursacht. Im obigen Falle mit dem Kurzschwert also 4 Punkte. Zusätzlich verliert der Getroffene bei einem kritischen Treffer noch 1 Punkt SKILL, was für ernsthafte Verletzungen steht (Muskelriss, Knochenbruch, etc.) und deutlich langsamer heilt als STAMINA-Schaden. Simpel, aber gut.
Wo kritische Treffer sind, dürfen auch Patzer nicht fehlen: bei einer Doppel-Eins erleidet der Kombatant unangenehme Auswirkungen, die auf einer Patzertabelle ausgewürfelt werden – von kurzzeitigem Gleichgewichtsverlust über Selbstverletzungen bis hin zu versehentlichen Treffern bei verbündeten Charakteren wird allerlei geboten.

Doch das Kampfsystem bietet noch eine Anzahl kleiner Extras und Optionen, etwa den Einsatz von LUCK im Kampf, womit man Schaden mindern oder erhöhen kann. Auch multiple Gegner, multiple Angriffe, Monster-Spezialfähigkeiten und berittener Kampf werden besprochen, ebenso wie “aggressiver Angriff” oder “Finte”. Alles in allem ist das sehr gut und einfach gemacht, da es Variation hinein bringt, aber die einfache Grundmechanik nicht kompliziert.

Ist man erstmal verletzt, möchte man natürlich auch wissen, wie es um die Heilung steht. Auf natürlichem Wege heilen Charaktere 4 STAMINA-Punkte pro ausreichender Nachtruhe; zusätzlich – und das ist auch den Büchern entlehnt, aber nicht weniger klasse – kann man durch Essen STAMINA regenerieren: 2 Punkte pro Mahlzeit, wobei pro Tag nur die ersten 2 Mahlzeiten für STAMINA-Gewinn angerechnet werden. Da Charaktere zu Beginn im Höchstfall 16 STAMINA haben können, ist die Heilung also eine schnelle Sache. Ach ja, verlorene SKILL-Punkte durch kritische Treffer benötigen schon eine Woche Bettruhe, um auszuheilen. Das geht dann nicht so schnell.
Der SPECIAL SKILL “First Aid” kann ebenfalls bei der Rückgewinnung von 2 verlorenen STAMINA-Punkten helfen, wenn sofort nach dem Kampf die Wunden versorgt werden. Aber Vorsicht: ein Patzer kann hier sogar zu weiteren Verletzungen führen! Kritische Erfolge sind allerdings auch möglich.

Tot ist man in AFF2, sobald man -4 STAMINA erreicht hat. Davor (also ab 0 STAMINA) verliert man das Bewußtsein und verliert pro Minute einen Punkt LUCK. Wenn LUCK auf 0 sinkt, segnet man das Zeitliche. Erneut eine simple, aber gute Regelung, die auf die wenigen “Attribute” zurückgreift, die man in AFF2 besitzt.

Olaf Buddenberg

PS.: Demnächst wird mit Magie fortgesetzt

RPC-Einkaufstüte I – Aborea (700. Beitrag)

Mai 15, 2011

Ich verschaff mir gerade einen Überblick über meine Rollenspielneuheiten von der RPC, den Anfang macht Aborea von 13 Mann. Das ganze soll keine Rezi sein, einige Teile habe ich bewußt überflogen oder auch noch keine Meinung zu ausformuliert, auch wenn andere das anders sehen. Der Artikel gerät dann recht ausführlich, weitere Einkäufe werd ich kürzer vorstellen – außerdem plane ich einen Vergleichsartikel zwischen den neuen Einsteigerrollenspielen. Söderle:

Die Box:

Inhalt: 2 W10 (+)
Spielerheft
Spielleiterheft
(machen nen guten Eindruck, dazu gleich näheres)
A2 Dorfkarte ( +++ – Die werd ich sicher einige Male zweckentfremden), oberflächenlaminiert.
A0 Weltenkarte, oberflächenlaminiert und durchaus schick. Etwas groß und erschlagend. Beeindruckend!

Äußeres:
Tolles Cover.
“Tischrollenspiel”
“12+”
“Spieleranzahl 1-8″
Interessant!

Konzeptionell: eine Box ohne Stufenbegrenzung, also keine Box für Stufe 1-5, sondern vollwertig.

Spielerband:  

54 Seiten Hochglanzpapier, Coverumschlag leider nicht dickerem Papier, dreispaltig, Layout übersichtlich, es wird viel mit rot als dritter Farbe gearbeitet. Charakterbogen ist auf der Rückseite, gut, weil man das Heft nicht knicken muss, den sw-Kopierer dürfte das rot etwas stören – aber es gibt ja heutzutage genug farbige Mehrzweckgeräte oder eben den Download. Die vielen Kästchen zum Kennzeichnen des Fertigkeitsangs könnte etwas abschreckend wirken, aber die sind mit 10 Fertigkeiten + x Wissens-, x Waffenfertigkeiten und x Zaubersprüchen doch ausgedünnt und an zwei Händen abzählbar (gedruckt sind je 3). Daraus folgt auch, dass Zsaubersprüche nach dem normalen Fertigkeitensystem funktionieren.

Das ganze ist ein W10-Überwürfel-System, wobei die Zielzahl von “5″ (Routine) bis “18″ (absurd) reicht. 5 Attribute gibt es, dazu 5 Klassen, ähh Berufe (Dieb, Priester, Krieger, Waldläufer, Zauberer) und fünf Rassen (Mensch, Elf, Zerg, Gnom, Halbling.

Die Attribute werden in einem Punktekaufsystem erworben, man darf 35 Kaufpunkte auf die 5 Attribute verteilen, wobei es ab dem Wert “6″ zwei und bei “10″ vier Punkte kostet (additiv, also Attributswert “7″ kostet 9). “5″ ist der neutrale Wert, drüber gibt es je zwei Stufen einen Boni von +1 (7 = +1; 8= +2), drunter Mali (3-4: -1, 1-2: -2).

Die Rassen bzw. Völker sind auf 1-3 Seiten jeweils beschrieben, es werden auch Subarten vorgestellt. Regeltechnisch bietet ein Volk Attributtsmodifikatoren nach dem Kauf, die in Summe immer null sind, so auch Werte über “10″ möglich sind, und ein, zwei Kleinigkeiten wie Wärmesicht, zusätzliche Ausbildungs- oder Trefferpunkte. Einzige Einschränkung ist, dass Elfen keine Krieger und Zwerge keine Zauberer werden können.

Der Beruf ist regeltechnisch wesentlich dominanter als das Volk, z.B. bestimmen sie die Trefferpunkte, die sehr an (A)D&D erinnert, sprich 4 TPs beim Zauberer bis 10 beim Krieger. Auch einige der berufseigenschaften, z.B. der heimliche angriff des Diebes oder die gefolgsleute beim Krieger erinnern daran. An Rolemaster erinnert dann die unterschiedlichen Kosten für die verschiedenen Fertigkeiten beim Kauf.

Bei einer Probe, hier Manöver genannt, zählt also Wurf (übrigens explodierend), Boni von Attribut und Fertigkeit gegen eine Grundschwierigkeit. Wird um 5 überworfen, ist es ein besonderer Erfolg.

Beim Kampf gibt es ein paar Kniffe, der nicht genutze Offensivbonus ist der – aufteilbare – Defensivbonus. Es wird vergleichend gewürfelt und direkt in Schaden umgesetzt. 12 im Angriff gegen 8 in der Verteidigung (passiver Wert). Die Initative ist ein fester Wert, von geschicklichkeit oder Waffen abhängigt. Der langsamste legt seine aktion fest bis hin zum Gewinner der Ini, umgekehrt wird es dann angehandelt.

Magie funktioniert über Zauberlisten (5 Listen mit je 10 Zaubern von Rang 1-10 für Zauberer bzw. 2 für Priester, Priester wirken Leitmagie) und Magiepunkten (Rang entspricht Kosten).

Auf das Pantheon wird recht ausführlich eingegangen, die Schöpfungsgeschichte unterteilt nach Elfen, zwergen und Meschen, rund 25 Göttern. Auch nimmt man auf typische Bräuche und Riten bezug wie Reife, Hochzeit oder Tod bezug.

Zwei Seiten Rüstung, Ausrüstung und Waffen und zwei Seiten “Abschluß” mit Erklärungen zum EP-System (Stufensystem), Zeit, erstes Spiel oder spielerwissen beschließen den Band.

Achso, eröffnet wird es mit einem komplexen Beispiel in der ein erster Charakter gebaut wird und zuerst in Romanform beispiele gebracht werden, die dann in ein Solo überleiten.

Zwischenfazit: recht einfaches, taugliches System. Allein das Aktionsansagen im kampf gefällt mir als zu umständlich nicht.

Beispiel Fertigkeitswurf:

Sagen wir, ich möchte Klettern. Der SL legt die Schwierigkeit fest, es ist ein alter Nadelbaum mit keinen Ästen auf den ersten 10 Metern. Dies wäre ein dann ein leichtes Manöver gegen 8. (Mir fällt gerade auf, das “schwer” der Nachbar ist mit 10).

Dann würfele ich, eine 6. Dazu zähle ich mein Stärke- oder Geschicklichkeitsboni (beim Baum würd ich geschick, beim Berg eher Stärke ansetzen oder auch Konstitution). Der Attributswert beträgt 7, was ein “+1″-Modifikator wäre. Dazu habe ich einen Fertigkeitsrang von “2″ in Athletik.

Macht 6+1+2 = 9. Erreicht werden mußte eine 8, also geschafft.

Sagen wir, ich würfele ne 10, danach eine 2, dann hätte ich eine 15 und damit 7 mehr, das wäre dann ein besonderer Erfolg (ab 5 mehr), z.B. könnte ich dann schneller als üblich Klettern oder den Wölfen, die mich schnappen wollten, auf den Baum entkommen, bevor sie mir in den Fuß beißen.

Spielleiterheft

 Den Anfang macht eine dreiseitige Erklärung zum Spielleiten mit vielen Tipps. Typische Situationen und Erfahrungen werden hier angesprochen, angefangen von schwierigen Spielern, Reaktionen der NSCs, Gewinne & Verluste und Tod von Spielcharakteren. Gut gefiel mir das dickgedruckte “Ohne Niederlagen keine Erfolge”.

Vier Seiten zum Thema (erstes) Abenteuer geben weitere Hinweise und spezielle Tipps in umrahmten Boxen (Motivation, Kennenlernen, Notizen, Reisen …) und geben schon das Intro zum Abenteuer “Die Raubsteine auf dem Buckel”, welches sich auf sechs Seiten erstreckt. Ein kleiner Dungeoncrawl in und unter einer Burgruine, wo sich einiges rumtreibt, aber logisch voneinander abgegrenzt ist. In weiteren Kästchen gibt es Tipps (z.B. Beschreiben, Miniaturen, Licht, Nahrung), es gibt Kampf, Entdeckungen, fallen, geheimtüren und Möglichkeiten der Interaktion. Bei zwei Räumen wurden keine Beschreibungstexte gegeben, sondern nur Eckdaten und einige Tipps, so dass der potentielle Leiter zu eigenen Beschreibungen angeregt wird. Wirklich gut gemacht!

“Mehr Regeln” stellt dann weitere Regeln sowie Optionalregeln vor, so z.B. weitere Optionen im Kampf (Deckung, kampf mit zwei Waffen oder Schießen mit mehreren Pfeilen), Krankheiten, Gifte, Fragen zu Magie (merk ich eine Bezauberung?) und das Herstellen magischer Gegenstände. Das Improvisieren wird angesprochen, wenn es für eine Situation keine Regeln gibt.

Auch die Heilregeln finden sich in diesem Kapitel – interessant hier: Aborea ist recht tödlich, nur “0″ ist bewußtlos, richtige Heiltränke, Heilzauber oder Heilkunst wirkt allerdings noch kurze Zeit nach dem Tod [Stufe in Minuten], diese Heiltränke sind recht teuer, günstiger sind Sachen, die die Regeneration erhöhen. Man regeneriert von Haus aus 1 TP + Konstibonus, kann über Wissen (Heilkunde) erhöht werden.)

“Besonderes” stellt Rufpunkte vor, Göttliche Punkte (Gummipunkte, die für Aktionen vergeben werden, die im Sinne des Gottes, den man angehört, ist. Mit diesen kann man Rerolls bezahlen oder hat je Punkt (max. 5) 20% auf Wiederbelebung), Berufswechsel, Dynastie (Wie man eine ganze Linie von (verwandten) Helden spielt, sehr cool) und Talentbäume (alle drei Stufen ein Talent, immer Auswahl zwischen min. zwei Talenten).

“Die Welt” beschreibt dann Aborea fokussiert auf die Region um Leet (je näher, desto genauer) auf 10 Seiten.

“Ideen” bietet drei Abenteueransätze mit zwei Karten und einen Abenteuergenerator´, “Monster” vier Seiten Kreaturen und “Schätze” Schatztabellen, eine erweiterte Ausrüstungsliste und einige Artefakte.

Die Rückseite ist der Bogen “Mein Abenteuer”, auf den man die Grundzüge seines Abenteuers notieren kann.

Sonstige Beobachtung: es wird gesiezt. Das war aber eine bewußte Entscheidung, man hat beide Varianten erprobt.

Die Graphiken sind durchgehend vollfarbig und von guter Qualität.

Beide Karten sind der Hammer, insbesondere die von Leet werd ich noch öfter nutzen!!!

Fazit: Für ein Einsteigersystem viel richtig, wenig falsch gemacht! Toll. Und für 20 Euro würd ich es mir alleine für die Dorfkarte holen … ^^

PS.: Noch ein paar Links:

Unboxing-Video

Podcastrezi bei System matters, Rezi im Abenteuerblog, Diskussionsthread RSP-Blogs, Systemthread GK

PPS.: Ich seh gerade, dass ist unser 700. Beitrag. Yöö!

Gut gerüstet – Kettenhemd und -Rüstung selbst gemacht

Dezember 13, 2010

Gut gerüstet im Sommer auf“s LARP, das heißt im Winter Kettenhemd stricken … Mit Gut gerüstet legt Steffen Schnee im Zauberfederverlag eine Anleitung auf 64 Seiten im flexiblem Paperback für knapp 20 Euro vor.

Als ich vor x Jahren mit dem Liverollenspiel angefangen hatte, packte mich einst auch die Lust zum eigenen Kettenhemd – schließlich waren es auch noch unbezahlbare Preise, die heute doch deutlichst gesunken sind. Kettenhemden und Zange waren schnell gekauft, aber die Lust verflog recht schnell – was fehlte war im Prinzip eine Anleitung. Eine Anleitung wie eben dieses Buch.

Bevor es jedoch losgeht, gibt es erstmal einen knappen historischen Abriss sowie eine Warnung vor den Gefahren wie Unfälle beim Fertigen oder Allergien. Und auch derjenige, der nicht auf gekaufte Kettenringe zurückgreifen möchte, bekommt aufgezeigt, wie man eigene Ringe fertigen kann – vom Wurmen an der Spulmaschine bis hin zur professionellen Drehmaschine.

In „Muster und Techniken“ wird anhand von Skizzen und Fotos gezeigt, auf welche Art und Weise man die Kettenhemden verstricken muss. Knapp 20 Arten und Musterungen, teilweise ineinander greifend werden vorgestellt und so erklärt, dass späteres Nachbasteln leicht fallen sollte.

Dafür ist dann jedoch erstmal „Herstellung eines Kettenhemdes“ zu Rate zu ziehen. Hier lassen sich die zu benötigten Flächen berechnen, Schnittmuster aussuchen und das „4 in 1“-Grundmuster wird detailliert erläutert inkl. des Einsatzes der Zangen zum Biegen. „Ringe vernieten“ zeigt dann eine weitere Technik auf, Kettenhemden herzustellen. Neben der eigentlichen Niettechnik wird auch die Herstellung eigener Werkzeuge erläutert, wie man z.b. einen Seitenschneider modifiziert.

In eigenen Kapiteln wird auf die Herstellung von „Kettenhauben“ und „Beinzeug“ eingegangen. Und zuguterletzt gibt es Hinweise zur Pflege des in langer Arbeit erschaffenen Kettenhemds und im Anhang einen Haufen Links mit Bezugsquellen und Bastelideen.

Der Zauberfederverlag hat ja mit Bild- und Fotobänden eine echte Nische entdeckt und das Knowhow, was sie von da haben, setzen sie hier ein, um die Bastelanleitungen optisch zu unterstützen. Und das wirklich mit vielen Bildern und Schritt für Schritt, so dass es verständlich bebilderte Anleitungen werden, die den meisten als gute Arbeitsgrundlage dienen dürfen. Die reichhaltige Bebilderung hat noch einen Vorteil – frei nach dem Motto „Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte“ schafft die Bebilderung auch genug Platz, um wirklich auf viele verschiedene Themen einzugehen.

Fazit: Auf 64 Seiten bekommt man ein sehr umfangreiches, umfassendes Werk. Sicherlich gibt es auch gute, kostenlose Anleitungen im Netz, aber kaum eine wird mit der gut aufbereiteten, reich bebilderten Art des Buches aufnehmen können – dazu kommt die Verknüpfung mit anderen Mustern und Stilen. Kurzum, wer bereit ist mehrere Hundert Euro in Ketteringe zu investieren, sollte vielleicht auch die 20 Euro in eine gute Anleitung investieren.

Produktseite

[Rezi] Frandor’s Keep (HackMaster Basic)

Dezember 11, 2010

Argamae nimmt das HMb-Abenteuer/Schauplatz im Detail unter die Lupe:

EINLEITUNG
Frandor’s Keep (im Folgenden FK genannt) hat den Untertitel “an immersive setting for adventure”. Und damit will es nicht bloß ein Abenteuer sein, sondern die Spieler nebst Charakteren in einen ganzen Schauplatz einbetten, an dem es mehr zu entdecken gibt als offensichtliche Verlieseingänge, die mit dem großen Leuchtreklameschild “Abenteuerplot – hier entlang!” gekennzeichnet sind. Und dies – das sei vorweg genommen – macht FK so vorzüglich, daß die Charaktere glatt an besagten “Verlieseingängen” vorbeilaufen könnten, ohne diese zu bemerken.
FK liefert einen Mikrokosmos, der wiederum in den Makrokosmos der Königreiche von Kalamar (KoK) eingebunden ist. Letzteres ist das offizielle Setting der neuen HackMaster-Ausgabe. Wo im Vorgänger noch “Garweeze Wurld” als Hintergrundsetting bedient wurde, hat man sich nun auf das Ur-Produkt des Verlages eingeschossen – soweit ich weiß, betrat der Kenzer & Co. Verlag damit die Rollenspielbühne. Und somit hat sich auch die Ausrichtung von HackMaster und damit einhergehend auch der dafür konzipierten Abenteuer leicht gewandelt – weg von der teils überdeutlichen Satire auf AD&D hin zu einem ernstzunehmenden, realistisch wirkenden Fantasykosmos mit unbeschönigter, unsentimentaler Abenteuerkost.
Dennoch ist FK neben allen anderen Dingen eine Hommage. An Gary Gygax. Und an dessen unsterbliche “Festung im Grenzland”, einem der ersten D&D-Abenteuer, daß neben Abenteuermöglichkeiten auch einen ausgearbeiteten Handlungsschauplatz lieferte.
Okay, also ist Frandor’s Keep (dt. Frandors Festung) eine Burg in der Wildnis? Ja, exakt. Auch sie liegt in einer Art Grenzland zwischen dem Stadtstaat P’Bapar und den wilden Hügeln und Bergen der Krondhöhen. Hier ist immerwährende Wachsamkeit gefragt, denn vor ein paar Jahren kamen durch die Pässe ein paar Orkstämme hinab, die kurzzeitig eine schwere Bedrohung für die zivilisierten Lande darstellten und die erste Festung überrannten. Nun soll die neu erstarkte Wehr weiteren Monstern den Zugriff auf die Dörfer und Ortschaften erschweren und am besten im Keim ersticken. Natürlich gibts in so einer geschichtsträchtigen und gefährlichen Grenzregion ständig was zu erleben und zu entdecken. Auftritt der Spielercharaktere.

WAS IST DRIN, WIE SIEHT’S AUS?
Zwischen den beiden Pappdeckeln des Softcovers, die auf ihren Innenseiten eine farbige Karte (einmal Region/Gelände, einmal die Festung in der Draufsicht) präsentieren, liegen 142 S/W-Seiten, die fluffiges Geschwafel auf ein Minimum begrenzen und dafür grundsolide, spielfertig aufgearbeitete Relevanz transportieren. Dabei wird der Text, der übersichtlich und SL-freundlich formatiert ist, immer wieder von S/W-Zeichnungen aufgelockert, die gleichzeitig (fast) alle ebenfalls spielrelevant sind – d.h. sie zeigen NSC oder Teilausschnitte des Gesamtschauplatzes. Somit sind sie auch als Handouts dienlich. Die Qualität der Zeichnungen ist dabei insgesamt hoch; mindestens einer der Illustratoren ist bereits aus der ersten Edition von HackMaster bekannt.
Was gerade in Punkto Präsentation besonders ins Auge sticht, ist die detailverliebte Kartographierung der gesamten Region sowie der Festung selbst. Erstere mutet mit ihren topographischen Einzelheiten deutlich “echter” an als viele andere Fantasykarten und letztere wird bis auf jedes Einzelgebäude exakt dargestellt. Weitere Ausschnittskarten der jeweiligen Festungsabschnitte sind vor jedem Textabschnitt mit den entsprechenden Beschreibungen eingefügt (Abmessungen, Gebäudehöhe, Bewohner, etc.), wobei diese sogar in einer 3D-Vogelperspektive gezeigt werden.
Wie schon aus früheren Produkten von Kenzer & Co. gewohnt, sind alle NSC mit einem übersichtlichen und knappen “statblock” ausgestattet, der die wichtigsten Spielwerte bereit hält. Eingebunden hierin sind auch die Informationen, die der betreffende NSC über Schauplatz und Abenteuermöglichkeiten bereithält – und zwar stichwortartig mit Bezug auf eine große Info- und Gerüchtetabelle, die zu Beginn des Buches präsentiert wird.

DAS EINGEMACHTE
FK orientiert sich in seiner Organisation und Lesereihenfolge am SL und dessen Wunsch nach Vorbereitung des Spielmaterials. Und das macht FK nahezu perfekt. Es beginnt mit einer informativen, aber knappen Beschreibung der politischen Region, fährt fort mit einer kurzen Behandlung der geschichtlichen Ereignisse der letzten 600-700 Jahre, zoomt dann in die direkte Spielumgebung der Festung und beschreibt hier dann mit etwas mehr Detail die umliegenden Ortschaften, Wegstationen, Straßen, Geländemerkmale und besonderen Gegebenheiten, inkl. Patrouillen, umliegende Wachtürme und saisonale Witterungseinflüsse. Hier erfährt man u.a., wie die Festung versorgt wird und wie Versorgungsgüter zur Festung gelangen. Es entsteht schon nach wenigen Seiten der wohlige Eindruck, daß sich die Autoren bemühen, die Festung glaubwürdig und vor allem sinnvoll erscheinen zu lassen.
Schließlich kommt der Leser in die direkte “Sichtweite” der Festung. Und hier fängt FK an, richtig zu strahlen. Die Beschreibung der Umgebung sowie der Festung selbst läßt im Grunde nichts zu wünschen übrig. Es wird erläutert, wie man hinein gelangen kann (oder auch nicht, wenn die Wachen mal ‘nen richtig schlechten Tag haben), welche Kontrollen einen erwarten, wie mit Nichtmenschen verfahren wird (in diesem Setting ist Rassismus auch eine tägliche Realität), wohin man überhaupt ohne Kontrolle gehen darf, welche Unterkünfte Reisenden zur Verfügung stehen, was passiert, wenn man draußen bleiben muß (sollte man zu spät kommen und die Tore sind bereits geschlossen worden), was es mit der Zeltsiedlung im nahegelegenen Steinbruch auf sich hat, wo Obst- und Gemüsegärten für die Festung angelegt worden sind, wieso innerhalb der Streitkräfte deutliche Klassenunterschiede bestehen, etc. pp. Es wird sogar – für mich neu – darauf eingegangen, wie die Festungsbewohner ihr “Geschäft” verrichten und wohin die Kloake verschwindet. Großes Kino! Man merkt, daß sich jemand wirklich mal hingesetzt hat, um sich genau zu überlegen, wie solch eine Festung aussehen, funktionieren und weiter existieren könnte – und vor allem, daß es sich ja in letzter Instanz immer noch um einen Militärstützpunkt handelt.
Wer nun befürchtet, man habe hier einen unverrückbaren Kanon zu erwarten, in dem jede NSC-Haarfarbe und jeder Baum genau festgelegt sind, dem möchte ich diese Befürchtungen zerstreuen. Natürlich beschreibt FK eine Menge zu den verschiedenen Aspekten der Festung und dem Leben darin, aber es sind genau jene Infos, die jedem SL, der seinen Namen verdient, das Leben so viel einfacher machen. Wann sind Wachablösungen? Wie viele Wachen sind zu jeder Stunde am Tor zu erwarten? Wie hoch sind die im Umland verstreuten Wachtürme? Wie verständigen sich die Wachtürme untereinander und mit der Festung? Gibt’s hier ‘nen Kleriker, der keine Wucherpreise für Heilung verlangt? Welche Gegenstände bekomme ich genau bei “Pakori’s Waren” in der Zeltsiedlung? Was passiert zu Kriegszeiten mit den Ansiedlern? Welche Tiere und Monster sind in den Hügeln um die Festung zu erwarten? Was findet mein Charakter in den Taschen der erschlagenen Goblins? FK bietet Anworten auf diese und viele andere Fragen an, die in Spielrunden früher oder später entweder von den Spielern oder den Charakteren in-game gestellt werden. Der Detailgrad von FK ist geeignet, ein lebendig wirkendes, atmendes Umfeld für die SC zu erschaffen, damit diese sich noch besser in Welt, Charakter und Abenteuer hinein versetzen können.
Apropos Abenteuer: da war doch eingangs was mit “Leuchtreklameschilder” gibt’s hier nicht. So isses. Aber selbstverständlich ist FK nicht ohne Abenteuer – im Gegenteil. Aber FK setzt sozusagen eigenverantwortliche Spieler voraus, die sich nicht mit der Prämisse “I love you to entertain me, game master!” an den Spieltisch setzen. Soll heißen: Spieler, die erwarten, daß der Abenteuerplot sie anspringt und an den Haaren zu den Hinweisen schleift, werden in Frandors Festung sicherlich ein ruhiges Leben haben. Wer nicht selbst aktiv wird, stolpert höchstens mal zufällig über eine der vielen Abenteuermöglichkeiten. Mit NSC sprechen, Anschläge am Bekanntmachungsbrett lesen oder dort sogar selbst welche anbringen, sich quasi einleben in der Festung und Kontakte knüpfen – dann könnten Abenteuer schnell die Folge sein. Denn wenn FK eines deutlich macht und so auch für SL und Spieler transportiert, dann das: die SC sind nicht die Heilsbringer, auf die man in der Festung gewartet hat, denn hier läuft das Leben auch ohne Anwesenheit der Abenteuergruppe weiter. Aber wenn die SC die Initiative ergreifen, um sich als “Helden” zu beweisen, dann, ja dann könnten sie vielleicht zu solchen Heilsbringern werden.
Insgesamt bietet FK drei vollständig ausgearbeitete “abendfüllende” Abenteuer an sowie 6 weitere Abenteuergelegenheiten (umrissen, aber nicht vollständig – d.h. mit allen Spielwerten – ausgearbeitet); zusätzlich gibt’s allein durch die Beschreibungen in den einzelnen Kapiteln (zu den jeweiligen Abschnitten des Schauplatzes) über 20 kleine Abenteuer-Aufhänger (die natürlich auch zu größeren Herausforderungen anwachsen können).
Die ausgearbeiteten Abenteuer sind vollumfänglich spielbereit. Sie enthalten für jede Begegnung alle relevanten Informationen, inkl. mögliche EP- und Schatzgewinne. Zusätzlich sind sie natürlich mit einer Einleitung, Hinweisen auf die Einbettung der SC und sogar Vorlese-Texten (wenn man sowas mag) ausgestattet. Kleine Textkästen mit lesenswerten Infos zu Details des Abenteuers runden hier und da das positive Gesamtbild ab. Die drei “Hauptabenteuer” bauen etwas aufeinander auf und sollten daher in einer gewissen Reihenfolge gespielt werden. Es ist der offenen Natur dieses Abenteuermoduls jedoch zu verdanken, daß es selbstverständlich möglich ist, einzelne Abenteuer davon zu überspringen. Über die Abenteuer selbst und ihre Inhalte möchte ich an dieser Stelle nichts sagen, da ich diese leite und noch leiten möchte. Nur soviel: nur überlegt vorgehende Gruppen haben Aussicht auf Erfolg, denn die Gegner haben es in sich – gar nicht mal mit Bezug auf gute Spielwerte, sondern zum großen Teil auch, weil sie ebenfalls taktisch klug (jedenfalls nach Maßgabe der jeweiligen Gegnerintelligenz) agieren und Vorteile durch Gelände, Fähigkeiten, etc. gut für ihre Zwecke einzusetzen wissen. Außerdem ist in FK nicht alles schwarz und weiß – und jede Aktion erzeugt auch eine Reaktion. Was die SC also für sich oder einen NSC zum Ruhme tun, erregt Mißfallen oder Neid bei einem anderen.
Ein Anhang bietet dann nochmal extra “crunch” in Form von neuen Monsterbeschreibungen, Zusatzregeln und einer nützlichen NSC-Gesamtübersicht (die immerhin 100+ Einträge enthält).

FAZIT
Frandor’s Keep ist eines der besten Fantasy-Einstiegsmodule, die mir bekannt sind. In diesem Punkt schlägt es die altehrwürdige Vorlage “Die Festung im Grenzland” um mindestens eine Potenz. Es ist den Machern von Kenzer & Co. anzumerken, daß sie klassisches Fantasyrollenspiel begriffen haben und wissen, daß neben einem (bzw. mehreren) Abenteuern auch ein echt und lebendig wirkendes Umfeld nebst Rückzugsmöglichkeit wichtig ist, um das Eintauchen in eine andere Welt noch spürbarer zu machen. Die wachsende Identifikation mit der Festung und seiner Aufgabe ist ein sich natürlich entwickelnder Prozeß in diesem Modul, der ganz automatisch Freunde und Feinde für die SC generiert. Der Detailgrad von FK ist eine perfekte Balance zwischen konkreten Infos und ausreichend Entwicklungspotenzial für SL wie Spieler. Die gesamte Aufarbeitung des Materials vom Standpunkt eines Rollenspiel-SL ist ebenfalls vorbildlich und verdient extra Lob. Der Untertitel auf dem Cover geht voll auf.
Darüber hinaus ist FK auch ganz allgemein ein hervorragendes Beispiel für gutes Abenteuer-Design: ein lebendiger, glaubwürdiger Schauplatz, der für sich existiert – und nicht für die Spielercharaktere. Dadurch gibt’s auch keine “Story-Fallen” oder “Es-geht-nicht-weiter”-Situationen. Es ist die formidable Umsetzung der Grundprämisse von Grenzlanden: jeder, der hier her kommt, kann nur seine Taten für sich sprechen lassen…

Olaf Buddenberg

Quest – Zeit der Helden – Angriff der Orks – Videoreview von SpieLama

Oktober 31, 2010

Das Videoreviewportal SpieLama stellt das Einstiegs-(brett-)rollenspiel Quest in drei Teilen vor. Wir haben uns auch gekauft und schon gespielt, durchaus vergnüglich, weswegen wir Euch das Video-Review nicht vorenthalten wollen. Übrigens scheint es durchaus geeignet zu sein, erste Schritte in der Rollenspielwelt zu tun.

Wer gerne Brettspielreviews sieht, sollte auch mal in ihren Kanal schauen.


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