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DnD Next-Playtest: Ersteindruck und Proberunde 2/2

Juni 7, 2012

Nach Argamaes gestrigem ersten Teil geht es heute weiter mit einem Blick auf die Charaktere, aufs Abenteuer und zum Spiel.

DIE VORGEFERTIGTEN CHARAKTERE
Dem Playtest vom 24.05. liegen 5 vorbereitete Charaktere bei: ein Halbling-Schurke, ein Hochelfen-Magier, ein Menschen-Kleriker (Pelor), ein Zwergen-Kleriker (Moradin) und ein Zwergen-Kämpfer. Das grundlegende „Setup“ der Charaktere ist erst mal recht vertraut. Neu sind aber zwei Elemente, die wieder Fertigkeiten und Talente ins Spiel bringen: der Background (Hintergrund) und das Theme (Thema) des Charakters.
Durch den Hintergrund wird die Charakterklasse weiter fokussiert und man erhält ein „background feature“. Das ist eine kleine Fähigkeit oder Eigenschaft, die man kraft seines Hintergrundes einsetzen kann. Ein Beispiel: der Zwergen-Kleriker von Moradin hat den Hintergrund „Knight“ (Ritter). Er gilt in 4 Fertigkeiten als trainiert und erhält auf Proben, die mit den Fertigkeiten zu tun haben, jeweils +3 auf den Wurf: Mit Tieren umgehen, Diplomatie, Wissen: Heraldik und Wissen: Religion. Sein Background-Feature heißt „Knight’s station“, kurz: Ritterstand. Dies befähigt ihn, in einer Gegend, in der sein Ritterstand anerkannt wird, von Adeligen bzw. bestimmten Gruppierungen Unterkunft und Verpflegung für sich und seine Gefährten einzufordern.
Anders ist das „Theme“, also Thema eines Charakters. Es verleiht dem Charakter eine Spezialfähigkeit und definiert seine Rolle weiter aus. Um beim Zwergen-Kleriker zu bleiben: sein Thema ist „Guardian“ (Beschützer). Durch dieses Thema erhält er ein „feat“ (Talent), das da heißt „Defender“. Mit diesem Talent kann er – sofern er einen Schild benutzt – einem Gegner, der ein Ziel in 1,50 m Entfernung von ihm angreift, als Reaktion einen Disadvantage beim Angriff verpassen (indem er seinen Schild dazwischen hält).
Soweit, so gut. Zwar sind diese „backgrounds“ und „themes“ erstmal gut in der Testrunde angekommen, aber ich sehe hier unzähligen Splatbooks Tür und Tor geöffnet. Außerdem sehe ich die Gefahr, dass durch diese zunächst einmal gefällig wirkende Differenzierungsmöglichkeit der Klassen wieder ein „plug & play“ Schema forciert wird, dass am Ende weniger zu organischen als vielmehr spezifisch „optimierten“ Charakteren führen könnte. Aber das ist erst einmal nur mein persönliches Befindlichkeitsgejammer.
Wollen wir hoffen, dass die „Themes“ nicht zu den merkwürdigen Auswüchsen von D&D 4 führen, wo die Fähigkeiten einzelner „powers“ kaum mehr nachvollziehbar für die innere Spielweltlogik waren. Schon jetzt gibt es da ein „Theme“, dass erstes Stirnrunzeln verursacht: der Zwergen-Kämpfer hat das Theme „Slayer“ und mit diesem das Talent „Reaper“. Damit macht er selbst dann Schaden, wenn er nicht trifft – nämlich in Höhe des verwendetes Attributsbonusses (in der Regel also Stärke). Einzig zu rationalisieren, indem man die Trefferpunkte wirklich als sehr abstraktes Mittel versteht – wie es Gygax ja schon in der Erstausgabe von Advanced Dungeons & Dragons schrieb.

DIE HÖHLEN DES CHAOS
Das D&D NEXT einen Schmusekurs mit der OSR zu fahren versucht, wird in der Verwendung eines Abenteuerklassikers deutlich: die „Caves of Chaos“ sind dem D&D-Basis-Abenteuer B2 „Die Festung im Grenzland“ von Gary Gygax entnommen. Und so prangt Garys Name nach langer Zeit mal wieder prominent auf einem Cover von WotC. Zyniker könnten auch sagen: WotC will sich damit anbiedern. Aber das möchte ich erst einmal noch nicht werten.
Tatsache ist: die Caves of Chaos sind ein sehr gelungenes Dungeon-Abenteuer, dass weitaus mehr als nur eine Ansammlung von Kammern, Monstern und Schätzen zu bieten hat. Gerade die Dynamik der Lokalität und seiner Bewohner/Gruppierungen macht dabei den Reiz des Leitens und Spielens aus.
Daher dürften die „Caves of Chaos“ auch für jeden Spielleiter-Frischling (insbesondere solchen, die aus der 4. Edition kommen) schnell zu einer handfesten Herausforderung werden. Denn hier gibt es keine vorgeplanten Encounter, keine Schienen für die Abenteuerhandlung oder ausgeschriebenen Problemlösungen für mögliche Spielerhandlungen. Die Höhlen sind im Großen und Ganzen ein offener, dynamischer Schauplatz, mit dem sich jeder SL zunächst einmal auseinander setzen muss, um Motivationen und Konsequenzen der einzelnen Elemente herauszuarbeiten. Also im Grunde genau das, was man in vorherigen Editionen aufwendig versucht hat, dem SL abzunehmen, indem man das Balancing auf die Spitze getrieben und den SL mit viel Vorgekautem gefüttert und stellenweise als Lokführer eingesetzt hat. In den Höhlen könnte eine wenig umsichtige Charaktertruppe schon nach kurzer Zeit einen einwandfreien TPK erleben. Oder aber es wird ein langweiliger Hack’n'Slay-Trip, wenn der SL es nicht schafft, sein Abenteuer dynamisch und mit der notwendigen Übersicht zu leiten.
Ein paar Hilfen werden dem „Dungeon Master“ dann doch an die Hand gegeben: mögliche Motivationen für die SC etwa, wenn es ihnen nicht reicht, eine Gegend voller Monster um ihre Schätze zu berauben. Unter den Vorschlägen sind auch ein paar wirklich gute, die man zu weit mehr ausbauen könnte.
Unsere Testrunde scheiterte an den Kobolden – und das sind die schwächsten der anzutreffenden Bewohner. Die Charaktere übersahen die Kobolde in Lauerstellung auf einem Baum, was zu ersten TP-Verlusten beim Halbling-Schurken führte. Nachdem die Kobolde nach Gegenwehr seitens der SC in ihre Höhle flohen, ergab sich ein kurzes „Stellungsspiel“ und die Charaktere zogen sich dann erst einmal zurück, um eine kurze Rast einzulegen. Gestärkt startete man dann sofort wieder durch, um in die Kobold-Höhle einzudringen. Natürlich nutzten diese jene „Rastperiode“ der Helden dazu, sich auf deren Rückkehr vorzubereiten. Und so geriet die Truppe auch prompt in einen Hinterhalt, als von zwei Seiten die zahlenmäßig WEIT überlegenen Echsenverwandten vorrückten – während von hinten die dressierten Riesenratten den Rückweg für die SC blockierten. Der Zwergen-Krieger sowie der Halbling-Schurke fanden den Tod. Der Elfenmagier konnte entkommen.
Das war das Ende der Testrunde. Ich möchte aber zur Ehrenrettung der Beteiligten anmerken, dass die ziemlich unkluge Vorgehensweise sicher nicht in einer „richtigen“ Runde gewählt wurde… oder? ;)

FAZIT
D&D NEXT verspricht nach diesen ersten Eindrücken wieder eine Verbesserung gegenüber der 4. Edition zu werden. Wie viel besser sie dann schlussendlich wird – und ob sie besser als ihre Vorfahren wird bzw. gegen ihre Vorgänger-Editionen und anderen Konkurrenten (Pathfinder, Retro-Clone, DCC RPG) bestehen kann – muss sich aber erst noch zeigen.
Einiges gefällt mir sehr gut, einiges nicht und über manche Design-Entscheidungen runzele ich im Moment noch die Stirn. Entscheidend werden die weiteren Regeln sein, die nun monatlich im Playtest folgen. Hierbei ist für mich insbesondere die Charaktererschaffung von Bedeutung.
Danke fürs Interesse.

Euer Argamae

DnD Next-Playtest: Ersteindruck und Proberunde 1/2

Juni 6, 2012

Argamae hat es durch und schon mit uns probegespielt:

Da ist es also, das erste „Playtest Document“ der Küstenzauberer. DUNGEONS & DRAGONS NEXT heißt der Projektname – zumindest hoffe ich stark, dass es ein Projektname bleibt. Seit dem 24.05. offiziell zu haben und aufgeteilt in 9 PDF, wovon 5 Stück die einzelnen, zweiseitigen Charakterbögen der vorgefertigten Charaktere bilden. Die übrigen 4 bilden dann die Grundregeln („How to play“, 31 Seiten), die Richtlinien für Spielleiter („DM Guidelines“, 9 Seiten), eine Monstersammlung („Bestiary“, 34 Seiten) sowie das Abenteuer „Caves of Chaos“ mit 29 Seiten.

Zunächst einmal erfasst mich immer eine Spannung, wenn ich was neues mit den Initialen „D&D“ in den Händen halte. Und nach der für mich enttäuschenden 4th Edition ist die Spannung nur noch größer. Was haben WotC mit meinem Lieblings-Rollenspiel gemacht? In einem ersten Spieltest mit Greifenklaue, Corvin und Riven konnte ich Rückschlüsse ziehen und fasse hier meine Eindrücke zusammen.

Zumindest eines haben die Designer um Mike Mearls gemacht: einen großen Schritt zurück – und damit wieder einen nach vorn. D&D NEXT ist (in vieler Hinsicht) eine Rückbesinnung auf die alten Editionen. Und das meine ich vornehmlich im designtechnischen Sinne. Der Weg führt weg vom Balancing-Wahn mit seinen Ausprägungen in 3.5 und insbesondere der 4. Edition. Und der Weg führt weg von der Behandlung des Spielleiters als Funktionsverwalter und Encounter-Regisseur;  stattdessen legt D&D NEXT die Betonung wieder mehr auf seine Rolle als Schöpfer und Schiedsrichter, appelliert stärker an dessen Kreativität und gesteht ihm anscheinend auch wieder die Mündigkeit zu, die er verdient hat. Und wie zum Beweis dafür dient das dem Playtest beiliegende Abenteuer „Caves of Chaos“, wo der Name schnell Programm werden kann. Doch dazu später.

Fürderhin setzt D&D NEXT auf eine erfrischend simple und auf Handlichkeit getrimmte Regelmechanik, die im Kern deutlich entschlackt wurde. Die Definitions- und Begriffswut der beiden Vorgänger-Editionen wurde deutlich begrenzt, wodurch der Verwaltungsaufwand sowohl des Spiels als auch der Spielercharaktere stark erleichtert worden ist.
Und dazu nun im Einzelnen.

ATTRIBUTE UND PROBEN
Die bekannten 6 Attribute und ihre Modifikatoren wurden aus der 3. Edition beibehalten, hier also keine Änderung: pro volle 2 Punkte in einem Attribut verändert sich der Modifikator um +1 bzw. -1.  Entscheidend aber ist der Fokus auf die Attribute: D&D NEXT setzt auf die Attribute als zentrale Mechanik, um nahezu alle Proben im gesamten Spiel abzuwickeln. Soll heißen: keine Fertigkeitsränge zum Verteilen mehr, keine separaten Rettungswürfe. Alles wird über eine Attributsprobe abgewickelt. Der Charakter muss einer Falle ausweichen? Geschicklichkeitsprobe! Er will sich an die Details einer alten Sage erinnern? Intelligenzprobe! Er hält nach Fallen Ausschau? Eine Weisheitsprobe! Er wurde von einer giftigen Spinne gebissen? Konstitutionsprobe, bitte!
Die Schwierigkeit solcher Proben wird wie üblich durch den SL bestimmt bzw. aus der Beschreibung in den SL-Richtlinien oder aus Monster-Werten abgeleitet.
Das ein SC auf solche Proben durchaus Modifikatoren erhält, ist selbstverständlich auch klar. Hier kommen z.B. wieder typische Vor- und Nachteile von Rassen und Klassen ins Spiel. Dazu auch später mehr.

Was ist noch neu bei Attributen und ihrer Verwendung? Im Einzelnen:
- der Bonus durch Stärke dient wie üblich als Modifikator bei Angriffen und Schadenswürfen mit Waffen, die auf Stärke basieren (was die meisten Nahkampf- und Wurfwaffen einschließt)
- der Bonus durch Geschicklichkeit addiert sich jetzt auch zum Schaden von Fernkampfwaffen und zum Angriffs- und Schadenswurf von Waffen, die auf Geschicklichkeit basieren (sogenannten „Finesse“-Waffen, etwa Dolch, Kurzschwert oder Rapier)
- der Bonus durch Konstitution wird nicht mehr auf die Trefferpunkte pro Stufe addiert, sondern dient als „Alternative“, falls der Wurf für TP nach einem Stufenaufstieg niedriger als der Bonus ist; der Konstitutionswert des Attributes bildet übrigens bei D&D NEXT die Basis für die anfänglichen Trefferpunkte des Charakters – plus einen Trefferwürfel seiner Klasse
- die Boni durch Intelligenz, Weisheit und Charisma fließen nun – je nach Klasse – in die Berechnung der „magic ability“ (also Zauberfähigkeit) mit ein; wie genau sich diese „magic ability“ berechnet, wird aus dem bisherigen Material noch nicht klar, aber sie dient als Modifikator für Zauberangriffswürfe und erhöht den Mindestwurf für Gegner, einem Zauber zu widerstehen

DIE WÜRFELMECHANIK
Viel geändert hat sich nichts gegenüber den beiden Vorgänger-Editionen. Man würfelt wie immer mit einem W20 gegen die Schwierigkeit, die sich im Kampf primär aus der Rüstungsklasse des Gegners ergibt und bei anderen Proben als Schwierigkeitsgrad (SG) festgelegt wird.
Das neue Konzept bei D&D NEXT heißt hier: „Advantage“ und „Disadvantage“. (also Vor- und Nachteil). Hat man bei einer Aktion einen Advantage, so darf man mit 2 W20 würfeln und das höhere Ergebnis verwenden. Bei Proben, wo man Disadvantage hat, gilt das umgekehrte Motto: von beiden W20 muss man das schlechtere Ergebnis anrechnen.
Solche Advantages und Disadvantages können durch verschiedene Situationen und Dinge entstehen: etwa, wenn man unbemerkt angreifen kann oder bei Verwendung von bestimmten magischen Gegenständen. Auch bestimmte Gegner haben Advantage bzw. Disadvantage – z.B. die Kobolde. Greifen sie in der Überzahl an, haben sie Advantage. Müssen sie aber bei hellem Licht kämpfen, haben sie Disadvantage.
Advantages und Disadvantages heben sich gegenseitig auf. Kämpft also eine Überzahl Kobolde bei Sonnenschein, so haben sie nur den normalen W20-Wurf.
Dieser neue Kniff hat sich im Testspiel positiv bemerkbar gemacht und den beteiligten Testspielern und mir insgesamt sehr gut gefallen. Es machte u.a. auch die oben genannten Kobolde deutlich bedrohlicher und wertete die üblicherweise als Kanonenfutter dienenden Kreaturen auf.

Auch scheint D&D NEXT in seiner bisherigen Ausprägung auf das in manchen anderen D20-Spielen (z.B. Mutants & Masterminds) verwendete +2/+5-Schema zu setzen. Etwa bei der Deckungsregelung. Hat man zirka 50% Deckung, bekommt man +2 auf seine RK. Sind es mindestens 75% Deckung, erhält man +5. Kleine situationsbedingte Vorteile bzw. Nachteile werden also mit +2/-2 bedacht, entscheidende Vor- bzw. Nachteile mit +5/-5. Weniger Differenzierung, mehr Übersichtlichkeit. So scheint zumindest das Motto zu sein.

Um Würfelwürfe zu reduzieren, führt D&D NEXT als offizielle Option den „ability threshold“ ein, also die „Attributsschwelle“. Darunter ist folgendes zu verstehen: übersteigt das Attribut eines Charakters, der eine bestimmte Aktion unternehmen will, den festgelegten SG um einen bestimmten Betrag (als Richtlinie werden 5 Punkte genannt), so gelingt die Aktion automatisch, ohne das man würfeln muss. Der Krieger, der eine Tür einrennen will, hat Stärke 16. Der SL hat festgelegt, das die Stärkeprobe einen SG von 10 hat. Da die Stärke des Kriegers den SG um 6 Punkte übersteigt, gelingt ihm die Probe automatisch.
Eine nützliche Option, die ich im Spiel auf jeden Fall übernehmen würde. Man erspart sich damit etwas Gewürfel (und mitunter „merkwürdige“ Resultate, Stichwort: „lift from the legs, Rogar, from the legs!“) und kann mit der Beschreibung der Handlungen fortfahren.
Allerdings wurde so schon in vielen D20-Spielen gehausregelt, daher stellt das nun nichts neues dar.

MAGIE
Auch D&D NEXT verwendet in den Grundregeln das alte Zaubersystem: man muss sich Zauber einprägen bzw. dafür beten, um sie später verwenden zu können. Neu ist, dass die sognannten „minor magics“ (in früheren Editionen auch „cantrips“ oder „orisons“ genannt) nun beliebig oft verwendet werden können. Im Prinzip also wie es auch Pathfinder macht. Allerdings sind bestimmte Zauberspruchklassiker auch neu einsortiert worden: das berühmte „Magische Geschoss“ etwa ist nun ein „minor magic“, kann also – wenn man es sich einprägt – beliebig oft am Tag verwendet werden. Dies deutet wieder Elemente aus der 4. Edition an: jede Charakterklasse soll immer irgendwas „machen“ können. Und ein Magier „out of spells“ kann ja bekanntlich nichts mehr „machen“. Hm. Ich stehe dem noch skeptisch gegenüber.
Mir fiel auch auf, dass die Zauber ähnlich mechanisch und uninspiriert beschrieben sind, wie ich es zuletzt aus der 4. Edition kenne. Hinzu kommen auf den ersten Blick ziemlich mächtige Klopper auf Stufe 1 – etwa „Sengendes Licht“ für den Kleriker. Der Zauber verursacht bei einem Ziel in bis zu 30 Metern Entfernung 4W6 + “magic ability“ Schaden; Untote erleiden sogar 4W12. Man wird sehen, ob und wie so etwas durch den weltweiten Playtest noch angepasst wird bzw. werden muss.
Ferner wird angedeutet, dass auch „Gedankenmagie“ hinzukommen wird. Psionics, ick hör’ Dir trapsen.

HEILUNG, RAST & TOD
Sinken die Trefferpunkte auf Null oder darunter, wird man bewusstlos und droht zu sterben. Jede Runde muss der Sterbende nun einen Konstitutionswurf gegen SG 10 ablegen. Gelingt dieser, bleibt sein Zustand für diese Runde unverändert. Misslingt er, erhält er weitere W6 Punkte Schaden. Übersteigt der Negativwert seiner TP den Konstitutionswert + Stufe des Charakters, so stirbt dieser. Gelingen drei Konstitutionswürfe (diese müssen nicht hintereinander gelingen), so stabilisiert sich der Charakter und wacht – falls ihm keine Hilfe von außen zuteil wird – nach 2W6 Stunden mit 1 TP wieder auf.
Heilen (auf natürliche Weise) tut man bei D&D NEXT auf zwei Arten: durch eine kurze Rast (mind. 10 Minuten) oder durch eine ausgedehnte Ruheperiode von 8 Stunden. Während einer kurzen Rast darf man beliebig viele seiner Trefferwürfel (also 1 pro Stufe, die man hat) werfen und die erwürfelte Augenzahl an TP heilen. Die verwendeten Trefferwürfel sind dann für den Rest des Tages verloren und regenerieren sich erst nach einer ausgedehnten Ruheperiode.
Nach einer ausgedehnten Ruheperiode (8 Stunden Ruhe, wovon nur 2 für leichte Tätigkeiten aufgewendet werden dürfen) bekommt man ALLE verlorenen TP zurück. Punkt.
Das ist schon eine krasse Vereinfachung bei der Buchführung von Verletzungen. Kein Gefecht hinterlässt nunmehr bleibende Schäden – womit man TP mehr als ohnehin schon als sehr abstraktes Mittel zur Feststellung der Einsatzfähigkeit eines Charakters verstehen muss. Ich kann mir vorstellen, dass viele mit dieser Art der Ressourcenverwaltung nicht besonders glücklich sind. Selber sträube ich mich auch gegen diese krasse Vereinfachung, die schon wieder ein wenig nach der Maxime der 4. Edition riecht: „alles raus, was keinen Spaß bringt“. Allerdings ist die Spaß-Definition immer problematisch, wenn sie „von oben“ bestimmt wird.

Morgen folgt dann der zweite Teil.

Hardpoint.de – freie Tiles, Maps und einiges mehr für FATE, SW, Warhammer 40k, Tribe 8 etc.

Mai 27, 2012

Übers Tanelorn bin ich auf ein paar selbstgebastelte Tiles und Maps gestoßen, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte.

Fangen wir hier an: Es warten diverse Räume des DnD 4e-Abenteuer Keep of the Shadowfell, die recht universell einsetzbar sind. U.a. Goblin- und Hobgoblinwachräume, eine Krypta und ein Gefängnis. Dazu ein Turm und ein Tempel (der hat richtig gute Qualität) sowie ein kleines Fort. Am coolsten sind aber die 3-D-Props, ein paar Kisten (davon kann man nie genug haben!), zwei Särge, ein Buchregal und eine Rampe mit Galerie. Bei den Maps findet sich eine kleine Feste mit vier Türmen und Hauptraum auf drei Ebenen. 4e-Spieler sollten vielleicht mal einen generellen Blick auf die Seite 4e Hardpoints werfen, auch Abenteuer, Crunchy bits und Monster warten.

Diverse Tiles bunt gemischt finden sich dann eine Ebene höher, auch futuristisches ist dabei wie ein “imperialer Eisbunker”. Dazu ein Dschungelcamp, eine Irrenanstalt, ein französisches Herrenhaus, ein Dock-Abschnitt oder eine Burg. Alles Örtlichkeiten, die man mal brauchen kann. Unter Handouts verstecken sich einige Maps. Die Steampunk-Mapcollection enthält drei Karten, die ursprünglich für Warhammer 40k Rogue Trader entstanden sind, sich aber auch anderweitig nutzen lassen: eine Manufaktur, eine befestigte Bergspitze und ein Kommandobunker. Die Karte zur Village of Rockley sieht auch universell verwendbar aus für Fantasy.

Ansonsten findet sich auf der Hauptseite Hardpoints.de hauptsächlich englisches Spielmaterial, z.B. zu Savage Worlds, Rippers, Dark Heresy, Fate, aber eben auch deutsches Material, z.B. zu Malmsturm. Sehr geil fand ich z.B. die Piratenkarten, womit man zufällige Gegenstände an Bord von Schiffen ermitteln kann. Könnt ich mir auch gut bei Schlangenschädel vorstellen. Oder eine W100-Tabelle mit Piratenmerkmalen … Drachenblut ist ein Onesheet-Crawl-Setting für FATE und hat schon ein erstes Abenteuer. Ziemlich cool sind auch die Adventure seeds für Horror, Cyberpunk und SciFi, also kurze Abenteuerideen fürs jeweilige Genre.

So, es gibt aber noch ein paar Schwesterseiten wie Fantasy Hardpoint, hier finden sich noch Maps u.a. zum Thema Zwerge und zwei Schiffe. Im GURPS Hardpoint gibt es eine GURPS Warhammer, Babylon 5, One-Shots und D&D to GURPS 4th Edition Conversion. Der Core Hardpoint widmet sich verschiedenen Dream Pod 9-Spielen wie Jovian Chronicles, Tribe 8 oder Heavy Gear. Und wieder verstecken sich hier coole karten, Tiles und Battlemaps, bei Tribe 8 z.B. Endzeit-taugliches. Zuguterletzt der Oriental Hardpoint zu Dnd 3e Oriental, welcher auch massiv Maps enthält.

Viel Spaß beim Stöbern!!! Hoffe, es war was an brauchbaren auch für Euch dabei!

James Edward Raggi IV im Kamingespräch (Englisch)

Mai 13, 2012

Bangrim takes some questions and asks the mastermind of Lamentations of the flame princess (LotfP) and also the Random esoteric creature Generator, James Edward Raggi IV, some of them. The translated version of this interview will follow soon.

Bangrim: Would you like to introduce yourself and Lotfp to our reader?

James Edward Raggi IV: I’m nobody, no reason to waste time with that.

LotFP is an awesome RPG publishing putting out all sorts of cool stuff. Rules, settings, adventures. You like traditional games? You like fantasy? Horror? You like unrestrained creativity that doesn’t think the audience is made up of fragile children? Check out LotFP’s releases.

Bangrim: How did you get in touch with the RPG community in the first place?

James Raggi: My mother originally introduced me to D&D back in 83 or 84 because she wanted an excuse to paint the little metal figures. From there it was a matter of finding out which of my friends gave a crap about books and dice and character sheets and dungeons and all the things that come with codified make-believe.

In high school I first connected with gamers outside of my own group, and then in the early 00s I discovered the internet and RPG.net and Dragonsfoot and since then I’ve been marveling at how utterly wrong and crazy everyone else is.

In 2008 I released my first RPG book and started my blog to transform the world more to my liking.

Bangrim: How did you come up with the idea of moving from the US to finland and start a rpg company there?

James Raggi: A woman pulled me to Finland, and women kept me there.

Finnish women are better looking and easier than American women. They react favorably to old and fat and broke foreigners, even when there’s no common language. My advice to everyone is live someplace where the locals will do you and get away from places where they won’t.

Starting the RPG company was pretty much my only choice other than cleaning metro station toilets. That’s one reason why LotFP succeeds – it has to. There is no Plan B.

Bangrim: Which RPGs do you play beside Lotfp?

James Raggi: I don’t get the chance to play very much. I’m not very good at Finnish so it would be rude to show up to someone else’s game and demand they speak my language. The last non-LotFP RPG I think I actually got to play was Maid. I’d like to play the new Marvel thing and Call or Trail of Cthulhu .

I do like board games and (non CCG) card games.

Bangrim: Can you really make your living with “old school” or lets better say “weird fantasy” RPGs?

James Raggi: I truly believe one /can/, although admittedly I’m only doing so now because of a very understanding wife. But the business is profitable, suffering mostly from a slow product release schedule, which is why I’m trying to get some adventures pre-funded so I can get top people working on them and get a real catalog going at a brisk pace.

Bangrim: What are your thoughts on the whole “old school” scene?

James Raggi: On one hand it has a lot of creative people and it’s really exciting being a part of this group of people that’s taking stuff that’s old and making new and exciting things with it and having this past-to-future continuity going on.

On the other hand there’s this section of the old school scene that seems more about revering the actual past and wishing it was 1980, like old school was some sort of religion or something. They’re a drag.

Bangrim: Whats your impression of this whole „Crowdfounding“ stuff?

James Raggi: I’m extremely jealous of the Order of the Stick and Ogre people.

A few times over the past few months I’ve thought things are getting a bit too crowded and too many people are starting stuff up and basically it’s just me whining about competition. But it’s always been that way; RPGNow has always had a ton of new releases every single day. Distributor catalogs have new stuff ever frickin week. Crowdfunding isn’t introducting new competition, it’s just another avenue that the competition uses.

But the thoughts about “competition” don’t last long. Hundreds of RPG publishers existed before LotFP started and hundreds more will start up after LotFP disappears. LotFP isn’t successful because of a lack of alternatives, LotFP is successful because out of this giant mountain of RPG releases, LotFP’s books stand out as being just that damn good. So bring on the 348923749823498 new games and releases. If they’re better than LotFP releases then the gaming world has gained something great, and if they’re not as good as LotFP then they make me look that much better in comparison.

Bangrim: You financed two adventures, at the moment you try to finance a big project and also big companys like White Wolf financed their stuff by Crowdfounding.How will it affect RPGs and the “RPG Industry” , especially LotFP?

James Raggi: I think it’s going to make life easier for publishers who already have an established audience (prefund ALL THE THINGS!) and make things difficult for unknown designers.

Word of mouth is important for the success of small publishers and you have to be willing to sacrifice a bit to make your vision real. I fear some people who would have taken the financial risk to produce a good product before will attempt to crowdfund their idea, get discouraged when it doesn’t fund (or limit their vision according to a pre-funded budget), and we’ll miss out on things we should have.

In my own experience, only 5% of Death Frost Doom’s sales happened in the first 30 days it was available. Only 13% of Vornheim’s sales to date happened in the first 30 days. Good things will sell over time, so making your big project’s future depends on pre-selling stuff within a small timeframe… I’d say don’t risk it. Just do it.

Now I’ve got one crowdfunding campaign under my belt, another ongoing, and another planned. But I don’t think I’ll again crowdfund a project I was going to do anyway, unless it was to try to fund ridiculously extravagant production upgrades. However, trying to fund projects that I would not do otherwise (for example releasing a hardcover version of the rules I’m already selling in a box set) or could not afford to do otherwise (hire top names to write adventures for my game), that is a perfectly legitimate reason to do a crowdfunding campaign and I think I’ll continue to do that.

Bangrim: You published Stuff from Zak S., your Hardcover Project features a lot of reknown Writers, but there must be someone you still want to work with?

James Raggi: My hardcover crowdfunding project features a lot of renowned writers that I will work with if – if – their adventures fund. I want to actually work with them instead of just hopefully potentially working with them.

Bangrim: In the last years a lot of “Beginner” Stuff was published. Everyone wanted to create a Box or a game that tried to get People to play RPGs. I think Lotfp is one of the best systems out there for people who want to start playing RPGs. Was this intended?

James Raggi: Nope. Complete accident.

Bangrim: Do you think that RPG books or boxes especially designed for “beginners” will attract new players? Is this a good idea or do you think that a good rpg is enough to attract new players?

James Raggi: I don’t think that “stuff for beginners” attracts new gamers, but they make it a lot easier for the interested newcomer to get started.

Bangrim: LotFP is a good System, but you didn’t wrote a Setting. Everything is in the hand of the Referee. Why?

James Raggi: I want the game to be bigger and have more possibilities than how I use it myself.

Bangrim: You visited the SPIEL and RPC in Germany. What were your impressions?

James Raggi: I’m still too small an operation to properly take advantage of those conventions. I’m a small operation with just a few releases in print. I can make do with a single table, but these conventions offer as a standard presentation space a 10 square meter booth. Way too much! Conventions are an important promotional tool to get through to active gamers who aren’t yet familiar with my stuff. If I can’t fill out and dress a full booth properly I’m going to look bush league compared to the larger established companies, and that just might be death when I’m trying to promote professional products with professional prices that are supposed to favorably compare with those of the larger established companies.

We’re not making assembly-line toasters here. RPG books don’t do anything and aren’t supposed to do anything. Their only purpose is to inspire YOU to do things.

Presentation and perception are very important in convincing people that this is something they should pay money for.

Bangrim: You live in Finland, visited Germany and the rest of Europe and you were born in the USA. When you compare these countries: what are the biggest differences – with regard of rpgs?

James Raggi: With regards to RPGs? Pretty much none. I’ve discovered that no matter where I go in this world, two types of people are the same everywhere: Role-players and metalheads.

There are slight differences (the traditional entry game in Germany was Das Schwarze Auge, Sweden had Drakar och Demoner, etc) but the look of the gamers, the games they play, the arguments they make (I even got a lecture about “Role-Playing vs Roll-Playing” at GothCon in Sweden last month!), they’re all the same.

Bangrim: What tips you have for young aspiring authors who want to write a RPG?

James Raggi: Nobody gives a shit. Really. The RPG hobby and industry is absolutely flooded with thousands of creative and talented people all desperate for attention and maybe a few bucks.

To make people give a shit, you have to do two things:

Ignore the audience. What they want doesn’t matter. Present something to the world that represents YOUR passions and YOUR energy and everything YOU ever wanted. System, setting, all of that is irrelevant on its own. Your belief and your enthusiasm is what people will respond to, so you damn well better do something that you can believe in and be enthusiastic about.

Cut no corners. This doesn’t mean break the bank (that will result in heartbreak for a newcomer), but make sure everything you can do is actually done. Lay off your amusement of choice for a bit and get a quality cover done. Have someone actually proofread the thing and get somebody skilled to lay it out. Make sure it’s something you’ll be proud to pull off the bookshelf in 5 or 10 or 20 years when your RPG writing career is over.

Bangrim: Recently you started your own “webshow” “Because Fuck You, That’s Why”. What was the reason to say “I’ll do a webshow” ?

James Raggi: I’d watch other video blogs and think “That’s boring! I could be much better than that!” So I started. Now I’m another in a pile of boring video bloggers on Youtube but it’s a fun thing to do now and again. Plus this one marketing guy I know says it’s a good idea to have visibility in a number of different social media channels. It helps LotFP seem more ubiquitous and therefore important, or something like that.

I’ll keep it up as long as it’s fun and only put a video up when I think I have something to say, so it should work out fine.

Bangrim: On which LotFP projects are you working at the moment?

James Raggi: I’m finishing up the production of The Monolith from beyond Space and Time (the wildest, trippiest adventure ever), The God that Crawls (a dungeon chase!), and Green Devil Face #5 (random stuff).

After that it’ll be managing whatever gets funded from the current crowdfunding campaign, moving forward with a couple of adventures written by other people, and then deciding what my next big project is going to be.

Bangrim: A year ago you announced that LotFP will publish Exquisite Corpses. No news since then, will it still be published?

James Raggi: That’s up to Stefan Poag. I’d made some suggestions for changing the presentation of the book (I wasn’t attempting a straight reprint of the edition he’d already done), he agreed, but making that happen is a fair bit of work. He’s got a life and gets to choose his priorities. It’s not going to be a better book if he’s pressured, and I’ve got other things to work on too, so I don’t worry about it.

Bangrim: Before you started LotFP you wrote a Metal Fanzine. How much did Metal influence you when you wrote LotFP?

James Raggi: It influenced me very much. In metal there’s a real culture of being able to do absolutely anything (from hippie funk to Nazi noise) and part of metal’s appeal is being the music of “outsiders” (except in Finland where bands dress up like dinosaurs and play metal for small children – look up Hevisaurus) so even if you are on the “outside” of the metal mainstream you’ll connect with part of the most loyal and rabid fanbase there is.

The flip side of that is the metal crowd is rabid, picky, and critical and no matter how hard you try, no matter how good you are, there will be tons of people ready to tear you down and let everyone know you suck because if your niche-of-a-niche band gets any traction there will be 100 more coming just like it because fans become bands; metal is a folk movement. The overall economic picture is small so there really is competition for spots on tours and festivals, and hype for bands you don’t like means less for bands you do – and everyone’s aware of the economics of small-type musicians and how difficult it is to finance tours and all the fun stuff that makes touring and recording possible.

And nobody “respectable” will ever acknowledge that you even exist just because it’s metal.

Does any of this sound familiar to role-players?

It’s very liberating creatively to know ahead of time that most people will hate what you do so you might as well make it as personally satisfying as possible. And that’s what you should do anyway because people will sniff out a crowd-chasing poseur every time… and the other big reason the fanbase is rabid, picky, and critical is because they’ve been burned and burned and burned by substandard product created by former favorites who had no respect for their audience too many times.

Bangrim: You said Metal influenced you, but is there any RPG that influenced you very much? (In the terms of good or unusual mix of genres, great setting or just a mindblowing idea)

James Raggi: D&D (Mentzer and AD&D versions) and Warhammer FRPG (1st edition) were by far the biggest influences on what I do now. I’ve played a lot of good games, but the more original the game is or the more detailed the setting, the less likely I am going to use anything from it in my own work. I’ll take more generic ideas from others and then add my stuff on top of that.

Bangrim: In the LotFP Referee Book you explain which stuff should be in a good adventure. Which adventure, not written or published by you, would you consider great ?

James Raggi: Death on the Reik.

Bangrim: Thanks for the Interview. Anything you want to say to our readers?

James Raggi: The current thing I’m promoting is the LotFP Hardcover and Adventures crowdfunding campaign.

At the very least you’re going to get a world-class hardcover (with a new edit and layout), and if you’re feeling generous we might just get some creepy adventures from the biggest names in gaming today.

Otherwise, check out Vornheim and Carcosa and Isle of the Unknown and all the adventures. It’s good stuff.

Stephen Michael Sechi (Talislanta) im Kamingespräch

November 27, 2011

Diesmal führt erstmals Bangrim das Kamingespräch, welcher durch einige Fragen von Argamae unterstützt wird. Die Übersetzung ist von Bangrim, drübergeschaut hat auch hier Argamae. Das Original schieben wir übrigens am Montag hinterher, für diejenigen, die es lieber auf Englisch lesen. Wer bei den nächsten Kamingespräch Fragen stellen möchte, hat bis Mittwoch Gelegenheit, Fragen an Jürgen Mang (Space Pirates, Weltenbuch) zu stellen.

Nun aber zu Stephen Michael Sechi, welcher dem ein oder anderen als Erfinder von Talislanta bekannt sein dürfte – alles weitere erklärt sich im Laufe des Gesprächs, denke ich.

Bangrim: Wie bist du mit der Rollenspielszene in Kontakt gekommen?
S. M. Sechi: Ich hab ca. 1983 angefangen, Rollenspiele zu spielen. Ein jüngerer Cousin aus Seattle hat mich dazu gedrängt, dieses neue Spiel names Dungeons & Dragons auszuprobieren. Damals hab ich in einer Band gespielt und hab ihn immer wieder abgewiesen, bis ich es eines Tages doch mal ausprobiert habe. Ich liebte dieses Spiel sofort, nach dem Spielen bin ich sofort los, um mir die ersten D&D-Hardcover-Bücher zu kaufen und fing an, meine Freunde dazu zu bringen, mitzuspielen. Recht schnell fing ich dann an, meine eigenen Charaktere, Kreaturen usw. zu erschaffen und nach ein paar Jahren habe ich mich dazu entschlossen, mit 2 Freunden eine Rollenspielfirma aufzubauen. So entstand dann Bard Games.

Bangrim: Was denkst du über die heutige Rollenspielszene und vor allem über die Rollenspielindustrie?
S. M. Sechi: Eigentlich bin ich komplett raus aus der Szene und ich weiß auch nicht wirklich viel darüber. Von anderen Leuten, die noch aktiv sind, weiß ich nur, das die Verkäufe im Vergleich zu meiner aktiven Zeit zurückgegangen sind. Das finde ich persönlich sehr schade, weil ich Rollenspiele noch immer sehr genieße und ich glaube, dass sie die kreativste Spielform sind.

Bangrim: In welchen Rollenspielprojekten warst du involviert?
S. M. Sechi: Die erste Version von Bard Games veröffentlichte  als erstes 3 Ergänzungsbücher, die so aufgebaut waren, das sie mit jedem Rollenspiel kompatibel sind (Compleat Alchemist, Spell Cast und Adventurer), daraufhin folgte die „Atlantean Trilogy“. Die Firma wechselte daraufhin zweimal den Besitzer. Ich verkaufte meine Anteile, jedoch kaufte ich sie bereits 6 Monate später wieder zurück. Ab diesem Punkt begannen wir mit der Veröffentlichung von Talislanta-Büchern. Als wir Bard Games ein paar Jahre später geschlossen haben, habe ich die Lizenzrechte von Talislanta an WoTC gegeben, später an Shooting Iron Games und noch später an Morrigan Press. Außerdem hab ich nebenbei als freier Schreiber für andere Firmen gearbeitet. Dabei sind ein Abenteuer für Cyberpunk und Over The Edge entstanden.

Bangrim: Bist du derzeit in einem Projekt involviert?
S. M. Sechi: Ja, in Musikprojekten – nachdem Bard Games geschlossen wurde, bin ich zurück zur Musik gekommen und habe als Komponist, Produzent und Sound Designer gearbeitet. Rollenspielprojekte gibt es derzeit keines, obwohl ich einige Ideen habe, die ich vielleicht irgendwann ausarbeiten werde, falls ich die Zeit dafür finde. Die Musikindustrie hat mich die letzten Jahre ziemlich beschäftigt.
In meiner „Freizeit“ (haha) arbeite ich an einem Spiel, jedoch an keinem Pen-&-Paper-Spiel. Es ist eine Idee für ein Videospiel und wir haben bereits eine kleine Gruppe von Künstlern und Komponisten, die in ihrer Freizeit an Ideen arbeiten.  Falls einer deiner Leser ein guter 3-D Modellierer ist und an dem Projekt mitarbeiten möchte, dann lass es mich wissen.

Bangrim: Was war dein absolutes Lieblingsprojekt?
S. M. Sechi: Ganz klar: Talislanta. Ich genieße das Spiel und insbesondere das Setting.

Bangrim: Gibt es  Projekte, die du nie beenden konntest?
S. M. Sechi: Nicht wirklich. Hier und da ein paar Brocken und ein Ordner, gefüllt mit Notizen und Ideen.

Bangrim: Du warst damals auch Präsident von Bard Games. Wie ist es dazu gekommen?
S. M. Sechi: Ich habe die Firma mit 2 Freunden gegründet, jeder von uns hat 600$ investiert. Da ich den Großteil geschrieben habe und auch in die meisten Dinge involviert war, wurde ich Präsident.

Bangrim: Welche Probleme sind aufgetreten als ihr eure eigene Firma hattet?
S. M. Sechi: In den ersten Jahren lief es bei Bard Games erstaunlich gut, vor allem, da wir eine kleine Firma waren. Jedoch haben wir ein paar schwerwiegende Fehler gemacht, als wir das Geschäft erweitern mussten. Das hat uns schließlich eine Menge Geld gekostet und daraus resultierte dann auch das Ende von Bard Games.

Bangrim: Welche Einflüsse gab es für Talislanta?
S. M. Sechi: Den größten Einfluss hatten die die Fantasy-Romane von Jack Vance, James Branch Cabell, Clark Ashton Smith, außerdem noch Lovecraft’s Dreamlands Of Unknown Kadath, Howard’s Conan, Elric und Die Reisen von Marco Polo.

Bangrim: Talislanta hat über die Jahre viele Publisherwechsel vollzogen. Wenn du zurück blickst, glaubst du, das Talislanta sich gut geschlagen hat?
S. M. Sechi: Ich glaube, Talislanta hat sich sehr gut geschlagen, besonders wenn man bedenkt, das es eine Independent-Produktion war und niemals ein großes Budget hatte. Das Spiel wurde in Deutsch, Französisch und Italienisch übersetzt, hatte seine eigene Miniaturenreihe und wurde in 5 Editionen über den Zeitraum von 25+ Jahren veröffentlicht. Ja, ich würde sagen, Talislanta hat sich sehr gut geschlagen.

Bangrim: Talislanta.com bietet alle Talislanta Bücher kostenlos an. Wie kam es zu dieser Entscheidung?
S. M. Sechi: In den letzten 10 Jahren hatte ich das Glück, gut von der Musik leben zu können und ich wollte den Talislanta-Fans etwas zurückgeben. Sie mussten viel mitmachen in den ganzen Jahren als Talislanta von einem Publisher zum nächsten gewandert ist – viel gutes, aber auch viel schlechtes. Ich hatte 2 Angebote für eine weitere Edition, aber ich habe die Angebote abgelehnt. Ich wollte lieber alle alten Bücher kostenlos verfügbar machen und ich bin froh, das ich mich so entschieden habe  – die Reaktionen waren großartig. Seit Talislanta kostenlos verfügbar ist, haben über 85.000 die Seite besucht um freie PDFs und andere Dinge herunterzuladen. Das ist verdammt cool.

Bangrim: Gibt es Pläne, die Bücher auch als Print On Demand verfügbar zu machen?
S. M. Sechi: Nein, ich wollte diesen Weg nicht einschlagen. Es wird nur kostenlose PDFs geben.

Bangrim: Ist das Artwork-Buch von Khepera Publishing immer noch in Arbeit? Gibt es da Neuigkeiten?
S. M. Sechi: Das letzte Mal, als ich mit Jerry von Khepera gesprochen habe, war das Projekt noch in Arbeit, aber es gab Verzögerungen. Ich muss mich mal wieder mit ihm in Verbindung setzen, um zu gucken, wie weit das Buch genau ist. Danke, dass du mich daran erinnert hast.

Bangrim: Talislanta hat eine kleine, aber loyale Fangemeinschaft. Es gibt immer noch Leute, die viel Material für das Spiel schreiben. Das muss dich glücklich machen, oder?
S. M. Sechi: Ich habe das bereits oft gesagt, aber ich meine es auch so: Talislanta-Fans sind die besten. Sie sind dem Spiel treu geblieben, obwohl es oft  Publisher-Wechsel und neue Editionen gab, und sie gehören für mich zu den loyalsten und kreativsten Menschen, die ich kenne. Talislanta und Talislanta.com wäre ohne sie nie möglich gewesen. Falls ich jemals noch einmal ein Rollenspiel machen werde, dann für sie.

Bangrim: Du hast bereits die „ausländischen“ Talislanta-Editionen erwähnt und eine, um genau zu sein, die Französische, ist immer noch in der Produktion. Das Besondere ist, das bei Ludopathes nicht nur Bücher übersetzt, sondern auch neue geschrieben werden. Bist du in irgendeiner Weise in deren Arbeit involviert oder lässt du ihnen komplett freie Hand.
S. M. Sechi: Sie arbeiten komplett eigenständig. Als Teil unseres Lizenzierungsabkommens bestand ich eigentlich immer darauf, dass ich die Bücher absegne. Jedoch lasse ich Ludopathes freie Hand, sie können mit Talislanta machen, was sie wollen und es scheint für sie der richtige Weg gewesen zu sein.

Bangrim: Auf Talislanta.com gibt es alle Bücher kostenlos, jedoch haben es ein paar Bücher NICHT geschafft, auf der Seite zu landen. Die Chroniken 2 bis 6 wurden veröffentlicht, aber du warst bei diesen Büchern gar nicht involviert. Warum?
S. M. Sechi: Es gab ein paar Meinungsverschiedenheiten, die mich zu der Überzeugung brachten, die Bücher komplett aus der Produktreihe zu werfen.

Bangrim: Wie gefällt dir die D20 Version von Talislanta?
S. M. Sechi: Ich hab sie nie gespielt, daher kann ich dazu nichts sagen.

Bangrim: Talislanta ist eine Welt voller Magie, alten Zivilisationen und phantastischer Technologie. Hattest du jemals den Gedanken, die Schauplätze ins All zu bringen? 
S. M. Sechi: Ja! Es gab sogar ein Projekt, an dem ich eine Zeit lang gearbeitet habe, nämlich „Omniverse“. Es hat sich genau mit diesem Gedanken beschäftigt. Leider kam zu dem Zeitpunkt, als ich an „Omniverse“ gearbeitet habe, Spelljammer raus, also habe ich das Projekt aufgegeben.

Bangrim: Warum hast du dich beim Talislanta-System dafür entschieden, Archetypen zu benutzen?  Es hätte doch auch Möglichkeiten für eine freie Charaktererschaffung gegeben.
S. M. Sechi: Ich hatte das Gefühl, dass die Welt bereits sehr komplex ist und ich glaubte, dass es für Neulinge einfacher wäre, wenn ich ihnen vorgenerierte Archetypen bereitstelle. Es gibt so viele Rassen und Personen in Talislanta, das wäre sonst einfach zu kompliziert für neue Spieler.

Bangrim: Wenn du auf Talislanta leben könntest, wo würde es sein?
S. M. Sechi: Hahaha! Gute Frage! Ich glaube Cymril oder Altan wären schön, oder vielleicht auch das alte Archaeus.

Bangrim: Zu welcher deiner Kreationen hast du eine besondere Beziehung?
S. M. Sechi: Ich mag viele von ihnen, aber wenn ich ein paar Favoriten wählen würde, dann wären das die Ariane, Xambrian wizard hunters, Thralls und die Jaka. Meine Lieblingscharaktere waren die alten Archaen Magier wie Koraq, Viridian oder Arkpn. Ich finde, dass es sehr interessante Persönlichkeiten sind.

Bangrim: Hattest du jemals die Möglichkeit, die „Marke“ Talislanta vom RPG in andere Bereiche zu übertragen?
S. M. Sechi: Ich habe eine paar Talislanta Kurzgeschichten geschrieben, welche Wizard Of The Coast in den 1990ern veröffentlicht hat.  Vor ein paar Jahren habe ich einige Male versucht, einen Talislanta Roman zu schreiben. Ich hoffe immer noch, das sich irgendwann die Möglichkeit ergibt, einen Talislanta-Graphic-Novel oder einfach ein Comic-Buch zu machen. Außerdem würde ich auch sofort die Möglichkeit ergreifen, ein Talislanta-Videospiel zu machen. Wenn einer eurer Leser jemanden kennt, der ein Talislanta-Videospiel machen will, lass es mich wissen – ich schreibe dann die Musik dazu.

Bangrim: Neben deiner Arbeit als RPG-Autor hast du auch Musik komponiert. Erzähl uns doch ein bisschen darüber.
S. M. Sechi: Vor ca. 12-13 Jahren bin ich zurück zur Musik gekommen und habe angefangen, für verschiedene Musik-Bibliotheken zu komponieren. Seitdem haben ich an die 200 CDs produziert, alle mit unterschiedlichen Stilrichtungen. Von 70er Jahre Funk (mein Favorit!) über Reggae bis Nu Metal war alles dabei. Vor knapp 5  Jahren begann ich, Probe-CDs für Big Fish Audio zu schreiben und zu produzieren. Vor kurzem habe ich begonnen, virtuelle Instrumente für ihre Tochterfirma Vir2 zu produzieren. Ich beschäftige mich außerdem mit Sound Design, ein sehr interessantes Thema. Mittlerweile habe ich auch mein eigenes Aufnahmestudio, welches fast vollständig von meinen Trommeln, die ich aus Japan, China und Afrika habe, ausgefüllt wird. Falls sich eure Leser für meine Musik interessieren und auch Interesse haben, ein paar Proben zu hören, dann können sie das hier tun:
http://www.bigfishaudio.com/detail.html?512175

http://www.bigfishaudio.com/detail.html?511859

http://www.bigfishaudio.com/detail.html?513821

http://www.bigfishaudio.com/detail.html?1;16;1:::::::::Symphonic%20Manoeuvres%202:1586

Der letzte Link ist von einem Projekt mit einem 60 Mann Orchester das wir in Prag aufgenommen haben. Das war schon sehr cool.

Bangrim: Du hast auch 3 Soundtracks extra für Talislanta komponiert. Besteht eine Chance, das diese irgendwann auf Talislanta.com verfügbar sind?
S. M. Sechi: Das sind zum Teil meine ersten Stücke, die ich aufgenommen habe. Die Qualität ist hauptsächlich schlecht, weil ich damals eigentlich kein Equipment hatte, nur einen Ensoniq Sampler. Ich bin auch nicht scharf drauf, Werbung für dieses alte Material zu machen, aber ich glaube sie, dürften bereits auf der Website zu finden sein.

Bangrim: Du hattest ja schon gesagt, dass du eigentlich alle Stilrichtungen beim Komponieren ausprobiert hast, auch deine Arbeit bei bigfishaudio.com ist sehr facettenreich. Gibt es dennoch etwas, das du unbedingt noch ausprobieren möchtest?
S. M. Sechi: Ich würde wirklich gerne die Musik für ein Videospiel machen. Ich glaube, das würde mir Spaß machen.

Bangrim: Welche Tipps hast du für einen jungen Autor, der ein Rollenspiel schreiben möchte?
S. M. Sechi: Hmmm…. Gute Frage. Ich würde sagen – trotz der schwachen Absatzzahlen in der RPG Industrie, man sollte  ein Rollenspiel schreiben, wenn man das Schreiben und Rollenspiele liebt. Vielleicht macht man Geld damit, aber vielleicht auch nicht. Man wird jedoch sicher viel Spaß beim Schreiben haben und man wird viel übers Schreiben, Spiele und das Geschäft lernen. Ich hab das jedenfalls getan.

Bangrim: Wie startet man überhaupt beim Schreiben eines Rollenspiels?
S. M. Sechi: Ich habe damit angefangen, den Hintergrund zu schreiben, also Orte erschaffen, Kreaturen, Personen, Geschichte usw.. Ich habe das schon als Spielleiter gemacht, verschiedene kleine Sachen geschrieben, die ich dann zu meiner damaligen D&D-Kampagne hinzufügen konnte.  Die besten Ideen daraus wurden dann die Grundlage für Talislanta. Wenn ich mich korrekt erinnere, habe ich zwischen 50 und 65 Wochen für das Schreiben des ersten Talislanta-Buchs (Die Chroniken) und das Erschaffen von Design-Vorentwürfe für die wichtigsten Personen und Kreaturen gebraucht. Es war viel harte Arbeit, aber ich habe die Zeit genossen.

Bangrim: Hast du eine RPG-Anekdote, an die du dich gerne erinnerst?
S. M. Sechi: Ich hab ein paar, manche davon sind sogar richtig wild. Aber anstatt über diese zu reden, würde ich die Gelegenheit gerne nutzen, um 3 Leute hervorzuheben, die uns 1983 wirklich geholfen haben,  in der Branche Fuß zu fassen. Der erste, den ich nenne möchte, ist Scott Bizar von FGU (Fantasy Games Unlimited), welcher sich mit uns hinsetzte und unsere Fragen, die wir zum Geschäft hatten, beantwortete . Für einen Konkurrenten fand ich das extrem freundlich und selbstlos. Die anderen beiden sind Danny und Mike von „The Compleat Strategist“, für mich einfach der beste Spieleladen der Welt. Als wir Bard Games gegründet haben, sagten sie uns, dass sie unsere ersten Bücher sofort bestellen würden. Sie haben uns angetrieben und haben uns immer gut beraten. Außerdem gab es da ein paar nette Anekdoten, die ich hier aber nicht wiederholen kann.

Bangrim: Danke für das Interview, Steve!
S. M. Sechi: Danke, dass du mich interviewt hast. Außerdem danke ich allen Lesern, die jemals Talislanta oder ein anderes Bard-Games-Produkt gespielt haben. Ich habe eure Unterstützung immer geschätzt.

-> talislanta.com mit den angesprochenen zahllosen Downloads

Greifenklaue Podcast #9 – Hackmaster und Advanced Fighting Fantasy

November 13, 2011

Diesmal ist zum ersten Mal Argamae im Podcast dabei, mit dem ich Advanced Fighting Fantasy (ab 0:56) und Hackmaster (zu Beginn) thematisiere. Außerdem sprechen wir über die Rückkehr von Monte Cook und philosophieren über D&D 3, 4 und 5… (ab 0:47).

Hier herunterladen oder dort direkthören!

Ergänzend zur Episode die Diskussionen zu Hackmaster, AFF und Montes Rückkehr, seinem ersten Artikel, der erste Eindruck zu AFF und zum Hackmaster hier im Blog, Rezi zu Hackmaster Basic und Frandors Keep sowie zum Preview des Hacklopedia, welches übrigens schon erschienen ist, wie Testhörer Glngnfz zum Besten geben wußte.

Auch über Feedback freuen wir uns!

PS.: Mittesten bei der #10? Hierlang.

[Rollenspiel-Musikvideo] Tripod – Dungeons & Dragons

August 30, 2011

Nach dem Roll a d6-Video – http://greifenklaue.wordpress.com/2011/05/10/rollenspiel-musikvideo-roll-a-d6/ -  diesmal eine Entdeckung aus dem Dungeonslayers-Forum (http://s176520660.online.de/dungeonslayers/forum/index.php?topic=2635.msg40507#msg40507)

-> http://www.mefeedia.com/watch/30715340

PS.. Leichte Linkprobleme, darum musdte ich auf Direktlinks zugreifen. Trotzdem viel Spaß!

PAIZOs Antwort auf D&D Fortune Cards

März 6, 2011

Gestern im DnD-Gate Paizos neuste Antwort auf die D&D Fortune cards entdeckt: Soúperawesome! Und das mit Garantie.ja, ist denn schon der 1. April? 

[Rezi] HackMaster Basic

Oktober 17, 2010

Nachdem das Buch schon länger erschienen ist, haben wir es neulich ausgetestet, insbesondere die “Echtzeit-Kämpfe” sind ein interessanter Mechanismus. Aber Olaf Buddenberg aka Argamae hat nicht nur gespielleitet, er hat auch eine ausführliche Rezension geschrieben:

EINLEITUNG
Viel wurde schon über HackMaster geschrieben, sowohl von mir, jedoch primär von anderen. Die ganze Historie dieses als AD&D-Persiflage begonnenen Spielsystems (dessen erste Ausgabe von 2001 auch als HackMaster 4th Edition bekannt ist) möchte ich hier nicht erneut wiederkauen, sondern gleich ans Eingemachte gehen.

AUFMACHUNG
Das HackMaster Basic Softcover (im Folgenden HMb genannt) entspricht den Standards, die man von einem vernünftig geleimten Buch erwartet. Es ist leidlich strapazierfähig und läßt sich gut aufgeklappt hinlegen. Natürlich stossen die Ecken schnell ab und auch das farbige Coverbild zeigt alsbald Abrieb. Stichwort: Coverbild. Erol Otus, Illustrator-Urgestein aus den Anfangstagen des Rollenspiels (D&D), steuerte hier eines seiner typischen “schrägen” Bilder bei, die irgendwie alle altmodisch aussehen und wie unprofessionelle Fan-Art wirken. Otus-Titelbilder schreien “old school” mit jedem Pinselstrich, weswegen jeder Grognard/Veteran auch sofort weiß, was auf ihn zukommen wird. Neu-Rollenspieler, die ein Fantasy-System suchen, dürften jedoch eher abgeschreckt sein, da ihre Erwartungen an ein ansprechendes, zeitgemäßes Coverbild zweifellos von modernen Top-Publikationen und Computerrollenspielen geprägt sind. Ob das am Ende nicht ein Schnitt ins eigene Fleisch war, wird Kenzer & Co. wohl selbst herausfinden. Etikettenschwindel wird man ihnen aber wohl kaum vorwerfen können.
Die weiteren S/W-Innenillustrationen sind von durchwachsender Qualität – es gibt einige sehr gute und stimmungsvolle (Carpenter!), aber auch schlechte und billig wirkende Zeichnungen. Einen einheitlichen Stil verfolgen diese Illustrationen nicht. Das kann man auch insgesamt vom Seiten- und Absatz-Layout sagen. Es wirkt mitunter nervös und “zusammengeklebt”. Keine Ahnung, ob man sich einfach nicht mehr Mühe gegeben hat oder ob dies absichtlich irgendwelche imaginären oder tatsächlichen “old school”-Vorlagen erfüllen soll.

SETTING?
HMb ist zwar nicht ohne Kampagnenwelt, doch diese wird im Regelwerk nur ganz, ganz am Rande erwähnt – die Basic-Regeln sollen für sich stehen können, soviel ist beabsichtigt. Tatsächlich verwendet HMb die KINGDOMS OF KALAMAR, die aus gleichem Hause stammen; bereits vor 15 Jahren erschienen sie erstmals als systemunabhängige Kampagnenwelt und sind später für D&D 3.5 neu aufgearbeitet worden. Die “Königreiche von Kalamar” sind ein interessanter Hintergrund, der glaubwürdig und “erwachsen” erscheint, da er u.a. Rassismus thematisiert.
Aber wie gesagt: HMb bietet sich ebenso gut für jedes hausgemachte Setting an.

CHARAKTERERSCHAFFUNG
HMb steigt sofort ins Geschehen ein: vor den ausführlicheren Erschaffungsregeln befindet sich ein Abschnitt mit einer “Express-Erschaffung” für Charakere. Diese besteht aus ein paar Würfen, wobei viele Optionen wegfallen und einige Entscheidungen bereits voreingestellt sind. Ein spielfertiger Charakter ist somit schnell gebaut.
Apropos: Bauen. HMb bedient sich einer Mischung aus zufallsbasierter und punktegesteuerter Charaktererschaffung, und die Vollversion der Charaktererschaffung hat es wahrlich in sich. Und zwar in punkto Zeitaufwand; dabei sind die Regeln nicht mal der größte Zeitfresser, sondern die teilweise katastrophale Organisation selbiger. Die Schritt-für-Schritt-Liste zum Charakterbau kann man dabei fast komplett vergessen, denn sie hilft kaum – ständiges Vor- und Zurückblättern, um Boni, Änderungen und Modifikatoren zu notieren oder rückwirkend neu einzurechnen ist das Gebot der Stunde(n). Ich bin sicher: das hätte man auch im Ablauf deutlich freundlicher gestalten können.
Im Detail: HMb atmet deutlich den Geist der frühen klassenbasierten Fantasyrollenspiele (sprich: AD&D) und definiert einen Charakter über 7 altbekannte Attribute (ein weiteres, Honor, wird aus den übrigen abgeleitet), die Rasse (vier “Standards” werden vorgestellt: Elfen, Halblinge, Menschen und Zwerge), die Charakterklasse (vier Grundklassen sind enthalten: Kämpfer, Dieb, Kleriker und Zauberer) sowie einer Vielzahl von Fertigkeiten, die über einen Prozentwert quantifiziert werden. Ergänzend kann man einzelne “Talente” und “Kenntnisse” kaufen, die in etwa mit den “Talenten” und “Umgang mit …” aus D&D 3.5 vergleichbar sind, jedoch in Variation und Anzahl deutlich geringer ausfallen. Die Werte der Attribute orientieren sich an der 3-18-Skala und werden mit 3W6 ausgewürfelt – hohe Werte sind also wirklich was besonderes. Ferner belohnt das System die Spieler, die alle ausgewürfelten Attribute in der vorgegebenen Reihenfolge ohne Abänderungen hinnehmen. Zusätzlich hat jedes Attribut noch einen angehängten Prozentwert (wird zufällig ermittelt), der anzeigt, wie nah man an einer Steigerung des Attributes um 1 Punkt ist: dazu muß man im Verlauf des Spiels (oder auch schon der Erschaffung) den Prozentwert über 100 steigern. Wie in alten AD&D-Zeiten wirkt sich jedes Attribut auf ein oder mehrere andere Spielwerte aus und bringt Modifikatoren mit sich. Ein paar Tabellen zum Auswürfeln von Hintergrund-Details zum Charakter (Familie, Geschwister) sind auch enthalten, deren Ergebnisse mitunter wieder spielrelevante Modifikatoren mitsichbringen.
Wurde dem Zufall genüge getan, kommen die “building points” (BP) ins Spiel; 50 davon erhält jeder Spieler zur freien Verwendung. Mit diesen erkauft man sich so ziemlich alles andere, etwa “re-rolls” (Wiederholungen von Tabellenwürfen) oder die oben erwähnten Talente und Fertigkeiten. Auch Waffenspezialisierungen können hiermit ausgebaut werden. Die Wahl einer Charakterklasse kostet ebenfalls BP, wobei die Kosten gemäß der üblichen Klischees gewichtet sind: Zwerge müssen deutlich mehr berappen, wenn sie Zauberer werden wollen, als Elfen oder Menschen. Dafür kommen sie als Kämpfer recht günstig weg. Menschen zahlen für jede Klasse gleich viel. Gesinnungen gilt es übrigens auch zu wählen – ganz nach D&D’schem Vorbild.
Zeitaufwendig wird dann auch der Einkauf und die Steigerung von Fertigkeiten, die HMb in universelle und nicht-universelle Fertigkeiten unterteilt. Die universellen (Klettern, Überleben, Observation, etc. pp.) beherrschen alle Charaktere auf einem Grundwert, die anderen müssen erst gekauft werden. Jede Fertigkeit hat einen eigenen Kostenwert, wenn man sie steigern will. Auch hier ist also viel Blättern angesagt, denn im ganzen Buch ist nicht eine Übersichtstabelle aller Fertigkeiten inkl. ihrer Kosten enthalten.
Abschließend will man dann natürlich noch Ausrüstung kaufen – und hier hält sich HMb dann auch mal vornehm zurück. Nur einige wenige Ausrüstungslisten sind enthalten. Der Währungsstandard ist übrigens mal nicht die Gold- sondern die Silbermünze.

DIE RASSEN
Die für Fantasy-Rollenspiele ja schon standardisierten Rassen der Elfen, Zwerge, Halblinge und Menschen werden bei HMb durch eine Reihe von Boni (und Mali) unterschieden, die sie auf Attribute und Rettungswürfe erhalten, sowie durch “Vorteilspreise” beim Kauf bestimmter Talente. Außerdem erhalten manche Rassen automatische Steigerungen in einigen Fertigkeiten; Sonderfähigkeiten (etwa die Dunkelsicht der Zwerge oder das Geheimtürenfinden der Elfen) kommen auch ins Spiel. Abseits einer kurzen Charakterisierung der jeweiligen Rasse enthält HMb aber keine weiteren Infos (so sucht man also Kampageneninfo vergeblich; wie oben erwähnt, thematisieren die Grundregeln das Kernsetting kaum).

DIE KLASSEN
Primär unterscheiden sich die Klassen durch ihre Boni (bspw. auf Initiative, Verteidigung oder Rettungswurf-Modifikatoren) und anfänglichen Fertigkeiten, die sie erhalten. Und natürlich gibt es immer etwas, was jeweils nur eine Klasse kann: Magier können mächtige arkane Zaubersprüche loslassen, Kleriker können Untote vertreiben und göttliche Zauber wirken, Kämpfer können sich am billigsten von allen Klassen in Waffen spezialisieren und sind zäher im Kampf (höhere Schmerzgrenze, siehe unten). Diebe schließlich haben höhere Fertigkeitswerte in den typischen Diebeskenntnissen und verfügen über Glückspunkte (mit denen sie Würfelergebnisse “schönen” können) sowie den hinterhältigen Angriff – ein Klassiker!

SPIELSYSTEM
Bislang könnte man meinen, daß HMb doch sehr treu bei seinen AD&D-Wurzeln steht. Aber auch, wenn der Eindruck nicht täuscht, weichen die Regeln im Detail dann doch sehr von der übermächtigen Vorlage ab. Deutlich wird dies nicht nur im Kampfsystem, daß sehr zur Freude von Rüstungsklassen-Gegnern auf eine aktive Verteidigung (Parade, Ausweichen) sowie Schadensreduzierung durch Rüstungen setzt. Doch dazu später mehr. Das Grundregelwerk deckt die Stufen 1-5 ab, ähnlich der “roten Box” von D&D, die alle Regeln bis Stufe 3 enthielt.
Einer der Kerne von HMb ist der sogenannte “penetrating” Wurf, also ein Würfelwurf, bei dem ein oder mehrere Würfel penetrieren – d.h. beim höchstmöglichen Ergebnis erneut gewürfelt werden. Solche Würfel werden mit einem kleinen “p” dahinter gekennzeichnet. Wird erneut das höchstmögliche Ergebnis erzielt, darf nochmals gewürfelt werden. In einer anderen Welt und Zeit könnte man das auch “explodieren” nennen. So können bei einem glücklichen Händchen sehr hohe Ergebnisse erzielt werden (etwa bei Rettungs- oder Schadenswürfen). So kann man die zugrundelegende Spielmechanik von HMb in etwa wie folgt zusammenfassen: man würfelt mit einem W20p + Modifikator gegen einen Wert (der meist aus einem gegnerischen W20p + Mods besteht). Hat man den höheren Wert erzielt, ist der Wurf gelungen (Angriffe, Verteidigung und Rettungswürfe laufen z.B. nach diesem Schema ab). Bei Fertigkeiten kommt der W100 zum Einsatz, wobei hier unter dem Wert der Fertigkeit gewürfelt werden muß. Einfachere Würfe sind hierbei mit deutlichen Modifikatoren belegt, die es auch niedrigstufigen Charakteren erlauben, mit ihren mickrigen Fertigkeits-Prozentwerten Erfolge zu verbuchen. Erst ab “schwer” würfelt man ohne Modifikatoren, ab “sehr schwer” gibt’s Abzüge. Bei vergleichenden Fertigkeitsproben muß der aktive Charakter mit W100 plus Fertigkeitswert (z.B. Schleichen) über dem Wurf des passiven Charakters (ebenfalls W100 plus dessen Fertigkeitswert, in diesem Beispiel Observation) liegen, um Erfolg zu haben.
Alles in allem eine solide, erprobte Spielmechanik ohne Schnörkel oder Glanz, die durch das “Penetrations”-System zusätzliche Spannung erhält.

KAMPFSYSTEM
Diesen Bestandteil der allgemeinen Spielmechanik möchte ich kurz näher beleuchten, da er interessante Aspekte hat. Zunächst einmal gibt es die klassische “Kampfrunde” nicht mehr – sobald die Initiative gewürfelt wurde (deren verwendeter Würfel je nach Situation variiert), zählt der SL Sekunde für Sekunde hoch. Theoretisch hat jeder Charakter in jeder Sekunde Gelegenheit, seine Handlungen zu ändern bzw. eine zu beginnen. Bewegung findet somit simultan statt; treffen zwei Kombatanten aufeinander (kommen also in Schlagreichweite), ist die jeweilige Waffenlänge bzw. -reichweite entscheidend – wer den “Längeren” hat, kann zuerst angreifen; wann er erneut angreifen kann, hängt vom Speed der verwendeten Waffe ab. Gehen, Rennen, einen Zauber sprechen, die Waffe wechseln, einen neuen Pfeil auf die Sehne legen – alles dauert soundsoviel Sekunden. Insbesondere Kämpfer sind gut darin beraten, einige BP in die Spezialisierung ihrer bevorzugten Waffe(n) zu stecken – hier kann man 4 Parameter individuell steigern: Attack (modifiziert den Angriffswurf), Speed (modifiziert die inhärente Geschwindigkeit der Waffe und man kann sie schneller wieder bereit machen), Defense (erhöht die Parade bzw. den Verteidigungswurf) und Damage (sorgt für ein größeres Plus hinter den Schadenswürfeln).
Waffenschäden werden über Penetrationswürfe abgewickelt – wer also glücklich würfelt, kann enormen Schaden anrichten. Doch auch so ergibt sich in HMb die Möglichkeit, Gegner kampfunfähig zu schlagen, ohne ihre gesamten Trefferpunkte auf Null zu reduzieren. Als Funktion von Gesamt-TP und Stufe/Klasse besitzt jeder Charakter (und jedes Lebewesen) einen ToP – Threshold of Pain (etwa: Schmerzgrenze). Wird ein Gegner mit einem Schadenswurf höher als der ToP-Wert getroffen, muß er einen Rettungswurf ablegen oder nahezu handlungsunfähig zu Boden gehen.
Auch Schilde kommen in HMb endlich zur vollen Entfaltung. So erhöhen sie die Verteidigungsfähigkeit, absorbieren Schäden und dienen bei Beschuß als Deckung. Aber sie können auch durch schwere Hiebe zerschmettert werden. Sehr anschaulich ist auch, daß überzähliger Schaden (den das Schild nicht aufgehalten hat) auf den Träger einwirkt – quasi durch Prellungen aufgrund der Einschlagswucht. Apropos: Einschlagswucht – auch das Zurückdrängen eines Gegners aufgrund heftiger Treffer wird durch die Regeln erfasst. Wenn dann das nächstemal ein Kampf nahe einer Schlucht stattfindet, wird sich wieder Angstschweiß auf den Stirnen der Spieler bilden!
Bögen und Armbrüste erhalten in HMb auch eine größere Bühne – in den Händen ausgebildeter Schützen sind es gefährliche und formidable Waffen.
Kopfschmerzen dürfte das Heilsystem von HMb hervorrufen – zumindest aber einen beträchtlichen buchhalterischen Aufwand. Denn Wunden heilen individuell. Erleidet man also in einem Kampf drei Treffer (3, 5 und 8 Punkte Schaden), hat man insgesamt zwar 16 TP verloren – doch die Wunden werden einzelnd vermerkt. Der erste TP heilt nach soviel Tagen wie die Wunde Schaden verursacht hat – im obigen Beispiel also nach 3 Tagen bei der 3-TP-Wunde, nach 5 Tagen bei der 5-TP-Wunde und … okay, kapiert, oder? Danach werden daraus eine 2-TP-Wunde und eine 4-TP-Wunde usw. Bis die Wunde auf natürliche Weise komplett verheilt ist, gehen also bei der 3-TP-Wunde (3+2+1=6) sechs Tage ins Land; bei der 5-TP-Wunde sind es schon über zwei Wochen (5+4+3+2+1=15) und die 8-TP-Wunde benötigt bereits über einen Monat! Diese Heilzeit kann natürlich durch Einsatz der Erste-Hilfe-Fertigkeit und andere Umstände beschleunigt werden. Tipp an dieser Stelle: ich empfehle jedem ernsthaften Abenteurer den Kauf des Talentes Fast Healer. Es kostet nur 10 BP und reduziert die Heilung jeder Wunde um 1 Tag.
Insgesamt ist das Kampfsystem von HMb gewöhnungsbedürftig, da verwaltungstechnisch anspruchsvoll, aber es erscheint schon nach relativ kurzer Zeit recht intuitiv. Neue taktische Möglichkeiten bringt es auch mit sich.

MAGIE
HMb präsentiert für jede Charakterstufe auch eine Spruchstufe – im Gegensatz zu D&D gibt’s also schon im Grundregelwerk fünf Spruchstufen. Die Magier erhalten ferner Zugang zu Apprentice - und Journeyman-Zaubern (also etwa Lehrlings- und Gesellenzauber), die der ersten regulären Zauberstufe vorausgehen. Am Anfang backen beide zauberfähigen Klassen ziemlich kleine Brötchen – umso mehr Luft für mächtige Zauber bleibt dann nach oben.
Die arkane Magie arbeitet mit Spellpoints (dt. Zauberpunkte) und dem aus D&D bekannten Einpräg-System (zusätzlich zu Materialkomponenten bei machen Zaubersprüchen). Auswirkung bei HMb: nicht eingeprägte Zauber kann man zwar sprechen, aber sie sind doppelt so teuer. Auf Stufe 1 hat der Magier 140 Spellpoints. Dafür kann er z.B. zwei Zauber der Stufe 1 und einen Gesellenzauber sprechen. Interessant ist, daß viele Zauber die Möglichkeit geben, zusätzliche SP beim Zaubern zu investieren, um Effekte des Zauberspruches zu steigern: Schaden, Reichweite, Wirkungsgebiet, etc. Da sind dann aber schnell die SP verbraten. Dennoch dürfte etwas äußerst Genugtuendes darin liegen, seinen letzten Feuerball mit allen verbleibenden Zauberpunkten aufzumotzen, um einen brennenden Eindruck zu hinterlassen!
Kleriker müssen sich mit weniger offensiven Zaubern und einer kleineren Spruchauswahl zufrieden geben und obliegen beim Anwenden ihrer Magie natürlich der Gunst ihrer Gottheit. Dafür schlagen sie sich aber auch nicht mit Spellpoints herum – ihre Gottheit sorgt dafür, daß genug Energie da ist, um die Magie auszulösen. Außerdem haben sie die begehrten Heilzauber, die in HMb wahrlich Gold wert sind (eingedenk der langsamen Heilungsrate in diesem System).

DER SPIELLEITER
… ist in HMb vornehmlich ein Do-it-Yourself-Man. Das Regelwerk gibt ihm nicht viel an die Hand – ein paar ergänzende Regeln zu Sturzschaden, Lichtquellen, Fallgittern und Geheimtüren, etc. sowie ein kleines Monstrositätenkabinett mit allen Spielwerten, aber ohne große Beschreibungen oder Erklärungen. Eben nur das Notwendigste. Dazu noch einen Abschnitt über Schätze und magische Gegenstände und – natürlich – Erfahrungspunkte. Gerade letzterer ist aber überhaupt nicht transparent im Hinblick darauf, wie genau die Punkte nun innerhalb der Gruppe aufgeteilt werden sollen. Das muß man sich schon zusammenreimen und anhand verstreuter Hinweise im Regelwerk “ableiten”.
Am Ende des Buches folgt noch ein Abschnitt über den bereits aus der Vorgängerversion von HackMaster bekannten “Gamemaster’s Code of Conduct” (dt. Verhaltenskodex für Spielleiter), der zwar irgendwie amüsant zu lesen ist, aber zart aufblühenden SL keine nennenswerte Hilfestellung gibt. Ebenso überflüssig ist imho das Kapitel über “Würfel-Etikette”, daß detailliert näherbringt, wie man Würfel handhabt, pflegt, auf ein Spiel vorbereitet, “auflädt”, richtig wirft (verschiedene Wurftechniken werden anhand einer schematischen Grafik erläutert) usw. Auch wird auf “Würfelaberglauben” eingegangen und die Wichtigkeit von Würfeln in HMb überdeutlich hervorgehoben. Okay, das alles ist natürlich eine Persiflage auf allgemeine Rollenspieler-Eigenarten, aber mehr Substanz (Regeln, SL-Sektion, Abenteuer etc.) wäre allemal besser gewesen als diese 11 Seiten über das primäre Spielgerät dieses Hobbys.
Von unschätzbarem Wert ist jedoch die Illustration der Kampfregeln in einem KotDT-Comicstrip (Knights of the Dinner Table). Die Spieler des Comics spielen hierbei eine Kampfszene mit ihren Charakteren durch, die humorvoll präsentiert wird, aber eben auch viele Kampfregeln genau aufdröselt, die allein als Regeltext vermutlich schwieriger zu verstehen gewesen wären. Dafür zwei Daumen hoch!

FAZIT
HMb ist ein simulationslastiges, komplexes Fantasy-Rollenspiel, dessen gute und detaillierte Regeln und Mechaniken unter dem Gewicht einer schludrigen Organisation und Präsentation (hier insbesondere das Layout) eingequetscht werden und damit nicht richtig “durchatmen” können. Nichtsdestotrotz ist das Grundregelwerk insich vollständig und spielbar, wenn man denn einen SL hat, der sich mit sowas auskennt. Anders gesagt: das hier ist nix für Neueinsteiger. Jene aber, die zwar Klassen- und Stufensysteme mögen, aber den Mechanismen von AD&D nie viel abgewinnen konnten und Midgard bzw. DSA für zu “hausbacken” hielten, könnten in HMb endlich das finden, was sie gesucht haben.
HMb mag auch geeignet sein, aufsässigen und selbstzufriedenen Power-Gamern eine Lektion in Sachen Demut zu erteilen. Auf jedenfall ist es “old school”, aber es ist eben nicht “rules lite”. Auch als Hassgeschenk für einen ungeliebten Storytelling-SL äußerst brauchbar!

Danke fürs Lesen,

Euer Argamae.

Von Kenzer & Company, USA; Macher von Knights of the Dinner Table, Aces & Eights: Shattered Frontier und Kingdoms of Kalamar. Softcover, 192 Seiten S/W, Englisch.

Ergänzung: nachdem ich ja nun die Abenteuermodule Frandor’s Keep sowie Realm of the Elm King gelesen und begutachtet habe, drängt sich mir der Eindruck auf, daß HMb absichtlich ein fahriges, unsauberes und unprofessionell wirkendes Layout erhalten hat. Denn die erwähnten Module sind Musterbeispiele für übersichtlich und spielfreundlich gestaltete Abenteuerbände. Auch die Auszüge von Regeln und Klassen aus dem HackJournal (Kenzer & Co.’s Haus- und Hofmagazin), in dem schon vorab Inhalte aus Advanced HackMaster abgedruckt wurden, sprechen eine ganz andere Sprache in Sachen Optik und Gliederung. Seltsam.
Die Vorfreude auf Advanced HackMaster wächst…

Rezi und Diskussion im GK-Forum

DnD 4e – Faerun-Karte in chic (Fanmade)

September 19, 2010

Im Tanelorn präsentiert “elikal” seine eigene Vergessene Reiche-Karte für die 4e, da ihm das Original der Wizards nicht gefiel. Er orientiert sich an der 3er und entwickelt die fort aufgrund der Ereignisse zwischen beiden Editionen. Hier kann man konkret seine Überlegungen nachlesen und Feedback geben.


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