Mit ‘Lovecraft’ getaggte Artikel

Im Kamingespräch mit Goodman Games – Teil 2: Rund um den Verlag

März 5, 2012

Zweiter Teil des Interview mit Joseph Goodman und Harley Stroh. Den ersten Teil findet ihr hier (auch in englisch).

Argamae: Was war die Initialzündung für Goodman Games? Wie kamst Du dazu, einen Rollenspielverlag zu gründen?

Joseph: Nun, ich möchte das beantworten, indem ich noch einen Schritt zurück mache. Mein Bruder und ich schrieben vor vielen Jahren ein unabhängiges Magazin für Warhammer 40.000. Wir taten das, weil wir das Spiel pausenlos gespielt haben und schon einen Riesenbatzen Material aus eigener Feder angehäuft hatten. Mit Goodman Games verhielt es sich ähnlich: Ich habe an Spielen gearbeitet, immer viel geschrieben und – ganz ehrlich – es liegt mir im Blut. Wäre es nicht Goodman Games geworden, hätte ich jetzt ein anderes Spiele-Projekt.

Argamae: Wie bist Du zu Goodman Games gekommen, Harley?

Harley: Nach dem College trennte sich meine heimatliche Spielrunde. Einige heirateten, andere zogen der Arbeit wegen fort. Schnell hatte ich keine Leute mehr, für die ich Spielrunden leiten konnte. Aber ich vermisste das Spielleiten, daher schrieb ich ein Abenteuer für einen meiner alten Freunde und schickte es seiner neuen Gruppe zu. Dieses Abenteuer sollte dann mein erstes DCC werden: Legacy of the Savage Kings.

Argamae: Wie stehst Du generell zu der Old-School-Bewegung und den vielen Spielen/Blogs, die seitdem existieren?

Harley: Ich bin ein großer Fan der OSR, von Retroklonen und den old-school-blogs, denn dort haben wir Spieler, die aus reiner Liebe zum Spiel ihre Abenteuer entwerfen, schreiben und veröffentlichen. Ihre Leidenschaft ist eine Inspiration und zeigt den wahren Geist aus den Anfangstagen des Rollenspiels.

Joseph: Ich glaube, das die OSR eine gute Sache ist. Und ich hoffe, das sie auch weiterhin eine positive Kraft bleibt und der gelegentliche Streit nicht die ganze Community entflammt. Hier haben wir eine Fangemeinde, die durch ein gemeinsames Interesse verbunden ist und sich an den Möglichkeiten digitaler Veröffentlichungen für den Sandkasten ihrer Jugend erfreuen. Laßt uns an unserem gemeinsamen Interesse Spaß haben und andere dafür begeistern.

Argamae: In welche Produktreihen von GG bist du hauptsächlich involviert, Harley?

Harley: Ich darf mich glücklich schätzen, für mehrere Produktreihen gearbeitet zu haben. So habe ich für die Dungeon Crawl Classics unter 3.5 und 4E geschrieben, die ersten Abenteuer der Master-Dungeon-Reihe verfasst sowie das erste Abenteuer für Age of Cthulhu. Jetzt liegt mein Hauptaugenmerk aber auf dem Abenteuerschreiben für unser bevorstehendes Dungeon Crawl Classics Rollenspiel.

Argamae: Abgesehen von Deinen eigenen Produkten – welche Rollenspiele magst Du sonst noch besonders gern?

Joseph: Ich spiele eine Menge Spiele, aber meine Rollenspielaktivitäten konzentrieren sich auf das DCC-Rollenspiel und andere Varianten von D&D. Auf dem weiten Feld sonstiger Spiele bin ich ein großer Fan der Euro-Brettspiele, insbesondere Puerto Rico, Carcassonne und andere in dieser Richtung. Ich stehe auf Star-Wars-Miniaturen und Risk 2210 AD. Kürzlich spiele ich mit meiner Familie viel Bananagrams und Gobblet. Meine Lieblings-Convention ist der GaryCon, hauptsächlich, weil dort offenes Spiel besonders betont wird. Letztes Jahr habe ich sehr viel DCC-Rollenspiel betrieben und danach SEHR VIELE Brettspiele im unteren, offenen Spielbereich ausprobiert. Es hat großen Spaß gemacht.

Harley: Ich bin ein großer Fan des Warhammer-Universums, wenn ich auch nie die Zeit hatte, ihre Table-Top-Spiele zu sammeln oder zu spielen. Ich bin noch immer auf der Suche nach einem sauberen, eleganten Wargaming-System, daß ich mit meiner alten Spielrunde an einem Nachmittag spielen kann.

Argamae: Wie viele TPK (Total Party Kills) gab es schon in Deinen Runden?

Harley: Das Risiko eines TPK ist immer da, aber gern sehe ich so etwas nicht am Spieltisch… schließlich soll ein Spiel ja Spaß machen. Aber ja, beim Testspielen neuer Abenteuer habe ich mindestens einen TPK pro Modul. Zu Anfang hatten wir einige wirklich schreckliche, mit zweistelligen Charaktertoden in einigen 0-Stufen-DCC.

Joseph: Tatsächlich eine ganze Menge. Die niedrigen Stufen des DCC-Rollenspiels bringen viele Charaktertode mit sich, darunter auch der gelegentliche TPK. Aber ein TPK sollte nicht das Ende deines Spiels bedeuten. Wenn alle Charaktere draufgehen, schicke sie in die Hölle oder eine der äußeren Ebenen, wo sich ihre Seelen den Weg zurück zur materiellen Ebene freikämpfen müssen. Das DCC-Rollenspiel dreht sich um genau solche Arten von Abenteuern – Quests und Reisen, um die Macht deines Charakters zu erhöhen. Nicht einfach nur Regeln.

Argamae: Welches war das erinnerungswürdigste Monster, dem Du in einer Rollenspielrunde bislang begegnet bist?

Joseph: Der Schwammrhi. In der Runde, mit der ich aufwuchs, war ich immer der SL. Mit der Spielgruppe in meiner Mittelstufe schickte ich die Spieler in eine Inselhöhle, die vom fürchterlichen Schwammrhi besetzt war. Es war ein gigantischer, zweiköpfiger Drache, der gegen ihn gerichtete Zaubersprüche absorbieren konnte, um sie dann gegen den Zaubernden einzusetzen. Wie ein Schwamm eben… na, verstanden? In der Mittelstufe dachte ich, das sei ziemlich clever.

Harley: Ein Dracolich, ziemlich früh in den Tagen von AD&D. Während einer einzigen Überraschungsrunde tötete er die gesamte Gruppe – bis auf den Paladin, der noch 3 Trefferpunkte übrig hatte. Wir würfelten die Initiative für die nächste Runde aus und der Paladin gewann. Er holte seinen Wunschring heraus und wünschte sich die gesamte Welt zurück in der Zeit, wodurch er die Gruppe vor ihrer sicheren Auslöschung bewahrte.

Argamae: Wo siehst Du den Fokus der Age-of-Cthulhu-Abenteuerreihe: Ermittlung oder Kampf?

Harley: Ermittlung. Zum Kampf kommt es erst dann, wenn jede andere Option fehlgeschlagen ist… oder wenn der alte Professor wahnsinnig wird.

Joseph: Von beidem ein bißchen, wie man wohl auch aus den Abenteuern erkennen kann.

Argamae: Wie pulpig darf Cthulhu sein? Glaubst Du, daß Lovecraft die üblichen Kriterien für klassische Pulp-Fiktion erfüllte?

Harley: In meinen Cthulhu-Runden finde ich Pulp gut, aber ich weiß, das dies nicht jedermanns Geschmack ist. Und das ist auch gut so. Aber um meiner eigenen geistigen Verfassung willen muss ich dem unablässigen Grauen eines gleichgültigen Universums etwas Leichtes entgegenstellen. Sonst wird mir diese zermürbende Hoffnungslosigkeit einfach zu viel.

Joseph: Lovecrafts Geschichten haben einen sehr besonderen Stil, der sicherlich nicht so dramatisch ist wie in vielen der klassischen Groschenromane. Aber einige seiner Geschichten haben ihre dramatischen Momente. Zum Beispiel wäre da die Konfrontation am Ende von „Der Fall des Charles Dexter Ward“ (die ich erst kürzlich gelesen habe und mir daher gerade einfällt). So, wie es für D&D verschiedene Spielstile gibt, glaube ich, das es auch für das Cthulhu-Rollenspiel verschiedene Stile geben kann – für die verschiedenen Stile seiner Geschichten als auch für die verschiedenen Auffassungen zur Spielweise seitens der Spieler.

Harley: Lovecraft war der Meister. Er zapfte das Grauen der Gegenwart an, um kulturelle Themen hervorzubringen, die bis heute spürbar sind. Wenngleich mir Leiber und Howard mehr liegen, kann ich die Meisterhaftigkeit von Lovecrafts Werken nicht leugnen.

Argamae: Was war die Inspiration zu Xcrawl und seinen Abenteuern? Wie wurde es von der Spielerschaft angenommen?

Harley: Xcrawl ist ein tolles Spiel, aber es ist nicht meines Geistes Kind. Joseph wird diese Frage beantworten

Joseph: Ich wünschte, ich könnte die Lorbeeren für Xcrawl einheimsen, aber das Genie dahinter ist mein Freund Brendan LaSalle. Xcrawl besitzt die beste Entstehungsgeschichte für ein Rollenspiel: Brendan schuf das Konzept als Teil seiner bestehenden D&D-Kampagne vor über zehn Jahren. Das dann veröffentlichte Spiel ist buchstäblich ein Auswuchs seines persönlichen Spielstiles. Xcrawl hat eine leidenschaftliche Fangemeinde und wir haben nicht vor, sie zu enttäuschen. Mein nächstes Hauptprojekt nach dem DCC-Rollenspiel ist Maximum Xcrawl, Brendans Vision des Spiels für die nächste Generation. Diese Version wird Pathfinder als Regelbasis verwenden und das gesamte Spiel von Anfang bis Ende generalüberholen. Etwa zwei Jahre hat Brendan diese Pathfinder-Verion getestet und mir kürzlich das endgültige Manuskript eingereicht. Es sieht sehr zugkräftig aus und ich glaube, es wird ein großer Hit. Natürlich werde ich zunächst das DCC-Rollenspiel unter Dach und Fach bringen, daher wird wohl noch ein Jahr ins Land ziehen, bevor unsere Spielefans Maximum Xcrawl zu Gesicht bekommen, aber man kann sich jetzt schon darauf freuen. Ich glaube, ihr werdet es lieben.

Interview with Goodman Games – Part 2: And the rest

März 5, 2012

Second part of the interview with Joseph Goodman and Harley Stroh. The first part you will find here, the translation of the German part one there. Part 2 in German will follow today evening.

Argamae: What was the initial spark for Goodman Games? What was your reason to establish a roleplaying company?

Joseph: Well, let me answer one step before that. My brother and I created an independent magazine for Warhammer 40,000 many years ago. We did that because we played the game constantly and had amassed a wealth of material that we had created. Goodman Games was similar: I’ve always worked on games, I’ve always written quite a bit, and frankly it’s in my blood. If it hadn’t been Goodman Games it would have been some other gaming project.

Argamae: How did you get onboard with Goodman Games, Harley?

Harley: After college, my home gaming group parted ways. Some of us got married, others moved away for work, and I quickly found myself without anyone to run games for. Even though I didn’t have a gaming group, I still missed running games, so I wrote an adventure for one of my old friends and sent it to his new group. That adventure turned out to be my first DCC, Legacy of the Savage Kings.

Argamae: What is your general position towards the old school movement and the many games and blogs that flourish in its wake?

Harley: I’m a big fan of the OSR, retroclones and the old-school blogs. These are gamers that design, write and publish for the sheer love of the game. Their passion is inspiring and true to the origins of role playing games.

Joseph: I think the OSR is a good thing. I hope that it continues to be a positive force, and the occasional argument doesn’t overwhelm the community. This is a group of fans united by a common interest, and enjoying the opportunities for digital publishing in the sandbox of one’s youth. Let’s enjoy our common interests and keep promoting them.

Argamae: What Goodman Games product lines are you primarily involved with?

Harley: I’ve been lucky enough to contribute to a number of the lines. I’ve written for the 3.5 and 4e Dungeon Crawl Classics, written the first adventures for the Master Dungeon line, and the first adventure for Age of Cthulhu. But now my work is primarily focused on writing adventures for our upcoming Dungeon Crawl Classics RPG.

Argamae: Apart from your own products what other roleplaying games do fancy the most?

Joseph: I play a lot of games but most of my RPG activity is centered round DCC RPG and other variants of D&D. In the broader pool of games I’m a big fan of Euro board games, particularly Puerto Rico, Carcassonne, and others of that ilk. I love Star Wars miniatures and Risk 2210 AD. Lately I’ve been playing Bananagrams and Gobblet a lot with my family. My favorite convention is GaryCon, in large part because of the heavy emphasis on open gaming. Last year I played a lot of DCC RPG and then a LOT of board games down in the open gaming area — it was great fun.

Harley: I’m a big fan of the Warhammer universe, though I’ve never had the time to collect or play any of their war games. I’m still on the hunt for a clean, elegant system war game that I can play with my old gaming crew in an afternoon.

Argamae: How many TPKs did you experience in your own gaming groups?

Harley: While there is always the risk of a TPK, I don’t like seeing them at the table … the game is supposed to be fun after all. But yes, while playtesting new adventures, I usually have at least 1 TPK per module. We had some terrible ones early on, with double digit character deaths in some of the 0-level DCCs.

Joseph: Quite a few, actually. The lower levels of DCC RPG involve a lot of character deaths and the occasional TPK. But a TPK shouldn’t be the end of your game. If all the characters die, send them to Hell or one of the outer planes, where their souls then have to fight their way back to the material plane. DCC RPG is about that kind of adventure – quests and journeys to raise your character’s power level, not simply rules.

Argamae: Which was the most memorable monster you ever encountered in one of your roleplaying sessions?

Joseph: The spongerhi. I was always the DM in my home group growing up. In my middle school gaming group, I sent the players to an island cavern occupied by the dread spongerhi. It was this gigantic two-headed dragon that would absorb spells cast against it, then use that magic against the caster. Like a sponge – get it? I thought it was very clever when I was in middle school.

Harley: A dracolich, early on in the days of AD&D. In a single surprise round it killed the entire party except for the paladin, who was left with 3 hit points. We rolled initiative for the next round and the paladin won. He pulled out his ring of wishes and wished the entire world back in time, saving the party from certain destruction.

Argamae: What would you say is the focus of the Age of Cthulhu adventures: investigation or combat?

Harley: Investigation. Combat happens when every other option has failed … or when the old professor goes mad.

Joseph: A little of both, as you can probably tell from the adventures

Argamae: How much pulp is okay for Cthulhu? Do you think that Lovecraft’s tales “ticked all the boxes” for classical pulp fiction?

Harley: I enjoy pulp in my Cthulhu, but I know this isn’t to everyone’s taste, which is fine. But, for my own personal sanity, I need to balance the unrelenting horror of an uncaring universe with a bit of levity. Otherwise the grinding hopelessness is just too much.

Joseph: Lovecraft’s fiction is a very specific style that certainly isn’t as dramatic as much of the “classic” pulp fiction. But some of his stories do have their dramatic moments. For example, the final confrontation in The Case of Charles Dexter Ward (which I just read recently and have top of mind). Just as there are different styles of play for D&D, I believe there can be different styles of play for Call of Cthulhu, which emphasize different styles of his fiction and different player preferences for game play.

Harley: Lovecraft was the master. He tapped into horror of the present to extract cultural themes that resonate to this day. While I will always prefer Lieber or Howard, there is no denying the mastery of Lovecraft’s works.

Argamae: What inspired you to make Xcrawl and its adventures? How was it received from gaming audiences?

Harley: XCrawl is an amazing game, but it’s not my brainchild. Joseph will have the answer this.

Joseph: I wish I could take credit for Xcrawl, but the genius behind it is my friend Brendan LaSalle. Xcrawl has the best kind of origin story for an RPG: Brendan created the concept as part of his ongoing D&D campaign, more than a decade ago, and the published game is actually the outgrowth of his personal style of play. Xcrawl has built a dedicated fan base and we have no intention of letting them down. My next major project after DCC RPG is Maximum Xcrawl, which is Brendan’s next-generation vision for the game. This will be a Pathfinder-powered version of Xcrawl that streamlines the whole game from start to finish. Brendan has been play testing the Pathfinder version for about two years and submitted the final manuscript to me recently. It’s looking very strong and I think it will be a big hit. Of course I have to get DCC RPG put to bed first, so it will be a year or so before gaming fans get to see Maximum Xcrawl, but it’s something to look forward to and I believe it will be very popular.

DCC-RPG: Third Party Support

Januar 4, 2012

Argamae hat sich einmal die weiteren Anbieter für das DCC-RPG beschäftigt, welche man in z.Z. auf der Goodman Games Homepage findet:

Ich habe mich heute noch ein bißchen mit den geplanten Lizenzprodukten beschäftigt, die ich im letzten Posting genannt habe. Third-Party-Publisher, wie Land of Phantoms, konnten wohl schon einen Blick auf die finale (oder wenigstens semi-finale) Fassung der DCC-RPG-Regeln werfen und sind absolut begeistert. Laut deren Aussage gibt es wohl gegenüber der vorherigen Fassung (also womöglich den freien Beta-Regeln) einen gewaltigen Qualitätssprung, was Aufmachung sowie Inhalt angeht. Das DCC RPG entflieht damit, so der Publisher, quasi per “Dimensionstor” dem Haufen aus “retroclones”, in dem das Rollenspiel ja überwintert. Sie gehen sogar soweit, Goodman Games bereits den Ennie- oder Origins-Award zuzugestehen.

Ein endgültiger Release-Termin für das DCC RPG ist nun APRIL 2012.

Was ist zu den Lizenzprodukten zu sagen? Zunächst einmal ist es natürlich klasse, daß das DCC RPG mit einer freien Lizenz ähnlich der OGL aufwartet und damit auch wieder kleineren Verlagen die Möglichkeit geboten wird, Material zu entwickeln. Und was ich bislang – natürlich nur flüchtig – sehen konnte, sieht vielversprechend aus. Im Einzelnen:

Tales from the Fallen Empire (Chapter 13 Press)
Hier kommt ein ganzes Kampagnensetting auf das junge DCC RPG zu. Ganz in der Tradition von Moorcock, Leiber, Lynn Carter, Howard und Lovecraft, so die vollmundigen Worte der Macher, wird eine Art postapokalyptisches Fantasy-Reich beschrieben, in dem die Menschen in einer gewaltigen Revolte die mächtigen Hexerkönige gestürzt haben und nun in den Trümmern und Ruinen dieses uralten, fluchbeladenen Zauberer-Reiches neue Nationen gründen wollen. Natürlich sind in den von Krieg und Zauberei zerfressenen Ländern noch viele Relikte, Geheimnisse und verbotene Lehren zu finden, nach denen es nicht nur Abenteurer gelüstet sondern auch die Herrscher der 7 überlebenden Königreiche – viel Konfliktpotenzial also für jede Menge actiongeladene Sword & Sorcery Abenteuer.
Das Cover sieht sehr ansprechend aus und von den bisherigen Produkten wirkt es am “professionellsten”. Gleich 6 neue Klassen will das Setting präsentieren, darunter auch “Man-Apes” und “Barbarians” sowie eine überarbeitete Magierklasse, den “Sorcerer”. Klingt vielversprechend, meine ich.

Lands of Legend: Cloudmaker Mountain (Sagaworks Studios)
Hier haben wir ein Abenteuermodul, daß den legendären Berg “Cloudmaker Mountain” als Schauplatz hat. Vor langer Zeit herrschten die Älteren Rassen, deren Macht und Magie so gewaltig war, daß selbst ihre geringsten Zauberer auf riesigen Silberadlern so hoch empor fliegen konnten, daß der Himmel nicht länger blau erschien. Nun hat der König des Tals beschlossen, den Gerüchten von unglaublichen Schätzen im Cloudmaker Mountain nachzugehen, nachdem ein verdorbener Akolyth der untoten Könige die alten Tore zum Berg überwunden hat und chaotische Wesen die Gegend unsicher machen und das ganze Tal bedrohen. Sieht optisch ganz vielversprechend aus und auch hier klingt es, als gäbe es viel interessantes Material in bester Sword & Sorcery Tradition.
Das Abenteuer scheint für 16-24 Charaktere der Stufen 0-1 ausgelegt zu sein.

Attack of the Frawgs (Thick Skull Adventures)
Ein weiteres Abenteuermodul, dessen Cover eine Art Froschkrieger ziert. Im Dorf mehren sich die Gerüchte, daß unheimliche Wesen Reisende angegriffen haben. Als dann auch noch ein Trapper vom Dead Goblin Lake mit furchterregenden Geschichten heimkehrt, beschließt die Gemeinde, etwas zu unternehmen. Echte Helden sind rar, also wagen sich Dörfler, Bauern und einfache Handwerker zum Dead Goblin Lake, um der Bedrohung entgegen zu treten. Dieses Abenteuer ist speziell für den “Trichter” von 0-Stufen-Charakteren ausgelegt und soll Neulinge ins DCC RPG einführen. Für 8-14 “klassenlose” Nobodys, die sich ihre ersten Sporen verdienen wollen.
Die Aufmachung ist nicht so professionell wie die beiden erstgenannten Produkte, überzeugt aber optisch durch ein tolles Abenteuerlogo. Inhaltlich kann man natürlich, wie auch bei den anderen Lizenztiteln, noch gar nichts sagen. Aber hey! – Frösche als Monster, daß gefällt mir schonmal sehr gut!

Transylvanian Adventures & The Transylvanian Grimoire (Land of Phantoms)
Die nebelverhangenen Bergwälder und abergläubischen Dorfbewohner Transylvaniens bilden den Hintergrund dieses Ergänzungsbandes für das DCC RPG. Neben einem kompletten Setting, daß man wohl als “Ravenloft für DCC” bezeichnen könnte, werden auch neue Klassen, Zauber und Regeln präsentiert. Dennoch steht es wohl mehr auf Sword- als auf der Sorcery-Seite. Die Aufmachung wirkt momentan noch nach einem PDF, ein Covermotiv konnte ich noch nicht entdecken. Aber das Produkt verspricht: “Keine Elfen. Keine Zwerge. Keine glitzernen Vampire.” Grinsend

Perils of the Sunken City, The Ooze Pits of Jonas Gralk, A Gathering of the Marked (Purple Sorcerer Games)
Als letzter Publisher der neuen DCC-RPG-Lizenz sind PSG angetreten, um eine Modulreihe ähnlich der Dungeon-Crawl-Classics-Abenteuer zu veröffentlichen. Die ersten drei Bände (wie oben genannt) spielen an einem gemeinsamen Schauplatz, sind allesamt für 0-Stufen-Charaktere und zeigen damit, daß mit dem “Trichter”-Konzept wohl ein ziemlicher Reiz verbunden ist. Aufmachung und erste Einblicke in die enthaltenen Karten zeigen, daß PSG sehr sauber und professionell zu Werke geht. Diesen Leuten haben wir übrigens auch den formidablen 0-Level-Charakter-Generator zu verdanken wie auch den “Funky Dice Roller”.
Auch diese Produkte machen einen guten Eindruck und besitzen ein professionelles Konzept. Sieht also alles danach aus, als ob Goodman Games durchaus ein wachsames Auge auf die Verlage haben, denen die DCC-RPG-Lizenz anvertraut wird.

Ich glaube, es steht uns eine interessante und spannende Sword & Sorcery Zukunft bevor!

Olaf Buddenberg

Stephen Michael Sechi (Talislanta) im Kamingespräch

November 27, 2011

Diesmal führt erstmals Bangrim das Kamingespräch, welcher durch einige Fragen von Argamae unterstützt wird. Die Übersetzung ist von Bangrim, drübergeschaut hat auch hier Argamae. Das Original schieben wir übrigens am Montag hinterher, für diejenigen, die es lieber auf Englisch lesen. Wer bei den nächsten Kamingespräch Fragen stellen möchte, hat bis Mittwoch Gelegenheit, Fragen an Jürgen Mang (Space Pirates, Weltenbuch) zu stellen.

Nun aber zu Stephen Michael Sechi, welcher dem ein oder anderen als Erfinder von Talislanta bekannt sein dürfte – alles weitere erklärt sich im Laufe des Gesprächs, denke ich.

Bangrim: Wie bist du mit der Rollenspielszene in Kontakt gekommen?
S. M. Sechi: Ich hab ca. 1983 angefangen, Rollenspiele zu spielen. Ein jüngerer Cousin aus Seattle hat mich dazu gedrängt, dieses neue Spiel names Dungeons & Dragons auszuprobieren. Damals hab ich in einer Band gespielt und hab ihn immer wieder abgewiesen, bis ich es eines Tages doch mal ausprobiert habe. Ich liebte dieses Spiel sofort, nach dem Spielen bin ich sofort los, um mir die ersten D&D-Hardcover-Bücher zu kaufen und fing an, meine Freunde dazu zu bringen, mitzuspielen. Recht schnell fing ich dann an, meine eigenen Charaktere, Kreaturen usw. zu erschaffen und nach ein paar Jahren habe ich mich dazu entschlossen, mit 2 Freunden eine Rollenspielfirma aufzubauen. So entstand dann Bard Games.

Bangrim: Was denkst du über die heutige Rollenspielszene und vor allem über die Rollenspielindustrie?
S. M. Sechi: Eigentlich bin ich komplett raus aus der Szene und ich weiß auch nicht wirklich viel darüber. Von anderen Leuten, die noch aktiv sind, weiß ich nur, das die Verkäufe im Vergleich zu meiner aktiven Zeit zurückgegangen sind. Das finde ich persönlich sehr schade, weil ich Rollenspiele noch immer sehr genieße und ich glaube, dass sie die kreativste Spielform sind.

Bangrim: In welchen Rollenspielprojekten warst du involviert?
S. M. Sechi: Die erste Version von Bard Games veröffentlichte  als erstes 3 Ergänzungsbücher, die so aufgebaut waren, das sie mit jedem Rollenspiel kompatibel sind (Compleat Alchemist, Spell Cast und Adventurer), daraufhin folgte die „Atlantean Trilogy“. Die Firma wechselte daraufhin zweimal den Besitzer. Ich verkaufte meine Anteile, jedoch kaufte ich sie bereits 6 Monate später wieder zurück. Ab diesem Punkt begannen wir mit der Veröffentlichung von Talislanta-Büchern. Als wir Bard Games ein paar Jahre später geschlossen haben, habe ich die Lizenzrechte von Talislanta an WoTC gegeben, später an Shooting Iron Games und noch später an Morrigan Press. Außerdem hab ich nebenbei als freier Schreiber für andere Firmen gearbeitet. Dabei sind ein Abenteuer für Cyberpunk und Over The Edge entstanden.

Bangrim: Bist du derzeit in einem Projekt involviert?
S. M. Sechi: Ja, in Musikprojekten – nachdem Bard Games geschlossen wurde, bin ich zurück zur Musik gekommen und habe als Komponist, Produzent und Sound Designer gearbeitet. Rollenspielprojekte gibt es derzeit keines, obwohl ich einige Ideen habe, die ich vielleicht irgendwann ausarbeiten werde, falls ich die Zeit dafür finde. Die Musikindustrie hat mich die letzten Jahre ziemlich beschäftigt.
In meiner „Freizeit“ (haha) arbeite ich an einem Spiel, jedoch an keinem Pen-&-Paper-Spiel. Es ist eine Idee für ein Videospiel und wir haben bereits eine kleine Gruppe von Künstlern und Komponisten, die in ihrer Freizeit an Ideen arbeiten.  Falls einer deiner Leser ein guter 3-D Modellierer ist und an dem Projekt mitarbeiten möchte, dann lass es mich wissen.

Bangrim: Was war dein absolutes Lieblingsprojekt?
S. M. Sechi: Ganz klar: Talislanta. Ich genieße das Spiel und insbesondere das Setting.

Bangrim: Gibt es  Projekte, die du nie beenden konntest?
S. M. Sechi: Nicht wirklich. Hier und da ein paar Brocken und ein Ordner, gefüllt mit Notizen und Ideen.

Bangrim: Du warst damals auch Präsident von Bard Games. Wie ist es dazu gekommen?
S. M. Sechi: Ich habe die Firma mit 2 Freunden gegründet, jeder von uns hat 600$ investiert. Da ich den Großteil geschrieben habe und auch in die meisten Dinge involviert war, wurde ich Präsident.

Bangrim: Welche Probleme sind aufgetreten als ihr eure eigene Firma hattet?
S. M. Sechi: In den ersten Jahren lief es bei Bard Games erstaunlich gut, vor allem, da wir eine kleine Firma waren. Jedoch haben wir ein paar schwerwiegende Fehler gemacht, als wir das Geschäft erweitern mussten. Das hat uns schließlich eine Menge Geld gekostet und daraus resultierte dann auch das Ende von Bard Games.

Bangrim: Welche Einflüsse gab es für Talislanta?
S. M. Sechi: Den größten Einfluss hatten die die Fantasy-Romane von Jack Vance, James Branch Cabell, Clark Ashton Smith, außerdem noch Lovecraft’s Dreamlands Of Unknown Kadath, Howard’s Conan, Elric und Die Reisen von Marco Polo.

Bangrim: Talislanta hat über die Jahre viele Publisherwechsel vollzogen. Wenn du zurück blickst, glaubst du, das Talislanta sich gut geschlagen hat?
S. M. Sechi: Ich glaube, Talislanta hat sich sehr gut geschlagen, besonders wenn man bedenkt, das es eine Independent-Produktion war und niemals ein großes Budget hatte. Das Spiel wurde in Deutsch, Französisch und Italienisch übersetzt, hatte seine eigene Miniaturenreihe und wurde in 5 Editionen über den Zeitraum von 25+ Jahren veröffentlicht. Ja, ich würde sagen, Talislanta hat sich sehr gut geschlagen.

Bangrim: Talislanta.com bietet alle Talislanta Bücher kostenlos an. Wie kam es zu dieser Entscheidung?
S. M. Sechi: In den letzten 10 Jahren hatte ich das Glück, gut von der Musik leben zu können und ich wollte den Talislanta-Fans etwas zurückgeben. Sie mussten viel mitmachen in den ganzen Jahren als Talislanta von einem Publisher zum nächsten gewandert ist – viel gutes, aber auch viel schlechtes. Ich hatte 2 Angebote für eine weitere Edition, aber ich habe die Angebote abgelehnt. Ich wollte lieber alle alten Bücher kostenlos verfügbar machen und ich bin froh, das ich mich so entschieden habe  – die Reaktionen waren großartig. Seit Talislanta kostenlos verfügbar ist, haben über 85.000 die Seite besucht um freie PDFs und andere Dinge herunterzuladen. Das ist verdammt cool.

Bangrim: Gibt es Pläne, die Bücher auch als Print On Demand verfügbar zu machen?
S. M. Sechi: Nein, ich wollte diesen Weg nicht einschlagen. Es wird nur kostenlose PDFs geben.

Bangrim: Ist das Artwork-Buch von Khepera Publishing immer noch in Arbeit? Gibt es da Neuigkeiten?
S. M. Sechi: Das letzte Mal, als ich mit Jerry von Khepera gesprochen habe, war das Projekt noch in Arbeit, aber es gab Verzögerungen. Ich muss mich mal wieder mit ihm in Verbindung setzen, um zu gucken, wie weit das Buch genau ist. Danke, dass du mich daran erinnert hast.

Bangrim: Talislanta hat eine kleine, aber loyale Fangemeinschaft. Es gibt immer noch Leute, die viel Material für das Spiel schreiben. Das muss dich glücklich machen, oder?
S. M. Sechi: Ich habe das bereits oft gesagt, aber ich meine es auch so: Talislanta-Fans sind die besten. Sie sind dem Spiel treu geblieben, obwohl es oft  Publisher-Wechsel und neue Editionen gab, und sie gehören für mich zu den loyalsten und kreativsten Menschen, die ich kenne. Talislanta und Talislanta.com wäre ohne sie nie möglich gewesen. Falls ich jemals noch einmal ein Rollenspiel machen werde, dann für sie.

Bangrim: Du hast bereits die „ausländischen“ Talislanta-Editionen erwähnt und eine, um genau zu sein, die Französische, ist immer noch in der Produktion. Das Besondere ist, das bei Ludopathes nicht nur Bücher übersetzt, sondern auch neue geschrieben werden. Bist du in irgendeiner Weise in deren Arbeit involviert oder lässt du ihnen komplett freie Hand.
S. M. Sechi: Sie arbeiten komplett eigenständig. Als Teil unseres Lizenzierungsabkommens bestand ich eigentlich immer darauf, dass ich die Bücher absegne. Jedoch lasse ich Ludopathes freie Hand, sie können mit Talislanta machen, was sie wollen und es scheint für sie der richtige Weg gewesen zu sein.

Bangrim: Auf Talislanta.com gibt es alle Bücher kostenlos, jedoch haben es ein paar Bücher NICHT geschafft, auf der Seite zu landen. Die Chroniken 2 bis 6 wurden veröffentlicht, aber du warst bei diesen Büchern gar nicht involviert. Warum?
S. M. Sechi: Es gab ein paar Meinungsverschiedenheiten, die mich zu der Überzeugung brachten, die Bücher komplett aus der Produktreihe zu werfen.

Bangrim: Wie gefällt dir die D20 Version von Talislanta?
S. M. Sechi: Ich hab sie nie gespielt, daher kann ich dazu nichts sagen.

Bangrim: Talislanta ist eine Welt voller Magie, alten Zivilisationen und phantastischer Technologie. Hattest du jemals den Gedanken, die Schauplätze ins All zu bringen? 
S. M. Sechi: Ja! Es gab sogar ein Projekt, an dem ich eine Zeit lang gearbeitet habe, nämlich „Omniverse“. Es hat sich genau mit diesem Gedanken beschäftigt. Leider kam zu dem Zeitpunkt, als ich an „Omniverse“ gearbeitet habe, Spelljammer raus, also habe ich das Projekt aufgegeben.

Bangrim: Warum hast du dich beim Talislanta-System dafür entschieden, Archetypen zu benutzen?  Es hätte doch auch Möglichkeiten für eine freie Charaktererschaffung gegeben.
S. M. Sechi: Ich hatte das Gefühl, dass die Welt bereits sehr komplex ist und ich glaubte, dass es für Neulinge einfacher wäre, wenn ich ihnen vorgenerierte Archetypen bereitstelle. Es gibt so viele Rassen und Personen in Talislanta, das wäre sonst einfach zu kompliziert für neue Spieler.

Bangrim: Wenn du auf Talislanta leben könntest, wo würde es sein?
S. M. Sechi: Hahaha! Gute Frage! Ich glaube Cymril oder Altan wären schön, oder vielleicht auch das alte Archaeus.

Bangrim: Zu welcher deiner Kreationen hast du eine besondere Beziehung?
S. M. Sechi: Ich mag viele von ihnen, aber wenn ich ein paar Favoriten wählen würde, dann wären das die Ariane, Xambrian wizard hunters, Thralls und die Jaka. Meine Lieblingscharaktere waren die alten Archaen Magier wie Koraq, Viridian oder Arkpn. Ich finde, dass es sehr interessante Persönlichkeiten sind.

Bangrim: Hattest du jemals die Möglichkeit, die „Marke“ Talislanta vom RPG in andere Bereiche zu übertragen?
S. M. Sechi: Ich habe eine paar Talislanta Kurzgeschichten geschrieben, welche Wizard Of The Coast in den 1990ern veröffentlicht hat.  Vor ein paar Jahren habe ich einige Male versucht, einen Talislanta Roman zu schreiben. Ich hoffe immer noch, das sich irgendwann die Möglichkeit ergibt, einen Talislanta-Graphic-Novel oder einfach ein Comic-Buch zu machen. Außerdem würde ich auch sofort die Möglichkeit ergreifen, ein Talislanta-Videospiel zu machen. Wenn einer eurer Leser jemanden kennt, der ein Talislanta-Videospiel machen will, lass es mich wissen – ich schreibe dann die Musik dazu.

Bangrim: Neben deiner Arbeit als RPG-Autor hast du auch Musik komponiert. Erzähl uns doch ein bisschen darüber.
S. M. Sechi: Vor ca. 12-13 Jahren bin ich zurück zur Musik gekommen und habe angefangen, für verschiedene Musik-Bibliotheken zu komponieren. Seitdem haben ich an die 200 CDs produziert, alle mit unterschiedlichen Stilrichtungen. Von 70er Jahre Funk (mein Favorit!) über Reggae bis Nu Metal war alles dabei. Vor knapp 5  Jahren begann ich, Probe-CDs für Big Fish Audio zu schreiben und zu produzieren. Vor kurzem habe ich begonnen, virtuelle Instrumente für ihre Tochterfirma Vir2 zu produzieren. Ich beschäftige mich außerdem mit Sound Design, ein sehr interessantes Thema. Mittlerweile habe ich auch mein eigenes Aufnahmestudio, welches fast vollständig von meinen Trommeln, die ich aus Japan, China und Afrika habe, ausgefüllt wird. Falls sich eure Leser für meine Musik interessieren und auch Interesse haben, ein paar Proben zu hören, dann können sie das hier tun:
http://www.bigfishaudio.com/detail.html?512175

http://www.bigfishaudio.com/detail.html?511859

http://www.bigfishaudio.com/detail.html?513821

http://www.bigfishaudio.com/detail.html?1;16;1:::::::::Symphonic%20Manoeuvres%202:1586

Der letzte Link ist von einem Projekt mit einem 60 Mann Orchester das wir in Prag aufgenommen haben. Das war schon sehr cool.

Bangrim: Du hast auch 3 Soundtracks extra für Talislanta komponiert. Besteht eine Chance, das diese irgendwann auf Talislanta.com verfügbar sind?
S. M. Sechi: Das sind zum Teil meine ersten Stücke, die ich aufgenommen habe. Die Qualität ist hauptsächlich schlecht, weil ich damals eigentlich kein Equipment hatte, nur einen Ensoniq Sampler. Ich bin auch nicht scharf drauf, Werbung für dieses alte Material zu machen, aber ich glaube sie, dürften bereits auf der Website zu finden sein.

Bangrim: Du hattest ja schon gesagt, dass du eigentlich alle Stilrichtungen beim Komponieren ausprobiert hast, auch deine Arbeit bei bigfishaudio.com ist sehr facettenreich. Gibt es dennoch etwas, das du unbedingt noch ausprobieren möchtest?
S. M. Sechi: Ich würde wirklich gerne die Musik für ein Videospiel machen. Ich glaube, das würde mir Spaß machen.

Bangrim: Welche Tipps hast du für einen jungen Autor, der ein Rollenspiel schreiben möchte?
S. M. Sechi: Hmmm…. Gute Frage. Ich würde sagen – trotz der schwachen Absatzzahlen in der RPG Industrie, man sollte  ein Rollenspiel schreiben, wenn man das Schreiben und Rollenspiele liebt. Vielleicht macht man Geld damit, aber vielleicht auch nicht. Man wird jedoch sicher viel Spaß beim Schreiben haben und man wird viel übers Schreiben, Spiele und das Geschäft lernen. Ich hab das jedenfalls getan.

Bangrim: Wie startet man überhaupt beim Schreiben eines Rollenspiels?
S. M. Sechi: Ich habe damit angefangen, den Hintergrund zu schreiben, also Orte erschaffen, Kreaturen, Personen, Geschichte usw.. Ich habe das schon als Spielleiter gemacht, verschiedene kleine Sachen geschrieben, die ich dann zu meiner damaligen D&D-Kampagne hinzufügen konnte.  Die besten Ideen daraus wurden dann die Grundlage für Talislanta. Wenn ich mich korrekt erinnere, habe ich zwischen 50 und 65 Wochen für das Schreiben des ersten Talislanta-Buchs (Die Chroniken) und das Erschaffen von Design-Vorentwürfe für die wichtigsten Personen und Kreaturen gebraucht. Es war viel harte Arbeit, aber ich habe die Zeit genossen.

Bangrim: Hast du eine RPG-Anekdote, an die du dich gerne erinnerst?
S. M. Sechi: Ich hab ein paar, manche davon sind sogar richtig wild. Aber anstatt über diese zu reden, würde ich die Gelegenheit gerne nutzen, um 3 Leute hervorzuheben, die uns 1983 wirklich geholfen haben,  in der Branche Fuß zu fassen. Der erste, den ich nenne möchte, ist Scott Bizar von FGU (Fantasy Games Unlimited), welcher sich mit uns hinsetzte und unsere Fragen, die wir zum Geschäft hatten, beantwortete . Für einen Konkurrenten fand ich das extrem freundlich und selbstlos. Die anderen beiden sind Danny und Mike von „The Compleat Strategist“, für mich einfach der beste Spieleladen der Welt. Als wir Bard Games gegründet haben, sagten sie uns, dass sie unsere ersten Bücher sofort bestellen würden. Sie haben uns angetrieben und haben uns immer gut beraten. Außerdem gab es da ein paar nette Anekdoten, die ich hier aber nicht wiederholen kann.

Bangrim: Danke für das Interview, Steve!
S. M. Sechi: Danke, dass du mich interviewt hast. Außerdem danke ich allen Lesern, die jemals Talislanta oder ein anderes Bard-Games-Produkt gespielt haben. Ich habe eure Unterstützung immer geschätzt.

-> talislanta.com mit den angesprochenen zahllosen Downloads

Macabre Tales – cthuloides Erzählrollenspiel mit Dominosteinen

November 6, 2011

Spectrum Games, dem ein oder anderen durch das Superheldenrollenspiel Capes, Cowls and Villains Foul bekannt, veröffentlicht ein neues Rollenspiel in .pdf-Form: Macabre Tales. Das Spiel ist auf englisch für 15 Dollar bei RPG Nowerhältlich, die Pressemitteilung hat der Editor des Werks, Norbert Franz, übersetzt und mir zugeschickt:

Spectrum Games ist erfreut darüber, die Veröffentlichung von Macabre
Tales bekannt geben zu können, einem mit Dominosteinen gespielten
Rollenspiel, das zum Ziel hat, die Art der seltsamen Gruselgeschichten -
aus der Tradition der „weird stories“ – aus der Feder von H.P. Lovecraft
werkgetreu nachzuahmen, die in den 20er und 30er Jahren entstanden. Das
Spiel ist für den Gebrauch von zwei Personen – einem Erzähler und einem
Spieler – gedacht, es enthält jedoch auch detaillierte optionale Regeln
für das Spiel mit mehreren Spielern.

Die Designerin des Spiels, Cynthia Celeste Miller, sagt dazu: „Beim
Entwerfen dieses Spiels verfolgte ich ein klares einfaches Ziel: Es
sollte akkurat die Atmosphäre der Geschichten Lovecrafts an deinem
Spieltisch erzeugen. Dies machte erforderlich, dass ich genau
untersuchte, wie ein Rollenspiel eigentlich funktioniert, dass ich es
auseinandernahm, modifizierte und dann wieder neu zusammenfügte. Das war
ein zeitaufwändiger und anstrengender Prozess, aber ich bin der Meinung,
dass das Endresultat die Mühen sicherlich wert war.“

Macabre Tales verzichtet absichtlich auf die Verwendung von Würfeln,
weil es bemüht ist, die gewissenhafte, pedantische Natur von Lovecrafts
Geschichten besser nachzubilden. Statt Würfel zu nehmen entschieden wir
uns für den Gebrauch von Dominosteinen.

Hierzu meint Miller: „Die Spielmechanismen mit Dominos sind so
aufgebaut, dass der Spieler damit eine größere Kontrolle über das
Ergebnis der Aktionen des Charakters besitzt. Der Vorgang ist weit
weniger vom Zufall gesteuert, aber Glück spielt in der Gleichung immer
noch eine Rolle. Es ist gerade genug Glück im Spiel, um den Spieler zu
verunsichern und angsterfüllt an seinen Platz zu bannen.“

Ein anderer wichtiger Aspekt von Macabre Tales ist, dass es die
„Beiträge“ anderer Schriftsteller zu dem von Lovecraft festgelegten
Pseudokosmos völlig außen vor lässt. Es konzentriert sich allein auf
diejenigen Teile, die er selbst geschaffen hat. Wenn Lovecraft mit einer
Kreatur, einem Buch, einem Schauplatz oder einer Erzählung nichts zu tun
hatte, dann findet man dies auch nicht in diesem Buch.

Die gedruckte Version wird am 5. November 2011 über das
Print-on-Demand-Angebot von DriveThruStuff.com veröffentlicht werden.

(Spectrum Games, 31.10.2011)

 Bei RPG Now erhältlich.

Edit: Die Veröffentlichung als Hardcopy verschiebt sich etwas und wird wohl in zwei Versionen erfolgen. Norbert wird den Domino-Mechanismus vorstellen und ein Reziexemplar kriegen wir auch, fehlt eigentlich nur ein Rezensent!

[RPG Now] Cthulhu-Preisrabatt an Lovecrafts Geburtstag

August 20, 2011

Zum 121. Geburtstag von H.P. Lovecraft gibt es bei RPG Now 15% Preisnachlass auf eine dicke Auswahl an Cthulhu-Artikeln, immerhin etwa 130 verschiedene.

Zur RPG Now-Aktion

Ansonsten sei noch die erste Ausgabe des Cthulhu-Podcastes empfohlen, welcher genau vor einem Jahr entstand und sich um das Wirken und Schaffen von Lovecraft dreht.

Pathfinder – der Fahrplan der nächsten Monate

März 20, 2010

Im Ulisses-Forum wurde zusammengestellt, an was wir gerade arbeiten . da dürfte hoffentlich für jeden etwas dabei sein! 

Module

  • D0 – Falkengrunds letzte Hoffnung (PDF)
    Dieses erste Pathfinder-Modul erschien auf deutsch noch nach 3.5-Regeln und ist inzwischen lange vergriffen.
    Die neue Version wird vollständig an die Pathfinder-Regeln angepasst und als kostenloses PDF zum Download angeboten.
  • D1.5 – Die Rache des Koboldkönigs (PDF)
    Dieses Modul, das sich gut als Übergang zwischen D1 – Die Krone des Koboldkönigs und D4 (siehe nächster Eintrag) spielen lässt, wird ebenfalls als kostenloses Download-PDF angeboten.
  • D4 – Hungrig sind die Toten (angekündigt für April)
    Der Abschluss der Finstermondtal-Reihe.
    Dies wird gleichzeitig der letzte Titel mit einer “Abkürzung” im Titel sein. Wir folgen damit dem Beispiel von Paizo, die bereits letztes Jahr damit aufhörten, da die Kürzel eher zu Verwirrung statt Erhellung führten.
    Thematisch dazu passend ist das folgende Einsteiger-Modul:
  • In den Spukwald
    Dieses Kurzmodul spielt nicht weit weg vom Finstermondtal und lässt sich daher gut mit der Finstermondtal-Reihe kombinieren.
    Es richtet sich an PF-Neueinsteiger und beinhaltet im zweiten Teil eine Kurzanleitung zum Spielen der vier vorgestellten Beispielcharaktere der 1. Stufe.

Damit kommen wir zu einer anderen Region Golarions. Um der im Almanach zu Absalom beschriebenen Metropole am Nabel der Welt zusätzliches Leben einzuhauchen, werden die beiden dort spielenden Module übersetzt:

  • Galerie des Bösen
    Monster entsteigen auf mysteriöse Weise Gemälden und stiften Panik unter der Noblesse Absaloms. Können die Spieler eine Ausbreitung dieser Angriffe verhindern und der Ursache für die Angriffe auf den Grund gehen?
    Dieses Stadtabenteuer ist für Spieler der 8. Stufe geeignet.
  • Die Schlinge des Henkers
    Ein ganz besonderes Abenteuer: In diesem Modul ist ein viele Jahre zurückliegender Mordfall aufzuklären und die Spieler kämpfen nicht nur gegen die Zeit, sondern um ihr eigenes Leben.
    Dieses detektivische Abenteuer ist für erfahrene Spieler der 1. Stufe geeignet.

Das folgende Modul spielt in Ustalav, eine stark von H. P. Lovecraft’schen Werken inspirierte Region Golarions:

  • Das Grauen unter dem Hügel
    Die Stadt Aashügel wurden auf den Ruinen vergangener Zivilisationen errichtet. Niemand weiß oder kümmert sich noch darum, wer ursprünglich dort lebte. Aber eines Tages kommt ein namenloses Grauen von unter dem Hügel und zieht durch die Stadt, wo es Angst und Schrecken verbreitet. Können die Spieler dem Grauen Einhalt gebieten?
    Das Modul ist für Spieler der 5. Stufe geeignet und enthält einen kurzen Anhang über die (Vor-)Geschichte der Stadt.

Alle Module sind 32-seitig mit Ausnahme der beiden kostenlosen Module D0 und D1.5, die 16 Seiten Umfang haben. “In den Spukwald” wird voraussichtlich zur Hälfte aus dem Abenteuer und zur Hälfte aus der o.g. Kurzanleitung bestehen.

Almanache

  • Almanach der Götter und Magie (angekündigt für diesen Monat)
    Hier wird der Götterhimmel Golarions (insbesondere der Haupt-Pantheon) um einiges detaillierter als im Kampagnenwelt-Band vorgestellt. Zusätzlich gibt es Infos über zahlreiche nicht-menschliche Pantheone.
  • Almanach zum Finstermondtal
    In diesem Band wird die Region, in der die Module D0, D1, D1.5, E1 und D4 spielen, detailliert vorgestellt. Es wird sowohl vertiefendes Hintergrundwissen als auch Anregung für viele weitere Abenteuer geboten.
  • Almanach der Verliesbewohner
    Dieser Band setzt die beliebte Reihe von Monster zentrierten Almanachen wie dem Almanach der klassischen Monster und dem Almanach der Drachen fort, in denen die Lebensweise, Philosophie und Varianten bestimmter Monster im Vordergrund stehen. In diesem Band stehen die namensgebenden unterirdischen Monster im Mittelpunkt, u.a. Klassiker wie Purpurwurm, Landhai, Rostmonster, Otyugh, Eulenbär, Mantler und Galertwürfel, über dessen “Abwechslungswert” in einer Forumsdiskussion zu Modul D1 vor kurzem noch eifrig diskutiert wurde.
  • Almanach der Kundschafter
    Die dem Spiel den Namen gebenden Kundschafter (englisch: Pathfinder) werden detailliert vorgestellt. Neben einer Beschreibung der Philosophie der Kundschafter, ihrer Hiearchie und Verbreitung, Aufnahmemöglichkeiten und dem Trainingsprogramm der Gesellschaft werden zwei Kundschafter-Logen detailliert präsentiert, neue Kundschafter-Prestige-Klassen enthüllt und zahlreiche magische Gegenstände samt ihrer Eigenschaften aufgelistet.

Handbücher
Diese Bände richten sich gezielt an Spieler und enthalten zahlreiche rollenspielerische wie auch spieltechnische Informationen für sie: Neben neuen Regeln sind daher bei Länderbeschreibungen z.B. nähere Infos über Stadt und Land zu finden. Sie eignen sich dadurch besonders als Vorbereitung für einen Kampagnenstart.

  • Die Elfen von Golarion
  • Die Zwerge von Golarion
  • Außerdem arbeiten wir an einem Handbuch mit Länderbezug. Mehr dazu allerdings erst in Kürze.

Regelbände

  • Wir werden auch in den nächsten paar Monaten die Monster des Bonus-Monsterhandbuch im kostenlosen Online-Magazin Wunderwerk Online vorstellen.
  • Spielleiter-Schirm

Zur RPC in Köln hoffen wir, ein, zwei kleine Überraschungen für euch fertig stellen zu können. Für genauere Infos ist es allerdings noch viel zu früh


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