[Spielbericht] Cthulhu Now – Kino des Schreckens…

Die Kategorie Spielberichte möchte ich mit einem Bericht vom letzten RolloDing eröffnen. ClemLOR war so nett einen Bericht zu schreiben zu einem Cthulhu Now-Abenteuer, wo ich auch teilgenommen habe. Als Taxifahrer. Das nächste RolloDing ist übrigens schon nächsten Sonntag (also den 26.). Dann mit Zombiespecial. Aber lassen wir Clem zu Wort kommen!

Am 28. September hat Argamae ein kleines CoC Now geleitet. Er hat mit insgesamt sechs Nasen von uns eine zeitlose Reise durch die Filmgeschichte, insbesondere die Anfänge des Films, gewagt …

Sechs Figuren, die mehr oder weniger mit einenander zu tun hatten, waren in die Geschichte verwickelt worden:

Angela van der Geest, Inspektorin a.D.
Bernd Krause, Krankenpfleger
Gerd Wischinsky, Taxifahrer
Hagen Schmidts, IT Experte
Max Winkelmann, Müllmann
Lars Dombrowski, Autohändler

Szenerie: Das Kino „Apollonia“ in einem Vorort in Bielefeld …

Nachstehend kommt ein kleiner Spielbericht, ein Stückweit aus der Perspektive von lars Dombrowski. Ich bitte um Verzeihung, wenn ich ein paar Kleinigkeiten durcheinander gebracht habe. Ein paar Dinge sind voll beabsichtigt, weil aus der Perspektive von Lars, andere einfach, weil ich mir nicht genügend Notizen gemacht habe …

„Also, Herr Dombrowski … Kurz ihre Personalien: Lars Dombrowski, 14.06.1981, geboren in Neustadt bei Bielefeld, wohnhaft in Bielefeld, Angestellter bei FIAT Schröder.“
Der Sonderermittler blättert lustlos und gelangweilt in der Akte und vergleicht mehrere Fotos mit dem jungen Mann. Dann lässt er die Papiere fallen, lehnt sich zurück und schaut lange nachdenklich in das unentschlossene, müde und matte Gesicht von Lars. „Und?“
Lars regt sich nicht. Die letzten Wochen waren eine Tortur. Seine üblicherweise gepflegten Haare ragen struppig aus seinem Kopf hervor; ein unregelmäßiger grauer Schatten aus wilden langen Bartstoppeln liegt über seinem Kinn und seinen Wangen. Rot unterlaufene und geweitete Augen starren auf verkrampfte und ineinander verknotete Hände, die wie Steine auf der Tischplatte vor Lars liegen. Er antwortet nicht.
„Was haben sie uns zu sagen? Mir zu sagen?“
Lars atmete flach und kaum merklich.
„Herr Dombr … Ach, Lars. Na? Vergessen sie die anderen. Die sind nicht hier. Sie aber sind es. Na? Und?“
Die schweigsamen Minuten verstreichen, als wären es Stunden. Dann stöhnt der Ermittler kurz und packt die Akte unordentlich unter seinen Arm. Als er gerade aufstehen möchte, regt sich Lars: „Nicht, bitte …“
Der Ermittler wartet kurz, ohne darauf einzugehen.
„Bitte. Setzen sie sich. Vi… vielleicht ja sie …“
„Ich?“
„Vielleicht glauben sie mir. Bitte …“ Lars schaut auf und sucht den Blickkontakt. Aber als sich ihre Blicke kreuzen, ist es, als würde Lars durch den Ermittler hindurchsehen.
„Glauben. Was glauben? Erzählen sie es mir.“ Mit diesen Worten sinkt der Ermittler langsam zurück auf seinen Stuhl.
„Wir kamen abends am Apollonia an. Ein altes Kino, in das ich … meine … meine Freun… Sarah! In das ich … Sarah … gelegentlich begleitet habe. Kleines Kino, nicht so ein Plex. Was familiäres. Irgendwie komisch. Fast immer un … gewöhnliche … Filme.“
Er zittert kurz und schließt seine Augen. Nachdem er einmal tief durch geatmet hat, fährt er fort: „Da waren noch andere. Aus meiner Schulzeit welche, die ’n Jahrgang über mir waren. Und ältere Leute. Dann Schülerinnen. Von der Strebersorte, die wohl für die Schule was mit schreiben wollten. Außerdem noch einer, dem ich vor kurzem einen Fiat Mabella verkauft habe. So … viele …“
Er muss wieder kurz durchatmen.
„An diesem Abend wollte mei… mei …“
„Ihre Freundin?“ Auf diese Nachfrage des Ermittlers schießt Lars tödliche Blicke auf den Ermittler ab: „Sarah!“
Eine kurze Stille verstummt den Raum. Nur das leise Klicken der runden Uhr im diffusen Halbschatten an einer Wand ist hörbar.
„’tschuldigung. Ich … wollte sie nicht unterbrechen. Bitte, erzählen sie weiter!“
Lars holt kurz Luft: „Dieser Film – eine Dokumentation über eine Schauspielerin der Schwarzweißfilmzeit. Lena Hagenberg oder so. 30er Jahre Kram. Keine Ahnung, wie … Sa… Sarah darauf gekommen ist. Wenigstens mal wieder einen Abend mal was … unter … nehmen. Anders als sonst“
Als er die letzten Worte sagt, grinst er plötzlich feist und breit und schweigt. Seine Augen kreisen über die Tischoberfläche.
„Anders? Als sonst?“
„Oh, jaaaa…“

„Es hat alles harmlos angefangen. Die Kinobesitzer, Familie Hilma, waren nervös. Wollten erst keine Getränke anbieten, weil ihr Sohn krank war. Und die Aushilfe abgesagt hatte. Aber weil … Sarah …“
Dann schlägt Lars plötzlich entschlossen mit der geballten Faust wütend auf den Tisch. „Immer muss sie ihren Willen durchsetzen!“ Stoßweise zieht er die Luft zwischen den Zähnen ein und presst dann zischend jede einzelne Silbe heraus. „Sie… woll… te… was… zu… trink…en!“
„Ruhig… Psst. Ruhig.“
Lars atmet durch und entspannt sich wieder etwas. Fast schon beschämt schließt er seine Hände und schaut verlegen in die Leere zwischen seinen Armen.
„Da waren noch die aus dem Jahrgang über mir. Hagen und Max. Und der Herr Wischinski und die Frau van der Geest. Die wollten auch was. Und da hat Frau Hilma kurz Getränke und was zu Essen ausgegeben. Sie hatte es eilig, weil sie schnell wegen ihres Sohns nach Hause wollte.
Und dann brachte ich meine… mei …“ Er schluckt. „Sarah ihre Coke light. Ich hatte ’ne Zero Cool. Dann war da Werbung. Und dann fing der Film an. Irgendwie … irgendwie stand der Film zunächst. Und dann waren da Ausschnitte von einer Frau, die auf reisen war. Mal in einem Restaurant. Immer gut gekleidet. Und .. da war .. aber … kein Ton. Dann ging ich los. Aber …“
„Moment. Los? Warum gingen sie los?“
Als wollte er einem dummen Schuljungen etwas selbständiges sagen: „Na, um zu sagen, dass die den Ton anmachen sollten.“ Dabei schüttelt er auch irgendwie leicht den Kopf: „Als ich dann ins Foyer zurück wollte, da… da … Die Türen! Sie waren zu. Beide!“
„Sie meinen den Haupteingang?“
„Aus dem Kinosaal zurück ins Foyer. Beide.“
„Die waren zu? Verschlossen.“
„Ja, doch! Oder haben sie mich was anderes sagen hören.“ Jetzt wird Lars wieder etwas unruhig und energischer. Ungeduldig will er fortfahren. Der Sonderermittler gibt ihm mit einer Handgestik zu verstehen, dass er nicht noch mal unterbrechen wolle. „Also. Die Türen waren zu. Und dann habe ich mich wieder zu meiner Freu… Ähm, zu Sarah gesetzt. Sie wollte mal wieder so einen Zickenalarm machen. Da habe ich ihr gesagt, dass sie halt selber gucken sollte, wer den Ton einschalten könnte. Und dann, tja, dann. Dann habe ich mir den Film angeschaut.“
Es ist wieder ruhig in dem kleinen Raum. Der Sonderermittler mustert Lars unschlüssig, wie er die Gemütsschwankungen einordnen soll.
Lars hängt nach seinen ersten Worten schief und schlaff auf seinem Stuhl. Sein Gesicht zeigt eine Maske, die zwischen Ausdruckslosigkeit und fassungsloser Leichtigkeit unentschlossen auszusehen versucht und dabei eher verzweifelt wirkt.
„Und … wie war der Film?“
Völlig überrascht, dass jemand mit ihm spricht, erschrickt Lars. Sofort setzt er sich wieder gerade in seinen Stuhl. Seine Augen suchen ziellos irgendeinen Halt, und mit seiner rechten wischt er sich einmal durch sein Haar: „Wie? Wa… ? Wie bitte?“
„Der Film? Sie wollten mir gerade erzählen, wie der Film war.“
„Der Film?“
„Den sie mit … Sarah im Apollonia zuletzt gesehen haben.“
„Ach, der Film.“
„Ja, der.“
„Wie der war?“
„Ja.“
„Ganz ehrlich?“
Der Sonderermittler nickt.
„Beschissen!“ Er grinst schelmisch und schaut dem Sonderermittler direkt in die Augen.
„Herr Dombrowski. Mal im Ernst. Sie wissen schon noch, warum sie hier sind, oder?“
„Nicht wegen des Films.“
„Nein. Nicht wegen des Films. Sondern wegen der Vorkommnisse an dem besagten Abend im Apollonia, an dem der Film über Lena Hagenberg gezeigt worden war. Der Abend, an dem unter anderem sie, Herr Dombrowski, als Haupttatverdächtiger im Zusammenhang mit den Morden der jungen Yana Müller, Sylvia Winkelmann und Elfriede Mauerbach in Betracht kommen.“
„Ich?“ Lars ist völlig erschüttert. „Aber das war ich doch alles nicht!“
Der Sonderermittler verdreht die Augen. „Herr Dombrowski. Ich habe den Eindruck, dass sie ihre Situation falsch einschätzen. Vielleicht bin ich der einzige, der ihnen hier heraus helfen kann. Aber ich kann ihnen nicht helfen, wenn sie mir hier so ein irres Schauspiel liefern.“
„Aber, aber …“
„Was ‚aber‘?“
„Aber … der Film! Ha … haben sie denn nicht …?“
„Herr Dombrowski! Der Film tut hier nichts zu Sache!“
Damit erhebt sich der Sonderermittler und verlässt zielstrebig und unbeirrbar den Raum.

Die Tür zum Verhörraum öffnet sich, als der Sonderermittler mit einem Becher Kaffee zurückkehrt. Lars sitzt kraftlos zusammengesackt auf seinem Stuhl. Er bemerkt den Sonderermittler zunächst nicht.
„Herr Dombrowski. Lassen sie uns bitte zu einem Ende kommen. Bitte, fahren sie mit ihren … Aussagen zu dem besagten Tatabend fort!“
Lars regt sich nicht. Er spricht leise und monoton.
„Da war diese alte hagere Frau. Van der Geest. Sie hatte sich wegen des Films beschweren wollen. Als sie feststellte, dass auch der Notausgang verschlossen war, fing sie einen Streit mit einem anderen Zuschauer an. Dann ging alles so plötzlich. Herr Krause wollte auch gerade aufstehen und den Film verlassen. Da war so eine Scheiß-Szene, in der gezeigt wurde, wie ein nackter Frauenkörper mit einer glühenden Eisenstange verbrannt wurde. Das war eklig.“
Jetzt richtet er sich ein wenig auf. Er schaut mit gesenktem Haupt den Sonderermittler direkt an. Obwohl er selbst nicht grinst oder lächelt, sieht es aus der Perspektive von dem Sonderermittler aber genau so aus. „Ein Schrei! Eines der Schulmädchen schreit plötzlich auf, weil ein spitzer Gegenstand in ihrem Auge steckt. Und Herr Krause will ihr helfen. Aber er wird von einem anderen Mädchen angegriffen. Und der alte Taxifahrer kämpft plötzlich mit einem alten Ehepaar in einer anderen Ecke des Kinosaals. Und dann ist da die van der Geest, die mit dem Typ zu kämpfen beginnt, mit dem sie zuvor gestritten hat. Dann sind da Hagen und Max, die erschrocken mit oder um Sylvia rangeln. Und dann … dann …“
Er senkt sein Kopf wieder und wimmert leise. „Die … dieses Knacken …“
Das Wimmern steigert sich in ein Schluchzen. „Knack … Sie … sie hat sich … Scheiße, so ’ne verdammte Scheiße …“ Er wischt sich mit dem Handrücken über die Augen. „Ihre Finger! Sie hat sich ihre Finger abgebissen! Und als ich sie davon abhalten will, da, da greift sie mich an.“
Unbewusst geht seine linke Hand an seine Nackenmuskulatur. „Sie … sie …“ Dann wechselt seine Stimme in eine erstaunte und verlachte Überraschung: „Sie hat mich gebissen. Können sie sich das vorstellen?“
Gefasst sucht er eine Bestätigung seiner Worte in den Augen des Sonderermittlers. Dieser guckt ihn kurz irritiert an. Er erschrickt über sich selbst, als er bemerkt, dass Lars scheinbar eine Antwort haben will. Hastig blättert er in der Akte: „Der … der medizinische Bericht …“
„Vergessen sie diesen Scheiß! Ich meine, hej! Sie hat mich gebissen. Da! In meinen Hals. Ich war so überrascht, ich bin vor ihr weggelaufen. Aber sie ließ nicht von mir ab. Und überhaupt, dieses ganz beschissene Kino! Alle Leute waren total am Austicken. Es war, als wollte jeder Blut sehen!“
Er sackt wieder zusammen. Der Sonderermittler hält einzelne Seiten der Akten in seinen Händen, ohne mit ihnen etwas zu tun. Langsam legt er sie wieder auf den Tisch und mustert selbst dabei Lars.
„Keine Ahnung, wie er das gemacht hat. Jedenfalls hatte Max Sarah in den Schwitzkasten genommen. Ich schlug sie ko. Ansonsten hätte sie mich wohl umgebracht. Und dann wollte ich die Polizei anrufen. Wegen dieser ganzen Scheiße! Aber das beschissene Handy hatte kein Netz! Und dann …!“

„Dann?“
„Diese Alte! Die hatte ’ne Knarre und hat damit um sich geschossen!“ Er schlägt seine Hände über seine Ohren und kneift seine Augen zu.
„Auf Leute?“
„Nein! Die wollte, ach, was weiß ich! Die war völlig irre! Dann hat sie plötzlich auf die Leinwand geschossen!“
„Auf die Leinwand?“
Lars antwortet nicht. Er sieht zu einer der Wände und wird dabei aschfahl. Seine ganze Körperhaltung wurde steif.
„Herr Dombrowski.“
Lars flüstert nur voller Entsetzen: „Blut.“ Dabei fängt er an, mit seinen Händen imaginären Schmutz von seiner Brust zu wischen.
„Frau van der Geest hat jemanden angeschossen?“
„Ja. Nein. Ich meine, ja und nein. Sie, sie … sie hat auf die Frau auf dem Opfertisch geschossen!“
„Opfertisch?“
„Ja, doch! Im Film! Und dann, dann … Sie, der Schuss! Da schoss Blut aus der Frau auf dem Opfertisch, als der Schuss sie traf!“
„Wie bitte?“
„Hören sie nicht zu? Frau van der Geest hat auf diese Frau im Film geschossen, die von diesen Mönchen umringt war. Und dabei hat sie die Frau verletzt, und Blut schoss aus der Leinwand in den Kinosaal! Das erste Geräusch neben dem Knacken der Finger von Sarah und den vereinzelten Kampfgeräuschen!“
„Wie muss ich mir das vorstellen?“ Der Sonderermittler ist völlig irritiert über die wirren Äußerungen von Lars. er bemüht sich, seine Fassung zu behalten. Er nutzt die Gelegenheit, um das Thema auf etwas greifbares zu schwenken.
„Was?“
„Na, sie sagten, dass das das erste Geräusch war, das sie gehört hatten. Der Schuss, nach dem Knacken und den Kampfgeräuschen. Hat denn niemand gesprochen oder gerufen?“
„Nein. Nur Max und Hagen, und die Alte, der Wischinsky und der Krause. Sonst keiner. Alle stumm! Und am Kämpfen.“
„Sind sie sich sicher!“
„Das war … kaum zu glauben.“ Er schüttelt sich kurz. „Das, das alles ist so verrückt. Irgendwie haben es Hagen und der Taxifahrer geschafft, die Tür zum Foyer aufzubrechen. Max und ich sind hinterher geflohen. Und ich glaube, der Herr Krause auch.
„Und Frau van der Geest?“
„Wer?“
„Die alte Frau?“
„Die hat weiter um sich geballert. Oder was auch immer! Das war mir dann egal. Max, Sylvia und Hagen sind aus dem Kino raus. Genau wie ich. Ich wollte nur endlich raus aus dieser Hölle! Und dann … dann … dieser Nebel!“
Der Sonderermittler blättert plötzlich hastig in der Akte herum. Dabei murmelt er: „Da war kein Nebel …“

„Sylvia war wie vom Boden verschluckt. Deshalb sind wir wieder zurück ins Kino. Handy hatte immer noch kein Netz. Wir haben ein Telefon gesucht. Fehlanzeige. Zwar gefunden, aber auch hier die Leitung tot. Da war so ein Brummen. So wie Lautsprecher, die zu stark aufgedreht wurden und keine Musik spielten. Nur so ein betäubendes und bohrendes Brummen, das irgendwie auch pulsierte. Wie … wie … Wie so ein Herzschlag oder so.“
„Wo kam das her?`“
„Das Brummen hat im Kinosaal schon begonnen. Ich glaube, der Herr Wischinski hatte an dem Regler gespielt. Und dann, dann … änderte sich das, als die Frau van der Geest um sich geschossen hat. Da kam noch so ein Kreischen rein.“
„Kreischen? Brummen?“
„Ja. Ja, ich weiß … Wahrscheinlich hat sie bei ihrem Rumgeballere irgendwelche Lautsprecher getroffen und was … ach, was weiß ich. Keine Ahnung von so was.“
„Ok, was dann?“
„Herr Krause, Herr Wischinski und Frau van der Geest hatten dann versucht, in den Vorführraum zu kommen. Wir fanden einen Werkzeugkasten. Und dann brachen wir die Tür auf. Da war so ein merkwürdiger Geruch. Und leichter Rauch. Frau van der Geest, Herr Krause und Herr Wischinsky liefen die Treppe hoch. Oder war das der Hagen? Ich weiß es nicht mehr so genau. Dann war da noch eine Tür. Und als sie die Tür aufgebrochen hatten, wurde Frau von der Geest plötzlich so still. Und die anderen waren auch völlig wie weggetreten. Dieser Gestank!“
Lars fängt plötzlich heftiger zu atmen an. „Hagen, Max und ich … wir wollten die Sicherung … Der Strom! Irgendwas, um das alles zu beenden! Aber es half nichts. Dieses Knattern des Filmprojektors. Und dieser fürchterliche Gestank! Das lief weiter, obwohl wir den Strom abgeschaltet hatten! Da musste ein Notstrom oder was sein!“ Jetzt steht er auf und stützt sich schwer atmend auf den Tisch. Der Sonderermittler weicht instinktiv ein Stück zurück. Die Akte verstaut er vorsichtig in seiner Akte.
„Wir anderen sind dann rauf. Da, da …“ Er schluckt, würgt leer und schluckt wieder. „Diese alte Maschine! An ihr klebt was! Haut, Haare! Der Grund für diesen widerlichen Gestank. Es schmort, und Adern und Muskeln sind fest gebrannt. Das Pulsieren der Adern und das Vibrieren und das Knattern des Projektors und das… DAS … DAS ALLES!!!“
Er schlägt seinen Kopf zwei, drei mal auf die Tischplatte, woraufhin er zittrig, nervös und gepresst weiter spricht: „Max verliert die Nerven und bricht wimmernd zusammen. Und Hagen und ich, wir hämmern auf dem Projektor herum. Und dann sind da diese Spuren. Diese Zeichen! Wie im Film! Verstehen sie?!? WIE IM FILM!!!“ Jetzt greift er sich an die Schläfen und zerrt an seinen Haaren. Als er weiter spricht, kneift er die Augen zusammen. „Die Filmrolle! Ich reiße die Filmrolle aus dem Film raus. Und dann schlagen wir weiter darauf ein. Und dann …“ Jetzt verliert er alle seine Kraft und sackt auf seine Knie. Mit den Ellbogen stützt er sich auf die Tischplatte und begräbt sein Gesicht in den Beugen seiner Ellenbogen. „Alles ist still. Und Polizei … Plötzlich. Endlich. … Endlich … Polizei … Poli … zei …“
Er fängt zu schluchzen an. Er japst nach Luft.
Nach wenigen langen Minuten versucht der Sonderermittler, mit Lars weiter zu reden: „Herr Dombrowski?“ Aber er erhält keine Antwort. Er wartet noch etwas, bis er sich langsam sammelt und wieder erhebt.
Dumpf quält Lars wenige Worte aus seiner Kehle, während er weiterhin sein Gesicht zwischen seinen Armen vergräbt: „Glauben sie mir?“
Der Sonderermittler bleibt kurz stehen. Er schüttelt leicht den Kopf. Nur zögernd flüstert er: „Auch ihnen, Herr Dombrowski. Auch ihnen …“

Soweit der Bericht, ich hoffe, ihr hattet Spaß. Hier ist er zur Disposition gestellt. Riesendank an ClemLOR für seine Mühen!

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