[Rezi] Hellboy – Die Saat der Zerstörung (Hörspiel)

Wir kämpfen gerade durch einen ganzen Haufen von Hörspiel-Erscheinungen, die alle im fantastischen Sektor angesiedelt sind: Sacred, DSA, Punktown und Hellboy. Letzteres hat Christoph am schnellsten fertiggekriegt, also, bitte, Du hast das Wort!

Während sich Schauspieler Ron Perlman derzeit auf der Leinwand als Hellboy einer goldenen Armee in den Weg stellt, stellt sich seine deutsche Synchronstimme Tilo Schmitz ganz anderen Gefahren. Denn pünktlich zum Starttermin des zweiten Hellboy-Kinofilms bringt der LAUSCH Verlag eine eigene Hörspielreihe rund um den großen roten Sonderermittler heraus, die sich an der Comic-Vorlage des US-Autors Mike Mignola orientiert. Zwei Doppelfolgen haben die LAUSCHer bislang produziert. Der vorliegende erste Teil, »Die Saat der Zerstörung«, beleuchtet vor allem die Entstehungsgeschichte des Höllenjungen und seine Konfrontation mit seinem Beschwörer, dem russischen Mystiker und Mönch Rasputin. Die Hamburger haben es sich nicht nehmen lassen, ihre Werke mit den Synchronsprechern der Leinwandfassung zu veredeln. Herausgekommen ist eine Produktion, die vor allem eines macht: Laune!

STORY

Im Winter des Jahres 1944 versuchen die Nazis der drohenden Kriegsniederlage zu entgehen, indem sie, mit Hilfe eines Magiers, ein Bündnis mit den Mächten der Finsternis schließen. Doch die grausamen Pläne scheitern und der Abgesandte der Hölle landet bei den Alliierten.
Als Ermittler bei B.U.A.P. (Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen), trifft Hellboy ein halbes Jahrhundert später auf den Mann, der ihn einst heraufbeschwor und ihn nun endgültig für seine apokalyptischen Pläne einsetzen will…..

KRITIK

»Hellboy« ist, produktionstechnisch betrachtet, im besten Sinne eine Mischung aus den anderen LAUSCH-Publikationen »Caine« und »Die schwarze Sonne« – derbe Sprüche und satte Action treffen auf eine atmosphärisch dicht gewobene, aber komplexe Erzählstruktur. Klingt ungewöhnlich, wurde aber gekonnt zusammengeführt. So kommt beim Zuhören keine Langeweile auf. Zwar zwingen Situationen wie unangekündigte Szenenwechsel zum genauen Hinhören, doch in ein Gehirnknoten-Monster wie »Die schwarze Sonne« verwandelt sich »Saat der Zerstörung« nie. Dem Handlungsverlauf lässt sich stets folgen.

Die Stimmen von Tilo Schmitz (Hellboy), Ranja Bonalana (Liz Sherman) und Joachim Tennstedt (Abe Sapien) verleihen dem Hörspiel zudem ordentliches Hollywood-Flair. Unterstrichen wird das Ganze durch den Einsatz des Hamburger Hörspiel-Orchesters, das mal pompös, mal melancholisch-ruhig für musikalische Untermalung sorgt und den hohen Anspruch hervorhebt, den der LAUSCH Verlag an die eigene Produktion stellt. Lediglich der Einsatz einiger weniger „Nichtprofi“-Sprecher stört das Gesamtbild etwas, wird aber durch Michael Prelles‘ wunderbar bösen Einsatz als Rasputin mehr als wett gemacht (Herrgott nochmal, gebt diesem Mann doch endlich mal ’ne Auszeichnung!).

FAZIT

Die Hölle scheint kein schlechter Ort zu sein, wenn sie schon Protagonisten wie Hellboy ausspuckt: Mit markigen Sprüchen zieht der rote Ermittler eine Spur der guten Unterhaltung durch’s komplexe Erzählwerk und punktet außerdem mit gewohnt hohen LAUSCH-Produktionsstandards.

Christoph Memmert

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