Gemini – eine kleine Weltbeschreibung

Argamae übersetzte die Weltbeschreibung zum schwedischen Dark-Fantasy-Rollenspiel Gemini, welche ich wieder ausgegraben habe. In Kürze folgt der zweite Teil, der sich um die Kirche dreht. Daran gedacht habe ich übrigens wegen dieser Blutschwerter-Diskussion daran.

DER HINTERGRUND
Die Finsternis ist eine uralte Kraft, welche die der Realität zugrunde liegende, chaotische Essenz durchdringt. Im Laufe der Geschichte wurden ihr viele Namen gegeben. In den Chroniken der Menschen findet sie Erwähnung als der Große Hunger, die Bedrohung, der Spötter, der Verführer und der Verzerrer. Doch wie auch immer sie genannt wurde, die Finsternis bleibt immer dieselbe: verlockend, schrecklich und unwiderstehlich.

DAS EISERNE TOR
„Die Finsternis ist immerwährend, befreiend und versöhnend. Sie ist alles.“

Immanuel 2:17, Cyrus in einer Rede an seine Schüler

Die Geschichte erzählt uns davon, wie Marquis Hymeneus einst das Eiserne Tor errichtete, in einem letzten verzweifelten Versuch, Armageddon zu verhindern und die Dunkle Kraft zurückzudrängen, die aus den Gebirgen des Nordens gekommen war.
Einmal jedoch in fünfhundert Jahren, wenn die Himmelskörper nahe ihrer ursprünglichen Positionen am Firmament sind, stehen die fünf Monde in einer Linie vor der Sonne, direkt über dem Eisernen Tor. Sie vernebeln unseren Verstand und jenseits des Eisernen Tores erwählen die Dunklen Erben einen Erlöser der Finsternis. Dieser Auserwählte wird in den Lügen unterwiesen und zum Eisernen Tor geführt, jenseits dessen das alte Böse darauf wartet, befreit zu werden. Alle bisherigen Versuche, dass Eiserne Tor zu öffnen, sind gescheitert. Doch diesmal hat die Finsternis einen Erlöser in ihrem Bann, der mit seiner Mission erfolgreich war – Malachdrim, der Elf. Der Moment der Wahrheit ist gekommen. Finsternis senkt sich über die Menschheit herab…

      
DER DUNKLE MÄRTYRER
„Wahrheit ist das höchste Opfer.“

Sepher 4:5; Cyrus in einer Rede an seine Schüler

Die Geschichte von Cyrus, dem Dunklen Märtyrer, beginnt vor über tausend Jahren, als eine sterbende Frau inmitten der Heimsuchungen einer erbarmungslosen Seuche einen Jungen gebar. Er wurde von Mönchen des Einen aus seinem trostlosen Zuhause geborgen und vor dem sicheren Tod bewahrt. Man erzog ihn im orthodoxen Glauben an der Kathedralenschule der erhabenen Stadt Ravarra, dem Herzen der Kirche. Dort entdeckte er in den tiefsten und innersten Kammern der Bibliothek verbotene Schriften, die er im Geheimen studierte. In diesen fand er Weisheit, die die fanatischen Diener der Kirche den Menschen vorenthielten, um ihre unantastbare Machtstellung zu sichern. Dies war etwas, dass er als die Wahrheit interpretierte und er entschloss sich, der Finsternis dabei zu helfen, den Sturz der Kirche herbeizuführen.
Cyrus war der erste der Erwählten und der erste, der je den Versuch unternahm, das Eiserne Tor zu öffnen. Er versagte. Er fiel durch den Schwertstreich des Marquis Dantero, der ihn dann in die Finsternis jenseits des Tores stieß und seine Türen mit der Segnung des Einen versiegelte. Die Zukunft der Menschheit war gerettet. Zumindest für eine Weile…
Jetzt ist Cyrus durch das geöffnete Eiserne Tor zurückgekehrt, erneut bereit, seine Wahrheit unter den Völkern der Welt zu verbreiten.

 
DER GESTÜRZTE MARQUIS
„Habt Geduld. Die Frage lautet nicht ob, sondern wann sie verstehen werden.“

Marquis Lazarus

Marquis Lazarus ist der unwiderstehlichen Versuchung der Finsternis verfallen. Er ist einen unheiligen Kreis mit dem Dunklen Märtyrer eingegangen und dafür als Gegenleistung mit unfassbaren Kräften beschenkt worden. Vom höchsten Glockenturm seiner dunklen Kathedrale aus überschaut er seine Ländereien und beobachtet mit Genuss, wie seine Schergen die Kirche, die Höfe der Könige und die Massen unterwandern. Marquis Lazarus und Malachdrim der Elf suchen frenetisch nach einem Jungen, der den Legenden zufolge eine Inkarnation des Einen sein soll und dazu bestimmt ist, das Eiserne Tor für alle Ewigkeit zu schließen.

       
DER EINE
„Es gibt nur einen Gott und der bin ich.“

Der Eine zeigt sich den fünf Marquis. Aus Memoria.

Der Eine ist der erste und erhabenste Gott. Er ist allmächtig, allwissend und ein harter, aber gerechter Richter. Die Präsenz des Einen zeigt sich in allen Handlungen seiner Anhänger. Er besucht sie in ihren Träumen, segnet sie durch seine Priester und stärkt ihre Körper und Seelen im ewigen Kampf gegen die schreckliche Finsternis.

DIE MARQUIS
„Die Marquis sind die Boten des Lichts. Nur sie können uns durch die ewige Nacht führen.“

Aus Divinatio

Vor einem Jahrtausend führten die Könige der Menschen einen erbitterten Krieg gegen die Finsternis, die von Norden über sie hereinfiel und drohte, die gesamte Welt in Sklaverei zu stürzen. In ihrer verzweifelten Stunde erschien fünf der mächtigsten Könige der Eine. Er überbrachte ihnen seine heiligen Lehren und sie wurden seine Marquis. Mit den Lehren des Einen als mächtigste Waffe waren die Marquis siegreich und es gelang ihnen, die Finsternis aus den Ländern der Menschen zu vertreiben und seine Rückkehr durch die Errichtung des Eisernen Tores zu verhindern.
Die fünf Marquis sind die allerheiligsten Führer der Kirche des Einen und Verbreiter Seiner göttlichen Botschaft. Die Marquis kämpfen ihre wichtigste Schlacht in ihren eigenen Rängen, wo die Versuchung der Finsternis ihren Griff auf die inneren Kreise der Kirche langsam festigt. Der ketzerische Marquis Lazarus ist der verführerischen Finsternis bereits verfallen, und sollte noch ein weiterer folgen, würde die Kirche entzwei gerissen … für immer.

DIE MISSION
„Erleuchtung ist die einzige Rettung.“

Aus Illumino

Die Mission verbreitet das Wort des Einen im pompösen Glanz ihrer gewaltigen Kathedralen, durch Messen, riesige Pilgerfahrten und Erlösungsmärsche durch die Provinzen der Kirche. In den zahlreichen Klöstern der Mission warten alte Mysterien und Legenden auf ihre Entdeckung, und in den geheimen Kammern ihrer Bibliotheken liegen verbotene Texte aus der Zeit vor Gründung der Kirche.

DIE TEMPEL-RITTER
„Ich widme mein Leben dem Einen, Ihm zu dienen, zu ehren und für Ihn zu sterben.“

Aus dem heiligen Schwur der Tempelritter

Die Tempelritter sind die erste Garde der bewaffneten Streitkräfte der Kirche. Sie sind die unschätzbaren Verteidiger der heiligen Lehren und der Gutherzigen, und von Königen, Elfen und Zwergen gleichermaßen gefürchtet. Durch ihre heiligen Kreuzzüge im Land schützen sie die Freiheit der Menschen, und wo immer sich die Finsternis zeigt, bekämpfen sie sie.

 

DER BESCHÜTZER
„Der Mensch erschafft seine eigenen Götter.“

Dantero.

Im gleichen Moment, da das Eiserne Tor geöffnet wurde, erblickte ein Zwillingspaar das Licht der Welt, gezeichnet durch eine alte Prophezeiung.
Der ältere Zwilling ist eine Inkarnation des Einen Gottes, der jüngere seine schattenhafte Reflektion. Die Kirche ernannte einen Beschützer, den unbefleckten Mönch Dantero, dessen Bestimmung es ist, die Zwillinge zum Eisernen Tor zu führen, um es für alle Ewigkeit zu versiegeln.

  
DIE ZWERGE

Die Zwerge sind ein stolzes, aber uneiniges Volk, geteilt durch den fatalen Größenwahn einiger weniger und Opfer eines furchtbaren Fluches. Sie sind hart und fleißig, ein altes Kriegervolk mit unbezwingbarem Geist und Klingen aus beißendem Stahl.
Seit der Großen Teilung haben die Zwerge mit den Menschen Seite an Seite gelebt. Sie kämpfen mit den Armeen der Menschen, folgen ihren Führern und verehren ihren Gott. Dennoch gibt es zwischen beiden Völkern Spannungen und Grund dafür ist der Neid der Menschen und das krankhafte Misstrauen der Zwerge.

   
DIE GROSSE TEILUNG
„Nichts ist vergessen, nichts ist vergeben.“

Zwergensprichwort.

Vor über einem Jahrtausend, direkt nachdem eine grausame Seuche die Länder der Menschen verwüstet hatte, schlossen drei Zwergenherrscher einen teuflischen Pakt und verübten eine katastrophale Gräueltat. Während eines Banketts der Zwerge wurden die anderen Zwergenführer von loyalen Kämpfern der drei Verräter erschlagen. Die drei bildeten ein tyrannisches Triumvirat, um über die Zwerge zu herrschen. Um der Schreckensherrschaft der Tyrannen zu entkommen, flohen viele führerlose Zwergenklans in die Lande der Menschen.
Das Volk der Zwerge war geteilt, und so geschah es, dass niemals mehr ein Zwerg einem anderen Zwerg traute, in dessen Adern das Blut einer anderen Blutslinie floß.

   
DER FLUCH
„Die Verfluchten sind unser Stolz und unsere Schmach.“

Zwergensprichwort.

Ein uralter Fluch liegt über dem Volk der Zwerge. Er hat auf einigen ausgewählten Zwergen ein unauslöschliches Mal hinterlassen, indem er ihre Erscheinung verzerrte und sie dadurch auf ewig von ihren Brüdern trennte. Diejenigen, die das Mal des Fluchs tragen, sind dazu verdammt, in den Schatten zu leben. Nur in Zeiten großer Gefahr ist es ihnen erlaubt, aus dem Zwielicht hervorzutreten, um als Helden und Retter gefeiert zu werden.

   
ZWERGENKLANS
„Blutsverwandtschaft hält Bruder und Bruder stärker zusammen als die härtesten Ketten.“

Zwergensprichwort.

Am Anfang lebten alle Zwergenklans Seite an Seite zusammen. Keine Gesetze, keine Verträge oder Pakte sind mächtiger als die Blutsverwandtschaft, die die Mitglieder eines Klans verbindet. Seit der Großen Teilung haben sich alle Zwergenklans voneinander distanziert. Kein Zwerg vertraut mehr einem Zwerg eines anderen Klans, denn die Erinnerung an den Verrat der Drei hat sich tief in ihr Bewusstsein eingegraben.
Doch selbst innerhalb eines Klans gibt es Ausgestoßene, und man hat von Zwergen gehört, die ihrem Klan entsagten, um eine Reise durch die Welt anzutreten. Sie wurden zu Einzelgängern auf der Suche nach einem Schimmer von Licht in ihrem nüchternen Dasein.

   
DER SAO KLAN
„Die Kraft des Fluchs ist mein Segen.“

Celak Sao.

Die einflussreiche Stellung des Sao-Klans in der menschlichen Gesellschaft hat ihm große Reichtümer beschert und machte ihn daher zum mächtigsten, noch lebenden Zwergenklan. Er hat sich dazu entschlossen, eine äußerst riskante Expedition zu unterstützen, angeführt vom Zwergenheld Celak Sao, um die verlorenen Zwergenreiche wieder zu finden.

   
DIE ELFEN

Die edlen Elfen gehören zu einem der ältesten und sagenumwobensten Völker der Welt. In ihrem befestigten Reich jenseits der Lande der Menschen führen sie ein Leben abseits von der Gewalt der restlichen Welt. Doch nun, wo sich das Zwielicht über die Welt ausgebreitet hat, brechen alle Bündnisse auseinander. Durch Verrat und kleinliche Streitigkeiten zersplittert, war das Volk der Elfen Zeuge, wie mehrere Vasallen der Königin den Hof freiwillig verlassen haben oder aber durch die Königin verstoßen worden sind.
Der Augenblick der Wahrheit rückt immer näher. Der Augenblick, der über die Zukunft aller Elfen bestimmen soll.

   
DER ERLÖSER DER FINSTERNIS
„Der Zorn der Finsternis ist mein Verbündeter.“

Malachdrim.

Malachdrim der Elf ist der Erlöser der Finsternis. Geführt vom gestürzten Marquis Lazarus, öffnete er das Eiserne Tor und entließ einmal mehr die Finsternis in diese Wirklichkeit. Nun hat er von seinem ketzerischen Herrn eine Mission erhalten. Er ist auf die Jagd nach einem Knaben gegangen, der alten Prophezeiungen zufolge die Macht besitzen soll, das Eiserne Tor zu versiegeln.

Olaf Buddenberg

2 Kommentare

  1. Ja, es ist eine kleine Rollenspiel-Perle. Ich mag GEMINI auch immer noch sehr, fand auch das Spielsystem sehr gut. Die vermittelte Stimmung der Welt ist sehr intensiv.

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s