[Rezi] DSA-Hörspiel 03 – Die Ruinen von Shaba’Yal

Nach den Rezis zu Teil I und II aus meiner Feder hat Christophorus mir seine Rezi zum dritten Teil zukommen lassen – ich wünsche viel Vergnügen.

»Die Ruinen von Shaba’Yal« bildet nun die Halbzeit der sechs Folgen umfassenden Das Schwarze Auge-Reihe, die im Auftrag des Jugend-Hörspiellabels EUROPA von LAUSCH produziert wurde
 
STORY
Die Völker der Zwerge und der Elfen sind in Aufruhr: Eine mysteriöse, dunkle Macht scheint von den sich tief im Gebirge befindlichen Ruinen der einst legendären Stadt Shaba’Yal auszugehen. Also entsenden sie jeweils einen Vertreter ihres Volkes, den Zwergen Rammox und die Auelfin Allacaya, um der Sache auf den Grund zu gehen. Ihr Weg kreuzt sich mit dem des jungen menschlichen Magiers Vigon, der aus einem anderen Grund an den Ruinen interessiert ist. In den zerfallenen Mauern der Stadt soll sich nämlich eines der sagenumwobenen sieben magischen Bücher befinden. Was das Trio nicht weiß: Eine ebenso mächtige wie bösartige Entität namens »Der Meister« ist ebenfalls hinter diesem Buch her. Können Rammox, Allacaya und Vigon das drohende Unheil abwenden?
 
KRITIK
Wie schon die beiden Vorgänger-Folgen, bildet auch Die Ruinen von Shaba’Yal eine in sich abgeschlossene Geschichte, durch die sich aber der rote Faden der sogenannten sieben magischen Bücher zieht.  Was genau es mit den Schmökern auf sich hat, wird wohl erst in den kommenden drei Folgen geklärt, denn mehr als der Umstand, dass sie existieren und irgendeinen Zweck erfüllen, wird dem Zuhörer derzeit nicht deutlich. Schade, einen konkreten Hinweis darauf, weshalb sie als Mittelpunkt der Hörspiel-Reihe herhalten müssen, hätte ich mir aus Gründen der weiteren Hör-Motivation mittlerweile schon gewünscht. So lassen die drei Folgen einen eher orientierungslos und fragend zurück.

Produktionstechnisch geht Die Ruinen von Shaba’Yal hingegen voll in Ordnung. Denn obwohl sich das Hörspiel in erster Linie an ein jüngeres Publikum richtet, ist es außergewöhnlich düster und gradlinig geraten, untermalt von einer gewohnt professionellen Musik- und Geräuschkulisse. So kommen der Meister und seine Handlanger, die Schlange und die dunkle Tochter, schön schaurig daher, während die Protagonisten der guten Seite leider eher blass und austauschbar wirken. Nur schade, dass sich niemand die Mühe gemacht hat, die bösen Charaktere weiter auszustaffieren und ihnen einen Bezug zur Handlung zu verpassen. Denn wer der Meister oder die dunkle Tochter sind, worin sich überhaupt ihre Motivation begründet, die magischen Bücher an sich zu reißen – das bleibt komplett im Dunkeln.
Überzeugen können hingegen die Sprecher, allen voran Dorothea Hagena als listige Schlange und Uwe Hügle als bärbeißiger Zwerg Rammox. Qualitative Ausfälle, wie sie noch im ersten Teil zu hören waren, sind nicht dabei. Das ist wohl auch den Dialogen zu verdanken, die sich – Gott sei dank – nach gekonnt und nicht nur nach gewollt anhören und mit einer strafferen und konsequenteren Regie glänzen.
 
FAZIT
Die Ruinen von Shaba’Yal kann in Sachen Hörspaß und Dialogen nicht ganz mit dem zweiten – und bislang besten – Teil der Reihe, Die Geheimnisvolle Burg, mithalten, wirkt aufgrund der düsteren Geschichte aber deutlich schauriger und mysteriöser. Sprecher und Produktionsqualität gehen in Ordnung, aber LAUSCH sollte sich jetzt mal um einen direkten roten Faden kümmern, sonst wird’s schnell langweilig.

Christoph Memmert

2 Kommentare

  1. Deine Kritkpunkte das es an Hinweisen zu den Büchern fehlt kann ich nicht ganz teilen. Es wird doch nun überdeutlich klar, dass die verschiedenen Gruppen etwas mit den Büchern zu tun bekommen, ja sie sogar im Besitz haben und das die Böse macht die Bücher haben will. Und der Bösewicht jetzt die anderen die Kohlen aus dem Feuer holen lässt.

    Damit können wir uns wohl auf ein großes Finale freuen, wo die einzelnen Abenteurer und Sprecher alle Folgen zusammen treffen. Das wäre grandios!

    Bisher gefällt mir das ausgesprochenen Gut, denn abgeschlossene Handlungstränge wären doch viel langweiliger. Ich hoffe aber das man das Konzept ähnlich wie eine Mini Serie auch beendet und keinen endlosen langen Plot wie bei Gabriel Burns schmiedet.

    Mini Series a la Sleeper Cell im Hörspiebereich braucht es mehr, denn da kommt man immernoch rein und man hat trotzdem die Spannung auf die nächste Folge und etwas komlexere Handlungstränge. GB oder auch O23 scheitern ja letzlich am eigenen Konzept, wo selbst hardocre Fans die Story nicht kapieren.

    Auch das mit den Kampfnamen fand ich ganz lustig. Ist doch ein Hörspiel, das sich auh an jüngere richtet, ich konnte drüber lachen. Auch gerade wegen solcher Dialoge, hör ich gerne Hörspiele. Wen kümmert es denn dann noch ob das DSA Reday getreu ist.

    Liken

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