Tagebuch Mystara / Karameikos III – Wiederkehr

Wärmt Euch eine Tasse Tee auf, setzt Euch ans Fenster und genießt den dritten Teil des Kampagnentagebuchs, diesmal aus Sicht von Bruder Cleston.

Bericht von Bruder Cleston gegenüber Vater Admetus, Prior des Tempels zu Schwellental der Kirche von Karameikos

Nachdem wir die beiden Wachräume der Burgruine von Goblins befreit hatten, habe ich mich um die Wunden meiner Gefährten gekümmert. Neben einem ordentlichen Abbinden konnte ich aber wohl nicht viel Ausrichten, dazu habe ich im Tempel zu wenig Erfahrung mit offenen Schnitten und zerschmetterten Knochen gesammelt. Die Goblins, soviel hatten wir mitbekommen, haben einen Lohn erhalten, um den sie sich stritten. Doch wer bezahlte sie? Für was? Die Silbermünzen jedenfalls wollten wir nicht mit uns schleppen und verbargen sie unter den Trümmern – Caldwell hatte schließlich zugesagt, dass wir etwaige Fundstücke bergen dürften.

Die Erkundung der Burg wurde anschließend von uns fortgesetzt. In den beiden vorderen Außentürme waren die Aufgänge zum Wehrgang verfallen, der Hauptturm in der Mitte bot von vorne drei Eingänge, im Schütze der Mauern waren kleinere Gebäude geduckt, die zahlreiche weitere Zugänge boten. Der „Hof“, eher ein breiter Rundgang wies keinerlei Spuren von Aktivität auf, weder Goblins noch sonstige Lebenszeichen. Wir entschlossen uns daher, uns erstmal einen Überblick zu verschaffen und wollten gucken, ob man oben vom Hauptturm einen Überblick bekam, auch wenn die oberen Etagen verfallen waren. Hinter der mittleren Tür fanden wir allerdings eine Person vor, die sich als Händler namens Pjetro ausgab. Die Tür nach innen, der innere Turm hatte wohl einen weiteren Hof, habe er blockiert, weil dahinter Wölfe wären. Dass dahinter in der Tat etwas war, konnten wir auch später feststellen, auch wenn wir es nicht zu sehen bekommen haben, dass es sich um Wölfe handelte. Bei einer zweiten Erkundung werden wir versuchen, ihnen die Freiheit zu geben. Er behauptete jedenfalls auf den Weg nach Schwellental überfallen worden zu sein und hier nun zu ruhen. Zwar war ich immer noch mißtrauisch, aber schließlich war ihm nix nachzuweisen. Also einigten uns darauf, ihn im vorderen Wachraum einzuquartieren, wo wir die Goblins erschlugen. Ich ging voran, der Rest der Gruppe schien den Wink aber wohl nicht zu verstehen oder sie glaubten seine Geschichte, so dass nur er mir die wenigen Schritte folgte. Als ich mich für einen Moment abwendete, um die Tür zu öffnen, zeigte er jedoch sein wahres Gesicht und versuchte, mich niederzuschlagen. Das gelang ihm nicht, jedoch rannte er weg und gellte einen Alarmschrei heraus, woraufhin sich die Tür links und recht in Hauptturm öffnete und zwei weitere Gestalten auftauchten.

Als die beiden die Situation erkannten, nahmen sie die Beine in die Hand, der eine links, der andere rechts. Dagan und Amaron wetzten dem Rechten hinterher, ich setzte zusammen mit Feylariel dem Linken hinterher. Trotz eines Pfeiltreffers holte ich ihn erst auf der Rückseite des Gebäudes ein, wo er aber schon um Verstärkung brüllte. Doch der sichere Pfeil Feylariels und die pure Stärke meiner Herrin Tarastia, welche durch meine Adern schoß, ließen uns auch gegen die drei Mann Verstärkung bestehen, zumal Dagan uns auch erreichte. Sie hatten ebenfalls den Verfolgten erschlagen und Amaron wollte uns Rückendeckung geben, wurde aber von der Anführerin dieser Bast… Söldnerbande niedergestreckt. Als wird das bemerkten, war diese schon wieder in einem Quartier in der rechten Seite verschwunden. Der Räumlichkeit der Verstärkung hingegen entpuppt sich als schuppenartige Unterkunft mit einigen Strohlagern, einem Esel und reichlich Material. In den Säcken dort fanden wir reichlich Münzen in Silber, vermutlich aus einigen Überfällen oder anderen krummen Geschäften. Eventuell wird der ein oder andere Händler hier etwas drüber gehört – oder wurde gar etwas an Euch herangetragen, Prior?

Jedenfalls, der junge Sarotorm hatte wohl in der Zeit die vorderen Räumlichkeiten untersucht, ohne besondere Fundstücke zu machen. Als Amaron wieder erwacht war und ich geguckt hatte, ob einer der Söldner evtl. noch zu verhören wäre, besprachen wir das weitere Vorgehen. Ich schlug einen taktischen Rückzug vor, um unsere Wunden zu lecken, aber Sarotorm, offenbar von den Geschichten seines Großvaters beseelt, wollte der Anführerin nachsetzten. Nach reichlich Diskussion und der Versorgung der Wunden beschlossen wir, die Plattengepanzerte auszuheben. Nachdem Amaron von einem Loch im Dach sie beim Betten beobachte – in der Tat eine Klerikerin, Prior, dazu komme ich noch – Sarotorm schlug eine Falle vor: Tür auf, einen brennenden Srohballen rein und die Schurkin mit ner Schlinge vom Dach einfangen. Das ging aber fürchterlich schief. Natürlich war die Tür verschlossen und ich musste sie aufbrechen. Dabei stolperte ich in den Raum hinein – während Amaron mit einem Angstschrei über die Dächer türmte. Die Klerikerin mußte ihn entdeckt und mit einem Furchtspruch beharkt haben. Ein viel schlimmeres Problem waren die Gebeine zu beiden Seiten der Tür, in die plötzlich Leben fuhr. Untote, Skelette… Auch meine erste Begegnungen, auch wenn ich die Gestiken zur Vertreibung dutzende von Malen geübt haben. Ich war gerade draußen, genau wie die beiden Skelette, der brennende Ballen flog hinein. Zwar gelang es mir nicht, die Skelette zu vertreiben, aber unsere Waffen zeigten schnell Wirkung. Jedoch stürmte auch die Klerikerin heraus und beharkte uns auf härteste. Als erstes geriet ihr Sarotorm ins Visier und trotz erbitterter Gegenwehr von vier Klingen fiel Sarotorm. Möge Vanya an ihm eine getreue Seele finden. Deswegen bin ich ja hier, um einen Trauergottesdienst zu organisieren. Jedenfalls lies sie nicht nach und auch meine Aufforderung zur Aufgabe ließ sie nicht innehalten. Jedoch weiß ich nicht, ob ich mich hätte zügeln können und es entbrannte ein weiterer Kampf um Leben und Tod. Diesmal war uns jedoch Tarastia hold und ein sattes Schmettern zertrümmerte ihre Beine und fegte den letzten Lebensfunken aus ihr.

Nach geschlagenen Kampf und betrauerten Verlust verbrannten wir die Leichen der Erschlagenen auf einer Wiese vorm Burgtor, während wir Saratorms Leichnam auf den erbeuteten Esel mitbrachten. Die Rückreise nach Schwellental brachte keine weiteren Begegnungen und wir erreichten die Stadttore noch in der Nacht, in der wir aufbrachen. Als erstes noch barrten wir seinen Leichnam hier im Tempel auf und ich hoffe, ihr seit Einverstanden, ihn hier nach einer angemessenen Beeergigungsfeier zu bestatten.

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