Tagebuch Mystara / Karameikos VI – Blindheit, Spitzhacke und Wölfe

Der sechste Teil unseres rotierenden Kampagnentagebuchs, dank an Herbstmonster fürs Schreiben.

Reisetagebuch von Dagan Coaldigger

Tag 5, Moldain, 13. Nuwmont 1000 (Rest)

Zwei Verletzte und ein Blinder. Eine Fortführung unserer Aktivitäten erscheint mir nicht sehr sinnvoll. Wir sollten nach Schwellental zurückkehren, um uns auszukurieren.

Cleston möchte aber gerne noch die letzte Tür im Aussenbereich öffnen, bevor wir die Rückreise antreten.
Etwas widerwillig stimmen wir zu, zumal sich das Augenlicht von Amaron immer noch nicht gebessert hat.

Die letzte Tür lässt sich aber nicht öffnen. Selbst ein angesetzter Hebel zeigt keinerlei Wirkung an der Tür. Entweder ist die Tür von innen durch Geröll versperrt oder auf der Tür liegt ein Zauber. Wir werden es herausfinden, wenn wir wieder herkommen. Vielleicht kann uns ja die Statue etwas zu diesem Raum erzählen.

Amaron stützt mich. Dafür zeige ich ihm den Weg aus der Ruine.

Cleston will noch einen Blick auf die Truhe in der Küche werfen. Der Nebel ist abgezogen und die Truhe lässt sich ohne weitere Probleme öffnen. Der Inhalt ist aber enttäuschend. Sie ist leer.

Niedergeschlagen treten wir die Rückreise nach Schwellental an.
Ausser Schmerzen und Rätsel hat uns dieser Tag nichts gebracht. 

Spät am Abend erreichen wir Schwellental. Kurz vor dem Tempel überholen uns zwei Reiter. Sie tragen eindeutig das Wappen der Baronie. Cleston meint in der Reiterin die Tochter des Barons zu erkennen. Was macht Alia Haloran zu dieser Stunde mitten in Schwellental? Die Frau mustert unsere Gruppe jedenfalls mit unverholener Neugier.

Kurze Zeit später erreichen wir den Tempel. Bruder Cleston erbittet Hilfe für Amaron. Sein Augenlicht ist nach wie vor nicht zurückgekehrt. Die Antwort ist ernüchternd. Zu dieser späten Stunde kann uns nicht geholfen werden. Wir mögen am nächsten Tag erneut vorsprechen müssen.

Die Schultern noch tiefer hängend begeben wir uns also zum Schwan. Bruder Cleston wird morgen nach der Andacht erneut im Tempel vorsprechen. Hoffentlich gibt es ein Heilmittel für Amaron und hoffentlich gewährt uns die Kirche von Karameikos Hilfe.

Tag 6 (Soladain 14. Nuwmont 1000)

Bruder Cleston ist bereist im Schankraum als ich mich zum Frühstück begebe. Er hat direkt nach dem Morgengebet einen Termin im Tempel. Mir ist nicht nach Beten, zumal mir die Unsterblichen der Menschen nicht sehr nahe sind.

Ich fühle mich immer noch sehr schwach. Mein Bein schmerzt. Ich denke, ein ausgiebiges Frühstück wird meine Lebensgeister wieder wecken.

Kurze Zeit später gesellen sich Feylariel und Amaron zu uns. Amaron sieht nach wie vor nichts. Hoffentlich erreicht Cleston was im Tempel.
Amaron scheint mit dem Augenlicht auch seinen Appetit verloren zu haben. Frühstück kann man das jedenfalls nicht nennen, was er zögernd in sich hineinlöffelt.

Nach etwa einer guten Stunde erscheint Cleston wieder.
Er hat wohl erreicht, dass uns geholfen wird. Er erwähnt aber eine Gegenleistung, die für diese Hilfe von uns erwartet wird. Ich nehme an, wir sollen weitere Goldstücke als ‚Spende‘ im Tempel lassen. Wenn mein zertrümmertes Bein dort wieder hergestellt wird, bin ich aber gerne bereit meine Münzen dort zu lassen. Ich denke, Amaron sieht das ähnlich. Wobei ’sehen‘ in dem Kontext das unpassendste Wort überhaupt ist.

Im Tempel werden wir bereits erwartet. Man erklärt uns, dass für Amaron ein Wunder gewirkt werden soll und führt ihn in einen Nebenraum des Tempels.

Sedrik und ich werden von Novizen des Tempels verarztet. Mein Bein fühlt sich an, als wäre niemals eine Wunde dort gewesen. Diese Novizen verstehen ihr Handwerk. Was mag nur ein voll ausgebildeter Kleriker dieser Kirche zu vollbringen?

Nach einer Weile erscheint auch Amaron. Er kann offensichtlich wieder sehen. Er ist ausgelassen wie ein Kind und blamiert uns bei den anwesendend Novizen, indem er fragt, ‚was das dann macht‘.

Ich bin nicht sehr gebildet, aber solch eine Aussage erscheint sogar mir als offensichtliche Beleidigung. Cleston ist sehr aufmerksam und kann die Situation retten.

Beim Verlassen des Tempels spenden wir natürlich ein paar Könige in den Klingelbeutel, obwohl Cleston uns versichert, dass die Heilung selbst uns nichts gekostet hat.

Eine Gegenleistung wurde von uns nicht gefordert. Hat Cleston in dem Punkt übertrieben?

Cleston will eine Spitzhacke für die Tür besorgen und noch einen Abstecher zum Waffenschmied machen. Auch Amaron hat noch eine Besorgung zu erledigen.

Wir trennen uns also, wollen aber noch heute wieder zur Ruine aufbrechen.

Die Spitzhacke ist schnell besorgt. Sie ist auch in einem guten Zustand. Ich nehme an, der Händler hat es nicht gewagt uns Schund zu verkaufen, während ein Zwerg die Ware begutachtet.

Auf dem Weg zum Schmied fällt mir ein, dass meine Rüstung ziemlich wertlos gegen diesen Käfer-Anfriff war. Ich sollte meine Lederrüstung gegen etwas besseres tauschen. Natürlich hat der Schmied keine Rüstung in meiner Größe da. Da Cleston aber seinen bestellten Plattenpanzer abholen kann wird sein derzeit getragener Kettenpanzer überflüssig. Es ist sicherlich möglich, diesen Panzer für mich umarbeiten zu lassen. Der Schmied zeigt sich auch bereit dazu und nimmt bei mir Mass.

Diese Umarbeiten werden natürlich eine Weile dauern, aber das ist kein Problem. Ich hätte nie gedacht jemals einen Kettenpanzer zu tragen. Insofern kann ich auch durchaus eine Woche darauf warten. Und die Bezahlung ist ebenfalls kein Problem. Ein wunderbarer Edelstein aus unserer Beute ist Bezahlung genug. Sowohl für Clestons, als auch für meine Rüstung.

Es ist noch vor dem Mittag, als wir beim Schwan wieder aufeinander treffen. Alle Besorgungen sind erledigt, so dass wir aufbrechen können. Cliffton Caldwell möchte uns sprechen, erzählt uns Olgo. Und nach kurzer Zeit erscheint der Händler auch im Schankraum.

Wir berichten von unseren Erlebnissen. Allerdings sparen wir die sprechende Statue im Bericht aus. Sedrik wollte davon erzählen, aber uns anderen erschien diese Information überflüssig, wenn gar gefährlich.
Wir haben die Statue auf der Karte. Dass sie spricht können wir bei unserem Abschlussbericht immer noch erzählen. Im Moment muss Caldwell aber davon nichts erfahren.

Zu der verschlossenen Tür scheint Caldwell aber eine Lösung zu haben. er bittet uns, kurz auf ihn zu warten und verschwindet.

Es vergehen kaum 30 minuten als Caldwell wieder erscheint. Er hält ein Pergament in der Hand, welches wohl eine magische Blockade brechen kann. Sedriks Augen beginnen zu glühen und obwohl Cleston die Hand nach dem Pergament ausstreckt, verstaut dieser bunte, kleine Mann das Schreiben sehr schnell in seiner Tasche.

Nachdem nun alles geklärt ist, brechen wir auf.

Die Ruine ist schnell erreicht.

Feylariel und Amaron überprüfen erneut die Umgebung, können aber erneut keine Spuren feststellen.

Da wir wissen, dass im Innenhof der Hauptgebäudes wohl immer noch Wölfe gefangen sind, werden wir uns als erstes um dieses Problem kümmern, bevor wir uns um die verschlossene Tür oder die Statue Sorgen machen.

Die Tür auf der Vorderseite ist nach wie vor verrammelt. Der Raum auf der Rückseite hat die gleiche Form wie vorne und ebenfalls eine Tür zum Innenhof. Amaron kann zumindest Geräusche durch die Tür hören. Es befinden sich also nach wie vor Kreaturen im Innenhof. Ohne eine der beiden Türen zu öffnen, werden wir aber wohl nicht feststellen können, ob es sich dabei tatsächlich um Wölfe handelt.

Ein Plan ist aber schnell gefunden. Wir werden die vordere Tür öffnen. Die Gänge zur Seite werden wir voher mit den Tischen aus dem Wachraum versperren. Natürlich werden wir diese Wege nicht wirklich dicht bekommen, aber vielleicht reicht es ja, wenn Sichtbarrieren vorhanden sind. Die Wölfe werden hoffentlich, ausgehungert, den direkten Weg in den Wald suchen.

An sich würden wir gerne die Tür über einen Seilzug öffnen, aber die Tür zum Hof geht von uns aus gesehen nach außen auf. Es bleibt also nur der Weg über eine direkte Öffnung per Hand.

Cleston und ich scheiden bei dem Plan aus. Wir sind einfach zu langsam für eine zu befürchtende Flucht vor den Wölfen.
Amaron meint, er wäre nicht sehr schnell. Ich habe ihn aber vor zwei Tagen sehr schnell über die Dächer flüchten sehen und könnte mir vorstellen, das er auch in dieser Situation sehr schnell sein könnte.

Irgendwie scheint Amaron dieses Thema peinlich zu sein. Letzendlich erklärt er sich aber bereit, die Tür zu öffnen.

Den Weg zum Tor nach außen verfeinern wir mit Fleischstückchen der Blutsperber. Die Wölfe sollen eine Spur nach draußen finden. Und so ausgehungert wie sie bestimmt sind, werden sie hoffentlich unserer Blutspur folgen.

Cleston und ich begeben und in die Küche. Feylariel wird hinter der Absperrung Richtung Statuen-Raum mit gespanntem Bogen Feuerschutz geben. In diese Richtung soll Amaron dann auch flüchten.

Nach ein paar Schwierigkeiten gelingt es Amaron auch, die Tür zu öffnen. Die Wölfe dahinter scheinen aber nur auf diesen Moment gewartet zu haben. Sie drängen sofort durch die leicht geöffnete Tür.

Amaron ist schnell, allerdings scheint er ein Problem mit der Orientierung zu haben. Er flüchtet jedenfalls nicht in die angesprochene Richtung und kann sich nur knapp einem Wolfangriff entziehen. Feylariel muss auf den aggressiven Wolf schiessen und trifft diesen auch.

Die Wölfe scheinen recht intelligent zu sein. Feylariel erzählt später, dass sie einem Wolf mit gespanntem Bogen gegenüberstand und der Wolf dann den Rückzug angetreten habe.

Können Wölfe diese Gefahr erkennen? Wie intelligent sind diese Viecher?

Ohne weitere Kämpfe verlassen die Wölfe die Ruine. Und auch unsere Gruppe ist unverletzt.

Wir können uns nun um die verschlossene Tür kümmern….

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