[Rezi] Hellboy – Der Teufel erwacht (Hörspiel)

„Na wunderbar! Vampire und Nazis – meine Lieblingsthemen!“ – Hellboy

Nach dem Auftakt-Zweiteiler „Saat der Zerstörung“ folgt mit „Der Teufel erwacht“ die nächste Doppelfolge zur Hörspielreihe Hellboy, welche sich nahtlos in Produktion und Inhalt anzuschließen weiß.

Einst, 1944, als Rasputin Hitler seine Wunderwaffe präsentieren wollte, sorgte er dafür, dass sich drei seiner Nazianhänger in eine Festung im Eis zurückziehen, um bald das Ragnarök, die Apokalypse der Welt einzuleiten. Und nun ist es für Rasputin, den „Meister“, soweit: er erschafft sich mit dem Unternehmer Roderik Zinco einen treuen Lakeien, der für ihn ins hohe Eis geht und die Relikte der Vergangenheit auftaut und mit ihnen die drei Nazi-Schergen: Leopold Kurz, Prof. Dr. Karl-Ruprecht Krönen und Ilsa Hauptstein. Letztere bekommt damit die Gelegenheit schon bald ihre alte Liebe im Gegenzug wiederzuerwecken, welche ihr von den Nazis genommen wurde, als das Projekt Vampirsturm scheiterte: den Vampir Vladimir Giurescu.

Genau wegen diesem finden im Konferenzsaal 2 der B.U.A.P. – der Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen – eine Einsatzbesprechung statt. In New York wurde der Nazi-Flüchtling Hans Übler ermordet und aus seinem Gruselkabinett wurde nur eine Transportkiste mit der Aufschrift Giurescu – Objekt 786 gefunden. War da etwa mehr drin, als nur die Wachsfigur des Vampirs? Ein weiterer Grund ist das mit Üblers Blut gezeichnete Ragnarök-Symbol, welches Hellboy schon sein Leben lang verfolgt.

Die BUAP vermutet, dass der Mörder plant, Giurescu in sein Schloß zu bringen. Einem Ort, dem man sagenhafte Heilkräfte nachsagt. Da jedoch nur fünf Field Agents (und ein Neuling) zur Verfügung stehen, aber drei Schlößer in Frage kommen, müssen sich die Agents aufteilen. Hellboy bekommt keinen Partner ab, darf aber als erster über seinem Schloß abspringen. Klingt nach einem Plan, aber schon beim Absprung explodiert ihm der Flugtournister unterm Allerwertesten weg – dabei ist der bestes Material von Zinco Industries, mit denen die Behörde einen Superdeal abgeschlossen hat – und Hellboy kracht wie kein Zweiter durch die Wand, was bei James Bond irgendwie anders aussieht, wie er zutreffend feststellt. Da überrascht er jedoch nur Ilsa, die ihrerseits ihre Nati-Schergen auf ihn hetzt…

Die Story ist einerseits schön pulpig, Nazis, Vampire, Affenartige, Riesenschlangen, Hexen, Burgen, Foltergeräte, reichlich Explosionen, andererseits aber auch verzwirbelt, allein durch die pure Masse der Schurken. Eigentlich fehlen nur Ninjas… Wenn es im zweiten Teil um die Schlange geht, dann erinnert nicht nur die dichte Atmosphäre an Die Schwarze Sonne – zumal der Anthagonist auch noch die selbe Stimme verliehen bekommen hat. Von Hellboy kommt gleich ein ganzer Batzen luftig-lockere, coole Sprüche, so dass der Spaß nicht zu kurz kommt und die pulpige, comichafte, aber trotzdem dichte Atmosphäre wird gut transportiert.

Die Umsetzung ist hochwertig wie man es aus dem Hause Lausch gewohnt ist. Viele unterstreichende Zwischenmelodien, Geräuscheffekte, auch einige Stimmen der Sprecher sind mit passigen Effekten unterlegt. Die Sprecher, für die Hauptrollen konnten ja die Synchronsprecher der Filme gewonnen werden, sind durch die Reihe auf hohem Niveau. Viele sind aus anderen Lauschproduktionen bekannt, so wird ein Priester gesprochen von Günter Kütemeyer, der schon bei Drizzt dessen Lehrmeister war oder bei Die schwarze Sonne als Ermittler Joseph Bell zu hören war. Kurzum, bis auf eventuelle Rollenverwechslungsgefahren, bekommt man hier wieder ein excellent eingesprochenes Hörspiel.

Fazit: In bester Lausch-Qualität wird hier ein luftig-pulpiges Werk abgeliefert, welche zugleich eine pulpig, zugleich dichte Atmosphäre hat und die eine echte Bereicherung des Hörspielregals ist.

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