Dark Sun – Erinnerungen

Gestern berichtete Dominik von der neuen Dark Sun-Version, welche von Fans der Welt Athas gepflegt wird und mittlerweile vom DnD 3.5-Regelkern auf 3.7 anhebt – Pathfinderklasse sozusagen… Jedenfalls nutzte ich das, um nach Erinnerungen zu fragen, was Argamae sogleich zu einem längeren Artikel nutzte, welchen ich hier wiedergeben will:

Joah, anno dazumal leitete ich über einen längeren Zeitraum eine AD&D 2nd Edition Kampagne auf Athas, der Dark-Sun-Welt. Hat Spaß gemacht, wenngleich mir die Romane dazu nur in schlechter Erinnerung sind. Es war damals eine sehr interessante und herausfordernde Abkehr der Standard-D&D-Welten mit ihren feudalen, mittelalterlich-europäisch geprägten Settings. Man begann auf Stufe 3, weil die Welt von Dark Sun so „hart“ war und man nicht gleich ins Gras beißen sollte. Naja, war auch ’ne Menge Propaganda und Verkaufsmasche dabei.

Im Grund ist Dark Sun ein Fantasy-„Endzeit“-Setting. Nach einem katastrophalen, magischen Rückschlag wurde ein einstmals blühendes Land in eine Wüstenwelt verwandelt. Áuch die Götter versagten und blieben unerreichbar. Neue Strukturen bildeten sich – und damit auch neue Machtverhältnisse. Hexerkönige rissen die Macht an sich, wurden zu quasi gottgleichen Herrschern, die sogar eigene Kleriker (die sogenannten „Templar“) in ihren Dienst zwangen. Diejenigen Kleriker, die nicht zu einem der Hexerkönige beteten und so ihre Kraft erhielten, dienten den Elementen. Das Wort der Hexerkönige, die in ihren riesigen Stadtstaaten regierten und unabläßig Ränke gegen einander schmiedeten, waren aber nur eine der Herausforderungen. So gehörten Magier entwedern den sogenannten Bewahrern („Preserver“) an, die ihre Magie behutsam aus der gebeutelten Natur zogen, um das Gleichgewicht des Lebens nicht noch weiter zu stören, oder es war die verachtenswerten Schänder („Defiler“), die ohne Rücksicht auf Verluste dem sie umgebenden Leben seine Kraft entzogen, um damit ihre Zauber zu wirken. Auch die Natur selbst hatte sich gegen die intelligenten Rassen gewandt und sich angepaßt – so existieren auf Athas einige furchteinflößende und krasse Lebensformen. Die Völker hatten sich auch angepaßt – und dabei eine Mischrasse herausgebracht: die Mûl. Es war eine Mischung aus Zwerg und Mensch. Daneben konnte man auch die total fremdartigen Thri-Kreen (intelligente Gottesanbeterinnen) spielen. Neue Klassen, wie der Gladiator, sowie detaillierte Regeln über den Wasserbedarf beim Marsch durch die Wüste brachten das Flair von Dark Sun auch regeltechnisch rüber. Einige sehr delikate Meta-Geheimnisse und SL-only-Hintergrundinfos waren das Salz in der Suppe.
Auch einige PC-Rollenspiele des damaligen Genre-Primus‘ SSI erschienen (und waren auch ganz gut, soweit ich weiß).

 

Alles in allem eine wirklich stil- und stimmungsvolle Welt. Leider gab es gegen Ende der Dark-Sun-Ära schwache Quellenbände und auch die Abenteuer waren durch ihre neue Präsentation gewöhnungsbedürftig. Hätte eine Wiederbelebung aber durchaus verdient.

Olaf Buddenberg

Wer seine Erinnerungen mit uns teilen möchte oder noch ein paar Lesen möchte, hier findet sich Dark Sun in unserem Forum.

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