[Rezi] Zunftblatt 1/2009 / #4 (Fanzine)

Das Zunftblatt ist das Vereinszine der Zunft der Lahnsteiner Rollenspieler e.V. und nach dem gleichnamigen Zunftblatt, den ZLR-Adventures und der Nomade World immerhin der vierte Anlauf. Apropos vier, dies ist zugleich die vierte Ausgabe – aber während die ersten drei als eZine vorlagen, liegt diese Ausgabe erstmals in Papierform vor. Vorgestellt wurde die Ausgabe zur RPC, wofür das gesamte Team in weiße Hemden, Hosenträger und großkrempigen Hut antrat, kurzum zünftig halt, und als zusätzlicher Kaufanreiz gab es zum 3 Euro teuren, 52-seitigen Zine eine Tombola. Dort gab es schlimmstenfalls einen Würfel oder ein Munchkin beißt-Promopäckchen, bestensfalls dicke Rollenspielbücher von Shadowrun, Nornis etc. – Grund genug also, mal einen Blick zu werfen, was bei der danach fast ausverkauften 500er-Auflage wohl auch einige getan haben. Geplant ist ein vierteljährliches Erscheinen.

Ein Abenteuer und ein Schauplatz bilden das Zentrum des Heftes, einmal für Ratten, einmal für die neue World of Darkness, genauer Hunter: The Vigil. In „Verlorene Unschuld“ werden die noch „normalen“ Charaktere auf die Suche nach Kindern geschickt, um dann mit dem Übernatürlichen zusammenzutreffen und schließlich zu Huntern heranzureifen. Nach und nach können sie sich Indiz um Indiz an die Täter ranpirschen, um zugleich am Ende festzustellen, dass die Polizei nicht wirklich helfen wird… „Ratten auf Kiel“ ist nicht nur ein Abenteuer, sondern gleich ein alternativer Schauplatz für Ratten, nämlich ein verlassenes Kreuzfahrtschiff, welches als Geisterschiff über das Allblau dümpelt. Die unterschiedlichen Decks werden von den verschiedenen Rotten besetzt, während das Oberdeck von den Weißkrähern besetzt wird. Mit den Tüftlern wird eine neue Rotte vorgestellt, welche die Laborratten ersetzt.

Das Thema mittlere Ostküste der USA, an der auch das Hunterabenteuer spielt, wird von einem Report aufgegriffen. Ein kurzer Reisebericht, ein Szenebericht über Rollenspiel dort, zwei Berichte von dortigen Läden und eine Reportage über Chessex runden das ab. Regional wird vom Koblenzer Mittelalterladen Tempora Historica, Märkten, Cons und ZLR-Aktionen berichtet. Abgerundet wird das ganze durch zahlreiche Rezis und Vorstellung, so wird beispielsweise Midnight Syndicate, welche u.a.. den DnD-Soundtrack abgeliefert haben, vorgestellt oder Western City, Warhammer Fantasy, Warhammer Schattenjäger, Cthulhu USA u.a. rezensiert. Kleines Highlight sind Kinderbücher und CD für die Kleinsten – oder: Wie kann ich mein Kind an mein seltsames Hobby gewöhnen… – als Kurzreziüberblick sowie ein Blick auf das Lebenswerk von Jim Henson (Muppets, Fraggles).

Kurzum, zünftig, zünftig! Mit hat die Ausgabe sehr gut gefallen, Rollenspiel in den USA läßt sich gut lesen und ist nicht der widergekäute Promobrei den Spieleexpress oder Games Orbit bieten. Die Rezis sind erfrischend und mit Engagement geschrieben. Gerade die Rezizusammenstellungen zum Thema Kinder oder Midnight Syndivate sind gut gelungen. Die Abenteuer sind vom System her gut gewählt (nicht das 5733. DSA-Abenteuer) um Interesse zu wecken, beide sind im Kern auch gut. Das Hunter-Abenteuer dient nur als Einstieg und ist deswegen etwas speziell (wobei es sich im Prinzip auch auf Kult, Cthulöhu Now, Unknown Armies umschreiben ließe und da nicht zwangsläufig ein Einsteigerabenteuer wäre), zum Rattenschauplatz muss man noch eigene Abenteuerideen einbringen – was aber absolut nix schlechtes ist.

Zum Drumherum. Das ganze ist schwarz-weiß auf Hochglanzpapier gedruckt, das Cover ist selbstgezeichnet (gelungen, aber zu dunkel), darüberhinaus gibt es nur im Rattenabenteuer Zeichnungen (allerdings nur offizielle – oder man hat den Zeichenstil sehr gelungen nachgestellt), dafür aber zahlreiche eigene USA-Fotos, die auch das Hunterabenteuer illustrieren. Dazu kommen zahlreiche passige Hintergrundgrafiken, wie Würfel bei Chessex oder ein Papierseitenlayout bei Hunter. Bei den Schriftarten macht man fast alles richtig (wechselt nicht hin und her), nur Hunter weicht auf eine andere Schriftart aus und fällt aus dem Rahmen.

Fazit: Ist eindeutig sein Geld wert und lohnt insbesondere für Fans beider Systeme.

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