DIE HÖRSPIEL 2009 – Conbericht

Schon eine Woche nach der Nordcon sollte es erneut nach Hamburg gehen, diesmal jedoch im Auftrag eines anderen Hobbies: den Hörspielen. Denn DIE HÖRSPIEL im Hühnerposten rief. Nach leichten Aufwachproblemen meinerseits und trotzdem überpünktlichen Abholens der restlichen Gang in Form von Christophorus und dem KULTisten war man dann schon um 11 Uhr vor Ort, also gut eine Stunde nach Öffnung. Und das erste was auffiel: wir waren nicht die einzigen. Nicht nur draußen saßen zahlreiche Hörspielfans, auch innerhalb des Veranstaltungsortes war es proppevoll. Reinzukommen war aber gar nicht so leicht, dem irgendwie waren unser Namen von der Presseakkreditierung verschwunden… Aber dank Intervention einer Lausch-Mitarbeiterin, die sogar noch die eMail-Adresse von Christophorus kannte, konnten wir dann doch noch rein…

Drinnen erwartete uns erstmal ein Foyer mit drei Gängen an Ständen und linker Hand ein Riesengewühle an Menschen, die wie beim Winterschlussverkauf die Weihnachtsstollen von Aldi für ’nen Euro wegtrugen. Dort befand sich der Verkaufsstand von Pop.de, dem Hörspielversender, der für 1, 2 oder 3 Euro einiges an guten CDs raushaute (z.B. Sherlock Holmes von Maritim, Star Wars, Team X-Treme, Schattenreich, Paul Pepper) und auch sonst ein paar gute Messepreise bot. Nachdem wir bereits binnen der ersten halben Stunde pleite waren, konnten wir uns sorglos den Ständen widmen. Auffallend war, dass man als Rollenspieler andere Dimensionen gewöhnt ist: Die kleinsten Stände maßen gerade mal einen runder Minitisch mit rund einem Meter Durchmesser. Der Fanzinestand auf der RPC war in etwa so lang wie einer der Gänge…

Dort tummelten sich einige bekannte wie weniger bekannte Labels der Szene. Juniordetektei Jammerthal war erste Probehörstation, die gerade die erste Staffel ihrer Serie fertig hatten – 12 Teile sind es geworden, die sich um die ungewöhnliche Detektei mit den drei Spürnasen und ihren Mutantenkräften dreht. Eine sehr eigenständige Persiflage, präsentiert von Albert Hitschler. Weitergehen soll es mit einer Serie, in der es sich um eine der Nebenfiguren drehen soll. Während ich mir die Bonus-CD und die sechste Folge kaufte, nahm der KULTist gleich die komplette Serie mit.

Der Scratch-Verlag, frisch auf dem Nordcon kennengelernt, war dermassen gut besucht, dass es erst am Ende der Messe eine Gelegenheit für ein Pläuschchen gab. Ins Hörbuch zu Böses Erwachen hatte ich zwar noch nicht reingehört, aber dort gibt es durchaus ja auch interessante Rollenspielpläne – zumindest die Zeichnungen samt Weltkarte machen einen herausragenden Eindruck. Die Mindcrushers, schon oft empfohlen, präsentierten sich zusammen mit dem SF-Radio und boten ihre kostenlosen Hörspiele an. Ihre neueste Serie, Land of Theoria, „basiert auf einer Mitschrift einer Rollenspielgruppe. Viele der Aktionen, Abenteuer und Dialoge basieren auf wahren Begebenheiten innerhalb mehrerer Rollenspielrunden“. Ich bin mal ziemlich gespannt!

Weiteres Highlight waren die Alsterdetektive, ein Hörspielprojekt im Auftrag der Hamburgischen Bürgerschaft, um jungen Menschen die Funktionsweise der Politik näherzubringen. Eingebettet in einen typischen Jugendkrimiplot samt Bande sprechen auch die Drei Fragezeichen-Detektive in Gastrollen mit. Das ganze gibt’s kostenlos als Download und wurde auf der Messe auch im Digipack auf CD angeboten.

Auf drei Bühnen gab es zudem Podiumsdiskussionen, Workshops oder (Live-) Hörspiele. Mein Interesse erregte TINO.15, eine freie Drei Fragezeichen-Persiflage, die eine spezielle Folge für die Messe produziert hatten, und dort den ersten Teil präsentierten – den zweiten gibt es später zum Download. Das ganze gab’s leider nur vom Band, allerdings stellten sich die jungen Sprecher vorher vor. Persifliert wurde rund um Folge 44 – Der gestohlene Preis, die ja im Original furchtbar ist. Insofern war eine Besserung nicht schwer, manches war richtig gut gelungen, anderes eher so lala – aber vor dem zweiten Download kann man schlecht urteilen.

Vorher gab es eine Podiumsdiskussion zu „Scotland Yard jagt Doktor Mabuse“ mit Wolfgang Frass sowie dem Produzenten. Bei diesen Filmhörspielen nutzt man die Originalfilmbänder, schneidet die Stimmen neu und eine zusätzliche Erzählerstimme fasst dann Handlungen zusammen oder erzählt das, was sonst der Filmzuschauer nur sieht. Ich mochte das damals sehr gern bei den 007-Kassetten von Europa und auch die neuen Star Wars werden ohne Bild gleich um einiges erträglicher…

Dazwischen gab es noch einige Leute zu treffen, in der Menge waren Promis wie Hennes Bender, Tetje Mierendorf oder Oliver Rohrbeck zu entdecken, ersterer riet uns gekonnt und mit Leidenschaft von Jack Slaughter ab. Wir entdeckten hingegen Eva-Maria von Erdenstern in der Menge und plauschten ein wenig, können aber weder die neue Farbe noch erdensternbegleitete Hörspielprojekte an dieser Stelle verraten. Auch Gunnar vom Sammelsurium stieß zu uns vor und konnte mit alten Ausgaben der Abenteuer. und Labyrinth Lord-Material versorgt werden.

Mit Dorian Hunter 5 stand dann ein Livehörspiel an. Neben einigen etablierten Sprechern der Serie ergänzten Gastsprecher und vor allen Geräuschemacher die Riege. So gab es jeweils einen für Türen, für Schüsse, für Lichtschalter… Etwas enttäuschend war, dass diese anfangs scheinbar aus dem Publikum gewählt wurden, sich hinterher aber herausstellte, das alles vorselektierte Verlagsmitarbeiter waren. Schade für alle, die sich Hoffnungen gemacht haben. Trotzdem, das Hörspiel selber war unterhaltsam und amüsant. Mittlerweile hatten wir das Sehen gegen das Sitzen eingetauscht, sprich die harten Sitzbänke vorn gegen gemütliche Stühle hinten. Der Saal war aber mittlerweile dermaßen voll, dass von dort nur stehend was zu sehen war.

Folgeveranstaltung war dann Hellboy 6 – hätte man es sehen wollen, hätte man nicht rausgehen dürfen, aber frische Luft war nach zweieinhalb Stunden Hörspielmarathon einfach nötig… Daher konnte man auch das Vollplaybacktheater streichen, wo der Andrang nochmal größer war – und hier Sehen das A und O war.

KULTist hatte dafür heldenhafterweise beim Talk Larry Brent vs. Macabros u.a. mit Douglas Welbat gute Sitzplätze ergattern können. Im Talk erfuhr man mehr über die Ursprünge beider Serien, die Karrieren der Sprecher und den aktuellen Status, souverän von Günther Merlau moderiert. Wer hätte gedacht, dass Douglas Welbats Produzent von 7 Zwerge war und er da ziemlich zufällig reingerutscht ist. Hinterher gab es noch eine lange Autogrammschlange, natürlich mit dem KULTisten an der Spitze…

Damit war dann schon Abreise angesagt – die letzten Veranstaltungen waren einfach zu brechend voll. Gunnar berichtete, dass sich seiner Einschätzung nach die Auslastung mehr als verdoppelt hatte und so bleibt künftig zu hoffen, dass entweder im Hühnerposten weitere Räumlichkeiten organisiert werden können oder man größer dimensionierte Veranstaltungsorte findet.

Fazit: Für Hörspieler eine absolute Pflichtmesse, trotzdem muss etwas am Veranstaltungsort im nächsten Jahr getan werden, damit auch alle was vom Programm haben. Ich freu mich auf nächstes Jahr.

PS.: Ausführliche Bildergalerie später.

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