Was ist eigentlich HackMaster? – Ein Rückblick

Argamae wirft einen Rückblick auf`s alte Hackmaster, bevor es in Kürze an die Vorstellung von Hackmaster Basic geht.

HackMaster entstand mehr oder weniger als Parodie von AD&D, denn Kenzer & Company bekamen von Wizards of the Coast die notwendigen Lizenzen, um auf den alten AD&D-Regeln (1st Edition) basierend ein neues RPG zu schreiben. Bedingung war wohl, daß man immer erkennbar parodistische Züge und Tendenzen einbauen mußte. Der Name selbst entstammt den Comic-Strips von Knights of the Dinner Table aus gleichem Hause, die eine „typische“, amerikanische Rollenspielgruppe und deren Erlebnisse am Rollenspieltisch beschreiben. Diese Gruppe spielt in diesen Strips immer das fiktive Rollenspiel „Hackmaster“, was gleichzeitig auch der Name eines magischen Schwertes ist, das der Charakter von einem der Mitspieler besitzt. Die Comic-Strips sind übrigens wärmstens zu empfehlen, da sie riesig witzig sind.

Was lag nun also näher, als dieses fiktive Rollenspiel in die Realität umzusetzen? Bereits hunderte, wenn nicht tausende von Anfragen seitens Fans der Comics lagen bereits vor. Und so wurde auf der Basis von AD&D also ein Rollenspiel geschrieben, daß die Marotten und Eigenheiten vom Urvater der Rollenspiele bis zum Exzess zelebrierte und mitunter persiflierte, etwa den Einsatz von Würfeln, um alle Entscheidungen zu treffen sowie hunderte von Tabellen. Dazu gesellte sich eine sehr (gewollt) arrogante Schreibe, die mit Seitenhieben auf Schummler, mädchenhaftes Verhalten bei Kämpfen, die Verweigerung von regelgetreuem Spiel oder die Nichtanerkennung von gewürfelten Ergebnissen nicht geizte. Ein ganzes Kapitel wurde allein der ordnungsgemäßen Verwendung von Würfeln, ihrem „Aufladen“ und den verschiedenen Stilen, Würfeln zu rollen, gewidmet. Auch, daß die Erstauflage 2001 gleich als „4th Edition“ in den Handel kam, ist kalkulierter Seitenhieb gewesen, war doch D&D mit seiner 3rd Edition ein Jahr zuvor gestartet.

Kurzum: HackMaster machte sich über viele alte Rollenspieler-Rituale und -konventionen lustig, obwohl es sie damit eigentlich lobte und propagierte, und bot gleichzeitig ein grundsolides, wenn auch hochkomplexes Fantasyrollenspielsystem, daß hervorragend spielbar war und für viele ein AD&D darstellte, wie es schon immer hätte sein sollen. Und es wurde wahnsinnig erfolgreich!

Olaf Buddenberg

6 Kommentare

  1. Nur in Deutschland leier kaum wahrgenommen.

    Hab alle Regelbücher und einige Abenteuer im Regal stehen und das Spiel hat immer verdammt viel Spaß gemacht. Das gute daran war: as Lesen und Vorbereiten macht ebenfalls große Laune, aufgrund des von dir bereits beschriebenen Humors.

    Und wenn mal als Krieger erst einmal am Ende der Charaktererschaffung gestorben ist… *g*

    Liken

  2. Ich hatte noch einen Absatz geschrieben, der bei der Formatierung des Textes dann versehentlich gelöscht wurde. Darin erwähnte ich, daß Hackmaster überdies bewußt sehr überzogen blutrünstig gestaltet wurde – sowohl von den Illus als auch von den Regeln (man denke nur an diese endlosen Tabellen in Schriftgröße 8pt oder so für kritische Treffer an allen nur erdenklichen Trefferzonen des Körpers (Achselhöhle!). Werde dies im Beitrag auf der Greifenklaue-Homepage noch einfügen. Zu dumm, daß mir das nicht gleich aufgefallen war.

    @Cyric: als Hackmaster-Kenner frage ich Dich: gibt es die Hacklopedia-Bände auch als ein Buch (Sammelband oder dergleichen)? Notfalls auch bloß als PDF? Es war mir nämlich damals echt zu teuer, mir die alphabetischen Bände nach und nach zusammen zu kaufen…

    Liken

  3. Nein, die Hacklopedias gibt es nur einzeln. Leider. Obwohl ich die Art der Veröffentlichung schon irgendwie… cool fand. Es passte einfach zu dem System…

    Als Sammelband kann aber das Hacklopedia Field Manual dienen, dass von vielen gängigen Rassen besondere Abarten präsentiert. So ganz ist das aber natürlich nicht, was du suchst…

    Liken

  4. @Cyric: ja, es paßte schon… irgendwie. Könnte man schon so sehen. War aber doch ein elender Geldfresser. Da habe ich die Idee, einen Minotaurus als Monster einzusetzen, doch leider geht mein letzter Hacklopedia-Band nur von K-L. Nee, passig hin oder her: es war letzten Endes Kacke. Und nervig.

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s