[Rezi] XO1 – Xoro – Der Eifelareaner

Berserker hat sich der Umsetzung des Films Xoro ins Abenteuerformat gewidmet.

Der Eifelarean Barbarian

Bei „Xoro – Der Eifelareaner: Der Rebell“ handelt es sich um ein Gruppenabenteuer für das Retro-Rollenspiel „Labyrinth Lord“, das auf dem Trashfilm „Xoro: the Eifelarean“ basiert. Bevor auf das Abenteuer eingehe, also ein paar Erklärungen zum besseren Verständnis.

Bei den sogenannten Retrorollenspielen handelt es sich um Regelsystem, die alte Regelmechanismen wiederbeleben. Dies geschieht sowohl aus Nostalgie als auch aus dem Wunsch nach einem einfachen, schlanken Regelwerk. „Labyrinth Lord“ ist ein Vertreter dieses Genres, der es aufgrund einiger fleißiger Unterstützer, zu einiger Qualität und sogar in den Druck geschafft hat.

Der Trashfilm „Xoro: the Eifelarean“ ist eine No-budget Produktion einiger Rollenspieler und Fans von Barbarenfilmen. Der Film hat genau die richtige Menge an Pathos, Trash und allem was so dazugehört um zu unterhalten.
Zu finden ist er in vier Teile unterteilt auf Youtube, wobei die Sprache englisch ist:
Der Rebell – http://www.youtube.com/watch?v=Roli-equafs
Die Amazone – http://www.youtube.com/watch?v=D4gig4hwH6o
Der Tempel – http://www.youtube.com/watch?v=e6Ad7xMX47k
Die Enthüllung – http://www.youtube.com/watch?v=RNoRatF-6Js

Das Gruppenabenteuer ermöglicht es den Film mit den Helden nachzuspielen, kann aber auch problemlos als Anregung genommen werden um schon bestehende Helden der dritten bis fünften Stufe zu unterhalten. Im Kern handelt es sich um eine Nacherzählung und Eindeutschung des Films, die ergänzt wird um eine Einleitung und Zufallsbegegnungen, ein paar Ausschmückungen damit die Helden nicht nur wie auf Schienen durch die Handlung geführt werden sowie Werte und eine Regionenbeschreibung.

Die Einleitung gibt dem Spielleiter eine Zusammenfassung und Hinweise zum Gebrauch des Abenteuers, der Filmhelden und der Zufallsbegegnungen. Die Zufallsbegegnungen lassen viel Handlungsspielraum, da es sich um Situationsbeschreibungen handelt, die auch relativ deutlich klarmachen, dass hier der Spaß am Spiel im Vordergrund steht. Als Beispiel sei die Begegnung mit einem rheumatischen Brückentroll erwähnt.
Die eigentliche Handlung ist auch nur so detailliert wie nötig beschrieben, dass der Spielleiter einen Rahmen für das Abenteuer hat und selbst noch die Möglichkeit hat gestalterisch tätig zu werden. Hierbei wird die Handlung des Films noch um ein Anregungen für Folgeabenteuer und ein wahrlich heldenhaftes Ende ergänzt. Zusammenfassen lässt sie sich als Barbar und Magier ziehen aus um für einen Händler einen magischen Stein zu finden, treffen Amazone, bergen Stein aus Tempel seltsamer Religion, beschützen Stein vor Schergen des bösen Zauberers, liefern Stein ab und Händler entpuppt sich als der böse Zauberer.
Als nächstes sind die Werte für die Originalhelden aufgeführt inklusive Hintergrund und Persönlichkeit, so dass die Helden auch glaubhaft dargestellt werden können. Wo Helden sind dürfen Bösewichte nicht fehlen und so gibt es auch die Werte für die NSCs. Und nachdem diese ja auch Beute hinterlassen müssen, werden die magischen Gegenstände des Abenteuers auch beschrieben.
Abgeschlossen wird der Abenteuerband durch eine Beschreibung der Region Eifelareanien, der barbarischen und auf die Größenordnung von Labyrinth Lord angepassten Version unserer Eifel sowie des nördlichen Nachbars. Die Beschreibung ist lustig zu lesen, vor allem wenn man die Region kennt oder parallel zum Lesen versucht diese einzuordnen, und gibt auch einen brauchbaren Hintergrund zum Spielen ab. Einziger Fehler, der mir auffiel, ist das Bitcastle und Gerolstone, wohl den Platz auf der Karte getauscht haben. Welche leider auch nicht so gut lesbar geraten ist, aber allein die Verfügbarkeit einer Karte ist schon ein Plus.

Die Aufmachung orientiert sich an den anderen Werken für Labyrinth Lord und somit auch an der Optik älterer Rollenspielprodukte und bringt diese auch gut herüber. Einziger Punkt bei dem handwerklich gemeckert werden kann, ist die Lesbarkeit der Karte. Wie hochwertig die Druckversion ist kann ich nicht beurteilen, da mir die PDF-Version zum selbst ausdrucken vorliegt.

Insgesamt erhält man ein nett gemachtes Abenteuer, dessen gestalterische Freiheit mir persönlich zusagt. Ein unerfahrener Spielleiter könnte sich hier zwar etwas verloren vorkommen, aber dieser wird auch nicht die Zielgruppe sein. Die zusätzlichen Daten wie fertige Helden und Regionenbeschreibung erhöhen den Nutzen weiter und die Kenntnis des Films den Unterhaltungswert. Meine Empfehlung für Fans dieser Art von Filmen und Retrorollenspieler bekommt das Abenteuer also nicht nur um den Eifer des Autors zu belohnen.

Götz Dirk

PS.: Das Modul gibt es für 2 Dollar bei YourGamesNow. Die Hardcopy gibt es hingegen für 8 Euro bei Moritz.

5 Kommentare

  1. @Karte: Die ist in der Printfassung gut zu lesen.

    … aber da ich der weltschlechteste Kartenzeichner bin, gibt es ja schließlich bei ygn kostenlos die von Andreas Claren erstellte Karte im klassichen old-school Blau runterzuladen.

    (Und der Städtevertauscher war mir noch nicht aufgefallen! Herrschaftszeiten!)

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  2. Da ich übrigens so gerne immer wieder ergänze:
    Die Ausgestaltung des weiteren Spielhintergrundes ist großteilig Moritz‘ Werk, für das er klar zu loben ist. Allerdings hatte er dafür uns sowie das Original-Drehbuch zur Verfügung, so dass auch die oder andere Information, die nie im Film selber zum Tragen kam, durchaus noch hinaus in die Welt getragen werden konnte. Etwa die Beschreibungen der Charaktere, die teilweise 1:1 aus den Schauspieler-Notizen stammt 🙂

    Danke übrigens auch für das liebe Lob am Film selbst! Das freut uns immer sehr 🙂

    Das Abenteuer ist übrigens sozusagen „Xoro“-Kanon, quasi so, wie Star Wars-Romane Kanon sind. Es gilt als gültig, mindestens so lange, bis ein Film von uns dem Gesagten einmal wiedersprechen sollte.
    Vermutlich also noch lange Zeit ^^

    Viele liebe Grüße,
    Thomas

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  3. Wie ich neulich dem „Zunftblatt“ schon mal sagte: Wir möchten die Geschichte von Xoro definitiv gerne weiter und letztlich zu Ende erzählen. Oh ja.
    Aber ob das realistisch als Film zu machen ist?
    Wir schauen immer mal wieder auf verschiedenste Medien, und letztlich wird da auch mal was passieren.
    Hoffentlich auch noch viel mehr in Kooperation mit Soapbox 😉

    Viele Grüße,
    Thomas

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