[Rezi] TT1 Under Siege (LL-Tabletop-Abenteuer)

Berserker hat schon seit einiger Zeit seine Rezi zu Under Siege am Start, ich habe aber den Posteingang übersehen. Nun gut, Asche auf mein Haupt, hier nun alles Wissenswerte zum Belagerungsabenteuer:

Hilfe, die Goblins kommen!

Bei „Under Siege“ handelt es sich um ein Gruppenabenteuer für das Retro-Rollenspiel „Labyrinth Lord“. Dass es sich hierbei um ein besonderes Abenteuer handelt sollte an der Bezeichnung Tabletop-Adventure ersichtlich werden.

Was hiermit gemeint ist, schiebe ich am besten als Erklärung voraus. Ersteinmal ein paar Worte zu „Labyrinth Lord“ selbst. Das Retro-Rollenspiel hat es aufgrund motivierter Fans und Autoren zu einiger Qualität und in den Druck geschafft und kann, wie es für dieses Subgenre typisch ist, mit einem puristischen Regelwerk im Stile der ersten Spielsysteme aufwarten. Das Tabletop in der Bezeichnung für das Abenteuer bezieht sich hierbei auf die Aufmachung mit detaillierter, großformatiger Karten und Marker für Freund und Feind, die auf dieser bewegt werden sollen, mehr dazu wenn ich am entsprechenden Abschnitt bin.

 Das Gruppenabenteuer ist für eine relativ große Gruppe von 3-7 Spielern gedacht, aber Stufe 2-4 eher für Anfänger. Die Einleitung warnt auch vor der relativ geradlinigen Struktur, welche es auch weniger erfahrenen Spielleitern erlaubt dieses Abenteuer zu leiten. Davor, dass Spieler nicht immer dem Plan folgen, ist der Spielleiter auch mit den Tipps aus den einleitenden Kapiteln vorbereitet. Die Spieler sollen in diesem Abenteuer auch mehr reagieren als agieren, was nicht unbedingt jedermanns Sache ist, aber bei einer Belagerung bestimmen nun mal die Angreifer, wo es lang geht. Um hierbei den Überblick zu behalten wird zu der 12 A4-Seiten großen Karte und den Markern geraten, welche sowohl Aktivität der Personen anzeigen als auch durch Aussortieren Lebende von Toten unterscheidet!

Nach den ausführlichen Erklärungen zu den Besonderheiten, beginnt das eigentliche Abenteuer aus 8 Kapiteln, die die Haupthandlung darstellen, und den 4 Zwischenstücken, die optional die Situation im belagerten Larm beeinflussen. Eventuell vorhandene Vorlesetexte sind hierbei hervorgehoben und sollen immer eine bestimmte Stimmung erzeugen. Die Handlung ist immer ausführlich erzählt, lässt aber genug Handlungs- und Entscheidungsspielraum um die Spieler nicht völlig zu Akteuren zu deklassieren. Am Ende jedes Absatzes wird noch zusammengefasst wer an der Handlung außer den Helden beteiligt ist, so dass man leicht die Marker bereit machen kann. Jeder Abschnitt ist hierbei ein weiterer Schachzug des Hobgoblinkönigs bei dem Versuch die Stadt Larm zu erobern, welche aber hierbei genauso wie die Personen relativ flach bleiben, wahrscheinlich weil es für die Stadtbeschreibung ein eigenes Modul gibt, was leider schade ist, sonst würde die Motivation die Stadt zu verteidigen nicht nur im eigenen Überlebenskampf, Abenteuersucht und einer Belohnung bestehen. So bleiben die Personen leider nur die Werte die im Anhang ausführlich in zwei Listen für Feind und Freund aufgeführt sind.

Nach den Werten kommt eine Checkliste um die getöteten Feinde festzuhalten, was vielleicht auch für die Verbündeten nicht schlecht gewesen wäre. Für Spieler die mit diesem Abenteuer schnell einsteigen und sich nicht mit der Charaktererstellung aufhalten wollen, gibt es eine Reihe von fertigen Charakterprofilen, aber auch hier kein Hintergrund. Nun kommt auch schon der Teil, der das Abenteuer besonders macht. Eine Übersichtskarte dient dazu die folgenden 12 Kartenstücke schnell und sauber mit einer verbinden zu können, noch einfacher wäre dies eventuell mit Randmarkierungen und Klebelaschen gegangen, aber auch so sollte hieran niemand scheitern. Eher schon am Platzbedarf! Zusätzlich finden sich zwei Seiten mit den Dächern für die offenen, für die Handlung relevanten Häusern und ähnlichem Beiwerk. Und zu guter Letzt 3 Seiten mit Markern, welche farblich von einander abgehoben Helden, Stadtbewohner und Angreifer darstellen.

 Aufgemacht ist der Abenteuerband wie der Rest der „Labyrinth Lord“-Reihe in relativ nettem Retrolook. Nachdem für die Rezension das PDF vorliegen habe, kann ich nichts zu einer eventuellen Druckversion sagen, insbesondere wäre hierbei dann auf die Ausarbeitung von Karte und Markern zu achten.

 Als Fazit lässt sich sagen, dass man mit dem Abenteuer wieder ein nettes Machwerk in den Händen hält, dass sich sowohl für Anfänger als auch erfahrenere Spielgruppen, die nur neu in das System eingestiegen sind eignet. Insbesondere durch die Aufmachung als „Tabletop“ lässt sich leicht der Überblick behalten. Meine Empfehlung also an alle dem einfachen Englisch mächtigen Rollenspieler, die schon immer mal über die Visualisierung mit Karten und Miniaturen nachgedacht haben.

Götz Dirk

PS.: Produktlink zu Yourgamesnow, Produktthread im LL-Forum

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