[Film] Predators

Mal wieder was von Argamae, der sich ins Kino getraut hat, nämlich in Predators. Ich übergebe (mich?):

Ich habe PREDATORS gestern abend gesehen und stimme Galiban in allen Punkten zu – und sage nur: Grütze, Grütze, Doppelgrütze. Es wurde auch nicht EINMAL versucht, der Predator-Thematik irgendwie neue Impulse zu geben oder ihr unbekannte Aspekte abzuringen. Es ist ein öder, mitunter sogar dröger Genre-Aufguß mit genretypischen Abziehbild-Charakteren, von denen auch nicht einer dem Zuschauer irgendwie sympathisch wird. Zwar sind solche Schauspielgrößen wie Adrien Brody (mal entgegen seinem Image besetzt) und Lawrence Fishburne zu sehen, doch diese spielen vergeblich gegen ein Script der Langeweile an, daß sie schnell gefangen nimmt.

*** Warning: Spoilers included ***
Der Film beginnt fast wie ein Videospiel: die Protagonisten finden sich als zusammengewürfelter Haufen ohne rechte Erinnerung, wieso sie dort sind, in einem unbekannten Dschungel wieder, nachdem sie per Fallschirm darüber abgeworfen wurden. Und was haben wir da nur für eine drehbuchgefällige Truppe vor uns: Schwerverbrecher, desillusionierter Söldner, Spezialagent, Yakuza-Killer, afrikanischer Terror-Soldat, etc. pp. Von allen Ecken und Enden der Welt das Schlimmste. Und ein Arzt. Level Loaded, Start Game. Schnell wird den „Gecasteten“ klar, daß sie gejagt werden, weshalb sie sich widerwillig zusammenraufen und gemeinsam versuchen, ihre Jäger ausfindig zu machen. Und nun beginnt das übliche Spielchen á la „10 kleine Negerlein“. Es ist vollkommen klar, wer überleben wird und es ist ebenso klar, wer ins Gras beißen wird. Aber wenn’s wenigstens so actionreich weiterginge, wie in einem Videospiel – dann würde ich mich vielleicht gar nicht so beschweren. Aber nein! Es ist phasenweise sogar langweilig. Ein Predator-Film. Langweilig. Bitte die letzten beiden Sätze kurz einsinken lassen. Danke.
Wo das Original noch kompromißlose Arnie-Action mit ein paar coolen Sprüchen bot („Ich habe keine Zeit zu bluten!“) und der zweite Teil mit Danny Glover der Predator-Story sogar einige neue Seiten verlieh, ohne weniger kompromißlos zu sein, nervt PREDATORS mit furchtbaren Dialogen, die so ausgelutscht sind wie eine Zitrone in einem limonadenarmen Sommer. Und diese Zugeständnisse an das durchschnittliche Kinopublikum, uuuuaaahh. Es fehlt an Witz, es fehlt an Charme, es fehlt an Atmosphäre. Kurze Lichtblicke (als sie etwa den Schiffsfriedhof finden) verblassen schnell und dienen nur als Kulisse für noch mehr nervige Dialoge. Das schlimmste aber ist der dreiste Klau beim originalen PREDATOR – der größte Teil des Settings sowie elementare Aspekte des „Endkampfes“ wurden noch einmal verwurstet. Sogar bei PREDATOR 2 wurde ein Element geklaut. Aber der Dschungel, der im originalen PREDATOR ja quasi als eigener Gegner inszeniert wird, ist in diesem Film bloß Hintergrund. Gegen Ende des Films wollte man, was einen Charakter angeht, wohl noch einen „Clou“ einbauen, der aber dermaßen daneben geht und dazu völlig dämlich ist, daß man sich an der Stelle wünscht, sie wären lieber weiteren Klischees treu geblieben. Und als dann am Schluß der „Held“ den Oberböse-Predator verdrischt, empfindet man nichts; nichts für den Helden, nichts für den Predator. Keine emotionale Bindung in irgendeiner Form. Fail.
*** Spoiler Ende ***

FAZIT: Es gibt NICHTS neues. Null, Nada, Niente. Vom großen Potenzial, was die Predator-Reihe bietet, wurde nicht mal die Einschweißfolie abgezogen. Und das ist wohl das schlimmste Fazit, was man über einen Film ziehen kann: PREDATORS ist absolut belanglos.

Bei Risiken und Nebenwirkungen von PREDATORS empfiehlt dieser freundliche Rezensent den Konsum von PREDATOR und PREDATOR 2. Ein deutliches Wohlgefühl sollte sich dann schnell wieder einstellen.

Olaf Buddenberg

Über den Film und diese Meinung kann man hier mitdiskutieren.

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