Schattenwolf Con 7 – Expedition in den Spinnenwald

Smarty hat gelarpt und berichtet aus dem Spinnenwald.

LARP Name: Schattenwolf Con 7 – Expedition in den Spinnenwald
Genre: Klassisches Fantasy
Setting: Expeditionslager im Feindesland
Spielsystem: Silbermond 2 / DKWDDK
Unterbringung: Hütte oder Zelt
URL: www.schattenwolf-con.de
Datum: 28.5.-30.5.2010
Ort: Jugendfreizeitanlage Meudelfitz, Hitzacker, Niedersachsen
Teilnehmerzahl: 100 SC / 50 NSC
Veranstalter: Schattenwolf Orga

Ein bunter Heerzug schlängelt sich durch den tiefen Wald. Viel war nicht in Erfahrung zu bringen über diesen Wald weit von jeder Zivilisation entfernt – ausser dass er Spinnenwald heisst. Und die überall herumhängenden riesigen Spinnennetze und die unheimlichen Geräusche aus dem Unterholz verheissen nichts gutes. Doch sind das nicht Spuren von Zivilisation? Könnten es die Reste der vor langer Zeit verschollenen letzten Expedition in diese feindliche Gegend sein? Und wo kommt dieser Kampfeslärm her?

Das LARP fand in der Jugendfreizeitanlage Meudelfitz statt, ein Gelände dass auch für eine Reihe von anderen LARPs genutzt wird. Das Gelände ist gut für LARPs geeignet. Mit ausreichend Parkplätzen, Wohnhütten und ausreichend (wenn auch nicht gerade großzügigem) Platz zum zelten und kämpfen, ausreichend sanitären Anlagen mit Duschen und warmen Wasser. Die Verpflegung in der Taverne war in Ordnung. Das Gelände liegt am Waldrad was es erlaubt auch den Wald zu bespielen. Negativ ist zu sagen dass es unglaublich viele Stechmücken gibt. Aber wenn man fleißig Autan sprüht macht das keine Probleme.
Da sich die Schattenwolf-Orga ein eigenes Gelände gekauft hat, werden zukünftige Schattenwolf-Cons auch wohl eher dort stattfinden.

Der Hintergrund des LARP war ein eher generisches und unspektakuläres Fantasy-Setting. Als Spielsystem wurde Silbermond 2 verwendet, glücklicherweise ohne das Murmeln-Ziehen beim Zaubern.
Der Con war mit ca. 100 Spielern ein eher größerer Con, und die Anzahl von 50 NSC sorgte auch für ein anständiges „Betreuungsverhältnis“. Dazu trug bestimmt auch ein wirklich hervorragendes NSC-Angebot (10 EUR Teilnahmebeitrag incl. Vollverpflegung) bei. Die NSCs waren im Schnitt recht Jung. Die grosse Gruppe der Dunkelelfen-NSC war gut motiviert, ließ sich enthusiastisch von den SC vermöbeln und teilte auch ganz gut aus – gerade die typische schlechte Organisation der SCs gab den NSCs in den reichlichen Feldschlachten ziemliche Vorteile.
Die Ausstattung des Con war ebenfalls OK, wenn auch nicht brilliant, die Kostüme der NSCs waren gut.

Die Qualität der Festrollen war durchwachsen, aber in Summe akzeptabel. So gab z.B. der (NSC)-Anführer des Expeditionsheeres trotz reichlicher Kostümierung nicht in jeder Situation eine gute Figur als natürlicher Anführer ab – was durchaus IT bei vielen die Frage aufkommen ließ was man denn nun eigentlich in diesem Wald sollte (die Hintergrundgeschichte war da etwas unscharf).

Die Handlung als solches war sehr unspektakulär und eine recht konventionelle Aneinanderreihung von Laufen – Kämpfen – Mitnehmen – Ketten der Art: Um das Monster zu besiegen braucht ihr eine Waffe. Um die Waffe zu erschaffen braucht ihr ein Ritual. Für das Ritual braucht man Zutaten aus einem Tempel – um in den Tempel zu kommen müsst ihr ein Rätsel lösen und 15 Dunkelelfen besiegen usw. usw. Unspektakuläre Hausmannskost, die durchaus geeignet war die Spieler zu beschäftigen, allerdings verbunden mit einer nicht-so-perfekten Organisation auch gerne mal zu Frust führte (Ein Beispiel: Orga verläuft sich mit SCs im Schlepptau in glühender Hitze 3x im Wald, stellt dann nach mehreren Stunden marschieren fest dass das Artefakt gar nicht mehr im Wald ist).

Bei nochmaligem lesen fällt mir auf, dass sich dieser Bericht eher negativ liest. Tatsächlich hatte ich auf diesem LARP viel Spaß. Wenn man mit einer eigenen Gruppe kommt bieten sich gute Gelegenheiten zum Gruppenspiel, und auch als einzelner SC finden sich immer wieder gute Gelegenheiten für schönes Spiel mit anderen SC. Auch als eher nicht so kampforientierter Magier kann man sich (dann eben außerhalb der Handlung) selbst beschäftigen. Strukturell ist dieser Con ähnlich zum Conquest of Mythodea – er stellt Infrastruktur bereit und organisiert PvE-Schlachten. Und genau wie beim Conquest steht der Plot normalerweise nicht im Mittelpunkt des Spielerlebnisses. Soweit ich es mitbekommen habe, hatten auch die NSCs ordentlich Spaß – und das Angebot für NSCs (Teilnahme + Ausrüstung + Vollverpflegung für 10 EUR) ist wirklich kaum zu schlagen.
Es bleibt zu hoffen, dass die Stärken dieses LARP auch nach dem Umzug auf das neue Gelände erhalten bleiben. Ich denke auch dass es viele Möglichkeiten gibt an den Schwächen zu arbeiten – die Schattenwolf-cons finden ja recht regelmäßig statt.

Fazit: Solider größerer, mittelgut organisierter Con mit mittelmäßiger Story mit anständiger Infrastruktur. Für norddeutsche LARP-Geher günstig gelegen mit motivierten NSCs für Schlachten. Conquest of Mythodea im Miniformat. Ein LARP-Snack für zwischendurch, der den kleinen Hunger stillt aber keinen geschmacklichen Höhepunkt bietet.

Smarty

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