Dungeonslayers als Lebensretter – Rundenbericht vom Rolloding

Vor zwei Wochen war mal wieder Ding, also das Wolfsburger Rollenspieltreffen. Eigentlich wollte ich gern Betrayal at House on the hill vorstellen (das kam aber erst kurz vor Knopf an) oder alternativ bei unserer Dauerrunde Castle Whiterock mitspielen. Ein Anruf kurz vor Ankunft machte aber schonmal klar, dass daraus nix werden könnte: Massenandrang! Ich war mir erst nicht sicher, ob man mich verarschen wollte, aber tatsächlich – Menschenmassen! Naja, zumindest deutlich mehr Spieler als sonst, auch der Brickslayers-Probespieler vom Sommerding war da. Insgesamt waren es acht neue Nasen, die nach eigenem Bekunden übers Sommerding oder das GK-Forum drauf gestoßen waren – eigentlich gar neun, der neunte hatte aber keine Zeit, wollte nur kurz reinschauen und will in zwei Monaten was leiten. Neben dem Rollenspiel-Flohmarkt (ich hab bei jedem was gekauft …) fanden sich fix 3 Runden, bei dem ein Großteil der etwa 25 Ding’ler unterkamen: Castle Whiterock, Perry Rhodan und M20. Der Rest wurde dann mit Shadowrun und von mir mit Dungeonslayers versorgt – echt Glück, hatte die Box noch vom Freitag im Auto, wo eine meiner Runden einen Untotensturm erfolgreich abwehrte und in der Box ja einige Counter sind.

Jedenfalls bot ich den vier runde-suchenden Jungspielern an, Dungeonslayers für sie zu leiten, was schonmal gut ankam. Während ich noch etwas Zeit zum brauchte, warfen die vier schonmal einen Blick ins Regelwerk und auf die sieben vorgefertigten Charaktere, wobei ich grundsätzlich auch eine Neuerschaffung anbot. Als Vorwissen erfuhr ich, dass sie bisher nur DSA gespielt hatten und keiner bisher geleitet hat, das Alter war Pi mal Daumen 15 und wie lange sie Zeit hatten war auch schnell geklärt. Als Abenteuer wählte ich die Höhle der Schatten, das DS-Einführungsabenteuer welches neben den drei Abenteuer des GRWs der Box beiliegt (Auch Argamae leitete es schon und berichtet hier!). Wir erschufen für einen Spieler einen Nekromanten (Laurin, Mensch), während sich der Rest für Barex, Lios und Sindro (inkl. Geschlechtsänderung) übernahmen (Zwergenkrieger, elf. Heiler und menschl. Späher), dabei wurden dann kurz die Regeln erklärt, ohne zu ausschweifend zu sein.

Das Abenteuer beginnt in Barringen, der Aufhänger des entführten Mädchens wurde fast schon mit professioneller Gelassenheit entgegengenommen. Der verheulte Bruder und seine Mutter wurden getröstet und man versprach zur Höhle der Schatten aufzubrechen, wo der Bruder beobachtete, wie kleine grüne Kreaturen die Schwester entführt hatten. Bauer Wonken konnte gerade so noch einige Infos verraten und sie dorthin führen, die vier waren hungrig. Der erste Vorstoß gelang leise, allerdings merkte ich auch schon, dass kooperatives Spiel bisher nicht so im Mittelpunkt stand – sag ich es mal so. Also: jeder wollte was anderes machen.Trotzdem gelang es zuerst in einen von außen abgeschlossenen Raum vorzudringen und stieß auf die Schwester, was die vier etwas überraschte (Nicht zu unrecht – erwarten würde man den Fund nach dem Endkampf, aber gerade diese Abwandlung verrät viel. Da seit Jahren alle Dorfbewohner diesen Bereich aufgrund von Gerüchten vermeiden, ist eine solche Befreiungsaktion nicht zu erwarten gewesen und das Mädchen dort so sicher wie anderenorts). Doch sie waren bluthungrig und schickten das Mädchen allein nach Hause. Das Licht von weiter vorne war schon lange gesehen und auch das Goblingeschnatter gehört, nun stürmte man die Höhle. In der Tat waren die Goblins überrascht und konnten schnell niedergemacht werden – Dungeonslayerspunkte kamen gleich zum Einsatz. Etwas überraschend war hingegen die Frage, ob man den Punkt einsetzen könnte, um schneller bei den Kisten zu sein, um sie zu plündern … (Im Prinzip: vorbildliche Umsetzung des konkurrierenden Spiels untereinander. *hust*). Jedenfalls machte man sich über die Schätze her („Ich will!“ „Nein, ich!“), plünderte die Goblins (mit viel Amüsement über Ergebnisse wie Fischgräte und Apfelgriebsch auf der Zufallstabelle) und ich achtete darauf, dass jeder was abbekam und die Heiltränke gleichmäßig aufgeteilt wurden.

Dann sollte es weitergehen, der Nekromant wollte die verbliebende Tür förmlich aufsprengen, hatte aber Pech, und nach einigen Versuchen öffnete die andere Seite die Tür – Orks. Die Gruppe vermutete wohl einen ähnlich lässigen Kampf wie gegen die Goblins, wurden aber schnell eines besseren belehrt. Der Nekromant stand nämlich an vorderster Front, der Heiler ließ seine Chance verstreichen, ihn zu heilen und schon lag der am Boden, die Orks drängten weiter in den Raum, der Bewußtlose war abgeschnitten. Der Kampf wogte, einer der Orks ging zu Boden, aber auch Sindro und Lios verbrauchten erst ihre Heiltränke und gingen später zu Boden, einer gar tödlich verletzt. Barex war mittlerweile schwer angeschlagen und hatte schließlich nur noch einen Lebenspunkt. Da die Orks den Ausgang blockierten, entschloß er sich dann zum Durchbruch und Flucht, welche knapp und mit etwas Glück gelang.

„Haben wir jetzt verloren?“, war eine Frage, die danach aufkam. Um es mit den Worten von Little Britain zu haben „Also ja… also nein …“. Barex hatte nun kurzerhand die Verantwortung und Aufgabe einen Rettungstrupp zusammenzustellen und da waren ja noch die restlichen vorgefertigten Charaktere der Box. Kurzum hatte eine weitere Gruppe Barringen später am Abend erreicht und diese wurde von Barex mit der Aussicht auf Schätze motiviert, seine Gefährten zu befreien. So zogen auch Casius, Drag und Akina an Barexs Seite zur Höhle der Schatten. Es gab einige kleine Änderungen, entschloß sich bei der Tür aber zu einer ähnlichen Taktik und lockte die Orks hervor, die immerhin um einen Getöteten des letzten Kampfs reduziert waren. Der Kampf wogte und tobte, diesmal war der Heiler etwas umsichtiger und man nutze auch mehr Taktik, ging gezielt einzelne Orks an und dem gut behelmten Anführer schirmte Barex ab. So obsiegten die SC schließlich, retteten die Überlebenden und plünderte mit Begeisterung den Schatz (Brokat? Was ist Brokat? Ohh, cool.). Eine Sache, die DS gut gelingt, nämlich schön detaillierte schätze in den Abenteuern zu verwenden, die zugleich Ausgangspunkt für kommende Abenteuer sein können.

Im Nachgang zeigten sich die vier vom System ziemlich angetan, fand es viel unkomplizierter als DSA und sich selbst in der Lage, mal zu leiten. So gab es dann Onepages für alle (Organisator Gordon hatte welche mit), eine Adresse, wo man das ganze kriegt und die EP-Vergabe musste ich auch noch genau erläutern. Insgesamt also ein sehr vergnüglicher Nachmittag, danke Dungeonslayers, dich sollte man immer im Gepäck haben.

5 Kommentare

  1. Na da bin ich ja mal gespannt. Liest sich fast so wie der bei uns stattfindende ‚Fantasy-Rollenspiel-Nachmittag für junge Leute‘ welcher von der Stadtbibliothek veranstaltet wird.
    Am 22.10. ist es wieder soweit. Ich habe dann vor, ein paar Newbies ebenfalls in die ‚Höhle der Schatten‘ zu führen. 😉

    Gefällt mir

  2. Da haben wir sie doch wieder. Die gut ausgebildete Rollenspieljugend. Man hat zwar mal einen oder gar drei w20 geworfen, aber sonst nur lari-fari gemacht und will eigentlich nur metzeln. Wenigstens hamse jetzt mal ne anderen Einsicht erhalten 🙂 Das mit dem kooperativen Spiel kommt sicher von selbst, wenn man ein paar mal knackige Kämpfe hatte und gemerkt hat, dass es sinnvoll ist Tränke und magische Gegenstände gleichmäßig aufzuteilen und abgestimmt vorzugehen. Da muss jeder mal durch 🙂 Da würde ich auch wohl nur bei nem One shot oder welchen ,die total auf dem Holzweg sind eingreifen.

    Aber: Es lebe die Nachwuchsförderung! +1 dafür.

    Gefällt mir

  3. Naja, wirklich Eingegriffen hab ich jetzt nicht. Ich hab halt nur nicht zugelssen, dass einer an allen Orten gleichzeitig ist und so jeder etwas ausplündern konnte (war ja genug da). Ich meine, dass kennt man doch. eigentlich war der SC dóch gerade im Nachbarraum und hat dort drei Sachen gemacht, ist jetzt aber wieder zurück und der erste an der Schatztruhe. Ein freundliches Erinnern, „Du hast doch gerade …?“ wirkt da manchmal Wunder. Bei den Heiltränken hab ich halt gefragt, wer die nimmt oder ob die aufgeteilt werden sollen? Ansonsten sein noch angemerkt, dass es zum Glück kein Hack`n`Slay war, die Szene mit dem Mädel war zwar nur kurz, aber der Nekromant hat fix gemerkt, dass er sie so einschüchtert und ein anderer SC mit mehr Sozialkompetenz hat übernommen (und jammernde Kinder kann ich toll spielen …).

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s