Macabre Tales – cthuloides Erzählrollenspiel mit Dominosteinen

Spectrum Games, dem ein oder anderen durch das Superheldenrollenspiel Capes, Cowls and Villains Foul bekannt, veröffentlicht ein neues Rollenspiel in .pdf-Form: Macabre Tales. Das Spiel ist auf englisch für 15 Dollar bei RPG Nowerhältlich, die Pressemitteilung hat der Editor des Werks, Norbert Franz, übersetzt und mir zugeschickt:

Spectrum Games ist erfreut darüber, die Veröffentlichung von Macabre
Tales bekannt geben zu können, einem mit Dominosteinen gespielten
Rollenspiel, das zum Ziel hat, die Art der seltsamen Gruselgeschichten –
aus der Tradition der „weird stories“ – aus der Feder von H.P. Lovecraft
werkgetreu nachzuahmen, die in den 20er und 30er Jahren entstanden. Das
Spiel ist für den Gebrauch von zwei Personen – einem Erzähler und einem
Spieler – gedacht, es enthält jedoch auch detaillierte optionale Regeln
für das Spiel mit mehreren Spielern.

Die Designerin des Spiels, Cynthia Celeste Miller, sagt dazu: „Beim
Entwerfen dieses Spiels verfolgte ich ein klares einfaches Ziel: Es
sollte akkurat die Atmosphäre der Geschichten Lovecrafts an deinem
Spieltisch erzeugen. Dies machte erforderlich, dass ich genau
untersuchte, wie ein Rollenspiel eigentlich funktioniert, dass ich es
auseinandernahm, modifizierte und dann wieder neu zusammenfügte. Das war
ein zeitaufwändiger und anstrengender Prozess, aber ich bin der Meinung,
dass das Endresultat die Mühen sicherlich wert war.“

Macabre Tales verzichtet absichtlich auf die Verwendung von Würfeln,
weil es bemüht ist, die gewissenhafte, pedantische Natur von Lovecrafts
Geschichten besser nachzubilden. Statt Würfel zu nehmen entschieden wir
uns für den Gebrauch von Dominosteinen.

Hierzu meint Miller: „Die Spielmechanismen mit Dominos sind so
aufgebaut, dass der Spieler damit eine größere Kontrolle über das
Ergebnis der Aktionen des Charakters besitzt. Der Vorgang ist weit
weniger vom Zufall gesteuert, aber Glück spielt in der Gleichung immer
noch eine Rolle. Es ist gerade genug Glück im Spiel, um den Spieler zu
verunsichern und angsterfüllt an seinen Platz zu bannen.“

Ein anderer wichtiger Aspekt von Macabre Tales ist, dass es die
„Beiträge“ anderer Schriftsteller zu dem von Lovecraft festgelegten
Pseudokosmos völlig außen vor lässt. Es konzentriert sich allein auf
diejenigen Teile, die er selbst geschaffen hat. Wenn Lovecraft mit einer
Kreatur, einem Buch, einem Schauplatz oder einer Erzählung nichts zu tun
hatte, dann findet man dies auch nicht in diesem Buch.

Die gedruckte Version wird am 5. November 2011 über das
Print-on-Demand-Angebot von DriveThruStuff.com veröffentlicht werden.

(Spectrum Games, 31.10.2011)

 Bei RPG Now erhältlich.

Edit: Die Veröffentlichung als Hardcopy verschiebt sich etwas und wird wohl in zwei Versionen erfolgen. Norbert wird den Domino-Mechanismus vorstellen und ein Reziexemplar kriegen wir auch, fehlt eigentlich nur ein Rezensent!

8 Kommentare

  1. Ich bin kein großer Fan von Lovecraft, aber wie die Nutzung von Domino in Regeln umgesetzt ist interessiert mich auch. Wäre fein, wenn es dazu ein review geben wird.

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  2. Wenn man kein großer Fan von Lovecraft ist, lohnt sich vielleicht ein Blick in das RPG „Noumenon“, das auch mit Dominos gespielt wird. Dabei bilden die Spieler quasi eine Hive-Mind, die sowohl einen Pool bezüglich der Lebenspunkte haben, als auch gemeinsam Tasks bewältigen müssen, indem sie Ketten aus gezogenen Steinen legen, die lang genug sind…
    …obwohl das psychedelisch philosophische Setting dann so manchen doch wieder abstoßen könnte…

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  3. Laut anderen Quellen wird mit den Dominosteinen folgendermaßen gearbeitet:
    Jedes der drei Attribute (Body, Mind, Soul) hat den Rang „normal“, „gut“ oder „außergewöhnlich“.
    Wenn ein Test auf ein „normales“ Attribut gemacht wird, zählt der kleinere Augenwert des Dominosteins. Bei „gut“ ist es der größere. Bei „außergewöhnlich“ werden beide Werte addiert.
    Außerdem hält der Spieler zu jeder Zeit drei Dominosteine, d.h. er kann sich entscheiden wie viel Einsatz er bei der Erfüllung eines Tests zeigen will.
    Es gibt wohl noch Sonderregeln für den Fall, dass eine der Seiten des Dominosteins leer ist oder beide Hälften den gleichen Wert haben. Diese sind mir allerdings im Detail nicht bekannt.
    Zusätzlich zum Wert des Dominosteins gibt es noch situationsabhängige Boni in Form von Aspekten (praktisch so etwas wie Fertigkeiten oder Eigenschaften). Der Zielwert für eine erfolgreiche Probe bleibt allerdings geheim, wodurch das Auswählen des richtigen Dominosteins zur Pokerpartie wird.

    Eine andere Regel zeigt, wie stark das Spiel versucht Geschichten zu emulieren. Die Strukturierung in drei Akte ist Teil des Regelsystems: Im ersten Akt ist es unmöglich, dass die Spielerfigur stirbt oder wahnsinnig wird. Im zweiten Akt gibt es eine gewisse Chance, dass dies passiert. Im dritten Akt ist es dann ziemlich wahrscheinlich.

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