[PC] Dungeon Crawl – Stone Soup (kostenloses Oldschool-RPG)

Argamae hat ein nettes Stück Software-Unterhaltung, welches er hier vorstellen möchte: DUNGEON CRAWL STONE SOUP.

Dieses Spiel simuliert durch eine Vielzahl erstaunlich detaillierter Regeln die Erforschung eines zufällig generierten Verlieskomplexes, durch den man seinen einzelnen Charakter steuert. Spiele dieser Art sind schon sehr alt, wurden früher mit ASCII-Zeichen dargestellt und waren wirklich was für Hardcore-Zocker (die in dem Zeichensalat eben mit viel Phantasie den Ork, die Tür oder den magischen Zauberring sehen mußten – für heutige Sehgewohnheiten eine echte Herausforderung). Derlei triste Tage sind jedoch passé, denn STONE SOUP präsentiert sich (wie unten zu sehen) durchaus grafisch vielfältig.
Im Kern erschafft man sich einen Charakter, der einer von mehreren Rassen (24 unterschiedliche) und Klassen (27 in 5 Gruppen) angehört, und erkundet ein riesiges Verlies, daß vom Rechner per Zufallsgenerator erzeugt wird. Man kloppt Monster um, sammelt bessere Ausrüstung und Schätze ein und levelt so hoch auf wie man kann, um das ultimative Artefakt zu finden: die Kugel von Zot. Der Thrill dieser Art von Spiele besteht aber primär darin, daß man zwar speichern kann, aber man seinen Charakter nebst Spielstand verliert, wenn man stirbt! Keine „Bennies“, keine Gummipunkte, kein Rücksetzpunkt. Man hat nur diese eine Chance.

Besonders faszinierend finde ich, welche Tiefe dies simpel anmutende Programm besitzt. So werden neben den Standards wie „Trefferpunkte“, „Rüstungsklasse“ oder „Stärke“ nicht nur eine ganze Reihe von Zuständen (hungrig, vergiftet, krank, etc.) simuliert, sondern z.B. auch viele Fertigkeiten und tonnenweise Ausrüstungsgegenstände mit spezifischen Spielwerten (die sogar grafisch am Charakter dargestellt werden). Auch Nahrung und Wasser muß man zu sich nehmen, sonst braucht es keine Monster, um zu sterben. Götter und Magie sind ebenso Bestandteil des Verlieslebens; man kann Schreine finden und dort seinem Gott Opfer bringen.
Die Umgebung ist ebenfalls detaillierter, als die Grafik einen glauben macht. Diverse Bodenbeschaffenheiten (z.B. flaches Wasser, in dem sich schlechter kämpfen läßt), „Fog of War“, Nebelfelder und Rauch (die die Sicht einengen), Fallen oder Türen öffnen und schließen, schlafende Monster (und der eigene Heimlichkeitspegel) und Geheimtüren verleihen der Erkundung Varianz und taktische Tiefe.
Und da dieses Programm quasi wie eine simulierte Battlemat anmutet, habe ich es mal unter Rollenspiele gepostet. Wer interessiert ist, da mal reinzuschauen, kann sich hier informieren. Die Seite erklärt genau, wie man das Programm für sein System installiert und spielt. Das Beste: es ist komplett kostenlos! Umfangreiche InGame-Tutorials erleichtern einem das Zurechtfinden in dem trotz Maussteuerung doch recht tastenverliebten Spiel. Übrigens wird das Spiel von einer Community ständig weiterentwickelt.
Mein erster Charakter war übrigens ein High-Elf Fighter, der Dungeonebene 1 nie verlassen hat: ein mieser Hobgoblin mit so’nem magischen Stab hat ihn gebrutzelt. Jetzt probiere ich mich mal an einem Hill Orc Death Knight! Yeah.

Viel Spaß, Olaf Buddenberg

Zum Download / Zur Website Austausch im GK-Forum (inkl. vieler Toter …)

6 Kommentare

  1. Wie macht es sich gegenüber Nethack, was Spieltiefe, Möglichkeiten usw. angeht? Oder gegenüber den anderen üblichen roguelike Verdächtigen wie ADOM?
    Für beide gibts ja auch graphische Oberflächen, falls man keinen ASCII Satz mag.

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  2. Ich habe ADOM mal ausprobiert, aber keine grafische Oberfläche dafür gefunden, daher hat es mich nicht sehr gereizt (mit diesen ASCII-Zeichen mag ich einfach nicht mehr spielen). Nethack mit Tile-Oberfläche ist nett, aber STONE SOUP sieht meiner Meinung nach einfach hübscher aus. Ich habe zwar keine wirklich tiefgehende Spielerfahrung mit den anderen beiden Games, aber die Komplexität dürfte in etwa vergleichbar sein.

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  3. Wie macht es sich gegenüber Nethack ADOM usw… aus der FAQ (http://crawl.develz.org/wordpress/faq):

    Rasse ist wichtiger als Klasse.
    Es können keine Gegenstände verkauft werden.
    Resistenzen können durch Mutation oder Tränke erlangt werden, nicht durch essen.
    Beten wird meistens dafür genutzt Gegenstände oder Leichen zu opfern. Göttlich Fähigkeiten werden durch das (a)bility Kommando genutzt.
    Es gibt unvermeidbare Tode, aber neue Spieler können ohne Spoiler gewinnen. Gute Spieler können mehrfach in Folge gewinnen.

    Es wird viel Wert aufs Interface gelegt:

    Automatisches Erkunden des Dungeon mit der O Taste.
    Automatischen Reisen zu bereits erkundeten Orten mit der G Taste
    Übersichtskarte mit der X Taste
    Strg F um Gegenstände zu finden und dort hin zu reisen.

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