[Spielbericht] Zombieslayers (Gießen/Hessen)

Da ich am Sonntag Zombieslayers leiten will, gibt es einen kleinen Vorgeschmack. Blakharaz hat im DS-Forum einen Rundenbericht geschrieben (den ersten übrigens) und mir erlaubt, den auch zu publizieren.

Nachdem ich schon Sonntag mal eine kurze Testrunde Zombieslayers mit meinem kleinen Bruder spielen konnte, in der er nichtmal eine Stunde durchgehalten hatte, war mein Interesse geweckt auch mal eine etwas längere Sitzung zu spielen. So trafen wir uns gestern Abend um ein paar Zombies zu slayen.
Leider sprang kurzfristig noch einer meiner Pflichtspieler ab, aber mein großer Bruder sagte glücklicherweise noch kurzerhand zu, nach der Arbeit vorbeizukommen, wodurch meine Runde zumindest wieder auf drei Spieler und mich angewachsen war, von denen jedoch zwei noch nie DS gespielt hatten. Die Charaktererstellung war (fast) gewohnt  zügig abgeschlossen (die neue Spielerin hat gut 45 Minuten gebraucht, aber bei jedem anderen System braucht sie mindestens zwei Stunden um sich einen Char zu bauen).
So sammelten sich dann um gemeinsam der Apokalypse zu trotzen (alle Stufe 1)
– Monika, eine Rettungssanitäterin (Gehirn)
– Lea, eine Fahradkurierin (Beine)
und Erik, ein Kampfsportler (Muskeln), dieser kam jedoch erst gut zwei Stunden später hinzu. Besonders schön fanden die Spieler die Idee mit den Plünderungswürfen bei der Charaktererstellung.
Als Handlungsort wählten wir Gießen/Hessen (wo wir alle Leben) in heutiger Zeit, was sich noch als wahrer Segen für den Spielleiter (also mich) erweisen sollte.
Ein kurzer Einschub für die Regeln: Die Zombies zu bauen hat mir wirklich Spaß gemacht (der Baukasten ist schön)  und ging sehr schnell von der Hand, ich erstellte die Zombies aus „The walking dead“. Da mir das Vorräte-System im Prinzip gefällt, aber dann doch zu sehr verallgemeinert, teilte ich es in mehrere Vorrats-Kategorien auf: Nahrung – Medizin – Technik/Ersatzteile – Treibstoff; über Munition lies ich genau Buchführen (alleine aus dem Grund, da diese besonders rar ist, wie in Zombiesettings meist üblich). Die neuen Talente passte ich grob über den Daumen gepeilt an DS4 Regeln an, aber ausser dem Sani Talent wurde keines benötigt. Den Spielern erlaubte ich weiterhin bei der Charaktererstellung eine ihrer klassenspezifischen Eigenschaften gegen eine andere zu tauschen, genutzt wurde es lediglich bei der Sanitäterin, die dann Vernunft und Geschick günstiger steigern konnte.

Nun zum Geschehen: Seit der Zombieapokalypse, die erst ein paar Wochen zurücklag, schlugen sich Lea und Monika alleine durch. Da ihre Vorräte aufgebraucht waren, beschlossen sie sich in der Stadt Treibstoff und Nahrung zu organisieren. (Die Spielerinnen gingen also an die Planung, was gut anderthalb Stunden Spielzeit kostete, da sie sich, über den Stadtplan gebeugt, erst über die besten Fluchtmöglichkeiten und strategischen Bewegungen einigen mussten.) Also ging es mit vollgas, in Monikas Auto, rein in die Stadt zur ersten Tankstelle, in der Hoffnung das dort das Stromnetz noch in Ordnung wäre. Während Monika ihr Auto volltankte, sperrte Lea einen Zombie im Tankstellen Gebäude ein und beobachtete eine weitere Gruppe Zombies, die sich aus Richtung Supermarkt auf der anderen Straßenseite in ihre Richtung bewegte. Rechtzeitig flohen die beiden dann und fuhren zum Polizeipräsidium, nur zwei Straßen weiter, in der Hoffnung dort eine Waffe zu finden. Ohne größere Probleme kamen sie dort an, verfolgt von den zwar langsamen, aber hartnäckigen Zombies. Während Monika im Auto startbereit wartete lief Lea ins Gebäude, weichte zwei Zombies geschickt aus und fand schließlich eine Brechstange und eine Pistole, mit halbvollen Magazin. Rechtzeitig floh sie aus dem Gebäude und die beiden Frauen konnten im Auto davonfahren, um wiederrum zur nächsten Tankstelle zu fahren, um weitere Kanister mit Benzin zu füllen.
Währenddessen brach Erik aus seinem Unterschlupf auf, sein Katana auf dem Rücken (dass er sich zu Beginn für drei Plünderungswürfe erworben hatte), um Nahrung zu finden. Auf der Straße hörte er dann ein Auto, so dass er sich in diese Richtung bewegte, in der Hoffnung anderen Überlebenden zu begegnen. Auf dem Weg schnappte er sich ein Motorrad aus nem Motorradshop um es an die nächste Tankstelle zu schieben (just jene, die die beiden Frauen nun ansteuerten). An der Tankstelle kam es nun zur ersten wirklich ernsten Konfrontation mit den Zombies: Noch bevor sich die drei Charaktere miteinander verständigen konnten, kamen drei Untote aus dem Tankstellen-Gebäude hervor, während sich eine größere Gruppe auf der Straße näherte. Erik zerlegte die ersten beiden Zombies relativ schnell mit seinem Schwert (mein Bruder hat ein einfach unverschämtes Würfelglück), doch der dritte Zombie war deutlich hartnäckiger: Er verletze Erik am Bein, bevor dieser unterstützt von der herbeieilenden Lea, ihm den Schädel spalten konnte. Nun konnten sie die letzten Vorräte in der Tankstelle plündern (ein paar Schoko- und Müsliriegel, dazu noch ein paar Erste-Hilfe-Taschen und Feuerzeuge). In einem Auto an der Tankstelle konnten sie (durch viel Würfelglück) noch eine Armbrust mit ein paar Bolzen finden, die sie auch schnell einpackten. Die Frauen konnten noch ein paar Kanister Benzin tanken, während Erik den anrückenden Zombies einen eilig gebauten Molotov-Cocktail entgegenschleuderte und damit die ersten beiden Zombies in Brand steckte. Danach wollten sie aus der Stadt fliehen, überlegten es sich aber noch schnell anders, als sie an einem Sportgeschäft vorbeikamen und machten dort einen kurzen Halt. Im Sportgeschäft besorgten sich Monika und Erik Rucksäcke und Baseball-Schläger, während Lea einer Gruppe Zombies auswich und sich ein Fahrrad schnappte. Nun endlich verließen sie die Stadt und sammelten sich auf einem Rastplatz außerhalb der Stadt.
(An dieser Stelle verteilte ich erstmals Erfahrungspunkte, was dazu führte, dass alle Charaktere eine Stufe aufstiegen)

Nachdem die Steigerungen erledigt waren, machten sich Spieler und Charaktere wieder ans Werk. Man stellte sich einander vor (vorher war da noch nicht wirklich Zeit für), versorgte Eriks Wunden und schaute sich den Rastplatz näher an. Nachdem man in einem Kleinbus der am Rastplatz abgestellt war, noch ein paar medizinische Vorräte (starke Schmerzmittel und ein bißchen Gras) und einen Zombie gefunden hatte, began man die nächsten Schritte zu planen. Die Charaktere waren sich ziemlich schnell einig, ohne weitere Waffen und mehr Munition musste man gar nicht erst anfangen, nach sicheren Orten zu suchen. Dabei kam noch zur Sprache, dass es angeblich in Schleswig-Holstein sichere Orte geben würde (eine der letzten Nachrichten über Fernsehen und Radio), doch Erik glaubte da nicht wirklich dran. Dank der Ortskenntnisse von Monika, kam man sehr schnell auf die Idee, als nächstes einen Abstecher zum nahegelegenen Schützenverein zu machen, um dort nach weiteren Waffen zu suchen. Noch bevor sie losfahren konnten, näherten sich eine kleine Gruppe Zombies aus dem umgebenden Wald, die allerdings dank Armbrust und Schwert keine allzu große Gefahr darstellten. Nun ging es über die Autobahn in Richtung Schützenverein und man suchte nebenbei noch nach einem größeren Fahrzeug (das Auto in dem sie bislang fahren ist ein Smart). Doch als man ein geeignetes fand, erhob sich aus einem nahen Linienbus eine ganze Meute Zombies, so dass man sich lieber schnell weitermachte.
Man fuhr durch ein leerstehendes Dorf (Lollar), was eine recht gespenstische Atmosphäre aufbaute und erreichte schließlich den Schützenverein. Hier waren klare Kampfspuren zu sehen: Über zwei Dutzend erledigte Zombies lagen auf dem Gelände, doch das Gebäude war aufgebrochen und das Innere lag in absoluter Dunkelheit (da die Fenster verbarrikadiert wurden). Nachdem Monika ein paar Schritte ins Gebäude gemacht hatte und den Strahl ihrer Taschenlampe in den Versammlungsraum lenkte, hörten sie aus dem Inneren des Raums Geräusche und schlurfende Schritte. Monika geriet in Panik und floh aus dem Gebäude, Erik zog sich in den Eingang zurück und Lea zielte mit der Armbrust in die Türöffnung. Kurz wurde überlegt, ob man komplett fliehen sollte, doch entschied man sich anders und harrte der Dinge die da kamen. Monika (sehr widerwillig) und Lea gaben Erik Deckung, während die Zombies einer nach dem anderen in den engen Eingangsflur kamen und nacheinander erledigt wurden. Nach dem Kampf war Erik jedoch recht schwer verletzt und der Munitionsvorrat war auf drei Patronen für die Pistole und weiterhin drei Armbrustbolzen geschrumpft. Doch die Mühen zahlten sich teilweise aus, so fand man zumindest noch zwei Gewehre und ein dutzend Schuss Munition im Gebäude.
Nun wollten sie sich noch einmal auf die Suche nach etwas Essbarem machen, als Erik noch eine Idee hatte und sich schnell die Mitgliederliste des Schützenvereins schnappte. Man suchte und fand dann einen, etwas außerhalb des Ortes gelegenen Bauernhof und wollte diesen nach Nahrung (z. B. Kartoffeln) durchsuchen, dabei bemerkten sie noch Kühe und Schweine in den Ställen, erstere schon sehr abgemagert und zweitere dabei sich gegenseitig aufzufressen. Weder wollte man die armen Tiere erschießen (und damit wertvolle Munition vergeuden) noch sie mit Hämmern oder dem Schwert erschlagen, deshalb fütterten sie die Tiere mit dem herumliegenden Futter und machte sich auf, den Bauernhof zu durchsuchen. Im Keller fanden sie tatsächlich noch Kartoffelsäcke, doch im Bauernhaus lauerte ein weiterer Zombie, der jedoch schnell beseitigt war. Als man gerade schon glaubte keinen weiteren Gefahren zu begegnen, stürmte ein etwa 12 jähriger Zombiejunge aus dem Nachbarraum und hier hatte ich das Gefühl, dass die Spieler sich kurz unsicher waren, ob man diesen wirklich einfach so erschlagen kann. Noch bevor Erik ihn erledigen konnte, biss der Junge ihm ins Bein.
Nun war helle Aufregung unter den Spielern: Stecken diese Dinger einen an? Schnell fuhren sie zurück in den Ort und stürmten in die fast vollständig geplünderte Apotheke. Beim Durchsuchen fand man noch einige Antibiotika und andere Medikamente und verabreichte diese Erik in der Hoffnung, dass sie helfen würden. Immer noch unsicher, aber mit Blick zu der schon untergehenden Sonne, überlegte man sich wo man einen sicheren Unterschlupf für die Nacht finden könnte. Zum Glück kannte Erik einen Campingplatz ganz in der Nähe, der an einem See liegt und in der Mitte des Sees eine kleine Insel. Schnell waren sich die Charaktere einig dorthin zu fahren und nachzuschauen, ob man ein Kanu finden könnte um dort hinüberzukommen. Auf dem Campingplatz angekommen, erledigten sie einen weiteren Zombie, fanden ein paar Zelte und auch Kanus, packten ihre Sachen zusammen und paddelten auf die Insel. Erik forderte die beiden noch auf, dass sie ihn sofort erschießen sollten, falls er sich angesteckt haben sollte, dann fesselten die beiden Frauen Erik in seinem Zelt, Monika versorgte nochmals seine Wunden und man verbrachte eine unruhige, aber doch friedliche Nacht. Am nächsten Morgen fanden sie Erik unverändert in seinem Zelt, was zur allgemeinen Beruhigung führte. (Mit nochmaligem Punkte vergeben sind nun alle Charaktere Stufe 3)
Hier hörten wir vorerst auf, aber eine Fortsetzung wurde bereits bei mir beantragt.
Besonders schön fand ich noch folgende Rezension meiner Freundin, die von dem Setting eigentlich gar nicht begeistert war, heute morgen: Alleine dadurch, dass man den Handlungsort persönlich kennt, genau weiß wie es da aussieht und trotzdem dort einfach nirgends sicher ist, hätte sich bei ihr eine unglaubliche Atmosphäre für das Setting aufgebaut.

Vielen Dank an das Übersetzerteam, die eine einfach tolle Arbeit geleistet haben und uns diesen wirklich schönen und spannenden Abend ermöglicht haben.

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