[Bundle of Holding] Traveller Little Black Books

Für 8 Tage gibt es das Grundpaket für 7 Dollar, alles für 17 Dollar. LBB ist die Ausgabe von (bzw. ab) 1981. Diesmal gehen 10% der Summe an Heifer International, eine Stiftung die Marc Miller ausgewählt hat. Da es auf G+ schon ausführlich beschrieben wurde, zitier ich mal (übrigens feiert man hier gerade 1.600 User in der Rollenspiel-G+-Community, schau doch rein!)

Wem in seiner Sammlung klassischer Rollenspiele noch eine elektronische Version der ersten Ausgabe (1) von Traveller fehlt, kann jetzt beim Bundle of Holding zuschlagen. $20.000 sind schon zusammengekommen. Das bessert sicherlich Mr. Millers wohlverdiente Rente etwas auf.

Im Paket für $17 sind alle 8 Regelbücher sowie eine Reihe von Supplements.

Buch 1: Characters & Combat beschreibt auf 40 Seiten (alle Bücher sind im US-Äquivalent vom DIN-A5-Format) die Charaktererschaffung in der GDW-typischen total militärzentrierten Sicht sowie Kampfregeln. Im Gegensatz zu OD&D wirkt das nur drei Jahre später erschiene Traveller richtig modern mit dem Verzicht auf Klassen, einem Lifepath zum Auswürfeln und vielen Fertigkeiten. Kampfregeln sind simpel und tödlich.

Buch 2: Starships beschreibt auf knapp 50 Seiten Raumschiffe, ihre Konstruktion und natürlich ein Raumkampfsystem. Dabei fürchtet Traveller auch keine Formeln wie T=2√D/A um die Reisezeit zu berechnen und benutzt, was ich sehr positiv finde, konsequent das metrische SI-System statt der kruden imperialen Maße. Ein Relikt der 70er Jahre ist, dass man sich Computer als schrankgroße Installationen vorstellte.

Buch 3: Worlds and Adventure beschreibt, wie man aus einem Bogen mit 80 Sechseckfeldern einen Subsektor mit zufällig erstellten Welten macht, was Charaktere so alles an Ausrüstung haben können (Waffen und Fahrzeuge) und enthält ein abstraktes, aber Ende der 70er innovates System, um zufällige Kreaturen (ein 80kg schwerer fliegender Sammler, der im Wald lebt) auszuwürfeln. Psi-Regeln schließen dieses ebenfalls 50 seitige Buch ab.

Buch 4: Mercenary stammt von 1978 und behandelt auf 50 Seiten eine der möglichen Karrieren (IMHO zu) ausführlich: Sölder. Merkwürdigerweise sind fast alle Waffen kon­tem­po­rär und nicht futuristisch. Es ist eben das, was GDW besonders gut kannte.

Buch 5: High Guard stammt von 1980 und stürzt sich auf die Raumflotte, eine weitere Karriere. Wie Buch 4 bringt es dadurch das Gleichgewicht der „Klassen“ durcheinander und natürlich funktioniert die Raumflotte im Jahre 5000 irgendwie immer noch wie die US-Marine 1980. Positiv ist, es gibt ein wesentlich komplexeres System zur Konstruktion von Raumschiffen und man muss jetzt nur noch lernen, eine Beschreibung wie BC-A2447G2-000510-50202-0 anhand der Tabellen zu dekodieren. Interessant übrigens, dass hier ein 1250t Schiff bereits als Schlachtschiff präsentiert wird, während in späteren Publikationen die Schiffe locker die (IMHO realistischeren) 100-fachen Größen haben.

Buch 6: Scouts (von 1983) kümmert sich mal um „Zivilisten“, den imperialen Scout-Dienst, und bietet ein ausgefeiltes System, um Sternensysteme auszuwürfeln. Man lernt dabei auch für’s Leben. Ich konnte schon mal mit dem Merksatz „Oh, be a fine girl, kiss me“ trumpfen. Das Buch hat knapp 60 Seiten.

Buch 7: Merchant Prince (1985) stellt dann nach „nur“ 8 Jahren, die es zu diesem Zeitpunkt das Rollenspiel gab, auch mal mehr Regeln für Sternenhändler vor, der eigentlich einzigen Karriere, die nun wirklich nix mit Militär und anderen staatlichen Organisationen zu tun hat. Es gibt außerdem ein abstraktes Handelssystem, das irgendwie an Elite erinnert, das ein Jahr vorher erschienen ist.

Buch 8: Roboter schloss dann 1986 die Reihe ab und ergänzte auf knapp 60 Seiten etwas, das sonst nie vorher offiziell vorgestellt wurde: Roboter.

Man bekommt außerdem noch…

Supplement 1: 1001 Characters wo man sich nicht zu viel von versprechen darf, weil das seitenweise einfach nur Zeilen wie „Thug 95C498 Age 26 Pistol“ sind. 1978 hatte kaum einer einen Computer, heutzutage könnte jeder Browser derartige Listen mit einigen Zeilen JavaScript besser erzeugen.

Supplement 2: Animal Encounters sind ebenfalls vorgewürfelte, mit keinem weiteren Wort ausgeschmückte, Ergebnisse der Zufallstabellen aus dem Grundregelwerk. 1979 mögen die 50 Seiten eine Hilfe gewesen sein.

Supplement 3: The Spinward Marches und Supplement 4: Citizens of the Imperium sowie Supplement 10: The Solomani Rim fehlen leider, weil das die Sahnetorten-Stücke sind und echten Inhalt bilden.

Supplement 5: Azhanti High Lightning enthält auf 60 Seiten nicht nur eine mehrere Seiten lange Liste aller Namen der bekannten Raumschiffe der gleichnamigen Klasse – immerhin 60.000t Boliden – sondern schreibt auch was zur Geschichte dieses Schiffs, um dann Deckplane anzugeben – zum Teil sind sie farbig und glaube ich einem späteren Produkt entnommen (Arrival Vengeance vielleicht).

Supplements 6 und 7 sind wieder nicht dabei.

Supplement 8 und 11, Library Data A-M und N-Z bieten alle möglichen Informationen alphabetisch sortiert, quasi als Lexikon oder wie es ein Schiffscomputer ausspucken könnte.

Supplement 9: Fighting Ships zeigt die inzwischen ikonischen Traveller-Schiffe, die in wirklich jeder Ausgabe immer wieder nachgedruckt werden, egal wie sinnvoll deren Design eigentlich ist. Was 1981 erfunden wurde, muss einfach zeitlos gut sein.

Supplement 12 sind Fotokopiervorlagen, die kein Mensch braucht.

Supplement 13: Veterans zählt zufällig ermittelte Spielwerte ohne jeden Fluff für Ex-Soldaten auf. Wenigstens Namen hätte man ihnen ja geben können. Oder mal ein Bild, wie ein typischer Techlevel-8-Soldat dann aussieht. Nun ja.

Noch als Dreingabe gibt es Adventure 5: Trillion Credit Squadron, eigentlich ein Strategiespiel, mit dem man die Raumflotten von Welten eines Subsektors bestimmen und dann andere Welten erobern kann. Gedacht war das 1981 veröffentliche 50-seitige Buch auch für das aufeinander aufbauende Turnierspiel auf Cons und es erwähnt auch gleich die Sonderregeln für die nächsten Jahre.

Braucht man das Bundle? Nö. Wer die beiden alten deutschen Traveller-Bücher haben sollte, hat alles aus Buch 1-7, sogar besser geordnet. Buch 8 gab es extra. Wer die Mongoose-Variante, egal ob im Original oder in Übersetzung von 13Mann hat, hat überarbeitete Regeln und ein runderes Spiel.

Aber darauf kommt es bei der Oldschool-Nostalgie ja nicht an. Hier sieht man, wie’s Ende der 70er bzw. Anfang der 80er aussah und das war mir dann $17 wert. Die anderen Bücher habe ich ja auch alle…

(1) Es ist ein Scan des Reprints von 1981 der Ausgabe von 1977.

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