[Karneval] Mein erstes Fanzine – Der Letzte Held

Im Rahmen des November-Karnevals Fanzines (hier die Einladung und dort die gesammelten Artikel) möchte ich Euch mein erstes vorstellen:

Der Letzte Held – „ein Fanzine für DSA-Spieler“, so der Untertitel zur #20, welches als Sonderausgabe ein Farbcover hatte. Für mich war es das erste Fanzine und strahlte immer eine enorme Faszination aus. Meine erste Nummer dürfte so die #18 gewesen sein. Nachdem ich Rollenspiel für mich entdeckte, war es immer ein Pilgern in die nächste Großstadt, wo es ein Rollenspielladen (Trivial Book Shop in Braunschweig), ein Spielwarenladen mit Rollenspielen (ein etwas abseits gelegenes Vedes, welches aber auf dem Weg zum TBS lag) und ein Buchladen mit Rollenspielabteilung (Pfannkuch, RPGs direkt an einer Nische am Eingang, eigentlich eine tolle Lage. Jedenfalls gehörte es zum festen Ritual bei Nordsee mit meiner Mutter zu essen – und alle Rollenspielläden in Braunschweig abzuklappern und neues zu entdecken. Größte Faszination löste immer die Wunderwelten insbesondere aber Der Letzte Held aus.

Andreas Michaelis und Gerd Böger, beide Braunschweiger (der Grund für die Verfügbarkeit vor Ort), hatten sich Havena als Fleckchen ausgesucht und lieferten immer wieder Material dafür. Besonders kultig fand ich immer die Havena Fanfare, eine kleine Ingame-Zeitschrift in der Zeitschrift von einer Seite  mit Ingame-Nachrichten aus Havena. Ich meine, dass sie auch an der Havena-Box mitarbeiteten, dazu finde ich aber nix bei DSA-Wiki. In jedem Fall war man später für jede Menge inoffizirelle Havena-Bände verantwortlich. Jedenfalls haben sie das Solo Liebliche Prinzessin Yasmina geschrieben, ziemlich genau zu der Zeit, wo ich einstieg. So findet sich in #18 eine scherzhafte „Rezi“ in der Gerd Böger betont, dass es absolut keinen Einfluss auf die Rezi hatte, dass er selbst Autor war… Andererseits ist der Abstand glaubhaft, weil er sich beim Titel verschrieb … (J statt Y …). Außerdem schrieb man zusammen das Solo Menschenjagd. Die #20 lieferte beispielsweise Brot und Spiele in Grangor (kleine Minispiele wie Ringen oder Hammerwerfen), ein längeres Abenteuer namens Intrigenspiele in Grangor, Fortsetzung einer Persiflagge auf eine Abenteuergruppe (Teile und Herrsche – eine Story um die Elve Sila, den Zwergen Ture, den Krieger Rolf und den Abenteurer Hugo) [Uhh, Erinnerung setzt ein, ich hab die Storys immer geliebt!!!], Havena-Ergänzungen (diesmal der Praiostempel auf dem Halplatz), eine Seite mit Ingame-Aussprüchen (die hab ich später immer für die Greifenklaue gesammelt, fand ich oft ziemlich witzig), eine ausführliche Rezension zu Der Graue Ritter, dem einzig erschienenen deutschen Pendragon-Abenteuer, und schlussendlich Die Helden des Schwarzen Auges – Letzter Teil. Hier werden verschiedene Heldentypen hintergrundmäßig näher vorgestellt, diesmal Novadis, Streuner, Skalden & Thorwaler und zuguterletzt die Zwerge. Diese Phase endete dann aber recht schnell mit Band #21.

Bevor ich zu dem danach komme, ein kurzer Blick auf das davor. den zum Jubiläum überlegte man sich wohl, eine Zweitauflage zu bringen der ersten, längst ausverkauften Hefte – und die besorgte ich mir auch. Noch wesentlich dünner als später (28 Seiten A5 gegenüber 40-52 Seiten) erkennt man aber schon die Linie, gerade Havena-Ergänzungen sind schon von Anfang an dabei ebenso wie DSA-Abenteuer. Cover wurden teils neu gestaltet und vermutlich neu layoutet, ist es doch ein wunderbarer Einblick in die Frtühzeit des DLH, von DSA und des Fandoms, immerhin erschien #1 im September 1985. Und sehr geil, die ersten Ausgaben 1-13 gibt es wieder zum Download (runterscrollen!!!), leider etwas unübersichtlich, aber Empfehlung!!!

Ab #22 wechselte man zum ebenfalls in Braunschweig ansässigen Drachenlandverlag (Website) und bekam das typische Aussehen, eine in pastellartigen regenbogenfarben gehaltenes Cover, in welches das Cover in sw eingedruckt wird. Nun war man ein „Magazin für Drachenland und DSA“, daher kurz zu dem, was der Drachenlandverlag so machte: Universalabenteuer. Entweder aus eigener Feder und auf eigener Welt (Drachenland) mit Werten für DSA, Midgard und AD&D und kam bis heute auf 14 Bände und einem Zauberalmanach. Ausgabe 14 ist auch noch gar nicht so alt. Oder aus Gastfeder, die sogenannten Traumreisen. Teil 1 liebte ich, aber das ist eine andere Geschichte … Oliver Hoffmann feierte hier übrigens auch einen Auftritt, bevor (?) im Feder & Schwert-Verlag Universalabenteuer (Illimas) erschienen und weit, weit vor der Welt der Dunkelheit. Jedenfalls waren dann Ulf Zander (heute Professor für Straßenbauwesen) und Andreas Mätzing mit an Bord. Mit Sukkuvelani und den nördlichen Perlenmeerinseln stellte man einen unbekannten Flecken vor, welcher halb zwischen Aventuien und Güldenland lag. Und die gant es im Rahmen mehrerer Bände und gar eines Sonderbandes zu entdecken. Inselkarte und die der dortigen (Klein-)Städte waren im Umschlag gar farbig eingedruckt. Die oben genannte Persiflagge wurde nun unter den Titel „Wenn Riesen…“ fortgeführt. Diese Phase endete schon mit #25, denn dann ging es weiter …

… im A4-Format als „Magazin der Fantasy-Rollenspieler“. Und das bis #44. Den Inhalten blieb man aber treu, einiges zu Morh-Kaddur (der Welt von Drachenland) kam hinzu. Ab und an gab es was zu Cthulhu, wie Cthulhu: Braunschweig 1923 oder ein Cthulhu-LIRP (Live-Indoor-Role-Play), welches ich sogleich bei den Pfadfindern umsetzte … Mit dem Ende, dass Cthulhu beschworen wurde, das Haus abbrannte und alle zu Tode kamen … Wie ich das mit 14 konzeptionell durchbekam … Ich staune immer noch. Einige der Ausgaben kriegt man auch heute noch, ebenfalls entstanden in dieser Zeit viele DSA- und speziell Havena-Ergänzungsptrodukte.

Doch noch ist die Geschichte nicht zu Ende. Die Ausgaben #45 bis #48 gibt es als Download in A5 auf der Webside des Drachenlandverlages (erneut scrollen), an der nur noch das Kernteam arbeitet, aber auch einiges aus früheren Zeiten präsentiert, durchaus einen Blick wert.

So verbinde ich mit dem letzten Helden viel, viel Nostalgie, eine schöne Zeit in Braunschweig, Aufregung, etwas neues zu entdecken, meinen Wunsch, selbst ein Fanzine zu schreiben, die Hoffnung auf eine neue Ausgabe, einige tolle Abenteuer und gern gelesene Artikel. Danke allen Beteiligten!!!

PS.: Neben den Link zum Drachenlandverlag gibt es bei der Wiki Aventurica einen längeren Artikel.

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8 Antworten to “[Karneval] Mein erstes Fanzine – Der Letzte Held”

  1. Lars Says:

    Danke für den Artikel. Nostalgie pur! Es muss schon über 20 Jahre her sein, dass auch ich als Kind / Teeanger regelmäßig nach BS gepilgert bin, um mein Taschengeld im Trivial Book Shop abzuliefern. Auch an die Buchhandlung mit den Rollenspielen direkt am Schaufenster kann ich mich erinnern.
    Der Letzte Held – an den Titel kann ich mich erinnern. An das Heft leider nicht mehr.

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  2. Wortman Says:

    Andreas Mätzing… Der Name sagt mir irgendwas… weiß nur nicht so genau warum…

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  3. Media Monday #230 | Greifenklaue's Blog Says:

    […] gern noch viel, viel mehr schreiben und Leute interviewen, hab aber immer mein erstes Zine – Den Letzten Helden – und mein aktuelles Zine – die SLAY – vorgestellt undChristoph Schubert vom […]

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  4. [Karneval] Kamingespräch mit Ragnar Schwefel (Thorwal Standard) | Greifenklaue's Blog Says:

    […] war Ragnar Schwefel Macher eines der bedeutensten und einflussreichsten DSA-Fanzines neben dem Letzten Helden und brachte es auf 17 Ausgaben (alle online bei Orkenspalter verfügbar) – und auch […]

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  5. GKpod #53 – Fanzines | Greifenklaue's Blog Says:

    […] (Thorwal Standard), einige folgen noch (aber über die Zeit hinaus), und mein erstes Zine, den Letzten Helden, und mein aktuelles Zine, die Slay,  hab ich […]

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  6. Lost Stöckchen II | Greifenklaue's Blog Says:

    […] Rollenspielprodukt hat dich persönlich am meisten geprägt? Das war vermutlich das Fanzine „Der Letzte Held„, deren Phasen ich im Rahmen des Fanzinekarnevals schonmal […]

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