[Rezi] Ætheragenten – Das Erwachen

Vor einiger Zeit hab ich den Steampunk-Roman Ætheragenten beim Würfelhelden rezensiert,

Das Erwachen ist der Auftaktroman der Reihe Ætheragenten aus der Feder von Tanja Schierding. Der Roman umfasst 232 Seiten und ist bei der Edition Roter Dache für 12 Euro erschienen.

Womit sich der Roman seltsamerweise dezent zurückhält und erst im Nachwort zu erfahren ist, dass sich Ætheragenten die gleiche Welt teilt mit der Ætherwelt von Anja Bagus und den Ætherwestern {Rezi}. So waren also bisher Deutschland und Amerika Schauplatz, jetzt richtet sich der Fokus auf England. Auch hier kommt es zu Vorfällen mit dem Æther, der hier weniger der klassischen Æthertheorie entspricht, sondern eine Art ultrakonzentrierter Kraftstoff, welcher zugleich Mutationen auslöst und auf Quellen und Flüssen austritt.

So wird er auch dem jungen Adeligen Gregory zum Verhängnis, dessen Vater in Großschiffe investiert und Gregory sich eine Besichtigung der gerade im Bau befindlichen Franconia erschleicht, welches sozusagen einen Æther-Hilfstriebwerk bekommen soll. Jedoch muss das Dock geräumt werden, weil erneut Æther aus der Themse austritt, während Gregory noch im Schiff ist, durch eine Verkettung von Zufällen allein. Geistesgegenwärtig schließt er sich dort ein, ausgerechnet bei den Æthertanks, welche eine seltsame Faszination auf ihn auslösen und in seinen Bann ziehen. Und so kommt es, wie es kommen muss, Gregory wird dem Æther ausgesetzt. Erst scheint alles in Ordnung, als er im heimischen Bet erwacht, dann muss er aber feststellen, dass ihm elfenartige Ohren wachsen. Sein Plan, die im Hochsommer mit einer Mütze zu verdecken, geht recht schnell schief und zu seinem Schock verstößt sein Vater ihn …

So beginnt für ihn eine Reise durch die Weiten Britanniens, wo er vom Jugendlichen zum Erwachsenen gebirt, vom Mensch zum Elf, vom normalen Bürger zum Agenten ihrer Majestät. Den genau dahin geht die Reise, Tanja Schierding etabliert eine Art übersinnliches MI-5 ins Zentrum ihres Settings und schließt ihren ersten Roman der Reihe mit einem ersten Einsatz ab. Im Prinzip haben wir also eine Heldenreise gepaart mit einer Art viktorianischer Superheldenthematik (also einer Mischung aus SHIELD, Justice League und 007) – aber ich muss sagen, dass es durchaus gut und unterhaltsam gemischt ist. Das ist einerseits eine ganz andere Richtung als die beiden bisherigen Schauplätze, aber gerade deswegen auch reizvoll.

Das Cover wirkt etwas untypisch und wenig steampunkig, bekommt aber noch die Verbindung zur Handlung.

Das ganze ist das Romandebüt der Autorin, die bisher „nur“ bei Anthologien mitgeschrieben hat, insgesamt eine gelungene Premiere. Wer sich bisher für die Ætherwelt begeistern konnte und Lust auf einen neue Richtung hat, ist hier gut bedient.

4 von 5 Ætherunfällen.

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