[#RPGaDAY2019] #9 – 10 kritische Rollenspielthemen und wie ich dazu stehe

Immer noch #RPGaDay2019 mit vorgegebenen Stichwörtern via Autocratik mit Übersetzung von Michael Jaegers (hier). Heute was kritisches … zehn kritische Rollenspielthemen und wie ich dazu stehe. Auf geht es:

Critical – kritisch
10 kritische Rollenspielthemen

(1.) Würfel drehen? – Nein. Warum?
(2.) Werte drehen? – Anpassung bis zum Moment, wo sie in die Spielwelt gebracht werden, möglich. Dann aber nicht mehr, einzige Ausnahme wären offensichtlich fehlerhafte Werte.
(3.) Spielleiterschirm? – Brauch ich nicht. Ich find es besser, wenn Spieler wissen, dass ich offen würfele und sie ggf. mitfiebern können (ich kann das als Spieler, sowohl wenn es meinen als auch andere SC betrifft).
(4.) „Bei mir stirbt ein SC nur, wenn er was Dummes tut!“ – Halte ich für einen der dümmsten Sätze überhaupt. 95% der Spieler tun nix Dummes, sondern es handelt sich um ein Missverständnis in der Kommunikation. Ich frage dann meistens „Was möchtest Du erreichen?“ statt „Was machst Du?“, was mir dann meist die Idee des Spielers näher bringt. Vielleicht ist die Aktion immer noch „dumm“, dann aber meist deswegen, weil der Spieler etwas noch nicht weiß, was der SL weiß … Und das ist halt nicht „dumm“. Achso und die restlichen 5% machen es teils mit Absicht und kann ein Zeichen sein, dass ihnen langweilig am Tisch ist, oder die Sparte Taschenlampenfallenlasser oder brauchen Aufmerksamkeit.
(5.) TPK? – Unbedingt. Der einzige Komplett-TPK (OKay, das komplett steckt ja schon im Namen) brachte unsere langjährige DCC-Kampagne zum Ende und war der _süsseste_ (im Sinne von Genuß, nicht im Sinne von lecker) Moment, in den Kampf, der vielleicht 2 Stunden dauert, hab ich einen Thrill empfunden, den mir kein Film bieten kann, nicht über diese Länge. Hinterher hätte ich für jeden SC eine Sache aufzählen können, wo er sich hätte „besser“ verhalten können und den Kampf zu unseren Gunsten entscheiden. Kurzum, bei mir als SL kam es nur zu Teil-TPKs (übrigens selten …), aber dadurch, dass die Spieler wissen, ich ziehe das ohne Hemmungen durch, ist auch der Kampf gegen Kellerasseln spannend. Und man muss bedenken, dass ein SC häufig nicht tot sondern bewusstlos ist (also z.B. in D&D 5) und der Gewinner womöglich bessere Verwendung für die Charaktere hat (Verhören, Verkaufen, selbst versklaven in der hauseigenen Mine, verfüttern, Lösegeld erpressen, Gefangene tauschen etc.). [Edit: Doch, einen Quasi-Komplett-TPK gab es bei Kingmaker, nur ein S hatte sich von der Gruppe getrennt und zog falsche Schlußfolgerungen und verpasste das Massaker … Vielleicht hätte er es auch verhindert …]


(6.) X-Card (Link zu WoDnews/D&Ddeutsch)? Würde ich bei mir bei der typischen Fantasysession nicht auf den Tisch legen, da kann ich zu 99,7% ausschließen, dass es zu, sagen wir, kontroversen Themen kommt. Aber wenn ich nochmal Unknown Armies, Kult oder WoD leiten würde oder eine harte Fantasykampagne mit expliziteren Themen machen würde, käme sie wohl auf den Tisch.
[Edit: Da hab ich letztens eine Fantasy-Runde mit Mitspielern gehabt, die ziemlich in der Pubertät und ihrer Selbstfindung steckten und vermutlich nicht anders spielten als wir früher. Ein Mitspieler besprang so ziemlich jeden weiblichen NSC … Ob mir da die X-Karte geholfen hätte? Vielleicht. Andererseits – solange es ihnen Spaß gemacht hat …]
(7.) „Miniaturen sind böse“? – Ja, dank kiesowscher Prägung hab ich das anfangs geglaubt. Und nicht gewusst, wieviel Spaß ich mir verbaut habe. Tatsächlich hab ich Kämpfe nur als runterwürfeln empfunden, einfach weil klar war, der SL wird uns in dieser Zufallsbegegnung nicht sterben lassen und auf 5 SC jeder einen Gegner bekommt, der sich vor ihn stellt. Langweilige, statische Kämpfe halt. Erst mit oben erwähnter DCC-Runde, in der wir einiges ausprobierten (und die ARS-Welle voll durchschlug), zeigte uns allen, dass es anders geht. Heute möchte ich Minis, Pawns und Battlemap (oder ihre Alternativen) nicht missen, find es bei D&D 5 aber auch angenehm, nicht immer damit agieren zu müssen.
(8.) „Dungeoncrawl ist Hack`n`Slay!“ – Nee, die Rechnung funktioniert nicht, denn ich mag Dungeoncrawl, aber nicht unbedingt Hack`n`Slay. Dungeoncrawl ist eben auch Exploration und Erforschung, Rätsel und Fallen überwinden, hoffentlich taktische Kämpfe an interessanten Locations, Leveln, Looten, auch Interaktion, insbesondere je näher es an Megadungeon kommt.
(9.) Ausspielen von Folter/Vergewaltigung/Sex – Heiliger Bimbam. Gib mir die X-Card. Nein!
(10.) Lange Einkaufsessions – Heiliger Bimbam. Gib mir die X-Card. Nein! Ich erinnere mich gerade an einen SC,der den Endkampf verpasste, weil ihm die Dietriche zu teuer waren und er da einen Terz drausmachte. Es ging um 10 GM bei SCs, die mehrere Tausend besaßen … Der Rest war gelangweilt, bis einer vorging und den Endkampf auslöste …

Und, hast Du vielleicht auch noch ein kritisches Thema, wozu ich mich äußern soll? Heute ist Tag des offenen Themas …

Ansonsten bin ich auch gespannt, wie Du zu den Themen stehst!!!

3 Kommentare

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s