RPG-Blog-O-Quest #56 – Online-Spiel

Die diesmonatliche Blog-O-Quest stammt von Timberware und dreht sich ums Online-Rollenspiel, eigentlich ums klassische – bei mir hingegen geht es um PbeM und Foren-RPGs.

Hier also zunächst die Grundfrage: Spielst du Rollenspiele online? Jein. Also nicht klassisch online via Roll20 und Teamspeak, Discord oder Skype. Ich spiele aber eine andere Art Onlinerollenspiele relativ gerne: Forenrollenspiele! Muss ich wohl beide Fragesätze beantworten …

Falls ja:

Welche Online-Plattform/en nutzt du zum Spielen und welche davon ist dir am liebsten?
Aktuell spiele ich im DS-Forum Flucht aus Coronia (Dungeonslayers) und bereite im eigenen Forum eine Runde Beyond the wall und eine M20 (nicht Magus sondern Microlight) bzw. M2020, die neueste Inkarnation, vor. Außerdem spiele ich dort Parsely, quasi Uralt-Text-Rollenspiele vom Computer an den Tisch gebracht und dann wieder zurück als Forenspiel … Davor hab ich schon das Tanelorn genutzt und mein erstes war als PbeM organisiert mit Star Trek-Hintergrund – das war allerdings eher Wir-erzählen-gemeinsam-eine-Geschichte den klassisches RPG.

Welche Features der Online-RPG-Plattformen nutzt du? (z.B. Würfel, Charakterbögen, Notizen, Tokens, Karten, Bilder, Fog of War, etc.)
Ich nutze den Roll-Butler von Jaegers.net, superpraktisch – auch der Support ist mega. Würfelheld hatte ein Problem, ich habe kurz nachgefragt und beide haben was ausklamüsert. Bilder lassen sich direkt im Forum verlinken, so hab ich parallel für drei Leute UltraQuest (Link) geleitet und die dortigen Abschnitte immer mit Bildern aufpoliert. Noch nicht zum Einsatz kam das Whiteboard von awwapp.com – bin mir sicher, dass es nochmal kommt.

Was sind für dich die Vor- bzw. Nachteile des Online-Spiels im Vergleich zum Spiel am Tisch?
Der Vorteil von Forenrollenspielen ist imho, dass man jederzeit teilnehmen kann, auch mal pausieren kann. Auch kann ich mich auch mal auf Beschreibungen konzentrieren oder persönliche Aspekte des Charakters. Der Nachteil ist ganz klar, dass die sehr lange dauern bzw. sehr zäh sind, was ihren Fortschritt betrifft und sie aufgrund des Arbeitsaufwandes bzw. der Regelmäßigkeit sehr,m sehr häufig einschlafen. Trotzdem mochte ich Old Slayerhand mit Waylander (inkl. Bericht in der Slay #4 / Link), Pathfinder mit Wormys Queue (Link), LabLord mit Moritz Mehlem (Link), DCC mit Mofte (Link), Space Pirates (Link), Dungeonslayers – Orkrunde (Link) und Dungeonslayers – Der Seuche auf der Spur mit Sphärenwanderer (Link).

Spielst du online anders als offline, soll heißen: Stellst du in deiner Spielweise online zu offline Unterschiede fest und wenn ja, welche?
Ja, in Anbetracht des Mediums. Man konzentriert sich oft auf andere Aspekte des RPGs und wo ich offline auch lange Kämpfe mit vielen Optionen schätze, sollte es online ein schnelles System sein, allein damit Kämpfe nicht Monate dauern … Aber in beiden Medien bin ich durchaus auf Fortschritt und Weiterkommen gepolt, Lagerfeuergespräche gibt es nur im LARP von mir … Soloszenen oder getrennte Szenen sind im Foren-RPG ggf. gangbarer als im Tisch-RPG (da find ich es nicht gut, wenn ich 2h von 3h Spiezeit vor die Tür geschickt werde …).

Irgendwann wird die derzeitige Pandemie ja auch mal wieder vorbei sein. Willst du dann weiter Online-Runden haben oder nur noch am Tisch spielen, und in beiden Fällen: warum?
Tatsächlich war es der Grund, mal wieder an einer teilzunehmen (DS – Flucht aus Coronia) und zwei eigene zu organisieren. Die werden danach sicher weitergehen und angesichts meiner Historie und den überwiegend positiven Erinnerungen würd ich sagen, ja, wird weitergemacht.

Falls nein:

Hast du irgendwann schon einmal ausprobiert, online zu spielen, oder noch nie?
Auch klassisch online hab ich im Zuge von Corona erneut probiert, nämlich bei der Conspiracy Con mit DCC – Flucht vom purple Planet. Bin extra zu Christophorus wegen größerer Bandbreite. Den hab ich öfter mal durch die Wand gehört stat durch den Lautsprechen und dann war mein Mikro immer mal wieder stumm. Zum verzweifeln, technisch war es echt suboptimal. Davor hab ich mal drei, vier Sessions D&D 5 mitgespielt, dass hatte etwas besser geklappt, aber das Karten nachladen hat auch nicht recht geklappt. Ein zweiter Versuch mit Flost und Dungeonslayers scheiterte schon vorab technisch.

Warum hast du die Entscheidung getroffen, nicht einmal jetzt in der Pandemie auf online umsteigen zu wollen?
Nach der Runde auf der Conspiracy-Con. Neben der technischen Probleme und grundsätzlichen Spaßes ist Online-RPG kein vollwertiger Ersatz, ich brauch Leute um mich herum und merke auch, wie ich das momentan vermisse.

Was ist jetzt in der Pandemie dein Ersatz für das Rollenspiel, wenn du keine Online-Runden hast?
Erwähnte Forenspiele, ein paar auf Jewel Quest basierende eGames, hoffentlich bald Ranger des Shadowdeep (auch solo spielbarer, kooperativer Skirmisher; Link), vielleicht Warhammer solo (Link), Einzeltreffen zum Quatschen und demnächst eine 1:1-Runde mit Christophorus. Und ganz frisch entdeckt, die Boardgamearena.

Was müsste passieren, damit du das Online-Rollenspiel doch einmal ausprobierst?
Mehr technische Power … Aber wie gesagt, es ist für mich ein anderes Medium – so wie Filme anders sind, wenn man sie im Kino sieht oder dem heimischen Fernseher – wobei beides seine Vorteile haben kann und ich auch einsehe, wenn andere Online spielen lieber mögen als am Tisch.

Nutzt du überhaupt irgendwelche RPG-Materialien online, und wenn ja, welche, oder gar nicht?
Hab ja schon ein paar erwähnt bei den Foren-RPGs oben. Aber auch fürs Offlinespiel gibt es klugen Kram Online. Die PRD für Pathfinder sollte man dabei haben, das Slayers Pit hat hervorragende Generatoren, Namenstabellen und -generatoren, Karten und Bilder, Wikis zum Setting, Wikipedia (ein Spieler bei Beyond the wall hat als zeitweiligen Lehrmeister einen Faun, da kann man mal schnell nachlesen: Faunus), kurzum, gibt tollen Kram. Bloß am Spieltisch im eigentlichen Spiel sollte das Ding imho aus sein …

3 Kommentare

  1. Vielen Dank für deine Teilnahme, und vor allem für die Beantwortung beider Fragen-Sets!
    Sehr spannend, wie sich die Foren-RPGs inzwischen weiterentwickelt haben; ich habe früher, als Travar/Myrias noch existierte, in deren Herr der Ringe-Unterforum „Elronds Rat“ einiges an Foren-RPG in Mittelerde betrieben, aber das ist mit der Schließung von Myrias dann leider eingeschlafen.
    Schade, dass das Online-Spiel per Voice- oder Video-Chat nicht einmal jetzt in der Pandemie für dich zündet, Wenn sich der Ausnahmezustand noch hinzieht, dann kann ich mir schon vorstellen, dass man anfängt, dass Spielen massiv zu vermissen. Aber um so besser, dass dir dann immerhin noch die Forenspiele bleiben.
    Ich will im RSP-Blogs-Forum mal versuchen, vielleicht eine RSP-Blogger-Online-Runde aufzustellen. Vielleicht hast du ja Lust? 🙂

    Liken

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