[Serie] Cursed – Ersteindruck

Kollege Christophorus hat sich mit der neuen Phantastik-Serie Cursed auf netflix beschäftigt.

Derzeit auf Platz 2 bei Netflix Deutschland: Cursed basiert auf einer von Frank Miller illustrierten Geschichte des amerikanischen Drehbuchautors Tom Wheeler, die die Artus-Saga in etwas abgewandelter Form aus Sicht der jungen Nimue erzählt, die einst als „Herrin vom See“ bekannt sein wird.

Bisher habe ich zwei Folgen gesehen, kann mich aber noch nicht so recht entscheiden, ob ich sie als belanglos abtun oder ihr eine Chance geben soll. So richtig gezündet hat sie jedenfalls noch nicht, weil sie in meinen Augen derzeit weder Fisch noch Fleisch ist: So blitzt ab und an der markante visuelle Stil von Frank Miller durch, der zur bunten und sauberen Optik der Serie aber nicht so richtig passen will. Die CGI-Effekte sind dafür aber ziemlich gut.

Zudem wird die Geschichte zum aktuellen Zeitpunk ohne nennenswerte Spannungsbögen oder mitreißende Handlungsstränge erzählt und ist daher 08/15-Stangenware: Nimue ist seit ihrer Kindheit als Hexe verschrien, verfügt sie doch über die Fähigkeit, die Natur um sie herum zu beeinflussen. Die Kinder ihres Dorfes sowie der Großteil der Erwachsenen meiden sie daher oder feinden sie offen an. Lediglich die rothaarige Pym steht tapfer an ihrer Seite. Als eines Tages die sogenannten „Roten Paladine“ – dem Anschein nach christliche Glaubenskrieger – ihr Dorf angreifen und alle niedermähen, drückt ihr ihre sterbende Mutter ein magisches Schwert in die Hand, das Nimue um jeden Preis beschützen und einem Trunkenbo Zauberer namens Merlin überbringen soll. Und so flieht sie aus ihrem zerstörten Dorf und trifft während ihrer Reise auf einen Söldner namens Arthur, in den sie sich zu verlieben beginnt…

Kann man alles machen, birgt aber kaum bis keine Überraschungen. Noch ärgerlicher als die bisher langweilige Geschichte ist aber, dass die Roten Paladine mal so rein gar nicht bedrohlich wirken. Das liegt zum einen am unglücklich gewählten visuellen Stil – sie sehen aus wie in rote Kutten gekleidete Mönche, denen man ein Schwert in die Hand gedrückt hat. Keine Rüstung, kein Schild, kein nix -, und zum anderen an der wirklich schlechten Kampfchoreografie. Die Paladindarsteller gehen derart unbeholfen mit ihren Waffen um, dass es schon beinahe lächerlich wirkt. Da wirkt ja eine mit Knüppeln bewaffnete Horde Kinder bedrohlicher.

Ich denke, ich werde mir noch ein, zwei Folgen antun und dann entscheiden wie’s weitergeht.

Serienthread im GKforum.

Bildnachweis: This work features art by Daniel F. Walthall, found at: drivethrurpg.com/product/181517, available under a CC BY 4.0 license: creativecommons.org/licenses/by/4.0/

4 Kommentare

  1. Also ich habe mich leider durchgequält… Nichts, was man wirklich sehen muss. Das was da so toll angekündigt wird… kommt überhaupt nicht zur Geltung… Das ist irgendwie völlig untergegangen. Die Kämpfe sehen teilweise auch recht „billig“ aus.

    Das die Serie bei Netflix auf Platz 2 steht, liegt wohl einzig und allein daran, dass die meisten sich weitaus mehr drunter vorgestellt hatten und weitergeschaut hatten, weil sie dachten, es wird besser… so wie ich. Es wird bloß nicht besser wie die ersten zwei, drei Folgen.

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  2. Danke Wortman, genau diesen Eindruck habe ich nach zwei weiteren Folgen auch. Vielleicht waren auch meine Erwartungen nach dem Lesen der Inhaltsangabe einfach zu hoch angesetzt: Eine Serie aus dem Blickwinkel der „Lady from the Lake“ klang wirklich cool, die Umsetzung schwächelt aber in vielerlei Hinsicht. Schade drum. Dabei bietet der Stoff doch gefühlt so unendlich viel Potenzial…

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