Media Monday #474

Neue Woche, neuer Media Monday, wie immer vom Medien-Journal präsentiert und von mir beantwortet – lückenlos nun schon über 300 mal seit Folge #162. Die dortigen Vorgaben wie gewohnt in kursiv. 

1. Kennt ihr eigentlich Cursed? Weil für mich klingt diese alternative Artus-Saga sehr unattraktiv, wie Christophorus hier analysiert.

2. Die Begeisterung für die Welt ist mit Besser Welt als Nie durchaus gestiegen. Endlich mal wieder Kino … Maske durfte erst beim Sitzen ab, war OKay. Zudem wäre der Film wahrscheinlich ohne Corona nicht bei uns gelaufen. Worum geht es? Junger Erwachsener fährt mit dem Rad um die Welt. Trailer.

„43.600 km, 761 Tage, 41 Länder: einmal mit dem Fahrrad um die Welt. BESSER WELT ALS NIE zeigt die Geschichte von Dennis Kailing, der innerhalb von zwei Jahren auf einem Fahrrad die Welt umrundet. Mit der Frage ’was einen glücklich macht‘, aber ohne Erfahrung im Radreisen, springt der 24 – jährige aus Gelnhausen (Hessen) ins kalte Wasser und fährt einfach los – immer Richtung Osten. Er ist zwar alleine unterwegs, aber so wirklich alleine ist er nur selten. Viele Begegnungen mit interessanten, verrückten oder auch „ganz normalen“ Menschen gewähren ihm Einblicke, die einem als gewöhnlicher Tourist vorenthalten bleiben.“

Sehr persönliche Begegnungen, ist halt keine professionelle Doku und das macht den Charme aus. Interessante Begegnungen, tolle Bilder und ein guter Eindruck von Leichtigkeit und Mühsal.

3. Was ich mittlerweile ja durchaus sehr zu schätzen weiß, ist Facebook. Einerseits lässt sich dort ganz gut handeln, andererseits gibt es immer mal wieder Fundstücke, so denke ich ein Cover für das Zine of High Adventure gefunden zu haben. Und drittens der schnelle Kontakt zu etwas entfernteren Freunden, Bekannten und auch Kunden. Und viertens: unsere Dungeonslayers-Gruppe (Link) hat gerade die 50 geknackt. Join the Slayers!!!

4. Hauptgrund – meiner Meinung –, dass so viele Adaptionen zum Scheitern verurteilt sind, ist die Unfähigkeit, den Geist des Originals zu verstehen. Von Drei Fragezeichen bis Ghostbusters, die jeweiligen Macher haben kein Sinn fürs Original, im ersteren Falle gut dokumentiert („… doch dann beschloß ich, was eigenes zu machen.“).

5. Ein wirklich originelles Setting, wenn nicht gar „Worldbuilding“, hat Last Ship nicht unbedingt das originellste Setting, aber eine tolle, actionreiche Serie rund um ein Virus. Kein Zombievirus, trotzdem kann man viel für Zombieslayers (oder andere Zombie und Weltuntergang-RPGs) rausziehen. Zwei Staffeln hab ich durch und zusammen mit Argamae begonnen, der die erste Staffel rezensiert hat:

Auf Empfehlung eines Freundes gestern mal reingeschaut und die ersten vier Episoden geguckt (davon die ersten zwei mit Greifenklaue). Gefällige, aber sehr klischeehafte Action-Kost, routiniert und spannend inszeniert.

Worum geht’s? Auf dem Zerstörer „Nathan James“ der amerikanischen Marine reisen die Mikrobiologin Rachel Scott und ihr Kollege ins Polareis. Dort machen die beiden einige Experimente, während die Navy Waffensysteme testet und Schießübungen abhält. Die Chemie zwischen Navy-Captain Chandler und der Biologin ist dabei in etwa so frostig wie das Klima außerhalb des Schiffes. Nach einem viermonatigen Einsatz, den die Besatzung unter Wahrung von Funkstille und ohne Kontakt zur Außenwelt abgeleistet hat, heißt es schließlich: endlich nach Hause. Doch aus dem großen Hurra wird alsbald ein entsetztes Bangen, denn die Wiederaufnahme des Funkkontakts stellt das aufgeschobene Heimweh aller Menschen an Bord auf den Kopf: ein extrem tödliches Virus hat die Hochburgen der Zivilisation zum Erliegen und Regierungen in die Schutzbunker gebracht. Chandler zählt eins und eins zusammen und ihm wird klar, dass die Funkstille nicht ihren paar Waffenübungen sondern Rachel Scott und ihren Experimenten diente. Diese gesteht dann ein, im Eis nach der Herkunft dieses Erregers gesucht zu haben und auch fündig geworden zu sein. Ihr Ziel: das Virus erforschen und ein Gegenmittel erstellen. Kann ein einzelner Zerstörer der aus den Fugen geratenen Welt Hoffnung bringen?

Spätestens als auch noch die Russen ohne Vorwarnung angreifen, wird so langsam ein waschechtes Bay-Vehikel aus der Serie. Schöne junge Rekruten, ein smarter, aufrechter Captain, böse Feinde der USA, ein Atombombenabwurf… KA-BUMM! Dennoch… übt die Serie einen merkwürdigen Reiz aus. Zum einen dient es als relativ interessantes Plot-Vehikel für eine Rollenspielrunde (*hust*), zum anderen ist das Konzept schlichtweg interessant: Ein Behelfslabor auf einem Kriegsschiff, das notdürftig mit Funktionen erweitert wird; der ewige Streit zwischen schlauen Wissenschaftlern (Zivilisten) und kernigen Navy-Haudegen (Militär) wird einfach nicht alt; die Beengtheit eines kleines Zerstörers, dessen Wartung und Aufrationierung immer wieder Probleme macht; ein infektionswütiges Virus; Orte des Grauens und der Leichenberge auf dem Festland; Druck durch eine militärische Splitterfraktion der Russen, deren Regierung auch nicht mehr handlungsfähig ist usw.

Man sollte kein allzu tiefgehendes Drama erwarten und die Schicht Militär-Patriotismus ist auch extradick aufgetragen… aber bisher eine unterhaltsame Achterbahnfahrt!

6. Geht es um Spiele jedweder Art, kann Regelkunde schon ein ziemlicher Stimmungstöter sein, denn dann dauert es mal ne Minute länger. Trotzdem macht es viel mehr Spaß ein kooperatives Brettspiel regelkonform zu gewinnen, als sich zum Sieg gewurschtelt zu haben. Und das gilt auch beim Rollenspiel – lieber in schönster ARS-Manier untergehen als einen geschenkten bzw. gedrehten Sieg zu ertragen.

7. Zuletzt habe ich an einem Fertigkeitssystem für OSR-Systeme gearbeitet (für Interessierte: Link) und dabei mein Massengeschmack TV-Abo zum Glühen gebracht und das war kurzweilig, weil die Mediatheke (Link) ein gelungenes Format mit Fernseh- und Internetkuriositäten ist und ich die Art von Holger Kreymeier ziemlich gerne mag. Wer im Monat 7 Euro übrig hat, erhält hier ein tolles Format im Wochentakt.

8 Kommentare

  1. Cursed kannst du vergessen… so langweilig und fern vom Thema…

    Last Ship ist saugeil – auch wenn die erste Staffel ziemlich patrotisch daher kommt 😉 aber vom Inhalt her steigert es sich gut. Sehr interessant. Ich bin inzwischen durch mit allen fünf Staffeln und ich muss sagen, die Vierte und Fünfte sind meine Favoriten.

    Liken

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