Media Monday #491

Gobbos von Epic Encounters

Neue Woche, neuer Media Monday, vom Medien-Journal präsentiert und von mir beantwortet – lückenlos nun schon über 320 mal seit Folge #162. Die dortigen Vorgaben wie gewohnt in kursiv. Heute: Ungewöhnlich lang, ungewohnt persönlich. Go.

1. Man meint ja immer, mit dem „Lockdown light“ hätten wir alle viel mehr Zeit zum Spielen, Fernsehen, Lesen etc., wobei ich sagen muss, dass die Praxis das Gegenteil zeigt. seit Anfang Oktober ist die persönliche familiäre Situation richtig zeitfressend. Nach fast drei Wochen Krankenhaus lag die Diagnose Demenz vor. Zwar musste meine Mutter die letzten zwei Jahre schon „ein bisschen“ betreut werden – ich hab z.B. die Termine beim Diabetologen mit ihr übernommen (übrigens hat der dank Corona mich nicht mehr mit reingelassen, meine Mutter wusste aber nach 5 Minuten schon nicht mehr, was er von ihr wollte … *seufz* Jetzt hab ich endlich ein Betreungsdingelings, mal sehen, ob das im Dezember besser klappt.) – aber das ist noch gar nix dagegen, nicht mehr allein sein zu können. Mein Vater hat zugleich auch eine schwere Diagnose bekommen und ist bis Ende Dezember fünfmal die Woche zum Bestrahlen. Zwar hat meine Schwester die Hauptlast übernommen (und bekommt auch den Gutteil des Pflegegeldes), trotzdem bin ich auch ein bis dreimal die Woche dann meist länger da. Ich möchte auch betonen, dass ich diese Zeit geniessen kann, Freude an der gemeinsamen Zeit empfinde, Freude auch daran, wenn meine Mutter fröhlich ist, vielleicht weil sie sich an was schönes erinnert oder allein, weil wir ihr eine sichere Situation geben. Wie es aussehen kann, wenn ein Demenzkranker dies nicht hat, zeigt der folgende preisgekrönte Dokumentarfilm – ich konnte ihn erst zur Hälfte sehen, einfach weil er mich so sehr schockiert – und jede Minute an meine Mutter erinnert … in einer Weise, dass ich ihr sowas ersparen möchte.

Der Tag der in der Handtasche verschwand, preisgekrönter Dokumentarfilm über Demenz/Alzheimer

Und ja, ich erlebe es auch gerade, dass ich gestresst bin, auf beiden Arbeitsplätzen gibt es keinen Ersatz für Mathe ab 10. Klasse und ich lasse Schüler echt ungern hängen, aber ab und an muss ich mir halt sagen, dass unterliegt nicht meiner Verantwortung für gleichwertigen Ersatz zu sorgen, sondern der meines Arbeitgebers. Dazu noch ein paar wenige Privatschüler, dank Corona freut man sich ja über jede Einnahme (oder besser: ist darauf angewiesen). Das hielt mich gestern von 10-18 Uhr in Atem und am nächsten Wochenende wird es das wohl SA und SO tun. „Mein Lehrer kann das nicht erklären.“ Oder „Mein Lehrer will das nicht erklären, das sollen wir selbst machen.“ – bei abgehängten Schülern ein Superkonzept.

Naja, da wird halt schonmal der Alltag schleifen gelassen, Gelbe Säcke nicht pünktlich rausgestellt oder eMails nicht am nächsten Tag beantwortet, wobei ich gerade alles streng durchziehe, was WOPC (Start 1.12., Ausschreibung 2019Preisliste 2019 – wir suchen übrigens noch Preise), RPGpodwichteln (Link) und DS-Community-Kalender (Link) angeht und alles in Trockenen Tüchern ist. Dahinter fällt manches über, aber auch allen, die von mir was zugesandt kriegen, kann ich beruhigen: Ich hab mich am SA hingesetzt und verpackt und auch heute komm ich nochmal dazu.

Ich habe das spontan nach einer Brettspielsession (das war dann gestern von 19 Uhr bis Mitternacht, siehe #7) runtergeschrieben bis zum Einschlafen und mich am nächsten morgen gefragt, ob ich das hier erzählen soll und möchte mich daher bei SiCo für Rat und Tat bedanken! Lasst es Euch nicht zu nahe gehen!

2. Sollte mir ein gutes Angebot begegnen, könnte ich mir durchaus vorstellen zuzuschlagen. Ehrlich! 

3. Was ich mir schon lange wünsche, aber bislang nicht gegönnt habe sind die Epic Encounter. Zu einem fairen Preis (20 Minis etwa 40 Euros, 1 Großfigur zwischen 30 und 50 Euro) gibt es einen Encounter mit Varianten in einer Box. Nach den Kobolden und dem Drachen, die ich für meinen Shop gekauft habe und Argamae in Kürze unboxt, gefallen mir insbesondere die Goblins! Edit: Argamae hat es online gestellt, bitteschön:

4. Der riesige Hype um die neue Playstation 5 berührt mich nicht, meine X-Box nutz ich gerade auch nur für Netflix. Andererseits zeigt mir Argamae immer mal wieder schicke PS4-Spiele, vielleicht schlag ich da mal zu, wenn die Preise richtig gefallen sind.

5. Der Star Wars LEGO Adventskalender ist mal wirklich verlockend, weil er viele tolle Micro-Schiffe enthält, zwei Micro-Diorahmen und einige coole Figuren, für mich nur 6-8 Sachen, die ich nicht gebrauchen kann. Und die verkauf ich halt weiter.

6. Konsum und Schnäppchenjagd schön und gut, aber wäre es nicht auch mal toll auf der anderen Seite zu sein? Dieses Jahr biete ich mit dem GKshop Lootboxen an für 20, 30 oder 50 Euro. Dafür gibt es ein Brett- oder Kartenspiel, ein Rollenspiel, ein Buch/Comic, eine DVD und etwas Nerdiges, je nach Stufe für min. 150% des bezahlten beträgt der Neuwert (potentiell auch mehr). Das können ggf. Remitenten, Reziexemplare sein, Umtauschrecht ist auch dabei (daher geb ich mir Mühe ;)) Und wer sich nicht selbst beschenken möchte, findet hier tolle Geschenke für freunde und Phantastikinteressierte oder zum Wichteln … Werbung Ende … Ernsthaft, bin gespannt, ob die Idee ankommt und sich mehr als 3, 5 Pakete verkaufen. Wer Interesse hst und/oder meinen Conshop mit über die Cornazeit wuppen möchte, möge mich ansprechen!

7. Zuletzt habe ich mit Argamae Heropath getestet und das war ein nettes Abenteuerspiel im Stile Runebounds , weil man von Zero-to-Hero arbeitet – im Prinzip ein großes Ressourcentauschspiel im Stile dieses Märchens, wo ständig Dinge getauscht werden, um sich vermeintlich zu verbessern. Ziel ist es, den Drachen zu bekämpfen und zu erschlagen, dazu die wichtigsten Züge: Man kann reisen und gegen Monster (vergleichendes Würfeln) kämpfen, besiegt man sie, gibt es nen Erfahrungspunkt und eine Karte – das kann potentiell ein mächtiges Artefakt sein, aber auch ein negatives Ereignis, zum Beispiel ein Schneesturm auslösen, der alle zwei Vitalität kostet. Das ist die Lebenskraft und zugleich die am einfachsten zu regenerierende Ressource bzw. Attribut: Vitalität, Erfahrung, Skill, Wisdom und Faith sind die 5 Attribute mit Werten zwischen 0/1 und max. 5 und bilden zusammengerechnet die Grundkampfkraft. Dann gibt es per Zufallsverteilung reichlich verschiedene Orte, wo man diverse Ressourcen (Erfahrung, Essen, Gold, Magiekarten, Ausrüstung, etc.) gegen andere Tauschen kann. Für 1-2 Erfahrung und ein Gold und eine Marktkarte, darf man z.B. Skill um 1-2 erhöhen. Das macht natürlich viel Sinn, weil irgendwann die 5 EP voll sind und Monster bekämpfen scheinbar nicht mehr lohnt. Zudem funktionieren die besseren Waffen nur mit hohen Attributswerten in Skill oder Faith. Wichtiger Zug – anfangs von uns übersehen, weil kein Schaden genommen – ist das Rasten, wo man Vitalität regeneriert, aber auch gesucht werden darf – via Suchenwürfel – was zu GM, aber auch freien Beutekarten führen kann. Je nach Orten in einer Region machen bestimmte Kombos Sinn und sind halt von Spiel zu Spiel unterschiedlich. Die Kennenlernrunde haben wir nach 5 Stunden um Mitternacht abgebrochen, aber wir haben noch ab und an einiges nachgelesen (und das ganze ist in – laut Übersetzungsprofi Argamae – schlechten Englisch geschrieben [halt Nicht-Muttersprachler, wo manchmal für Brettspiele untypische oder sonst anders verwendete Begriffe nutzen]) und als Brettspielgeeks stößt man oft an Definitionsgrenzen. Z.B. bezieht sich eine Fähigkeit auf „items“, aber nirgendswo steht, was ein Item ist. Das es sich auf ein Schwert bezieht ist klar, aber ist die Ressource Goldmünze auch ein Item? Ich hatte nämlich ein Katzenbegleiter, welches Gegenstände in bis zu 8 Felder Entfernung schnappen konnte und dann liegt da erstmals nach 20 Spielrunden ne Goldmünze frei rum … Kommen wir noch kurz zum Start, dem liegt ein ordentlicher Draftingmechanismus zu Grunde, jeder bekommt einen Satz Karten, sucht sich eine aus, gibt die weiter an den Nachbarn und erhält die Karten von der anderen Seite, sucht wieder eine aus (oder theoretisch auch zwei und legt die vorher gewählte wieder rein), bis der Anfangssatz zusammen ist. Kurzum, Story schwach (das macht Runebound deutlich besser), Mechanik stark. Meiner Einschätzung nach geht es deutlich schneller als ähnlich gelagerte Spiele, ich sag mal Runde 2 könnte in drei Stunden was werden – isat natürlich nur ne Einschätzung. Aber gut, dass ist für mich Kombo, die gut geht, andersrum (z.B. Maus & Mystik) fass ich nicht an … PS.: Optisch ordentlich bunt 😉

(beide Fotos von Argamae)

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