Ritter Roland – Der Kämpfer mit dem Löwenherz – Teil 1

Kollege Glorian Underhill entdeckt eine Heftromanserie und lässt uns teilhaben. Wird natürlich sofort auf Rollenpielumsetzbarkeit abgeklopft …

Eine Romanheftserie von 1982. Alter Schwede ist das alles Oldschool 80er. Roland ist am Anfang Knappe, wird dann zum Ritter geschlagen und muss 50 Heldentaten bestehen um Teil von Arthurs Tafelrunde zu werden. Dass dabei Camelot irgendwo in Rheinland Pfalz liegt und wir uns im 13. Jahrhundert befinden ist boogy. Dabei ist Roland mutig, super schnell, sehr stark oder alles zusammen. Bis jetzt hat er noch in jedem Teil eine Magd oder Burgfräulein weggeflankt und ich habe meinen Wortschatz an Beschreibungen für weiße feste Brüste erheblich erweitern können. Zudem hatte ich glaube ich bereits auf Seite 17 erst acht Mal das Wort männlich oder Mannbar gelesen. Frauen schauen entweder bewundernd, lüstern oder fordernd. Männer sind entweder tapfere andere Ritter, Feiglinge oder Böse intrigante Gegenspieler. Letztere auch mal gerne in schwarzes Leder gekleidet wie bei deutschen Fernsehritterfilmen.

Roland selbst liest sich wie Conan in den frühen Werken. Der war auch immer flink wie ein Panther und hat nix liegengelassen was noch geatmet oder keine Schlangengottheit war. Immerhin ab und zu baut Roland auch ziemlichen Mist wie seine Rüstung am Würfeltisch zu verlieren oder sich drei Tage als Lustsklave einfangen zu lassen. Auch hat er nicht wie John Sinclair sein silbernes Mary-Sue-Kruzifix dabei, mit dem er am Ende alles richtet. Kurzum das Teil vermittelt ein verzerrtes Männerbild. Keine Frauenfigur erfüllt die Definition für einen eigenständigen Charakter. Also ist nicht nur da um dem Hauptdarsteller zu helfen oder hat gar eine eigene Agenda .Es ist stumpf, sexistisch und total überholt. ES IST EIN HEIDENSPASS! 😃Wie ein Zoobesuch in die Männerhirne, die erwachsen waren, als man selbst erst geboren wurde. Durch den Romanheftstil, der in den 80ern seinen Höhepunkt erreicht hat, gibt es so gut wie keine Landschaftsbeschreibungen. Nur das nötigste und ansonsten Show don’t Tell. Die Handlung wird wie ein wildes Tier durch die Dialoge vorangepeitscht. Da passiert auf den ersten 18 Seiten mehr als bis zur Mitte von Die Zwei Türme. Dennoch entstehen im Kopf alle Bilder. Hintergründe wie Tavernen, Burghöfe, Turnierplätze werden vom eigenen Gehirn aufgefüllt. Gefühlt ist es jetzt schon das was ich an guten Pen & Paper Rollenspielrunden mag: Action und ein Vorwärtsfallen der Akteure. Also ich bleibe mal dran und mache da mal eine Foto Lovestory draus. Dann mehr Detailkritik.

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