Posts Tagged ‘Burroughs’

Reading Challenge 2017 – Quartal I

April 13, 2017

Neben der RPG-Challenge mach ich auch bei der Reading Challenge mit, welche wir im GK-Forum machen. Letztes Jahr haben wir kooperativ zu dritt gelesen, diesmal kompetitiv mit acht Teilnehmern. Ich hab mir vorgenommen mehr Bücher zu lesen als letztes Jahr, da waren es 19 Bücher – wobei auch einige Comics dabei waren, die sind dieses Jahr explizit außen vor – sowie vorne mit dabei zu sein.

Mit dreizehn Büchern klappt das bisher ganz gut ;)

Werfen wir einen Blick auf die bunte Mischung:

Buch 1: Ein Steampunk-Roman – Ætheragenten 2 – Gregory Ferrington-Roycroft und das Tor nach Xibalba

Gelungene Fortsetzung, hab es für den Würfelhelden rezensiert.

3,5 von 5 deutschen Ingenieuren.


Buch 2: Ein Buch über eine interessante Frau – Der ist ja nicht doof, nur irgendwie hochbegabt – Tanja Janz

Es geht laut Untertitel um „Unkorrigierte Geschichten aus der Nachhilfestunde“, die Tanja Janz alle so erlebt hat und unterhaltsam darüber zu berichten weiß. Mit ihrem Engagement für Schüler verrät sie natürlich auch viel über sich.

Imho lässt sie ja manchen Schüler zu nah an sich ran, ich würde da vorher eine klare Grenze ziehen {sie beschwert sich einerseits, dass manche ihrer Schüler keine Konsequenzen kennen, bewahrt sie dann aber auch teilweise vor eben jenen}, grundsätzlich scheint sich aber auch Respekt erarbeiten zu können. In vielen Geschichten find ich mich selbst wieder, auf der anderen Seite bin ich mir sicher, dass ich ihr mehr als nur die binomischen Formeln hätte beibringen können.

Kurzum, wenn man sich für das Thema Nachhilfe erwärmen kann, echt unterhaltsamen, auch lehrreiches Buch, ich vergebe 4,5 von 5 Punkten. Übrigens … in zwei Tagen durch.
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Media Monday #189

Februar 9, 2015

Ganz viel Schwert und Hexerei im 189. Media Monday, wie immer organisiert vom Medien-Journal.

1. Ein wenig bedaure ich es ja, bisher nie einen Artikel zu Sword & Sorcery verfasst zu haben, denn das Thema rockt. Und mit Dungeon Crawl Classice gibt es endlich ein Rollenspiel, welches das Genre sehr gelungen umsetzt.

2. In punkto Filmen/Serien können Geschmäcker ja erstaunlich vielfältig sein. Womit man mich allerdings eigentlich immer ins Boot bekommt: Drachen hatten wir ja neulich schon. Also ein Geständnis: Soap-Elemente. Roter Faden. Metaplot. Wenn einen eine solche Serie gepackt hat, muss man einfach wissen, wie es weitergeht. Ein Segen und ein Fluch …

3. Es wird mir wohl immer unerklärlich bleiben, wieso die Dying Earth in der Allgemeinheit nicht denselben Kultstatus innehat wie bei mir, denn schließlich ist das Teil mit Abstand mein Lieblingsbuch.

4. Es wird allerhöchste Zeit, dass wir mal eine Runde Game of Thrones spielen. Darauf hab ich richtig Bock.

5. Um mich fesseln zu können, muss ein Buch kurz & knackig sein. Es ist erstaunlich, wieviele Ideen man auf 100 Seiten unterkommt, wie sich Kurzgeschichten entwickeln können und was man da alles an verrückten Ideen zu sehen bekommt. Vance, Leiber, Burroughs, Herbert, Lovecraft, Heinlein … und viele andere – alle sehr zu empfehlen.

6. Damian Lewis ist eigentlich in all ihren/seinen Rollen überzeugend, habe ich sie/ihn schließlich schon in Life zu schätzen gewusst. In Homeland dann der große Durchbruch, aber schon in Band of brothers eine interessante Rolle – zumindest bisher, bin gerade mittendrin. Undf dann ist da noch die Fantasy-Parodien-Perle Your Highness. With magic, motherfucker… !!!

7. Zuletzt gelesen habe ich „Das Geheimnis des Stahls“ und das war hochgradig klasse, weil es Sword & Sorcery atmete… Mehr darf ich dazu aber nicht verraten, gehört es doch zu einer Anthologie, die ich aktuell zusammenstelle!

[Stöckchen] 11 Lese- und Buchfragen

Juni 8, 2014

Im letzten Monat bekam ich von Gloria Manderfeld von Nerd-Gedanken ein Stöckchen, den ich jetzt mal durchgearbeitet habe.

1.) Liest Du auch anderes außer Büchern – zum Beispiel Comics oder Graphic Novels?
Ja, allerdings erst seit letztem Jahr. Da hab ich u.a. mit der Marvel Ultimate Collection angefangen, habe Walking Dead und Mouse Guard gelesen. Aktuell gerade Demon Knights von DC – quasi 7 Samurai trifft auf Superhrelden in einem (recht typischen) Fantasy Universum.

2.) In welchem Lese-Genre fühlst Du Dich am meisten zuhause?
Natürlich in der Phantastik, dort in der Fantasy und dort wiederum bei Sword & Sorcery.

3.) Welche Bücher interessieren Dich überhaupt nicht?
Das Forgotten Zine nannte es einmal despektierlich Frauenfantasy und meinte damit alls von Erdsee bis Nebel von Avalon. Das trifft den Bereich des Nicht-Interesses innerhalb meines Interessensgebietes ganz gut. Außerhalb gibt es da einiges – von Handwerkbüchern, Populärliteratur oder Frauenzeitschrifen …

4.) Hast Du in Deiner Kindheit schon gelesen und wenn ja, was mochtest Du am liebsten?
Tatsächlich hab ich als Kind viel gelesen, sogar deutlich mehr. In der ersten Phase waren das Jugendkrimis a la Drei Fragezeichen, TKKG, Funkfüchse – meine Vorliebe für die Hörspiele, von denen ich – außer Masters – nur wenige hatte, kam erst im Erwachsenenalter. In der zweiten Lesephase war es dann Stephen King, der dann mit Die Augen des Drachen mein Interesse an Fantasy erweckte – wobei das auch nicht ganz richtig ist, bei den Pfadfindern gab es zweimal Gelegenheit den Kleinen Hobbit am Lagerfeuer vorgelesen zu bekommen, was auch Eindruck hinterließ.

5.) Wie hältst Du es mit Weltliteratur wie zB „Krieg und Frieden“ von Tolstoi – liest Du derartiges oder interessiert es Dich gar nicht?
Hmm, eher nein. Ich hab mir stattdessen vor etwa drei Jahren vorgenommen die Klassiker der Fantasy-Literatur (und auch SciFi) zu lesen und ja, diese alten Autoren haben was – insbesondere diese Knackigkeit, verrückte Ideen und Kompaktheit. Heute hat man eine Idee und macht zehn Bücher drauß. Früher hatte man zehn Ideen und macht ein Buch drauß … Jack Vance liegt da ganz hoch im Kurs, aber auch Robert E. Howard, Fritz Leiber, natürlich Lovecraft, Robert Heinlein oder Frank Herbert. Und natürlich Burroughs.

6.) Liest Du auch die Rezensionen anderer Blogger gerne?
Jain.
Wenn ich selber was rezensieren will / darf / muss, dann lese ich gern nach meiner Rezi andere Rezis, um zu sehen, wie meine Rezi ins Meinungsbild passt. Vorher meide ich das, um mir nicht schon vorab eine Meinung gebildet zu haben.
Wenn ich weiß, ich will diesen Film sehen oder jenes Buch lesen, dann lese ich vorab keine Rezis, um mich nicht zu spoilern.
Wenn ich etwas sehe, was mich anfixt, z.B. durch ein Cover, welches mich anmacht, dann schau ich mir dazu was an, also z.B. ne Rezi von anderen Bloggern.
Seh ich umgekehrt eine Rezi, lese ich sie, wenn mein Interesse an dem Produkt geweckt wird.

7.) Gibt es einen unbekannten Autor/eine unbekannte Autorin, den/die Du anderen gerne ans Herz legen würdest? – Unbekannt? Nein. Zu unbekannt? Ja. Jeder, der noch kein Buch von Jack Vance gelesen hat, sollte das schleunigst nachholen! Ich empfehle Cugels Irrfahrten!!!

8.) Welches Buch hat Dir im Jahr 2014 bislang am besten gefallen? – Ich muss mich schämen, aber ich hab 2014 erst zwei normale Bücher gelesen, was daran liegt, dass ich auch Rollenspielwerke lese sowie in letzter Zeit vermehrt Comics.
Bei den Büchern ist es Aetherherz von Anja Bagus, ein echt gelungener Steampunkroman mit Krimi- und Romantik-Elementen. Mir gefiel darin besonders gut, dass die Autorin das Phänomen Aether weiterentwickelt und ihr gelingt es, eine sehr dichte Atmosphäre zu schaffen, was sowohl den Handlungsort als auch die Handlungszeit betrifft. Rezi folgt in Bälde …

Bei den Comics ist es Gung Ho, da hab ich das Teaserheft vom Gratiscomictag. Das war so eins, was vorab gar nicht interessierte, dann aber etwas vällig anderes bot, als man von Namen und Cover her erwarten konnte. Hier wird eine postapokalyptische Welt angeteasert, die in opulenten Bildern geschildert wird. Los geht es aber erst im Juni in 5 Bänden, die innerhalb von anderthalb Jahren erscheinen sollen. Ich bin sehr gespannt drauf!

9.) Was hältst Du von öffentlichen Bücherschränken, in denen man gebrauchte Bücher einstellen und sich selbst ein neues gebrauchtes Buch holen kann? – Gab bisher keine in der Nähe, aber in Kürze soll die englische Telefonzelle auf dem Marktplatz dazu ausgebaut werden, mal sehen. Meine Schwester nutzt das öfter, ich bin bisher eher ein virtueller Tauscher.

10.) Was verlockt Dich bei einem Buch am ehesten zum Zugreifen – Titel? Autor? Cover? Klappentext? Rezensionen? Oder etwas ganz andere?
Das kann alles sein. Ein tolles Cover animiert dazu, erstmal den Klappentext oder eine Rezi zu lesen, und die dann wiederum, zuzugreifen. Bei Namen guck ich gern nach klassischen Autoren, habe vor drei, vier Jahren mal vorgenommen einige Fantasy- und SciFi-Klassiker nachzuholen, die Autoren han ich ja schon bei 5.) verraten. Vance? KAUFEN! Meine letzte Kaufaktion war folgende: Auf dem Rollenspielding, unserem regelmäßigen Rollenspieltreffen, bekam ich den Tipp, dass ein Copyshop alte Bücher verkauft und auch eine ansehnliche Phantastik-Auswahl hat. Also am nächsten Tag hin und sie hatten – mich also mit Vance, Herbert & Co eingedeckt.

11.) Auf welches noch nicht erschienene Buch bist Du besonders gespannt?
Da der dritte Teil von Anja Bagus (Aethersymphonie) schon erschienen ist und ich Lied von Eis und Feuer immer erst lese und dann schaue, wäre ich dort auf den neuen Teil gespannt!

So, ich hoffe, ihr habt den ein oder anderen Tipp mitnehmen können!

[Rezi] Space 1889

Januar 14, 2013

Beim Würfelheld hab ich neulich eine Rezi zum Space 1889-Grundregelwerk geschrieben, welches ich Euch  nicht vorenthalten will.

Mit Space 1889 legt der Uhrwerkverlag diesen Klassiker von 1988 erstmals in deutscher Sprache vor. Für 39,95 gibt es ein 264-seitiges Hardcoverregelwerk basierend auf den Ubiquity-Regeln, wie schon das Schwesterspiel Hollow Earth Expedition.

Space 1889 bezeichnet sich selbst als Science Fiction-Abenteuerspiel, in der Wiki wird es als Steampunk-Rollenspiel bezeichnet, ich würde am ehesten zum Begriff Sword and Planet-Rollenspiel bezeichnen, jenes Genre, welches handfeste Sword & Sorcery-Fantasy auf fremde Planeten erweitert. Ob Jules Vernes oder Tarzan-Erfinder E.R. Burroughs mit seinen Carson Napier (Venus)- oder den kürzlich verfilmten John Carter (Mars)-Romanen, genau dies ist der Stoff, der mit Space 1889 funktioniert.

Ausgangspunkt ist der Äther, ein hypothetisches Medium, welches für die Ausbreitung von Licht und anderen elekrtromagnetischen Wellen verantwortlich ist, noch heute nutzen wir beim Radio den Begriff „über den Äther senden“, obwohl die Äthertheorie seit den Maxwell-Gleichungen verworfen wurde. Für Space 1889 gilt nicht nur die Existenz des Äthers, sondern es wurde 1870 von Thomas Edison ein Antrieb entwickelt, um damit die Distanz zwischen Planeten zu überwinden – und entdeckt wurden die fremdartigen Kulturen von Mars, Venus und Merkur.

Und natürlich ist die Gesellschaftordnung der 1890 eine ganz andere als heute, eben die viktorianische Zeit die ins Weltall gebracht wird. Generell eine Art Kolonialzeit im Weltraum. In der Beschreibung sind Erde und Mars etwa 40 Seiten, der Venus 25 und dem Merkur 8 Seiten gewidmet, während der unbewohnte Mond etwa eine Seite hat. Die Länder der Erde werden recht umfangreich beschrieben mit dem Schwerpunkt auf Großbritannien , wo auch die viktorianische Gesellschaftsstruktur intensiv beschrieben wird. Aber auch Deutschland und die wilhelminische Gesellschaft kommt nicht zu kurz. USA und CSA sind im Unterschied zur Historie noch geteilt, der Wilde Westen ist das neutrale Gebiet zwischen beiden Parteien. Insgesamt finden auch viele kleine Staaten Einzug, so dass man einen recht umfassenden Eindruck bekommt und auch Ansätze für exotischere Schauplätze auf der Erde hat.

Der Mars ist bevölkert von den Überresten einer zerfallenen Hochkultur, trockengelegte Marskanäle zeugen davon. Der Mars ist von zahlreichen Stadtstaaten durchzogen, die sich vor der Ankunft der Erdbesucher in einem fragilen Gleichgewicht befand. Als Kulturen werden Kanalmarsianer, Hügelmarsianer und Hochlandmarsianer vorgestellt, die exotische Fauna des Planeten, ihre typischen Landschaften und die wichtigsten Staaten. Der Raumhafen Syrtis Major, einst Hauptstadt eines marsumspannenden Imperiums, nun von den Briten annektiert wird, wird eine längere Beschreibung anhand einiger Gebäude und Viertel eingeräumt. Es folgt der vielleicht wichtigste Teil, nämlich die Aktivitäten der verschiedenen Erdkolonialmächte auf dem Mars. Zuguterletzt wird der vielleicht wichtigste Rohstoff des Mars beschrieben, Flugholz, welches Flüge in der Atmosphäre möglich macht, ohne auf Helium- oder Wasserstoffballons angewiesen zu sein. Beide Marsmonde finden noch Erwähnung, liefert aber nur ein paar trockene Fakten und macht einen Ausflug dahin nicht gerade attraktiv.

Auf dem Dschungelplaneten Venus dominieren eher die Deutschen und die Beschreibung geht erstmal ausführlich auf die verschiedenen Venus-Expedition ein, aus denen man einige Abenteuerideen ziehen kann. Die Venus beheimatet Echsenmenschen – und außerdem viele Saurierarten. Neben den unterschiedlichen Subkulturen der Echsenmenschen wird wieder besonders viel Wert auf die verschiedenen Kolonialmächte gelegt, als Beispielstadt dient hier Venusstadt, die Hauptstadt des deutschen Schutzgebiets.

Der Merkur schließlich enthüllt dem Ätherreisenden sein Janusgesicht: da er der Sonne immer die selbe Seite zuwendet, gibt es eine ewighelle Hemisphäre mit glühenden Wüsten und kochenden Ödland und eine tiefdunkle Hemisphäre mit Eissteppen und Trockeneiswüsten. Dazwischen liegt der Dämmerungsgürtel, welcher für Menschen erträgliche Temperaturen aufweist. Trotzdem hat sich auch auf dem Merkur eine reichhaltige Flora und Fauna entwickelt, wobei die Entdecker eher an den zahlreichen Rohstoffe des Merkur interessiert, wobei erst die Briten eine Station etabliert haben – quasi der Planet für SC, die noch Entdeckergelüste in sich haben.

Auf knapp sechs Seiten wird dem Wesen des Äthers und auf interstellare Reisen eingegangen, allerdings gibt es nix zu Schiffskämpfen im Äther. Eine Seite (!) sind den Geheimnissen zwischen den Sternen gewidmet, um den Spielleitern Material und Infos an die Hand zu geben, ihr Forscher- und Erkunderherz höher schlagen zu lassen – hier wäre mehr mehr gewesen.

Als System für die Neuauflage wurde wie schon bei Hollow Earth Expedition das Ubiquity-System gewählt. Das System will dabei zwischen den Extremen alles nur auswürfeln und alles auserzählen vermitteln und beiden Fraktionen etwas bieten – das beste beider Welten sozusagen. Ich gestehe, bei mir kommt das gar nicht so gut an, den das, was von beiden Welten einfließt, ist nicht unbedingt das beste … Grundsätzlich kann man jeden Würfel mit gerader Augenzahl für Ubiquity nutzen, muss sich nur vorher festlegen, ob gerade oder ungerade als Erfolg zählt. Hat man beispielweise einen Pool von 8 Würfeln, darf man Proben bis zu einer Schwierigkeit von 4, bei der also vier Erfolge benötigt werden, vermeiden und automatisch als erfolgreich annehmen. Würde der Pool 7 Würfel umfassen, muss man nur gucken, ob der 7te Würfel zum Erfolg- oder Mißerfolg führt. So kann man Würfelwürfe sparen.

Bei der Charaktererschaffung gibt es klassische Kost: 15 Archetypen (z.B. Missionar, Soldat oder Berühmtheit), 6 primäre Attribute (die klassischen 6 aus DnD-Zeiten), 6 sekundäre Attribute (abgeleitete Größen wie Größe, Wahrnehmung, Betäubt), Fertigkeiten (etwa 30 verschiedene stehen zur Auswahl, von Akrobatik über Naturwissenschaften bis zu Überleben) , Talente, Ressourcen und Schwächen. Die letzten drei sollen den Charakter abrunden und individualisieren. Zwei Talente und/oder Ressourcen dürfen gewählt werden, der Unterschied ist, dass ersteres angeboren ist und zweiteres später verloren und dazugewonnen werden kann, daher gibt es auch verschiedene Stufen bei Ressourcen. 75 Talente stehen zur Auswahl, bei den Ressourcen gibt es 10 Kategorien. Knapp 35 Schwächen stehen zur Auswahl, wovon man sich eine aussucht, auch hier können weitere hinzukommen oder abgebaut werden. Immer, wenn man sie ins Spiel einbringt, gibt es einen Stilpunkt, die Bennies bei Ubiquity. Apropos, wer weitere Stilpunkte haben will, hat z.B. folgende Möglichkeit, ich zitiere: „Sie benutzen Requisiten oder ein Kostüm für ihren Charakter – 1 Punkt“.

Zum gleich Losspielen stehen 8 fertige Charaktere, davon drei Weibliche, vom marsianischen Butler über den Sensationsreporter bis zur Steppenprinzessin zur Verfügung mit gelungen ganzseitigen Illus.

Das Setting hat ja seit der Erstauflage 1988 eine längere Publikationsgeschichte hinter sich, die auch von mehreren Systemen begleitet wurde. Das Originalsetting fokussiert sich auf den Mars und bietet ein deutlich taktischeres System, auch die Reinkarnation 2010 Space 1889: Red Sands, hat den Mars im Fokus und bietet mit Savage Worlds ein ziemlich bekanntes System. Die deutsche Veröffentlichung von 2012 erweitert den bisherigen Fokus auf die anderen, inneren Planeten, ändert einige geschichtliche Details (so existiert die CSA noch) und bietet mit Ubiquity ein deutlich erzähllastigeres System. Ein erster Anlaufpunkt für die verschiedenen Versionen ist der Space 1889-Wikiartikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Space_1889

Mir persönlich hat das Ubiquity-System gar nicht zugesagt, allerdings habe ich es mit dem Desolation-Hintergrund probegespielt. Zwar ist es schön und gut, Würfelwürfe vermeiden zu können – ich mag ausdrücklich Take 10 / 20 bei d20 – aber das Würfelsystem drumherum muss passen. Hier hat mir Ubiquity schlicht zu wenig Substanz, zu wenig interessante Mechanismen, zu wenig taktische Möglichkeiten.

Das Setting hingegen ist in meinen Augen großartig und macht den Kauf mehr als wett. Angefixt durch einige Sword & Planet-Romane aus Burroughs Feder macht das Lesen viel Freude. Ältere Ausgaben sollen die Infos etwas kürzer und knackiger präsentieren, aber zu 75% lässt sich auch hier das gelesene spielrelevant einbinden. Allein der relativ kurze Teil Spielleitergeheimnisse ist schade. Mehr Plothooks oder ein Beispielabenteuer hätten dem Werk gut zu Gesicht gestanden. Apropos Gesicht, das Äußere passt. Karten, Layout, Illustrationen und Cover, alles wirkt passig und in sich stimmig.

Fazit: Endlich kommt einer der Klassiker der 80er Jahre auf Deutsch. Wenn auch das System mich nicht überzeugen kann, löst doch das Setting Begeisterung aus. Wer mal Lust auf einen ungewöhnlichen Hintergrund hat, die John Carter-Kinoversion besser gemacht hätte oder Jules Verne mag, findet hier ein großartiges Werk.