Posts Tagged ‘Dieb’

GKpod #63 – Beyond the wall

Oktober 16, 2016

Das Probespiel mit Beyond the wall hat nicht nur Christophorus und Greifenklaue begeistert und so berichten wir von unserem Spielabend {hier der Vorabbericht über den Hintergrund des Geheimen Kults in Oxley}, dem Spielsystem und was sonst noch so in der Mappe ist.

Hier zum Download (Rechtsklick) oder dort zum direkt anhören.

(more…)

Welten von Schwert und Magie – S&S-Setting für LabLord

August 21, 2013

Nimbul aka Marc Geiger, bekannt von seinen zahlreichen Soloabenteuer (z.B. Kinder des Blutmeers ), vom Blog Pfad der Legenden hat ein Toolkit erstellt, um auf Basis von Labyrinth Lord ein Sword&Sorcery-Setting zu erstellen: Welten von Schwert & Magie. Es arbeitet mit vielen Zufallstabellen, die man natürlich auch für andere Systeme nutzen kann.

Als Charakterklassen gibt es weiterhin den Dieb (er verliert die Fähigkeit, Schriftrollen zu wirken und gewinnt die Fähigkeit, stattdessen geschriebene Rituale durchzuführen [die ganze Magie ist auf Rituale umgebaut]) und den Kämpfer (dieser kann nun ab Stufe 1 [eigentlich 2] mehrere Gegner bis 1 TW angreifen – „Meister des Gemetzels“). Die restlichen Klassen sind gestrichen, stattdessen gibt es Hexenmeister (können per Ritual Kreaturen herbeirufen, binden und bannen, diese werden zufällig bestimmt) und Kultisten (scharrt Anhänger um sich und kann außerdem die von ihm verehrte Gottheit anrufen, was nicht ungefährlich ist). Als Rasse sind nur Menschen angedacht.

Da es kaum Heilmöglichkeit gibt, ist man bei 0 TP nicht mehr automatisch Tod. Die Gifte sind deutlich härter, können aber bei Anrufungen einen ordentlichen Bonus. Artfefakte – und ihre Nebenwirkungen – werden in großen Zufallstabellen ermittelt. Die einzelnen Reiche und Länder der Welt können ebenfalls detailliert erschaffen werden. Und natürlich sind auch die Begegnungstabellen auf Sword & Sorcery getrimmt, als Bonus noch garniert mit einer W100-Liste spezieller Begegnungen.

Marc sucht übrigens noch Zeichnungen für sein Werk. Den etwas über 100-seitigen Wälzer kann man hier downloaden.

Dungeon Crawl Classics RPG – Erschaffung eines Stufe-0-Charakters

Juni 9, 2011

Argamae stellt ein paar erste Eindrücke von der Erschaffung eines Stufe-0-Charakters vor:

Vorweg: DCC RPG ist, wie schon erwähnt, ein D20-System, daß die meisten Konzepte beibehält, aber viele Optionen über Bord wirft. Es gibt 6 Eigenschaften, Klassen (Elf, Zwerg, Halbling, Dieb, Kleriker, Zauberer und Krieger), unterschiedliche Rettungswurf-Progressionen der bekannten drei Rettungswurf-Kategorien, verschiedene, klassen- und stufenabhängige Angriffsboni, Spezialfähigkeiten für jede Klasse, Gesinnungen, etc. pp. Wie man’s kennt, eben.
Aber schon an der Basis variiert DCC RPG das D20-System: Statt Charisma, daß nun zusammen mit Weisheit in die Eigenschaft „Personality“ geflossen ist, gibt es die neue Eigenschaft „Luck“ (Glück). Der Modifikator dieser Eigenschaft wird für viele verschiedene Dinge eingesetzt (z.B. bei kritischen Treffern und Patzern, aber auch auf einer neuen Tabelle, mit dem eine „Glücksgabe“ zu Beginn ermittelt wird), zusätzlich kann man seine Eigenschaft auch noch „verbrennen“ – also permanent senken – wenn man sich Zuschläge für einen Wurf in lebensbedrohlichen Situationen holen will (pro „verbranntem“ Eigenschaftspunkt gibt es +1 auf den bevorstehenden Wurf). Ob es Möglichkeiten gibt, „Luck“ wieder zu regenerieren, wird sich wohl noch zeigen. Auch einige Eigenschaften wurden umbenannt – Dexterity ist jetzt Agility, Constitution heißt Stamina und Wisdom halt Personality.
Zusätzlich kommen im DCC RPG noch neue „kritische Treffertabellen“ ins Spiel – was den Kampfverlauf unberechenbarer und eventuell unterhaltsamer machen könnte. Doch dazu mehr, wenn ich das besser durchschaut habe. Kommen wir erstmal zur Erschaffung.

Der Trichter: so nennt DCC RPG sein Konzept, als absoluter No-Name Stufe-0-Charakter sein Abenteurerleben zu beginnen. Von diesen einfachen „Normalos“ sollte man am besten gleich mehrere machen, da ihre Überlebensfähigkeit nicht gerade hoch ist: sie beginnen mit -100 EP und 1W4 TP. 0-Stufler besitzen ferner +0 auf alle Rettungs- und Angriffswürfe, 5W12 Kupfermünzen (!), einen zufällig bestimmten Ausrüstungsgegenstand, einen ebenso zufällig ausgewürfelten Beruf (und darauf basierend dann Waffenkenntnisse plus -besitz) sowie einen Handelsgegenstand. Fertig.

Ich fange an und würfele der Reihe nach die Eigenschaften aus. Stärke 13 (+1), Agility 12 (0), Stamina 10 (0), Personality 8 (-1), Intelligence 8 (-1) und Luck 16 (+2).
Nachdem Luck bestimmt ist, würfelt man auf einer Tabelle (1W30!) aus, was einem das Schicksal mit in die Wiege gelegt hat. Ich würfele eine 4, addiere meinen Luck-Modifikator (+2) hinzu und schaue bei 6 nach: Born on the battlefield: all damage rolls. Nicht schlecht, denn das heißt, daß ich meinen Luck-Modifikator auf alle Schadenswürfe im Spiel addieren kann! Meine hohe Stärke gibt mir zusätzlich +1 auf Angriffswürfe und Schaden. Der Rest ist eher mittelmäßig oder sogar unterdurchschnittlich. Interessant hier: eine hohe Agility verleiht ihren Modifikator auch auf Schadenswürfe bei Fernkampfwaffen.
Jetzt schaue ich, was für einen Beruf mein 0-Stufler ausübt: mit W100 würfele ich eine 78 – er ist Bäcker/Müller. Ich erfahre, daß er als Waffe mit der Keule geübt ist und als Handelsgut 1 Pfund Mehl dabei hat. DCC RPG scheint der Inflation von Goldmünzen entgegenzuwirken, indem es betont, daß einfache Leute sich und ihre Familie in einer Gemeinschaft auch ohne Metalmünzen per Tauschhandel über Wasser halten konnten. Nettes Ding, aber natürlich ist der Lockruf des Goldes der Impetus für das Ausziehen auf Abenteuer!
Nun muß ich die Gesinnung wählen: es stehen nur drei zur Auswahl, nämlich LAW, NEUTRAL und CHAOS. Mit der Wahl der Gesinnung stellt man auch die Weichen für die Seite, für die man schlußendlich im Ringen um die Vorherrschaft der materiellen Welt kämpft: als LAW-Anhänger bekommt man es in höheren Stufen irgendwann mit Engeln, Halbgöttern und mächtigen Lords der Rechtschaffenheit zu tun; NEUTRALE Gefolgsleute müssen sich später dann mit Elementaren, extraplanaren Untoten oder astralen und ätherischen Wesenheiten herumschlagen; Streiter für das CHAOS arrangieren sich am Ende mit Dämonen und Teufeln, mächtigen Chaoslords oder anderen finstren Kreaturen. Aber das betrifft wohl wirklich nur die ganz hohen Stufen.
Ich entscheide mich mal für die Neutralität.
Es folgen die Fertigkeiten. Und davon gibt es… keine! Alle entsprechenden Proben werden über Eigenschaftswürfe abgewickelt, wobei hier der allgemeine Hintergrund und Beruf des Charakters als Maßstab für Wissen und Kenntnisse genommen wird. Ein Krieger, der als 0-Stufler-Schmied begonnen hat, könnte durchaus was über Metalle und deren Verarbeitung wissen – was der als Schriftgelehrte „großgewordene“ Dieb nicht kann, dafür aber in der Lage ist, die Inschrift auf dem magischen Amboß zu entziffern, den ersterer gerade gefunden hat.
Nun noch die Ausrüstung zusammen stellen… und da komme ich mit meinen 5W12 Kupfermünzen (gewürfelt: 40) nicht weit. Zumindest nicht in der Ausrüstungsliste für Waffen und Rüstungen. Aber unter den Gebrauchsgegenständen ist einiges dabei, etwa Feuerstein & Zunder (15 KM) und Wegrationen (je 5 KM).

Tja, fertig ist der 0-Stufler. Geht sehr fix. Denn man muß ja auch ein paar davon machen, wenn einer überleben soll. „Unfähiger“ war wohl bislang kaum ein Charakter, den ich erschaffen habe. Dennoch: ich hab große Lust, diesen Bäcker auf sein erstes Abenteuer zu schicken – wie befriedigend ist wohl das Gefühl, wenn er es unter Dutzenden ist, der sich bis in eine Klasse hochkämpft? 

Mitdiskutieren zum DCC RPG kann man im GK-Forum oder  im RSP-Blogs-Forum, bei Goodman Games findet man hier alles zum DCC RPGs inkl. des Quickstarts auf 6 Seiten, welcher alles zum Erschaffen eines Stufe-0-Charakters beeinhaltet und Lecker Thac0! ist auch schon am Thema dran!

[Rezi] HackMaster Basic

Oktober 17, 2010

Nachdem das Buch schon länger erschienen ist, haben wir es neulich ausgetestet, insbesondere die „Echtzeit-Kämpfe“ sind ein interessanter Mechanismus. Aber Olaf Buddenberg aka Argamae hat nicht nur gespielleitet, er hat auch eine ausführliche Rezension geschrieben:

EINLEITUNG
Viel wurde schon über HackMaster geschrieben, sowohl von mir, jedoch primär von anderen. Die ganze Historie dieses als AD&D-Persiflage begonnenen Spielsystems (dessen erste Ausgabe von 2001 auch als HackMaster 4th Edition bekannt ist) möchte ich hier nicht erneut wiederkauen, sondern gleich ans Eingemachte gehen.

AUFMACHUNG
Das HackMaster Basic Softcover (im Folgenden HMb genannt) entspricht den Standards, die man von einem vernünftig geleimten Buch erwartet. Es ist leidlich strapazierfähig und läßt sich gut aufgeklappt hinlegen. Natürlich stossen die Ecken schnell ab und auch das farbige Coverbild zeigt alsbald Abrieb. Stichwort: Coverbild. Erol Otus, Illustrator-Urgestein aus den Anfangstagen des Rollenspiels (D&D), steuerte hier eines seiner typischen „schrägen“ Bilder bei, die irgendwie alle altmodisch aussehen und wie unprofessionelle Fan-Art wirken. Otus-Titelbilder schreien „old school“ mit jedem Pinselstrich, weswegen jeder Grognard/Veteran auch sofort weiß, was auf ihn zukommen wird. Neu-Rollenspieler, die ein Fantasy-System suchen, dürften jedoch eher abgeschreckt sein, da ihre Erwartungen an ein ansprechendes, zeitgemäßes Coverbild zweifellos von modernen Top-Publikationen und Computerrollenspielen geprägt sind. Ob das am Ende nicht ein Schnitt ins eigene Fleisch war, wird Kenzer & Co. wohl selbst herausfinden. Etikettenschwindel wird man ihnen aber wohl kaum vorwerfen können.
Die weiteren S/W-Innenillustrationen sind von durchwachsender Qualität – es gibt einige sehr gute und stimmungsvolle (Carpenter!), aber auch schlechte und billig wirkende Zeichnungen. Einen einheitlichen Stil verfolgen diese Illustrationen nicht. Das kann man auch insgesamt vom Seiten- und Absatz-Layout sagen. Es wirkt mitunter nervös und „zusammengeklebt“. Keine Ahnung, ob man sich einfach nicht mehr Mühe gegeben hat oder ob dies absichtlich irgendwelche imaginären oder tatsächlichen „old school“-Vorlagen erfüllen soll.

SETTING?
HMb ist zwar nicht ohne Kampagnenwelt, doch diese wird im Regelwerk nur ganz, ganz am Rande erwähnt – die Basic-Regeln sollen für sich stehen können, soviel ist beabsichtigt. Tatsächlich verwendet HMb die KINGDOMS OF KALAMAR, die aus gleichem Hause stammen; bereits vor 15 Jahren erschienen sie erstmals als systemunabhängige Kampagnenwelt und sind später für D&D 3.5 neu aufgearbeitet worden. Die „Königreiche von Kalamar“ sind ein interessanter Hintergrund, der glaubwürdig und „erwachsen“ erscheint, da er u.a. Rassismus thematisiert.
Aber wie gesagt: HMb bietet sich ebenso gut für jedes hausgemachte Setting an.

CHARAKTERERSCHAFFUNG
HMb steigt sofort ins Geschehen ein: vor den ausführlicheren Erschaffungsregeln befindet sich ein Abschnitt mit einer „Express-Erschaffung“ für Charakere. Diese besteht aus ein paar Würfen, wobei viele Optionen wegfallen und einige Entscheidungen bereits voreingestellt sind. Ein spielfertiger Charakter ist somit schnell gebaut.
Apropos: Bauen. HMb bedient sich einer Mischung aus zufallsbasierter und punktegesteuerter Charaktererschaffung, und die Vollversion der Charaktererschaffung hat es wahrlich in sich. Und zwar in punkto Zeitaufwand; dabei sind die Regeln nicht mal der größte Zeitfresser, sondern die teilweise katastrophale Organisation selbiger. Die Schritt-für-Schritt-Liste zum Charakterbau kann man dabei fast komplett vergessen, denn sie hilft kaum – ständiges Vor- und Zurückblättern, um Boni, Änderungen und Modifikatoren zu notieren oder rückwirkend neu einzurechnen ist das Gebot der Stunde(n). Ich bin sicher: das hätte man auch im Ablauf deutlich freundlicher gestalten können.
Im Detail: HMb atmet deutlich den Geist der frühen klassenbasierten Fantasyrollenspiele (sprich: AD&D) und definiert einen Charakter über 7 altbekannte Attribute (ein weiteres, Honor, wird aus den übrigen abgeleitet), die Rasse (vier „Standards“ werden vorgestellt: Elfen, Halblinge, Menschen und Zwerge), die Charakterklasse (vier Grundklassen sind enthalten: Kämpfer, Dieb, Kleriker und Zauberer) sowie einer Vielzahl von Fertigkeiten, die über einen Prozentwert quantifiziert werden. Ergänzend kann man einzelne „Talente“ und „Kenntnisse“ kaufen, die in etwa mit den „Talenten“ und „Umgang mit …“ aus D&D 3.5 vergleichbar sind, jedoch in Variation und Anzahl deutlich geringer ausfallen. Die Werte der Attribute orientieren sich an der 3-18-Skala und werden mit 3W6 ausgewürfelt – hohe Werte sind also wirklich was besonderes. Ferner belohnt das System die Spieler, die alle ausgewürfelten Attribute in der vorgegebenen Reihenfolge ohne Abänderungen hinnehmen. Zusätzlich hat jedes Attribut noch einen angehängten Prozentwert (wird zufällig ermittelt), der anzeigt, wie nah man an einer Steigerung des Attributes um 1 Punkt ist: dazu muß man im Verlauf des Spiels (oder auch schon der Erschaffung) den Prozentwert über 100 steigern. Wie in alten AD&D-Zeiten wirkt sich jedes Attribut auf ein oder mehrere andere Spielwerte aus und bringt Modifikatoren mit sich. Ein paar Tabellen zum Auswürfeln von Hintergrund-Details zum Charakter (Familie, Geschwister) sind auch enthalten, deren Ergebnisse mitunter wieder spielrelevante Modifikatoren mitsichbringen.
Wurde dem Zufall genüge getan, kommen die „building points“ (BP) ins Spiel; 50 davon erhält jeder Spieler zur freien Verwendung. Mit diesen erkauft man sich so ziemlich alles andere, etwa „re-rolls“ (Wiederholungen von Tabellenwürfen) oder die oben erwähnten Talente und Fertigkeiten. Auch Waffenspezialisierungen können hiermit ausgebaut werden. Die Wahl einer Charakterklasse kostet ebenfalls BP, wobei die Kosten gemäß der üblichen Klischees gewichtet sind: Zwerge müssen deutlich mehr berappen, wenn sie Zauberer werden wollen, als Elfen oder Menschen. Dafür kommen sie als Kämpfer recht günstig weg. Menschen zahlen für jede Klasse gleich viel. Gesinnungen gilt es übrigens auch zu wählen – ganz nach D&D’schem Vorbild.
Zeitaufwendig wird dann auch der Einkauf und die Steigerung von Fertigkeiten, die HMb in universelle und nicht-universelle Fertigkeiten unterteilt. Die universellen (Klettern, Überleben, Observation, etc. pp.) beherrschen alle Charaktere auf einem Grundwert, die anderen müssen erst gekauft werden. Jede Fertigkeit hat einen eigenen Kostenwert, wenn man sie steigern will. Auch hier ist also viel Blättern angesagt, denn im ganzen Buch ist nicht eine Übersichtstabelle aller Fertigkeiten inkl. ihrer Kosten enthalten.
Abschließend will man dann natürlich noch Ausrüstung kaufen – und hier hält sich HMb dann auch mal vornehm zurück. Nur einige wenige Ausrüstungslisten sind enthalten. Der Währungsstandard ist übrigens mal nicht die Gold- sondern die Silbermünze.

DIE RASSEN
Die für Fantasy-Rollenspiele ja schon standardisierten Rassen der Elfen, Zwerge, Halblinge und Menschen werden bei HMb durch eine Reihe von Boni (und Mali) unterschieden, die sie auf Attribute und Rettungswürfe erhalten, sowie durch „Vorteilspreise“ beim Kauf bestimmter Talente. Außerdem erhalten manche Rassen automatische Steigerungen in einigen Fertigkeiten; Sonderfähigkeiten (etwa die Dunkelsicht der Zwerge oder das Geheimtürenfinden der Elfen) kommen auch ins Spiel. Abseits einer kurzen Charakterisierung der jeweiligen Rasse enthält HMb aber keine weiteren Infos (so sucht man also Kampageneninfo vergeblich; wie oben erwähnt, thematisieren die Grundregeln das Kernsetting kaum).

DIE KLASSEN
Primär unterscheiden sich die Klassen durch ihre Boni (bspw. auf Initiative, Verteidigung oder Rettungswurf-Modifikatoren) und anfänglichen Fertigkeiten, die sie erhalten. Und natürlich gibt es immer etwas, was jeweils nur eine Klasse kann: Magier können mächtige arkane Zaubersprüche loslassen, Kleriker können Untote vertreiben und göttliche Zauber wirken, Kämpfer können sich am billigsten von allen Klassen in Waffen spezialisieren und sind zäher im Kampf (höhere Schmerzgrenze, siehe unten). Diebe schließlich haben höhere Fertigkeitswerte in den typischen Diebeskenntnissen und verfügen über Glückspunkte (mit denen sie Würfelergebnisse „schönen“ können) sowie den hinterhältigen Angriff – ein Klassiker!

SPIELSYSTEM
Bislang könnte man meinen, daß HMb doch sehr treu bei seinen AD&D-Wurzeln steht. Aber auch, wenn der Eindruck nicht täuscht, weichen die Regeln im Detail dann doch sehr von der übermächtigen Vorlage ab. Deutlich wird dies nicht nur im Kampfsystem, daß sehr zur Freude von Rüstungsklassen-Gegnern auf eine aktive Verteidigung (Parade, Ausweichen) sowie Schadensreduzierung durch Rüstungen setzt. Doch dazu später mehr. Das Grundregelwerk deckt die Stufen 1-5 ab, ähnlich der „roten Box“ von D&D, die alle Regeln bis Stufe 3 enthielt.
Einer der Kerne von HMb ist der sogenannte „penetrating“ Wurf, also ein Würfelwurf, bei dem ein oder mehrere Würfel penetrieren – d.h. beim höchstmöglichen Ergebnis erneut gewürfelt werden. Solche Würfel werden mit einem kleinen „p“ dahinter gekennzeichnet. Wird erneut das höchstmögliche Ergebnis erzielt, darf nochmals gewürfelt werden. In einer anderen Welt und Zeit könnte man das auch „explodieren“ nennen. So können bei einem glücklichen Händchen sehr hohe Ergebnisse erzielt werden (etwa bei Rettungs- oder Schadenswürfen). So kann man die zugrundelegende Spielmechanik von HMb in etwa wie folgt zusammenfassen: man würfelt mit einem W20p + Modifikator gegen einen Wert (der meist aus einem gegnerischen W20p + Mods besteht). Hat man den höheren Wert erzielt, ist der Wurf gelungen (Angriffe, Verteidigung und Rettungswürfe laufen z.B. nach diesem Schema ab). Bei Fertigkeiten kommt der W100 zum Einsatz, wobei hier unter dem Wert der Fertigkeit gewürfelt werden muß. Einfachere Würfe sind hierbei mit deutlichen Modifikatoren belegt, die es auch niedrigstufigen Charakteren erlauben, mit ihren mickrigen Fertigkeits-Prozentwerten Erfolge zu verbuchen. Erst ab „schwer“ würfelt man ohne Modifikatoren, ab „sehr schwer“ gibt’s Abzüge. Bei vergleichenden Fertigkeitsproben muß der aktive Charakter mit W100 plus Fertigkeitswert (z.B. Schleichen) über dem Wurf des passiven Charakters (ebenfalls W100 plus dessen Fertigkeitswert, in diesem Beispiel Observation) liegen, um Erfolg zu haben.
Alles in allem eine solide, erprobte Spielmechanik ohne Schnörkel oder Glanz, die durch das „Penetrations“-System zusätzliche Spannung erhält.

KAMPFSYSTEM
Diesen Bestandteil der allgemeinen Spielmechanik möchte ich kurz näher beleuchten, da er interessante Aspekte hat. Zunächst einmal gibt es die klassische „Kampfrunde“ nicht mehr – sobald die Initiative gewürfelt wurde (deren verwendeter Würfel je nach Situation variiert), zählt der SL Sekunde für Sekunde hoch. Theoretisch hat jeder Charakter in jeder Sekunde Gelegenheit, seine Handlungen zu ändern bzw. eine zu beginnen. Bewegung findet somit simultan statt; treffen zwei Kombatanten aufeinander (kommen also in Schlagreichweite), ist die jeweilige Waffenlänge bzw. -reichweite entscheidend – wer den „Längeren“ hat, kann zuerst angreifen; wann er erneut angreifen kann, hängt vom Speed der verwendeten Waffe ab. Gehen, Rennen, einen Zauber sprechen, die Waffe wechseln, einen neuen Pfeil auf die Sehne legen – alles dauert soundsoviel Sekunden. Insbesondere Kämpfer sind gut darin beraten, einige BP in die Spezialisierung ihrer bevorzugten Waffe(n) zu stecken – hier kann man 4 Parameter individuell steigern: Attack (modifiziert den Angriffswurf), Speed (modifiziert die inhärente Geschwindigkeit der Waffe und man kann sie schneller wieder bereit machen), Defense (erhöht die Parade bzw. den Verteidigungswurf) und Damage (sorgt für ein größeres Plus hinter den Schadenswürfeln).
Waffenschäden werden über Penetrationswürfe abgewickelt – wer also glücklich würfelt, kann enormen Schaden anrichten. Doch auch so ergibt sich in HMb die Möglichkeit, Gegner kampfunfähig zu schlagen, ohne ihre gesamten Trefferpunkte auf Null zu reduzieren. Als Funktion von Gesamt-TP und Stufe/Klasse besitzt jeder Charakter (und jedes Lebewesen) einen ToP – Threshold of Pain (etwa: Schmerzgrenze). Wird ein Gegner mit einem Schadenswurf höher als der ToP-Wert getroffen, muß er einen Rettungswurf ablegen oder nahezu handlungsunfähig zu Boden gehen.
Auch Schilde kommen in HMb endlich zur vollen Entfaltung. So erhöhen sie die Verteidigungsfähigkeit, absorbieren Schäden und dienen bei Beschuß als Deckung. Aber sie können auch durch schwere Hiebe zerschmettert werden. Sehr anschaulich ist auch, daß überzähliger Schaden (den das Schild nicht aufgehalten hat) auf den Träger einwirkt – quasi durch Prellungen aufgrund der Einschlagswucht. Apropos: Einschlagswucht – auch das Zurückdrängen eines Gegners aufgrund heftiger Treffer wird durch die Regeln erfasst. Wenn dann das nächstemal ein Kampf nahe einer Schlucht stattfindet, wird sich wieder Angstschweiß auf den Stirnen der Spieler bilden!
Bögen und Armbrüste erhalten in HMb auch eine größere Bühne – in den Händen ausgebildeter Schützen sind es gefährliche und formidable Waffen.
Kopfschmerzen dürfte das Heilsystem von HMb hervorrufen – zumindest aber einen beträchtlichen buchhalterischen Aufwand. Denn Wunden heilen individuell. Erleidet man also in einem Kampf drei Treffer (3, 5 und 8 Punkte Schaden), hat man insgesamt zwar 16 TP verloren – doch die Wunden werden einzelnd vermerkt. Der erste TP heilt nach soviel Tagen wie die Wunde Schaden verursacht hat – im obigen Beispiel also nach 3 Tagen bei der 3-TP-Wunde, nach 5 Tagen bei der 5-TP-Wunde und … okay, kapiert, oder? Danach werden daraus eine 2-TP-Wunde und eine 4-TP-Wunde usw. Bis die Wunde auf natürliche Weise komplett verheilt ist, gehen also bei der 3-TP-Wunde (3+2+1=6) sechs Tage ins Land; bei der 5-TP-Wunde sind es schon über zwei Wochen (5+4+3+2+1=15) und die 8-TP-Wunde benötigt bereits über einen Monat! Diese Heilzeit kann natürlich durch Einsatz der Erste-Hilfe-Fertigkeit und andere Umstände beschleunigt werden. Tipp an dieser Stelle: ich empfehle jedem ernsthaften Abenteurer den Kauf des Talentes Fast Healer. Es kostet nur 10 BP und reduziert die Heilung jeder Wunde um 1 Tag.
Insgesamt ist das Kampfsystem von HMb gewöhnungsbedürftig, da verwaltungstechnisch anspruchsvoll, aber es erscheint schon nach relativ kurzer Zeit recht intuitiv. Neue taktische Möglichkeiten bringt es auch mit sich.

MAGIE
HMb präsentiert für jede Charakterstufe auch eine Spruchstufe – im Gegensatz zu D&D gibt’s also schon im Grundregelwerk fünf Spruchstufen. Die Magier erhalten ferner Zugang zu Apprentice – und Journeyman-Zaubern (also etwa Lehrlings- und Gesellenzauber), die der ersten regulären Zauberstufe vorausgehen. Am Anfang backen beide zauberfähigen Klassen ziemlich kleine Brötchen – umso mehr Luft für mächtige Zauber bleibt dann nach oben.
Die arkane Magie arbeitet mit Spellpoints (dt. Zauberpunkte) und dem aus D&D bekannten Einpräg-System (zusätzlich zu Materialkomponenten bei machen Zaubersprüchen). Auswirkung bei HMb: nicht eingeprägte Zauber kann man zwar sprechen, aber sie sind doppelt so teuer. Auf Stufe 1 hat der Magier 140 Spellpoints. Dafür kann er z.B. zwei Zauber der Stufe 1 und einen Gesellenzauber sprechen. Interessant ist, daß viele Zauber die Möglichkeit geben, zusätzliche SP beim Zaubern zu investieren, um Effekte des Zauberspruches zu steigern: Schaden, Reichweite, Wirkungsgebiet, etc. Da sind dann aber schnell die SP verbraten. Dennoch dürfte etwas äußerst Genugtuendes darin liegen, seinen letzten Feuerball mit allen verbleibenden Zauberpunkten aufzumotzen, um einen brennenden Eindruck zu hinterlassen!
Kleriker müssen sich mit weniger offensiven Zaubern und einer kleineren Spruchauswahl zufrieden geben und obliegen beim Anwenden ihrer Magie natürlich der Gunst ihrer Gottheit. Dafür schlagen sie sich aber auch nicht mit Spellpoints herum – ihre Gottheit sorgt dafür, daß genug Energie da ist, um die Magie auszulösen. Außerdem haben sie die begehrten Heilzauber, die in HMb wahrlich Gold wert sind (eingedenk der langsamen Heilungsrate in diesem System).

DER SPIELLEITER
… ist in HMb vornehmlich ein Do-it-Yourself-Man. Das Regelwerk gibt ihm nicht viel an die Hand – ein paar ergänzende Regeln zu Sturzschaden, Lichtquellen, Fallgittern und Geheimtüren, etc. sowie ein kleines Monstrositätenkabinett mit allen Spielwerten, aber ohne große Beschreibungen oder Erklärungen. Eben nur das Notwendigste. Dazu noch einen Abschnitt über Schätze und magische Gegenstände und – natürlich – Erfahrungspunkte. Gerade letzterer ist aber überhaupt nicht transparent im Hinblick darauf, wie genau die Punkte nun innerhalb der Gruppe aufgeteilt werden sollen. Das muß man sich schon zusammenreimen und anhand verstreuter Hinweise im Regelwerk „ableiten“.
Am Ende des Buches folgt noch ein Abschnitt über den bereits aus der Vorgängerversion von HackMaster bekannten „Gamemaster’s Code of Conduct“ (dt. Verhaltenskodex für Spielleiter), der zwar irgendwie amüsant zu lesen ist, aber zart aufblühenden SL keine nennenswerte Hilfestellung gibt. Ebenso überflüssig ist imho das Kapitel über „Würfel-Etikette“, daß detailliert näherbringt, wie man Würfel handhabt, pflegt, auf ein Spiel vorbereitet, „auflädt“, richtig wirft (verschiedene Wurftechniken werden anhand einer schematischen Grafik erläutert) usw. Auch wird auf „Würfelaberglauben“ eingegangen und die Wichtigkeit von Würfeln in HMb überdeutlich hervorgehoben. Okay, das alles ist natürlich eine Persiflage auf allgemeine Rollenspieler-Eigenarten, aber mehr Substanz (Regeln, SL-Sektion, Abenteuer etc.) wäre allemal besser gewesen als diese 11 Seiten über das primäre Spielgerät dieses Hobbys.
Von unschätzbarem Wert ist jedoch die Illustration der Kampfregeln in einem KotDT-Comicstrip (Knights of the Dinner Table). Die Spieler des Comics spielen hierbei eine Kampfszene mit ihren Charakteren durch, die humorvoll präsentiert wird, aber eben auch viele Kampfregeln genau aufdröselt, die allein als Regeltext vermutlich schwieriger zu verstehen gewesen wären. Dafür zwei Daumen hoch!

FAZIT
HMb ist ein simulationslastiges, komplexes Fantasy-Rollenspiel, dessen gute und detaillierte Regeln und Mechaniken unter dem Gewicht einer schludrigen Organisation und Präsentation (hier insbesondere das Layout) eingequetscht werden und damit nicht richtig „durchatmen“ können. Nichtsdestotrotz ist das Grundregelwerk insich vollständig und spielbar, wenn man denn einen SL hat, der sich mit sowas auskennt. Anders gesagt: das hier ist nix für Neueinsteiger. Jene aber, die zwar Klassen- und Stufensysteme mögen, aber den Mechanismen von AD&D nie viel abgewinnen konnten und Midgard bzw. DSA für zu „hausbacken“ hielten, könnten in HMb endlich das finden, was sie gesucht haben.
HMb mag auch geeignet sein, aufsässigen und selbstzufriedenen Power-Gamern eine Lektion in Sachen Demut zu erteilen. Auf jedenfall ist es „old school“, aber es ist eben nicht „rules lite“. Auch als Hassgeschenk für einen ungeliebten Storytelling-SL äußerst brauchbar!

Danke fürs Lesen,

Euer Argamae.

Von Kenzer & Company, USA; Macher von Knights of the Dinner Table, Aces & Eights: Shattered Frontier und Kingdoms of Kalamar. Softcover, 192 Seiten S/W, Englisch.

Ergänzung: nachdem ich ja nun die Abenteuermodule Frandor’s Keep sowie Realm of the Elm King gelesen und begutachtet habe, drängt sich mir der Eindruck auf, daß HMb absichtlich ein fahriges, unsauberes und unprofessionell wirkendes Layout erhalten hat. Denn die erwähnten Module sind Musterbeispiele für übersichtlich und spielfreundlich gestaltete Abenteuerbände. Auch die Auszüge von Regeln und Klassen aus dem HackJournal (Kenzer & Co.’s Haus- und Hofmagazin), in dem schon vorab Inhalte aus Advanced HackMaster abgedruckt wurden, sprechen eine ganz andere Sprache in Sachen Optik und Gliederung. Seltsam.
Die Vorfreude auf Advanced HackMaster wächst…

Rezi und Diskussion im GK-Forum

[Dominion-Setting] Großer Markt

Dezember 12, 2009

Zum Kartenspiel Dominion, welches Spiel des Jahres 2009 wurde, gab es kürzlich bei den Blutschwertern einen Settingwettbewerb, bei dem ich mich mit diesem Setting beteilgt habe, welcher natürlich auch alternativ als Weihnachtsmarkt ausgelegt werden kann.

Der Geruch nach Bratäpfeln, Spanferkeln und heißem Met durchziehen die Straßen, eine stille Note fremdländischer Gewürze erfüllt den Vorplatz. Schon seit dem frühen Morgen drämgen Bauern und Kutschen, Händler und karawanen in die stadt, denn heute ist großer Markt. Auch die heimischen Handwerker und Gilden haben für diesen Tag einiges vorbereitet und der Lärm des Schmiedehammers dröhnt nicht aus der Schmiede, sondern vom Reiseamboß mitten vom Markt – auch wenn dies eher Besucher anlocken soll und weniger der Fertigung neuer Werkzeuge dient. Die reiche Warenvielfalt lockt auch allerlei Kundschaft an, aber auch Gesindel.

Karten
Markt
Bazar (Seaside)
Schwarzmarkt (Promo)
Schmiede
Werkstatt
Holzfäller
Miliz
Geldverleiher
Dieb
Beutelschneider (Seaside)

Während auf dem Markt die ortsüblichen Waren gehandelt werden, findet man auf dem Bazar weiter östlich in der Stadt exotischere Waren, Tücher und Gewürze. Im Schatten des Marktes findet sich der Schwarzmarkt, wo der Unlautere Gifte, Tinkturen und gar Waffen erwerben kann. Die Schmiede hat für heute ihren Stand auf dem Markt aufgebaut, die Werkstatt hingegen hat die Tische vor der eigenen Tür aufgeschlagen. Der Holzfäller hat den ganzen gestrigen Tag Holz an seinen kargen Stand gebracht, um die Kamine und Öfen der Städter mit genug Holz für einen harten Winter zu besorgen. Die Miliz hat schon seit gestern einen Blick auf den Stand, bedient sich der ein oder andere gern dort. Heute allerdings hält sie Ausschau nach üblen Gesindel, welches die wertvollen Waren des Großen Marktes anlockt. Und tatsächlich ziehen Beutelschneider und Diebe umher, um große Beute oder auch nur ein paar Kupferstücke zu machen. Das größte Geschäft des Tages macht jedoch der Geldverleiher, der den Leuten genau ansieht, wer seine hohen Wucherzinsen zahlen kann und wer nicht.

Optionen
Steht nur das Grundset zur Verfügung , können noch folgende Karten benutzt werden
Hexe (verkauft an ihrem Stand einige Kräuter des Waldes, ist aber auch immer bereit aus Hühnerknochen die Zukunft oder aus der Hand das Schicksal zu lesen)
Mine (weitgereiste Großhändler beladen hier ihre Karawanenzüge mit Eisenerz, um den eisenarmen Süden mit den metallen zu versorgen)
Jahrmarkt (Beim Großen Markt ziehen auch einige Jongleure, Zirkusleute und gar der exotische Schlangenmensch hier ihre Zelte auf)

Links

Dominion im Greifenklaue-Forum

Dominion-Subforum bei den Blutschwertern

Dominion bei Amazon

[DnD 3rd] Die Sneak Attack ist zu stark – ein Trauerspiel in einem Akt

Januar 22, 2009

Neulich bin ich im DnD-Gate über diesen Text gestolpert, hab mich amüsiert und mich GENAU an die ersten Spielsitzungen mit meinem letzten Schurkencharakter erinnert… Das ist gar nicht so lange her 😉 Der Text stammt vom User Blackthorne, welcher mir freundlicherweise die (Wieder-) Veröffentlichung erlaubte – bin übrigens gespannt, ob es Euch ähnlich erging!!!

Die Sneak Attack ist zu stark“ (Version 3.0 edit: das Folgende gilt auch für 3.5)

Trauerspiel in einem Akt

Die Personen:

Stefan – Der Spielleiter. Ist mit der 3. Edition noch nicht allzu vertraut.
Robert – Spielt Regdar, den Kämpfer der 7. Stufe. Bekennender Powergamer.
Jenny – Spielt Jozan, den Kleriker der 7. Stufe. Verfechterin des sogenannten „Guten Rollenspiels ™“.
Harald – Spielt Hennet, den Hexenmeister der 7. Stufe. Einen Magier zu spielen war ihm zu kompliziert.
Klaus – Spielt Kerwyn, den Schurken der 7. Stufe. Unser Protagonist.

Vorhang

Szenerie: Ein IKEA-Küchentisch in Stefans Wohnung. Stefan sitzt am Kopfende hinter einem SL-Schirm. Die Spieler sind um ihn herum plaziert. Leere Pizzakartons in der Ecke. Im Spiel besteht die Gruppe gerade einen dramatischen Kampf.

Stefan: „…als D´Gran, der halbdämonische Ogermagier, auf euch zeigt und seine Riesen, Trolle, Zombies, Magier und Wachen in den Kampf gegen euch schickt.“

Jenny: „Oh je, das wird hart. Wir hätten doch in die andere Richtung gehen sollen.“

Robert: „Ach was, die semmeln wir nieder!“

Stefan: „Initiative.“

Es wird ein wenig gewürfelt. Klaus hat Pech und ist als letzter Spieler dran; jedoch noch vor Stefan.

Stefan: „OK, Regdar zuerst.“

Robert: „Regdar zieht sein Bastardschwert als freie Handlung und schlägt auf die Wache vor sich. (Würfelt) Trifft eine 27?“

Stefan: „Aber klar doch! Los, zeig´s ihm!“

Robert: „Mindestschaden wären dann 13 Punkte. Muß ich überhaupt würfeln?“

Stefan: „Nee, laß mal. Gute Arbeit. Und jetzt?“

Robert: „Mit Doppelschlag und meiner zweiten Attacke auf den Riesen, der da vor mir steht. (Würfelt) Ha! Zwei Treffer, einer davon kritisch! Kein Wunder bei dem Angriffsbonus. Wären insgesamt 6 W6 + 33…genauer gesagt: 59 Punkte Schaden.“

Rest der Gruppe: „Wow!“

Stefan: „Der Riese schwankt, lebt aber noch. Jenny, Du bist dran.“

Jenny: „Hm, was mache ich denn. Ob ich eine der Wachen mit Personen festhalten ausschalte? Oder vielleicht heile ich Regdar komplett; der Gute hat ja einiges eingesteckt. Stille auf die Magier wäre auch eine Idee. Oder Magie bannen? Andererseits könnte ich auch meinen Streitkolben nehmen und mit Divine Power dem Riesen den Rest geben. Oder ich…“

Stefan, Robert, Harald und Klaus: „Jenny!“

Jenny: „OK, OK, ich habs. Ich vertreibe die Untoten. (würfelt mehrfach) Ja, ich mache 17 TW Vertreibungsschaden.“

Rest der Gruppe: „Cool!“

Stefan: „Hervorragend. Die Zombies verbrennen in heiligem Feuer. Eine Sorge weniger, was? Harald, was macht Hennet?“

Harald: „Gut, daß ich gerade eben noch Hast auf mich gewirkt habe. Zwei Feuerbälle, und zwar so, daß ich jeweils alle Wachen und beide Trolle erwische.“

Stefan: „Cool. SG für den Rettungswurf?“

Harald: „21. Schaden wären dann 14 W6…(würfelt)…(rechnet)…54 Trefferpunkte, bei bestandenem RW die Hälfte.“

Rest der Gruppe: „Hossa!“

Stefan: „Ich bin so stolz auf euch, Leute. Die Wachen sind allesamt weg vom Fenster; die Trolle flüchten. Und was macht denn unser Dieb? (Süffisantes Grinsen bei Stefan, Robert und Harald. Jenny schaut mitleidig.)“

Klaus: „Schurke, bitte. Ich spiele einen Abenteurer, und der hat es nicht nötig zu stehlen.“

Stefan: „Jaja, wie auch immer. Was willst Du jetzt machen?“

Klaus: „Ich arbeite mich von hinten an den Riesen heran und steche dann mit meinem Rapier zu. Wären 1 W6+1…“

Robert: „Ooooh, wie süüüß!“

Klaus: „…und, da ich ihn auf dem falschen Fuß erwische, 4 W6 Schaden durch die Sneak Attack. Macht summa summarum 20 Punkte Schaden.“
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
(Geräuscheffekt: Eine Schallplatte kommt quietschend zum Stillstand)
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
Harald: „Häh?“

Jenny: „Wie?“

Robert: „Aber…“

Stefan: „Aaaarrggh! Ich hab´s gewußt! Die verdammte 3. Edition mit ihrem Powergamer-Schrott! Aber Du bist doch ein Dieb und Diebe sind doch die absoluten Flaschen. So war´s doch schon immer.“

Klaus: „Schurke. Naja, offenbar wollte man in der 3. Edition meinem Charakter auch mal eine Chance geben und…“

Stefan: „So ein Rotz! Wer will da noch einen Kämpfer spielen, wenn der Dieb…“

Klaus: „Schurke.“

Stefan: „…mit jedem Schlag so irre viel Schaden macht. Meine armen Monster! Da würfel´ ich doch gar nicht mehr. Jetzt sag´ nicht auch noch, daß Du das mehr als einmal pro Runde machen kannst!“

Klaus: „Naja, theoretisch…schon, ja.“

Robert: „Dann nehm´ ich auch eine Stufe Dieb.“

Harald: „Und ich erst!“

Jenny: „Muß man da stehlen?“

Robert: „Klar, bist dann doch´n Dieb. (zu Klaus) Aber das ist doch volle Lotte unrealistisch, daß Du den Riesen an einer empflindlichen Stelle treffen kannst.

Harald: „Genau, im wirklichen Leben ginge das gar nicht. Find´ ich albern. Und nur weil der Riese die Initiative verloren hat?“

Jenny: „Das ist ja auch ganz schön heimtückisch. Ob mein Charakter das dulden kann?“

Stefan: „Nee, Klaus, da müssen wir uns aber mal ganz schnell eine Hausregel ausdenken. (Denkt für 3,27 Sekunden nach) Ich hab´s! Sneak Attack gibt´s nur noch gegen hilflose Gegner!

Klaus: „Aber da kann doch jeder einen Coup de…“

Stefan: „Papperlapapp, der SL hat immer Recht, schon vergessen? Und jetzt halt´ schön still, während der Riese dein Gesicht um seine Keule wickelt…“

Vorhang

Blackthorne im DnD-Gate

Tagebuch Mystara / Karameikos I – Zusammenwachsen

November 8, 2008

Kleines Outtime-Vorwort: In unserer Mystara-Runde (Classic DnD), welche vorwiegend in Karameikos spielen wird, haben wir uns entschlossen ganz Oldschool ein Kampagnentagebuch zu führen, in dem jeder Spieler aus Charaktersicht abwechselnd eine Sitzung niederschreibt. Das Gesamtergebnis ist hier zu finden.

Beteiligt sind die folgenden Charaktere:

Kämper – Sarotorm Kesh (Traladarer) 
Kleriker – Cleston (Thyater) 
Zwerg – Dagan Coaldigger (Stronghollow-Clan) 
Elfe – Feylariel Erendyl (Alfheim) 
Dieb – Amaron (Traladarer)

Den Auftakt macht unser Zwerg, dahinter steckt Jan „Herbstmoster“:

Reisetagebuch von Dagan Coaldigger (Zwerg)

Tag 1 (Gromdain, 9. Nuwmont 1000)
Endlich geht es los. Mein Entschluss in die Welt aufzubrechen um zu Ruhm und Reichtum zu kommen steht ja schon sehr lange fest. Nun endlich ist dieser Handelszug da, der mich zum Schutz anheuern will. Zu meinem Glück ist der Händler bereit mir die Bezahlung für meine Dienste bereits im voraus zu geben. Andernfalls müsste ich meinen Aufbruch abermals verschieben. So aber kann ich meinen Lohn direkt zu Ulgu, unserem Schmied, bringen. Ulgu ist sehr erfreut das Geld für die Reparatur meiner Streitaxt dann doch schneller als erwartet zu erhalten. Und ich bin erleichtert ohne Schulden aufbrechen zu können.
Keine einzige Kupeke habe ich mehr in meinem Beutel aber ich bin sicher in Schwellental meine Dienste anbieten zu können. Ein zäher Kämpfer wird sicher genügend Arbeit finden.
Der Zug besteht nur aus Menschen. Sie scheinen aber unserer Rasse freundlich gesinnt zu sein. Jedenfalls behandeln sie mich gut und ich erhalte auch ordentliche Portionen bei der Verteilung des Essens.
Ich habe kaum Kontakt zu den großen Leuten. Die Anführer sind, wenn sie nicht gerade Befehle erteilen, nur mit sich beschäftigt. Einzig dieser junge Mann, der oftmals die Wache mit mir teilt, scheint sehr aufgeschlossen zu sein. Sarotorm ist noch sehr jung. Er wirkt auch unerfahren. Diese Wirkung wird noch verstärkt, sobald er mal wieder diese ungelenken Übungen mit seiner Waffe durchführt. Ich verstehe den Sinn dieser Übungen nicht. Seine Kampfkunst wird er damit jedenfalls nicht verbessern können. Die Anführer des Zuges denken da wohl ähnlich. Sie fangen jedenfalls an zu tuscheln und zu lachen, wenn Sarotorm wieder seine Waffen zückt. Wahrscheinlich hat sich Saro die Narbe an seinem Hals auch bei diesen Übungen zugezogen. Ich werde ihn wohl mal fragen müssen.

Tag 2 (Tserdain, 10. Nuwmont 1000)
Wir werden heute Schwellental erreichen. Es gab keine besonderen Vorkommnisse auf unserer Reise. Ich habe aber auch nicht erwartet, dass in dieser Gegend etwas passiert. Umherstreunende Goblins habe ich hier schon lange nicht mehr gesehen.
Unser Zug erreicht am frühen nachmittag Schwellental. Die Stadt ist mit einer Holz-Pallisade umgeben. Diese scheint auch recht ordentlich verarbeit zu sein, aber ich kann aber nicht verstehen, warum die Menschen so gerne Bäume benutzen. Eine ordentliche Mauer wäre doch viel wirkungsvoller und hält auch länger als Holz. Aber wenigstens leben sie nicht AUF den Bäumen sondern bauen Häuser.
Wir müssen unsere Waffen am Stadttor abgeben. Dolche und Schwerter dürfen in der Stadt aber getragen werden. Diese Logik erschliesst sich mir nicht. Aber die großen Leute werden schon ihre Gründe dafür haben.
Mit dem Einzug in die Stadt endet mein Dienst für die Händler. Bei der Stadtwache erfahre ich, dass es am Marktplatz einen Aushang für Arbeitsangebote gibt.
Ich verabschiede mich vom Zug und begebe mich zum Marktplatz. Der Aushang ist leicht zu finden und es finden sich auch ein paar interessante Angebote darunter. Die Reise nach Darokin ist sicher reizvoll, aber ich will mein Glück in Karameikos finden. Zumal ich in Darokin weiter weg von Felsheim wäre. Und dorthin möchte ich auf meiner Reise auf jeden Fall gelangen.
Der Auftrag der Kirche von Karameikos klingt ebenfalls gut, aber am vielversprechendsten erscheint mir der Auftrag des Kaufmannes Caldwell. Vor allem das Wort ‚Vorschuss‘ im Aushang erweckt mein Interesse. Ich muss Geld einnehmen, sonst werde ich wohl ausserhalb der Stadt übernachten müssen.
Im angegebenen Treffpunkt, der Gaststätte ‚Schwan‘, sagt mir der Wirt, dass der Kaufmann wohl erst gegen Abend zu erreichen ist. Ich werde die Stunden wohl abwarten müssen. Auf dem Rückweg zum Marktplatz treffe ich Saroton wieder. Er ist mit einer Elfe unterwegs. Offensichtlich ist dies seine erste Begegnung mit diesem Volk. Sarotorm zeigt jedenfalls Anzeichen von Verzauberung und redet etwas wirr. Elfen scheinen bei den großen Leuten immer solche Verzauberungen auszusprechen. Ein Grund mehr für mich, diesem Volk skeptisch gegenüber zu treten. Aber Saros Verwirrung hat auch etwas Gutes: Er lädt mich zu einen Humpen in den Schwan ein.
Dort angekommen zahlt er sogar ein Zimmer für mich. Weiß er, dass ich mir das Zimmer nicht leisten kann oder liegt es am eflischen Zauber?
Der nachmittag mit Feylariel und Sarotorm ist sehr vergnüglich. Bei meinem großen Freund zeigt vor allem der Met seine Wirkung.
Im Gespräch stellt sich heraus, dass auch er in den Schwan gekommen ist, um auf den Kaufmann zu warten. Ein bekanntes Gesicht bei einem neuen Auftrag ist immer von Vorteil. Die Elfe scheint aus reiner Neugier nach Schwellental gekommen zu sein. Elfen haben schon merkwürdige Neigungen.
Wie der Wirt, ein freundlicher Halbling, sagte, erscheint der Kaufmann gegen abend in der Gaststätte. Noch bevor wir uns zu erkennen geben können spricht ihn ein schlaksiger Mann an. Auch er scheint wegen des Auftrages in der Gaststätte zu sein. Caldwell bittet ihn mit uns kurz zu warten. Und tatsächlich setzt sich der Mann an unseren Tisch. Er wirkt zerbrechlich. Nicht wie ein Mensch, aber auch nicht wie ein Elf. Offensichtlich ist er nicht aus dieser Gegend.
Nach ein paar Minuten erscheint Caldwell wieder an unserem Tisch. Er zeigt sich sehr erfreut eine so große Anzahl an Freiwilligen vorzufinden und erklärt uns, was genau unser Auftrag wäre.