Posts Tagged ‘Howard’

Media Monday #272

September 12, 2016

Neue Woche, neuer Media Monday, wie immer via Medien-Journal präsentiert. Die dortigen Vorgaben in kursiv.

1. Die Serie House of cards habe ich zuletzt regelrecht durchgesuchtet, denn die dritte Staffel war megaspannend und nochmal eine Steigerung gegenüber den beiden – tollen – Vorstaffeln. Bereit für Staffel 4, sag ich nur.

2. Der letzte Cliffhanger bei The witchs song war ein richtig übler Cliffhanger, schließlich wurde da unsere Warhammer-Runde für Jahre unterbrochen … Ich hab aber leise Hoffnung, dass es noch weitergeht. Zumindest kann man unsere alten Ohrhammerfolgen wieder hören.
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#RPGaDAY2015 Tag 17 – Deine Lieblings-Fantasy-RPG?

August 17, 2015

Im Prinzip könnte ich es mir einfach machen und auf Dungeonslayers verweisen oder auch Pathfinder wählen, welches ich sehr häufig und auch sehr gern spiele, aber wer wäre ich, wenn ich es mir einfach machen würde? Richtig – nicht ich.

Tatsächlich bin ich vom neuen Dungeon Crawl Classics-RPG begeistert, sogar total begeistert. Mit DCC hatte ich ja schon zu D&D 3.x-Zeiten viel Spaß und was Goodman Games macht, verfolge ich auch – mit dem Dungeon Crawl Classics-RPG ist imho ein großer Wurf gelungen. Wie LotfP ist es ein OSR 2.0-RPG, also eines, welches CD&D nicht neu abbildet, sondern fortentwickelt. Äuch ähnlich wie LotfP geht es dabei in eine deutlich weirde Richtung und nimmt Sword & Sorcery-Impulse auf, Jack Vance findet sich nicht nur als Stichwortgeber fürs Magiesystem wieder wie bei (A)D&D, sondern jede Faser des Systems atmet Sword & Sorcery a la Howard, Leiber oder eben Vance. Entgegen LotfP, welches ja auch tolle Regelfortentwicklung betreibt, oder auch dem recht kurzen BoL, steckt das ganze auch regelseitig drin, nicht nur im Setting. Krieger (und Zwerge) können mit den Mighty Deeds of Arms mächtige Manöver ausführen, Magier ihre Attribute verbrenne und damit ihre Magie stärken oder Halblinge sind Zweiwaffenspezialisten und Kämpfen mit 2 W16 (statt einem W20) – was auch mechanisch interessant ist: geringere Trefferchance des W16 gegenüber dem W20, aber auch erhöhte Critwahrscheinlichkeit (16 statt 20). Eigentlich sehr elegant. Zauber wurden zusammengepackt – die klassische Heilkette steckt nun in einem Zauber. Der erreichte Wurf bestimmt, welche Magie man umsetzen kann. Verkackt der Magier den Wurf, erst dann ist der Zauber aufgebraucht, quasi vergessen. Ebenfalls eine Interpretationsmöglichkeit der Vancschen Worte. Priester haben das Problem nicht, ziehen aber stattdessen den Zorn ihres Gotts mit höherer Wahrscheinlichkeit auf sich (sprich: Zaubercrits steigen um 1). Und das alle möglichen Würfel wie W3, W5, W7, W14, W16, W24 oder W30 sinnvoll eingesetzt werden, dann Hallelujah! Ach was, Crawlelujah!

Dazu der Mechanismus, der noch mehr „Heroes were made not born“ und „Reichtum durch Tod“ ist. Jeder Spieler wirft 4 Level 0-Charaktere in die Mühle und guckt, wer überlebt – das Zeug zum Helden hat. Das zwingt zu klugem Vorgehen, den die SC, die noch nicht mehr als ein Name, ein Beruf, ein berufstypischer Gegenstand und ein Besitztum definieren, sind schneller tot, als man in das Gewölbe reinkommt … Der Schäfer hat einen Hund. Ja, dann schickt man den zur Tür, um zu gucken, wie diese Statue reagiert. Du hast einen Schäferstock? Dann bist Du der König der Welt – zumindest aber der Baron dieses Gewölbes!

Die Abenteuer generell haben auch diesen Touch of weirdness und teils grandiose Karten! Leider erst dreimal geoneshoted, aber immer ein Erlebnis das System!

Heute mit dabei u.a. die Vogts, Jägers, Richtig Spielleiten!, der Hofrat, Edieh,Mondbuchstaben, Sprawldogs, Xeledon und mit einer Liebeserklärung an D&D: In the shadow of a die.

Die 5 Bilder sind alles Varianten des Grundregelwerks, welche man auf Goodman Games findet!

Media Monday #151

Mai 19, 2014

Montag! Wieder ein Media Monday vom Medienjournal mit 7 Fragen. Diesmal mit Strandlektüre, dem liebsten Urlaubsfilm, Städte, die ich im Film verwenden würde, niederländischen Filmen und meinem zuletzt gesehenden Filmen. Bleibt noch die Frage an Euch: Was kennt ihr noch an niederländischen Filmen außer Flodders und New Kids?

1. Was ist euer liebster Urlaubsfilm (und ich meine damit Filme, die Urlaube wie auch immer thematisieren oder an Urlaubsorten spielen oder oder oder)? – Uhhh. Mir fällt da gerade nur die Urlaubsepisode aus Risa von Star Trek ein … Aber auch nur, weil ich da neulich nen Star Trek-Archäologie-Podcast (Folge 11 ist die ST-Folge) gelauscht habe … Oder dieses furchtbare Perry Rhodan-Hörbuch, wo er Urlaub macht und NIX passiert. Das ist so tiefenentspannend … So, jetzt hab ich: Fünf Freunde. Die sind nämlich – ganz klassisch – zu Urlaub bei Georg, eigentlich Georgina … Von den ganzen Jugendkrimis (TKKG, Drei Fragezeichen) die gelungenste Filmumsetzung, auch Teil 2 ist gut – da sind sie zu Anfang übrigens zelten! Teil 3 steht bei mir allerdings noch aus.

Lankhmar (von Fritz Leiber) hatte auch eine Rollenspielumsetzung mit AD&D, derer ich erst kürzlich habhaft wurde.

2. Welche Art von Buch ist euch für den Strand die liebste? – Schon einen phantastischen Roman, nicht zu dick, vielleicht was von den Altmeistern. Vance, Lovecraft, Heinlein, Herbert, Leiber, Howard z.B.

3. Von welcher Stadt würdet ihr euch wünschen, dass sie einmal Handlungsort eines Films (oder einer Serie, eines Romans) wäre und warum? – Interessanterweise geht es ja gerade in der Region voll ab, egal ob Braunschweig (Hänsel & Gretel), Wolfsburg (The International), Harz (Monument Men) oder Helmstedt (Banklady). Die Woche war gerade wieder ein Dreh in Helmstedt mit Moritz Bleibtreu. Es geht um die Verfilmung von Ferdinand von Schirachs Schuld. Ich wünsche daher mal meiner Heimat viel Erfolg, dass es auch mal nen Hollywood-Film wird.

4. Ähnliches Szenario wie Frage 3: Welche Stadt würdet ihr im Rahmen eines Katastrophenfilms liebend gerne zerstört werden sehen und warum? – Wenn alle zwei Wochen mal Bundesliga-Heimspiel ist, stehen da immer nette Sprüchlein an den Wänden. „Sprengt Wolfsburg!“ ist da eine der Umgestaltungsempfehlungen – und ich stell mir das toll vor für das Szenario einer Zombieapokalypse, die ich generell gern vor modernen Kulissen mag. Und Wolfsburg bietet mit Pheno, Markthalle, Schloss einige coole Kulissen und mit dem VW-Werk gibt es immer genug Zombienachschub.

5. Es gilt spontan zu verreisen und ihr wisst nicht, was und ob man vor Ort unternehmen kann. Was – in punkto medialer Erzeugnisse jeder Art – muss folglich auf jeden Fall mit, um möglicher Langeweile entgegenzuwirken? – Das ist einfach, weil schon in Frage 2 beantwortet … Ein Buch. Wenn ich irgendwo hinfahre, was länger als ein Nachmittag ist, hab ich ein Buch dabei.

6. Niederländische Filme sind mir nur wenige bekannt, aber die New Kids-Serie hat so einen, ähh, eigentümlichen, ähh, Charme, ähh, dass ich die Filme eigentlich nochmal gucken wollte. *zack* Schon ertauscht …

7. Mein zuletzt gesehener Film war eigentlich Death Race 3 und der war schon letzte Woche dran, weil ich ihn vor zehn Tagen geguckt habe… -ich kann aber berichten, dass ich dafür beide Originale (alias Frankensteins Todesrennen mit David Carradine und Sylvester Stallone) und beide Prequels  ertauscht habe …

Davor Virus Undead, ein deutscher Zombiefilm, der sich nicht recht entscheiden kann, welches Subgenre er bedienen will. Das Grundszenario verstorbener Professor, Vogelgrippe, nur schnell das Erbe abwickeln und mit meinen beiden Studienkollegen nen Wochenende vorbeifahren, abgelegene Villa in der Nähe eines kleinen Dorfes mit alten, unangenehmen eigentlich super Zutaten sind … Aber die coolen Ideen werden dann teils wieder so trashig durchbrochen, schade, so kommt man nicht am deutlich besseren Indyfilm, ebenfalls aus Deutschland, Extinction – The G.M.O. Chronicles (hier) vorbei.

DCC-RPG: Third Party Support

Januar 4, 2012

Argamae hat sich einmal die weiteren Anbieter für das DCC-RPG beschäftigt, welche man in z.Z. auf der Goodman Games Homepage findet:

Ich habe mich heute noch ein bißchen mit den geplanten Lizenzprodukten beschäftigt, die ich im letzten Posting genannt habe. Third-Party-Publisher, wie Land of Phantoms, konnten wohl schon einen Blick auf die finale (oder wenigstens semi-finale) Fassung der DCC-RPG-Regeln werfen und sind absolut begeistert. Laut deren Aussage gibt es wohl gegenüber der vorherigen Fassung (also womöglich den freien Beta-Regeln) einen gewaltigen Qualitätssprung, was Aufmachung sowie Inhalt angeht. Das DCC RPG entflieht damit, so der Publisher, quasi per „Dimensionstor“ dem Haufen aus „retroclones“, in dem das Rollenspiel ja überwintert. Sie gehen sogar soweit, Goodman Games bereits den Ennie- oder Origins-Award zuzugestehen.

Ein endgültiger Release-Termin für das DCC RPG ist nun APRIL 2012.

Was ist zu den Lizenzprodukten zu sagen? Zunächst einmal ist es natürlich klasse, daß das DCC RPG mit einer freien Lizenz ähnlich der OGL aufwartet und damit auch wieder kleineren Verlagen die Möglichkeit geboten wird, Material zu entwickeln. Und was ich bislang – natürlich nur flüchtig – sehen konnte, sieht vielversprechend aus. Im Einzelnen:

Tales from the Fallen Empire (Chapter 13 Press)
Hier kommt ein ganzes Kampagnensetting auf das junge DCC RPG zu. Ganz in der Tradition von Moorcock, Leiber, Lynn Carter, Howard und Lovecraft, so die vollmundigen Worte der Macher, wird eine Art postapokalyptisches Fantasy-Reich beschrieben, in dem die Menschen in einer gewaltigen Revolte die mächtigen Hexerkönige gestürzt haben und nun in den Trümmern und Ruinen dieses uralten, fluchbeladenen Zauberer-Reiches neue Nationen gründen wollen. Natürlich sind in den von Krieg und Zauberei zerfressenen Ländern noch viele Relikte, Geheimnisse und verbotene Lehren zu finden, nach denen es nicht nur Abenteurer gelüstet sondern auch die Herrscher der 7 überlebenden Königreiche – viel Konfliktpotenzial also für jede Menge actiongeladene Sword & Sorcery Abenteuer.
Das Cover sieht sehr ansprechend aus und von den bisherigen Produkten wirkt es am „professionellsten“. Gleich 6 neue Klassen will das Setting präsentieren, darunter auch „Man-Apes“ und „Barbarians“ sowie eine überarbeitete Magierklasse, den „Sorcerer“. Klingt vielversprechend, meine ich.

Lands of Legend: Cloudmaker Mountain (Sagaworks Studios)
Hier haben wir ein Abenteuermodul, daß den legendären Berg „Cloudmaker Mountain“ als Schauplatz hat. Vor langer Zeit herrschten die Älteren Rassen, deren Macht und Magie so gewaltig war, daß selbst ihre geringsten Zauberer auf riesigen Silberadlern so hoch empor fliegen konnten, daß der Himmel nicht länger blau erschien. Nun hat der König des Tals beschlossen, den Gerüchten von unglaublichen Schätzen im Cloudmaker Mountain nachzugehen, nachdem ein verdorbener Akolyth der untoten Könige die alten Tore zum Berg überwunden hat und chaotische Wesen die Gegend unsicher machen und das ganze Tal bedrohen. Sieht optisch ganz vielversprechend aus und auch hier klingt es, als gäbe es viel interessantes Material in bester Sword & Sorcery Tradition.
Das Abenteuer scheint für 16-24 Charaktere der Stufen 0-1 ausgelegt zu sein.

Attack of the Frawgs (Thick Skull Adventures)
Ein weiteres Abenteuermodul, dessen Cover eine Art Froschkrieger ziert. Im Dorf mehren sich die Gerüchte, daß unheimliche Wesen Reisende angegriffen haben. Als dann auch noch ein Trapper vom Dead Goblin Lake mit furchterregenden Geschichten heimkehrt, beschließt die Gemeinde, etwas zu unternehmen. Echte Helden sind rar, also wagen sich Dörfler, Bauern und einfache Handwerker zum Dead Goblin Lake, um der Bedrohung entgegen zu treten. Dieses Abenteuer ist speziell für den „Trichter“ von 0-Stufen-Charakteren ausgelegt und soll Neulinge ins DCC RPG einführen. Für 8-14 „klassenlose“ Nobodys, die sich ihre ersten Sporen verdienen wollen.
Die Aufmachung ist nicht so professionell wie die beiden erstgenannten Produkte, überzeugt aber optisch durch ein tolles Abenteuerlogo. Inhaltlich kann man natürlich, wie auch bei den anderen Lizenztiteln, noch gar nichts sagen. Aber hey! – Frösche als Monster, daß gefällt mir schonmal sehr gut!

Transylvanian Adventures & The Transylvanian Grimoire (Land of Phantoms)
Die nebelverhangenen Bergwälder und abergläubischen Dorfbewohner Transylvaniens bilden den Hintergrund dieses Ergänzungsbandes für das DCC RPG. Neben einem kompletten Setting, daß man wohl als „Ravenloft für DCC“ bezeichnen könnte, werden auch neue Klassen, Zauber und Regeln präsentiert. Dennoch steht es wohl mehr auf Sword- als auf der Sorcery-Seite. Die Aufmachung wirkt momentan noch nach einem PDF, ein Covermotiv konnte ich noch nicht entdecken. Aber das Produkt verspricht: „Keine Elfen. Keine Zwerge. Keine glitzernen Vampire.“ Grinsend

Perils of the Sunken City, The Ooze Pits of Jonas Gralk, A Gathering of the Marked (Purple Sorcerer Games)
Als letzter Publisher der neuen DCC-RPG-Lizenz sind PSG angetreten, um eine Modulreihe ähnlich der Dungeon-Crawl-Classics-Abenteuer zu veröffentlichen. Die ersten drei Bände (wie oben genannt) spielen an einem gemeinsamen Schauplatz, sind allesamt für 0-Stufen-Charaktere und zeigen damit, daß mit dem „Trichter“-Konzept wohl ein ziemlicher Reiz verbunden ist. Aufmachung und erste Einblicke in die enthaltenen Karten zeigen, daß PSG sehr sauber und professionell zu Werke geht. Diesen Leuten haben wir übrigens auch den formidablen 0-Level-Charakter-Generator zu verdanken wie auch den „Funky Dice Roller“.
Auch diese Produkte machen einen guten Eindruck und besitzen ein professionelles Konzept. Sieht also alles danach aus, als ob Goodman Games durchaus ein wachsames Auge auf die Verlage haben, denen die DCC-RPG-Lizenz anvertraut wird.

Ich glaube, es steht uns eine interessante und spannende Sword & Sorcery Zukunft bevor!

Olaf Buddenberg

Stephen Michael Sechi (Talislanta) im Kamingespräch

November 27, 2011

Diesmal führt erstmals Bangrim das Kamingespräch, welcher durch einige Fragen von Argamae unterstützt wird. Die Übersetzung ist von Bangrim, drübergeschaut hat auch hier Argamae. Das Original schieben wir übrigens am Montag hinterher, für diejenigen, die es lieber auf Englisch lesen. Wer bei den nächsten Kamingespräch Fragen stellen möchte, hat bis Mittwoch Gelegenheit, Fragen an Jürgen Mang (Space Pirates, Weltenbuch) zu stellen.

Nun aber zu Stephen Michael Sechi, welcher dem ein oder anderen als Erfinder von Talislanta bekannt sein dürfte – alles weitere erklärt sich im Laufe des Gesprächs, denke ich.

Bangrim: Wie bist du mit der Rollenspielszene in Kontakt gekommen?
S. M. Sechi: Ich hab ca. 1983 angefangen, Rollenspiele zu spielen. Ein jüngerer Cousin aus Seattle hat mich dazu gedrängt, dieses neue Spiel names Dungeons & Dragons auszuprobieren. Damals hab ich in einer Band gespielt und hab ihn immer wieder abgewiesen, bis ich es eines Tages doch mal ausprobiert habe. Ich liebte dieses Spiel sofort, nach dem Spielen bin ich sofort los, um mir die ersten D&D-Hardcover-Bücher zu kaufen und fing an, meine Freunde dazu zu bringen, mitzuspielen. Recht schnell fing ich dann an, meine eigenen Charaktere, Kreaturen usw. zu erschaffen und nach ein paar Jahren habe ich mich dazu entschlossen, mit 2 Freunden eine Rollenspielfirma aufzubauen. So entstand dann Bard Games.

Bangrim: Was denkst du über die heutige Rollenspielszene und vor allem über die Rollenspielindustrie?
S. M. Sechi: Eigentlich bin ich komplett raus aus der Szene und ich weiß auch nicht wirklich viel darüber. Von anderen Leuten, die noch aktiv sind, weiß ich nur, das die Verkäufe im Vergleich zu meiner aktiven Zeit zurückgegangen sind. Das finde ich persönlich sehr schade, weil ich Rollenspiele noch immer sehr genieße und ich glaube, dass sie die kreativste Spielform sind.

Bangrim: In welchen Rollenspielprojekten warst du involviert?
S. M. Sechi: Die erste Version von Bard Games veröffentlichte  als erstes 3 Ergänzungsbücher, die so aufgebaut waren, das sie mit jedem Rollenspiel kompatibel sind (Compleat Alchemist, Spell Cast und Adventurer), daraufhin folgte die „Atlantean Trilogy“. Die Firma wechselte daraufhin zweimal den Besitzer. Ich verkaufte meine Anteile, jedoch kaufte ich sie bereits 6 Monate später wieder zurück. Ab diesem Punkt begannen wir mit der Veröffentlichung von Talislanta-Büchern. Als wir Bard Games ein paar Jahre später geschlossen haben, habe ich die Lizenzrechte von Talislanta an WoTC gegeben, später an Shooting Iron Games und noch später an Morrigan Press. Außerdem hab ich nebenbei als freier Schreiber für andere Firmen gearbeitet. Dabei sind ein Abenteuer für Cyberpunk und Over The Edge entstanden.

Bangrim: Bist du derzeit in einem Projekt involviert?
S. M. Sechi: Ja, in Musikprojekten – nachdem Bard Games geschlossen wurde, bin ich zurück zur Musik gekommen und habe als Komponist, Produzent und Sound Designer gearbeitet. Rollenspielprojekte gibt es derzeit keines, obwohl ich einige Ideen habe, die ich vielleicht irgendwann ausarbeiten werde, falls ich die Zeit dafür finde. Die Musikindustrie hat mich die letzten Jahre ziemlich beschäftigt.
In meiner „Freizeit“ (haha) arbeite ich an einem Spiel, jedoch an keinem Pen-&-Paper-Spiel. Es ist eine Idee für ein Videospiel und wir haben bereits eine kleine Gruppe von Künstlern und Komponisten, die in ihrer Freizeit an Ideen arbeiten.  Falls einer deiner Leser ein guter 3-D Modellierer ist und an dem Projekt mitarbeiten möchte, dann lass es mich wissen.

Bangrim: Was war dein absolutes Lieblingsprojekt?
S. M. Sechi: Ganz klar: Talislanta. Ich genieße das Spiel und insbesondere das Setting.

Bangrim: Gibt es  Projekte, die du nie beenden konntest?
S. M. Sechi: Nicht wirklich. Hier und da ein paar Brocken und ein Ordner, gefüllt mit Notizen und Ideen.

Bangrim: Du warst damals auch Präsident von Bard Games. Wie ist es dazu gekommen?
S. M. Sechi: Ich habe die Firma mit 2 Freunden gegründet, jeder von uns hat 600$ investiert. Da ich den Großteil geschrieben habe und auch in die meisten Dinge involviert war, wurde ich Präsident.

Bangrim: Welche Probleme sind aufgetreten als ihr eure eigene Firma hattet?
S. M. Sechi: In den ersten Jahren lief es bei Bard Games erstaunlich gut, vor allem, da wir eine kleine Firma waren. Jedoch haben wir ein paar schwerwiegende Fehler gemacht, als wir das Geschäft erweitern mussten. Das hat uns schließlich eine Menge Geld gekostet und daraus resultierte dann auch das Ende von Bard Games.

Bangrim: Welche Einflüsse gab es für Talislanta?
S. M. Sechi: Den größten Einfluss hatten die die Fantasy-Romane von Jack Vance, James Branch Cabell, Clark Ashton Smith, außerdem noch Lovecraft’s Dreamlands Of Unknown Kadath, Howard’s Conan, Elric und Die Reisen von Marco Polo.

Bangrim: Talislanta hat über die Jahre viele Publisherwechsel vollzogen. Wenn du zurück blickst, glaubst du, das Talislanta sich gut geschlagen hat?
S. M. Sechi: Ich glaube, Talislanta hat sich sehr gut geschlagen, besonders wenn man bedenkt, das es eine Independent-Produktion war und niemals ein großes Budget hatte. Das Spiel wurde in Deutsch, Französisch und Italienisch übersetzt, hatte seine eigene Miniaturenreihe und wurde in 5 Editionen über den Zeitraum von 25+ Jahren veröffentlicht. Ja, ich würde sagen, Talislanta hat sich sehr gut geschlagen.

Bangrim: Talislanta.com bietet alle Talislanta Bücher kostenlos an. Wie kam es zu dieser Entscheidung?
S. M. Sechi: In den letzten 10 Jahren hatte ich das Glück, gut von der Musik leben zu können und ich wollte den Talislanta-Fans etwas zurückgeben. Sie mussten viel mitmachen in den ganzen Jahren als Talislanta von einem Publisher zum nächsten gewandert ist – viel gutes, aber auch viel schlechtes. Ich hatte 2 Angebote für eine weitere Edition, aber ich habe die Angebote abgelehnt. Ich wollte lieber alle alten Bücher kostenlos verfügbar machen und ich bin froh, das ich mich so entschieden habe  – die Reaktionen waren großartig. Seit Talislanta kostenlos verfügbar ist, haben über 85.000 die Seite besucht um freie PDFs und andere Dinge herunterzuladen. Das ist verdammt cool.

Bangrim: Gibt es Pläne, die Bücher auch als Print On Demand verfügbar zu machen?
S. M. Sechi: Nein, ich wollte diesen Weg nicht einschlagen. Es wird nur kostenlose PDFs geben.

Bangrim: Ist das Artwork-Buch von Khepera Publishing immer noch in Arbeit? Gibt es da Neuigkeiten?
S. M. Sechi: Das letzte Mal, als ich mit Jerry von Khepera gesprochen habe, war das Projekt noch in Arbeit, aber es gab Verzögerungen. Ich muss mich mal wieder mit ihm in Verbindung setzen, um zu gucken, wie weit das Buch genau ist. Danke, dass du mich daran erinnert hast.

Bangrim: Talislanta hat eine kleine, aber loyale Fangemeinschaft. Es gibt immer noch Leute, die viel Material für das Spiel schreiben. Das muss dich glücklich machen, oder?
S. M. Sechi: Ich habe das bereits oft gesagt, aber ich meine es auch so: Talislanta-Fans sind die besten. Sie sind dem Spiel treu geblieben, obwohl es oft  Publisher-Wechsel und neue Editionen gab, und sie gehören für mich zu den loyalsten und kreativsten Menschen, die ich kenne. Talislanta und Talislanta.com wäre ohne sie nie möglich gewesen. Falls ich jemals noch einmal ein Rollenspiel machen werde, dann für sie.

Bangrim: Du hast bereits die „ausländischen“ Talislanta-Editionen erwähnt und eine, um genau zu sein, die Französische, ist immer noch in der Produktion. Das Besondere ist, das bei Ludopathes nicht nur Bücher übersetzt, sondern auch neue geschrieben werden. Bist du in irgendeiner Weise in deren Arbeit involviert oder lässt du ihnen komplett freie Hand.
S. M. Sechi: Sie arbeiten komplett eigenständig. Als Teil unseres Lizenzierungsabkommens bestand ich eigentlich immer darauf, dass ich die Bücher absegne. Jedoch lasse ich Ludopathes freie Hand, sie können mit Talislanta machen, was sie wollen und es scheint für sie der richtige Weg gewesen zu sein.

Bangrim: Auf Talislanta.com gibt es alle Bücher kostenlos, jedoch haben es ein paar Bücher NICHT geschafft, auf der Seite zu landen. Die Chroniken 2 bis 6 wurden veröffentlicht, aber du warst bei diesen Büchern gar nicht involviert. Warum?
S. M. Sechi: Es gab ein paar Meinungsverschiedenheiten, die mich zu der Überzeugung brachten, die Bücher komplett aus der Produktreihe zu werfen.

Bangrim: Wie gefällt dir die D20 Version von Talislanta?
S. M. Sechi: Ich hab sie nie gespielt, daher kann ich dazu nichts sagen.

Bangrim: Talislanta ist eine Welt voller Magie, alten Zivilisationen und phantastischer Technologie. Hattest du jemals den Gedanken, die Schauplätze ins All zu bringen? 
S. M. Sechi: Ja! Es gab sogar ein Projekt, an dem ich eine Zeit lang gearbeitet habe, nämlich „Omniverse“. Es hat sich genau mit diesem Gedanken beschäftigt. Leider kam zu dem Zeitpunkt, als ich an „Omniverse“ gearbeitet habe, Spelljammer raus, also habe ich das Projekt aufgegeben.

Bangrim: Warum hast du dich beim Talislanta-System dafür entschieden, Archetypen zu benutzen?  Es hätte doch auch Möglichkeiten für eine freie Charaktererschaffung gegeben.
S. M. Sechi: Ich hatte das Gefühl, dass die Welt bereits sehr komplex ist und ich glaubte, dass es für Neulinge einfacher wäre, wenn ich ihnen vorgenerierte Archetypen bereitstelle. Es gibt so viele Rassen und Personen in Talislanta, das wäre sonst einfach zu kompliziert für neue Spieler.

Bangrim: Wenn du auf Talislanta leben könntest, wo würde es sein?
S. M. Sechi: Hahaha! Gute Frage! Ich glaube Cymril oder Altan wären schön, oder vielleicht auch das alte Archaeus.

Bangrim: Zu welcher deiner Kreationen hast du eine besondere Beziehung?
S. M. Sechi: Ich mag viele von ihnen, aber wenn ich ein paar Favoriten wählen würde, dann wären das die Ariane, Xambrian wizard hunters, Thralls und die Jaka. Meine Lieblingscharaktere waren die alten Archaen Magier wie Koraq, Viridian oder Arkpn. Ich finde, dass es sehr interessante Persönlichkeiten sind.

Bangrim: Hattest du jemals die Möglichkeit, die „Marke“ Talislanta vom RPG in andere Bereiche zu übertragen?
S. M. Sechi: Ich habe eine paar Talislanta Kurzgeschichten geschrieben, welche Wizard Of The Coast in den 1990ern veröffentlicht hat.  Vor ein paar Jahren habe ich einige Male versucht, einen Talislanta Roman zu schreiben. Ich hoffe immer noch, das sich irgendwann die Möglichkeit ergibt, einen Talislanta-Graphic-Novel oder einfach ein Comic-Buch zu machen. Außerdem würde ich auch sofort die Möglichkeit ergreifen, ein Talislanta-Videospiel zu machen. Wenn einer eurer Leser jemanden kennt, der ein Talislanta-Videospiel machen will, lass es mich wissen – ich schreibe dann die Musik dazu.

Bangrim: Neben deiner Arbeit als RPG-Autor hast du auch Musik komponiert. Erzähl uns doch ein bisschen darüber.
S. M. Sechi: Vor ca. 12-13 Jahren bin ich zurück zur Musik gekommen und habe angefangen, für verschiedene Musik-Bibliotheken zu komponieren. Seitdem haben ich an die 200 CDs produziert, alle mit unterschiedlichen Stilrichtungen. Von 70er Jahre Funk (mein Favorit!) über Reggae bis Nu Metal war alles dabei. Vor knapp 5  Jahren begann ich, Probe-CDs für Big Fish Audio zu schreiben und zu produzieren. Vor kurzem habe ich begonnen, virtuelle Instrumente für ihre Tochterfirma Vir2 zu produzieren. Ich beschäftige mich außerdem mit Sound Design, ein sehr interessantes Thema. Mittlerweile habe ich auch mein eigenes Aufnahmestudio, welches fast vollständig von meinen Trommeln, die ich aus Japan, China und Afrika habe, ausgefüllt wird. Falls sich eure Leser für meine Musik interessieren und auch Interesse haben, ein paar Proben zu hören, dann können sie das hier tun:
http://www.bigfishaudio.com/detail.html?512175

http://www.bigfishaudio.com/detail.html?511859

http://www.bigfishaudio.com/detail.html?513821

http://www.bigfishaudio.com/detail.html?1;16;1:::::::::Symphonic%20Manoeuvres%202:1586

Der letzte Link ist von einem Projekt mit einem 60 Mann Orchester das wir in Prag aufgenommen haben. Das war schon sehr cool.

Bangrim: Du hast auch 3 Soundtracks extra für Talislanta komponiert. Besteht eine Chance, das diese irgendwann auf Talislanta.com verfügbar sind?
S. M. Sechi: Das sind zum Teil meine ersten Stücke, die ich aufgenommen habe. Die Qualität ist hauptsächlich schlecht, weil ich damals eigentlich kein Equipment hatte, nur einen Ensoniq Sampler. Ich bin auch nicht scharf drauf, Werbung für dieses alte Material zu machen, aber ich glaube sie, dürften bereits auf der Website zu finden sein.

Bangrim: Du hattest ja schon gesagt, dass du eigentlich alle Stilrichtungen beim Komponieren ausprobiert hast, auch deine Arbeit bei bigfishaudio.com ist sehr facettenreich. Gibt es dennoch etwas, das du unbedingt noch ausprobieren möchtest?
S. M. Sechi: Ich würde wirklich gerne die Musik für ein Videospiel machen. Ich glaube, das würde mir Spaß machen.

Bangrim: Welche Tipps hast du für einen jungen Autor, der ein Rollenspiel schreiben möchte?
S. M. Sechi: Hmmm…. Gute Frage. Ich würde sagen – trotz der schwachen Absatzzahlen in der RPG Industrie, man sollte  ein Rollenspiel schreiben, wenn man das Schreiben und Rollenspiele liebt. Vielleicht macht man Geld damit, aber vielleicht auch nicht. Man wird jedoch sicher viel Spaß beim Schreiben haben und man wird viel übers Schreiben, Spiele und das Geschäft lernen. Ich hab das jedenfalls getan.

Bangrim: Wie startet man überhaupt beim Schreiben eines Rollenspiels?
S. M. Sechi: Ich habe damit angefangen, den Hintergrund zu schreiben, also Orte erschaffen, Kreaturen, Personen, Geschichte usw.. Ich habe das schon als Spielleiter gemacht, verschiedene kleine Sachen geschrieben, die ich dann zu meiner damaligen D&D-Kampagne hinzufügen konnte.  Die besten Ideen daraus wurden dann die Grundlage für Talislanta. Wenn ich mich korrekt erinnere, habe ich zwischen 50 und 65 Wochen für das Schreiben des ersten Talislanta-Buchs (Die Chroniken) und das Erschaffen von Design-Vorentwürfe für die wichtigsten Personen und Kreaturen gebraucht. Es war viel harte Arbeit, aber ich habe die Zeit genossen.

Bangrim: Hast du eine RPG-Anekdote, an die du dich gerne erinnerst?
S. M. Sechi: Ich hab ein paar, manche davon sind sogar richtig wild. Aber anstatt über diese zu reden, würde ich die Gelegenheit gerne nutzen, um 3 Leute hervorzuheben, die uns 1983 wirklich geholfen haben,  in der Branche Fuß zu fassen. Der erste, den ich nenne möchte, ist Scott Bizar von FGU (Fantasy Games Unlimited), welcher sich mit uns hinsetzte und unsere Fragen, die wir zum Geschäft hatten, beantwortete . Für einen Konkurrenten fand ich das extrem freundlich und selbstlos. Die anderen beiden sind Danny und Mike von „The Compleat Strategist“, für mich einfach der beste Spieleladen der Welt. Als wir Bard Games gegründet haben, sagten sie uns, dass sie unsere ersten Bücher sofort bestellen würden. Sie haben uns angetrieben und haben uns immer gut beraten. Außerdem gab es da ein paar nette Anekdoten, die ich hier aber nicht wiederholen kann.

Bangrim: Danke für das Interview, Steve!
S. M. Sechi: Danke, dass du mich interviewt hast. Außerdem danke ich allen Lesern, die jemals Talislanta oder ein anderes Bard-Games-Produkt gespielt haben. Ich habe eure Unterstützung immer geschätzt.

-> talislanta.com mit den angesprochenen zahllosen Downloads

[Pathfinder] Golarion – eine mehrteilige Vorstellung I

November 30, 2008

Argamae stellt die Welt des Pathfinder-Rollenspiels, Golarion, in mehreren Teilen und unterschiedlichen Aspekten vor:

Seit geraumer Zeit macht ja die Pathfinder-Kampagne des amerikanischen Verlags Paizo Publishing von sich reden. Aufbauend auf den OGL-Regeln des „bekanntesten Rollenspiels der Welt“ (sprich: D&D) ist mit „Pathfinder“ ja auch ein eigenes Rollenspielsystem in der letzten Testphase.

Cover des Pathfinder Chronicles Campaign Setting

Cover des Pathfinder Chronicles Campaign Setting

Ich widme mich hier aber der Hintergrundwelt an sich, die sich mit dem Hardcover „Pathfinder Chronicles Campaign Setting“ den 3.5-Regeln präsentiert. Zwischen den Buchdeckeln beschreiben über 250 vollfarbige Seiten eine Fantasywelt vom Schlage solcher Klassiker wie „Greyhawk“, den „Forgotten Realms“ oder auch Howard’s „Hyboria“ und Tolkiens Mittelerde.

Teile Golarions

Golarion - oder genauer: Teile Golarions

Die Welt selbst heißt GOLARION und soll in dieser Reihe Gegenstand von Diskussionen, Fragen und Kritik sein. (Forendiskussion im GK-Forum hier)

Olaf Buddenberg