Posts Tagged ‘John Carter’

GKpod #70 – Con Leo und Uhrwerk

Mai 13, 2017

Vor kurzen war der traditionelle Braunschweiger Rollenspielcon, der Conventus Leonis und zumindest Greifenklaue war als Supporter von GW vor Ort, um davon kurz zu berichten. Da auch der Uhrwerk vertreten war, wurden Patrick Götz und Robert Hamberger nach Verlagsneuigkeiten und zu ihrem Mutant Year Zero-Kickstart {Link} befragt.

Hier zum Download (Rechtsklick) oder dort zum direkt anhören.

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#RPGaDay 2015: Tag 1 – Welchem Spiel fieberst du am meisten entgegen?

August 1, 2015

Hmm, es gibt einiges, auf das ich mich freue: Numenera auf Deutsch, Symbaroum auf Deutsch, John Carter oder dem kürzlich angekündigten The Witcher RPG. Am meisten freue ich mich aber auf Starslayers (Website), welches mit der Vanilla-Sternenstreuner-Edition (heute erschienen als Zusammenfassung) ja schonmal in den Basismechanismen anzuschauen ist. Das einfache und schnelle System von DS auch im Weltraum, das dürfte recht spaßig werden – und einen Schub an Community-Aktivitäten auslösen! Sehr cool!

Einige Kollegen sind auch bei #RPGaDay dabei: Z.B. Clawdeen, Mondbuchstaben, Richtig Spielleiten., Xeledon, Christoph Daether oder Edieh.

Die Fragen kommen von Autokratik und ein Infovideo gibt es auch.

Barsoom! John Carter-Rollenspiel bei Modiphius

Juli 11, 2015

Der John Carter-Film ist gefloppt, leider gab es keine deutsche Neuauflage der schwer erhältlichen Bücher von Edgar Rice Burroughs. Aber Modiphius nimmt sich des Themas an und kündigt ein Rollenspiel auf Basis ihres 2d20-Systems in der lite-Version für 2015 an, außerdem Miniaturen und ein Brettspiel (beides 2016).

Barsoom!

Media Monday #168

September 15, 2014

Im 168. Media Monday geht es bei mir um Torture Horror auf Ravenloft mit Teigtaschen und warum Man-at-arms zusammen mit den Guardians of the Galaxy zwar ein gutes team für Sword’n’planet wären, aber ein Zombie-Spinnen-Massaker nicht durchgestanden hätten … Was die anderen so für Probleme plagen, kann bei Fragesteller Wulf vom Medien-Journal nachlesen.

1. Das infernalische Zombie-Spinnen-Massaker von David Wong war mir persönlich deutlich zu langatmig – das 14 (!)-stündige Hörbuch gelesen von Martin Baltscheid hab ich nach zwei Stunden abgebrochen. Die Stimme gefiel mir nicht, die Handlung öde, der Humor nicht bemerkbar und irgendwie wirr ohne Ende. Trotz es Titels, raus aus dem CD-Player!

2. Fragwürdige Moral gibt es z.B. in Ravenloft zur Genüge. Unsere Schlangenschädelrunde hat es dorthin verschlagen und es gab heute einige fragwürdige Entscheidung … Aber genau das ist das tolle an Rollenspielen, man trifft seine entscheidungen selbst und sieht, was passiert, wie die Welt darauf reagiert.

3. Torture Horror würde ich schon aus Prinzip nicht schauen/lesen, denn das überschreitet meinen Kompfortbereich zu häufig. Ich höre gerade ein Hörbuch über Serienkilleropfer, die auch zu Wort kommen (also, von einer weiteren Sprecherin eingesprochen), das geht mir schon ziemlich an die Nieren, sehen möchte ich das nicht auch noch… Da reicht mir dann Criminal Minds.

4. Will man mir so richtigen Ekel verursachen in einem Film, gibt es nichts effektiveres als Teigtaschen, denn da kann man richtig ekelige Sachen reinpacken. Ich erinnere mich mit Ekel an einen koreanischen Horrorschinken …

5. Helden der Kindheit: Für mich wird es nie einen besseren Masters of the Universe geben als Man-at-arms, schließlich hat er die ganzen Superwaffen der Masters erfunden, quasi der Ingenieur der Masters.

6. Warum gibt eigentlich nicht mehr Romane, die sich mit Sword’n’Planet beschäftigen. John Carter oder Jason Napier, die rocken doch einfach …

7. Zuletzt gesehen habe ich Guardians of the Galaxy und das war ja mal mega, weil da alles von A-Z passt. Humor, Coolness, Effekte, Drumherum. Popkornkino par excellence.

Media Monday #161

Juli 28, 2014

Im Banne der Terra Fantasy könnte der Media Monday diesmal auch heißen … Die Übersicht wieder bei Wulf vom Medien-Journal.

1. Das Stilmittel, Splitscreens einzusetzen, erinnert mich sofort an 24. Und dazu immer die geile Uhr. Wunderbares Stilmittel.

2. Selten gab es eine unsympathischere Hauptfigur als Tarzan in TKKG, denn ständig fokussiert sich die Handlung auf ihn, er kann und löst alles (Mary Sue), behandelt andere Menschen … sehr merkwürdig, hat eine ekelhafte Doppelmoral, nervt ständig, kann Judo wie ein Weltmeister und hätte als Blockwart Tim oder IM Tarzan wohl eine große Karriere gehabt.

3. Terra Fantasy hat man mich im Grunde schon am Haken, weil ich durch einenConan-Podcast und einen Lankhmar-Comic über Fafhrd und der Graue Mausling gerade extrem jipperig auf diese congeniale (und steinalte) Buchreihe mit den Granden der Fantasy-Literatur bin. Hab irgendwie gleich nen Haufen bei eBay ersteigert … Uhh, Brak der Barbar, Jak Vance, gerade angefangen mit Edgar Rice Burroughs mit John Carter von Mars 2, auch bestes Sword’n’Planet, wenn auch außerhalb dieser Reihe.

4. Es wird allerhöchste Zeit, dass der Hype um City of Bones ein Ende findet, denn der Ableger Clockwork Angel / Chronik der Schattenjäger ist unsäglich.

5. Bester Nebeneffekt, mich mit meinen Seh- und/oder Lese-Gewohnheiten auf meinem Blog auseinanderzusetzen ist das bewusste Auseinandersetzen, was ich als nächstes sehen und lesen will und werde.

6. Von DSA 4 kann ich mich nur kopfschüttelnd abwenden, weil es für mich dysfunktional ist. Es versucht super-hyper-simulatorisch zu sein und verrennt sich in einem Werteschwall, der letztlich gar nix simuliert. Das ganze hab ich in der letzten Ausgabe unseres Podcast bresprochen, der geht aber erst morgen online (Aber wer auf Hoeneßsche Wutreden steht gemixt mit Fassungslosigkeit, wird gut unterhalten werden).

7. Zuletzt gesehen habe ich Death Race (das Remake mit Jason Statham) und das war sehr mäßig, weil es nicht an die Schwarzhumorigkeit des Originals noch an die Bildgewalt und Endzeitstimmung vom 3. Remaketeil heranreichen konnte. Schade!

Media Monday #137

Februar 10, 2014

Wieder ein Media Monday vom Medienjournal mit 7 Fragen.

1. Weil ich die Diskussion bei Facebook aufgeschnappt habe, gebe ich die Frage gerne direkt weiter: Welcher Film hätte eurer Meinung nach durch die Beteiligung von Drachen enorm gewonnen? – Als Fantasyfan … So mancher. Speziell einiges von den Barbaren- oder Zombietrash, den ich ab und an gucke … Auf der anderen Seite muss ich ehrlich sagen, dass es lange gedauert hat, dass Drachen so richtig gut dargestellt werden. Aber ich bin mir sicher, dass das letztjährige Endzeittrio um After Earth, Oblivion und Elysium nur von Drachen hätte profitieren können. Und sei es deren realweltliches Auftreten und vorzeitiges Verbrennen des Drehmaterials … An das Fantasy-Endzeit-Crossover von Herrschaft des Feuers kommen sie wohl aber so oder so nicht ran …

2. Wie wichtig ist euch die musikalische Untermalung bei Filmen? Und bevorzugt ihr eher Soundtracks oder Scores? – Extrem wichtig und eher Scores. Gravity war hier tief beeindruckend. Oder auch Hannibal. Dauerhaft bedrückend. Ich kauf auch gerne die CDs, die ich als Hintergrundmusik im Rollenspiel nutze. Songs dürfen es aber auch gern sein, gerade in Gegenwartsfilmen passig – Nicht mein Tag fällt mir da als stimmiges Beispiel ein! Meistgenutzt ist im übrigen – natürlich  Conan.

3. Aber wo wir gerade schon einmal beim Thema Musik sind: Es gibt ja diverse Filme, wo Stars sich auch mal als Gesangstalente versuchen. Welche dieser Darbietungen hat euch am meisten imponiert? – Uffz. Spontan fällt mir da nur das Buffymusical ein … Und, ahh, doch, das Lied der Brunnen`G aus Lexx – das war klasse! Mit etwas Google Fu:

4. Manche Reihen (also von Büchern, Serien oder Comics) scheinen sich endlos hinzuziehen. Manche verlieren im Laufe der Zeit an Qualität, manche halten ein konstant hohes Niveau. Wie steht ihr zu solchen Neverending-Stories und was wären eurer Meinung nach Positiv- oder Negativbeispiele? – Fangen wir bei den Positivbeispielen an: Walking Dead. Die Comicreihe hab ich innerhalb von zwei Wochen von Band 1 bis zum damals aktuellen Band 17 durchgelesen – und find den Comic auch heute noch deutlich stärker als die auch tolle Fernsehserie. Neue Bände besorg ich mir fix. Ein Negativbeispiel ist für mich Perry Rhodan. Nach den ersten 42 Hardcovern war ich damit endgültig durch …

Edit: Ein weiteres Negativbeispiel ist für mich die Hörspielreihe Gabriel Burns. Die hat ja nicht umsonst eine riesige Hörspielwelle nach sich gezogen, aber nsach den ersten zehn, zwölf Folgen wurde die Serie zäh wie Kaugummi. Extremst schade!

5. Ich tue mich im Moment ein wenig schwer, all die Serien, Filme, Comics und Bücher zu sichten, die mich interessieren würden. Wie geht es euch in der Beziehung? Fühlt ihr euch auch manchmal erschlagen von der Flut an Neuveröffentlichungen und Altlasten oder seht ihr das ganz entspannt? Habt ihr schon mal eine Reihe bewusst nicht begonnen, in dem Wissen, dass diese zu viel eurer Zeit beanspruchen würde? – Hmm. Gerade bei Serien und Filmen bin ich recht entspannt. Entweder kann ich sie ertauschen – oder ich warte auf Tiefpreise. Da der Stapel an interessanten Sachen eigentlich groß ist, entsteht kein Druck. Comics sind rasch durch und ich bin da breitgefächert. Marvel Ultimate Collection gibts im Abo, ansonsten mal Kram, der mich spontan interessiert. Bücher. Da hat sich mein Interesse gewandelt. Ab und an rezensier ich neues, lese aber mittlerweile gern altes. Gerade Edgar Rice Burroughs John Carter vom Mars 2: Göttin des Mars von 1972 (also die Ausgabe, die Geschichte ist von 1918) ertauscht und da hab ich so richtig Bock drauf! Warum schreibt heute keiner mehr so heiße Scheiße? Wo ich relativ aktuell zuschlage sind Brettspiele und Rollenspiele! Gerade bei letzteren kenne ich bei Sachen, die mich interessieren, kein Halten!

6. Gewalt und Nacktheit waren seit jeher die die größten Aufreger im Film- und Serienbusiness und brachten und bringen immer wieder die Leute auf die Barrikaden. Wie steht ihr dazu? Gewollte Provokation, sinnvolles Stilmittel, überflüssige Effekthascherei oder Freiheit der Kunstschaffenden? – Hmm. Manche Sachen muss ich mir selbst auch nicht antun (diese extremen Slasher-Kram ist eher nix für mich), solange aber FSk 18 drauf steht, soll es sich der holen, der es sehen will. Mit drei Klicks fände er ehh krasseres im Netz.

7. Meine zuletzt gelesenes Buch war American Gods von Neil Gaiman und das war zäh, weil Gaiman nicht auf den Punkt kommen will. Die Handlung ist sicherlich ungewohnt, die Elemente so noch nicht gelesen, aber Handlung, wo ist die Handlung? Meine Erwartungen an Gaiman waren vermutlich viel zu hoch, aber ich dachte, das würde deutlich mehr prickeln.

[Rezi] Space 1889

Januar 14, 2013

Beim Würfelheld hab ich neulich eine Rezi zum Space 1889-Grundregelwerk geschrieben, welches ich Euch  nicht vorenthalten will.

Mit Space 1889 legt der Uhrwerkverlag diesen Klassiker von 1988 erstmals in deutscher Sprache vor. Für 39,95 gibt es ein 264-seitiges Hardcoverregelwerk basierend auf den Ubiquity-Regeln, wie schon das Schwesterspiel Hollow Earth Expedition.

Space 1889 bezeichnet sich selbst als Science Fiction-Abenteuerspiel, in der Wiki wird es als Steampunk-Rollenspiel bezeichnet, ich würde am ehesten zum Begriff Sword and Planet-Rollenspiel bezeichnen, jenes Genre, welches handfeste Sword & Sorcery-Fantasy auf fremde Planeten erweitert. Ob Jules Vernes oder Tarzan-Erfinder E.R. Burroughs mit seinen Carson Napier (Venus)- oder den kürzlich verfilmten John Carter (Mars)-Romanen, genau dies ist der Stoff, der mit Space 1889 funktioniert.

Ausgangspunkt ist der Äther, ein hypothetisches Medium, welches für die Ausbreitung von Licht und anderen elekrtromagnetischen Wellen verantwortlich ist, noch heute nutzen wir beim Radio den Begriff „über den Äther senden“, obwohl die Äthertheorie seit den Maxwell-Gleichungen verworfen wurde. Für Space 1889 gilt nicht nur die Existenz des Äthers, sondern es wurde 1870 von Thomas Edison ein Antrieb entwickelt, um damit die Distanz zwischen Planeten zu überwinden – und entdeckt wurden die fremdartigen Kulturen von Mars, Venus und Merkur.

Und natürlich ist die Gesellschaftordnung der 1890 eine ganz andere als heute, eben die viktorianische Zeit die ins Weltall gebracht wird. Generell eine Art Kolonialzeit im Weltraum. In der Beschreibung sind Erde und Mars etwa 40 Seiten, der Venus 25 und dem Merkur 8 Seiten gewidmet, während der unbewohnte Mond etwa eine Seite hat. Die Länder der Erde werden recht umfangreich beschrieben mit dem Schwerpunkt auf Großbritannien , wo auch die viktorianische Gesellschaftsstruktur intensiv beschrieben wird. Aber auch Deutschland und die wilhelminische Gesellschaft kommt nicht zu kurz. USA und CSA sind im Unterschied zur Historie noch geteilt, der Wilde Westen ist das neutrale Gebiet zwischen beiden Parteien. Insgesamt finden auch viele kleine Staaten Einzug, so dass man einen recht umfassenden Eindruck bekommt und auch Ansätze für exotischere Schauplätze auf der Erde hat.

Der Mars ist bevölkert von den Überresten einer zerfallenen Hochkultur, trockengelegte Marskanäle zeugen davon. Der Mars ist von zahlreichen Stadtstaaten durchzogen, die sich vor der Ankunft der Erdbesucher in einem fragilen Gleichgewicht befand. Als Kulturen werden Kanalmarsianer, Hügelmarsianer und Hochlandmarsianer vorgestellt, die exotische Fauna des Planeten, ihre typischen Landschaften und die wichtigsten Staaten. Der Raumhafen Syrtis Major, einst Hauptstadt eines marsumspannenden Imperiums, nun von den Briten annektiert wird, wird eine längere Beschreibung anhand einiger Gebäude und Viertel eingeräumt. Es folgt der vielleicht wichtigste Teil, nämlich die Aktivitäten der verschiedenen Erdkolonialmächte auf dem Mars. Zuguterletzt wird der vielleicht wichtigste Rohstoff des Mars beschrieben, Flugholz, welches Flüge in der Atmosphäre möglich macht, ohne auf Helium- oder Wasserstoffballons angewiesen zu sein. Beide Marsmonde finden noch Erwähnung, liefert aber nur ein paar trockene Fakten und macht einen Ausflug dahin nicht gerade attraktiv.

Auf dem Dschungelplaneten Venus dominieren eher die Deutschen und die Beschreibung geht erstmal ausführlich auf die verschiedenen Venus-Expedition ein, aus denen man einige Abenteuerideen ziehen kann. Die Venus beheimatet Echsenmenschen – und außerdem viele Saurierarten. Neben den unterschiedlichen Subkulturen der Echsenmenschen wird wieder besonders viel Wert auf die verschiedenen Kolonialmächte gelegt, als Beispielstadt dient hier Venusstadt, die Hauptstadt des deutschen Schutzgebiets.

Der Merkur schließlich enthüllt dem Ätherreisenden sein Janusgesicht: da er der Sonne immer die selbe Seite zuwendet, gibt es eine ewighelle Hemisphäre mit glühenden Wüsten und kochenden Ödland und eine tiefdunkle Hemisphäre mit Eissteppen und Trockeneiswüsten. Dazwischen liegt der Dämmerungsgürtel, welcher für Menschen erträgliche Temperaturen aufweist. Trotzdem hat sich auch auf dem Merkur eine reichhaltige Flora und Fauna entwickelt, wobei die Entdecker eher an den zahlreichen Rohstoffe des Merkur interessiert, wobei erst die Briten eine Station etabliert haben – quasi der Planet für SC, die noch Entdeckergelüste in sich haben.

Auf knapp sechs Seiten wird dem Wesen des Äthers und auf interstellare Reisen eingegangen, allerdings gibt es nix zu Schiffskämpfen im Äther. Eine Seite (!) sind den Geheimnissen zwischen den Sternen gewidmet, um den Spielleitern Material und Infos an die Hand zu geben, ihr Forscher- und Erkunderherz höher schlagen zu lassen – hier wäre mehr mehr gewesen.

Als System für die Neuauflage wurde wie schon bei Hollow Earth Expedition das Ubiquity-System gewählt. Das System will dabei zwischen den Extremen alles nur auswürfeln und alles auserzählen vermitteln und beiden Fraktionen etwas bieten – das beste beider Welten sozusagen. Ich gestehe, bei mir kommt das gar nicht so gut an, den das, was von beiden Welten einfließt, ist nicht unbedingt das beste … Grundsätzlich kann man jeden Würfel mit gerader Augenzahl für Ubiquity nutzen, muss sich nur vorher festlegen, ob gerade oder ungerade als Erfolg zählt. Hat man beispielweise einen Pool von 8 Würfeln, darf man Proben bis zu einer Schwierigkeit von 4, bei der also vier Erfolge benötigt werden, vermeiden und automatisch als erfolgreich annehmen. Würde der Pool 7 Würfel umfassen, muss man nur gucken, ob der 7te Würfel zum Erfolg- oder Mißerfolg führt. So kann man Würfelwürfe sparen.

Bei der Charaktererschaffung gibt es klassische Kost: 15 Archetypen (z.B. Missionar, Soldat oder Berühmtheit), 6 primäre Attribute (die klassischen 6 aus DnD-Zeiten), 6 sekundäre Attribute (abgeleitete Größen wie Größe, Wahrnehmung, Betäubt), Fertigkeiten (etwa 30 verschiedene stehen zur Auswahl, von Akrobatik über Naturwissenschaften bis zu Überleben) , Talente, Ressourcen und Schwächen. Die letzten drei sollen den Charakter abrunden und individualisieren. Zwei Talente und/oder Ressourcen dürfen gewählt werden, der Unterschied ist, dass ersteres angeboren ist und zweiteres später verloren und dazugewonnen werden kann, daher gibt es auch verschiedene Stufen bei Ressourcen. 75 Talente stehen zur Auswahl, bei den Ressourcen gibt es 10 Kategorien. Knapp 35 Schwächen stehen zur Auswahl, wovon man sich eine aussucht, auch hier können weitere hinzukommen oder abgebaut werden. Immer, wenn man sie ins Spiel einbringt, gibt es einen Stilpunkt, die Bennies bei Ubiquity. Apropos, wer weitere Stilpunkte haben will, hat z.B. folgende Möglichkeit, ich zitiere: „Sie benutzen Requisiten oder ein Kostüm für ihren Charakter – 1 Punkt“.

Zum gleich Losspielen stehen 8 fertige Charaktere, davon drei Weibliche, vom marsianischen Butler über den Sensationsreporter bis zur Steppenprinzessin zur Verfügung mit gelungen ganzseitigen Illus.

Das Setting hat ja seit der Erstauflage 1988 eine längere Publikationsgeschichte hinter sich, die auch von mehreren Systemen begleitet wurde. Das Originalsetting fokussiert sich auf den Mars und bietet ein deutlich taktischeres System, auch die Reinkarnation 2010 Space 1889: Red Sands, hat den Mars im Fokus und bietet mit Savage Worlds ein ziemlich bekanntes System. Die deutsche Veröffentlichung von 2012 erweitert den bisherigen Fokus auf die anderen, inneren Planeten, ändert einige geschichtliche Details (so existiert die CSA noch) und bietet mit Ubiquity ein deutlich erzähllastigeres System. Ein erster Anlaufpunkt für die verschiedenen Versionen ist der Space 1889-Wikiartikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Space_1889

Mir persönlich hat das Ubiquity-System gar nicht zugesagt, allerdings habe ich es mit dem Desolation-Hintergrund probegespielt. Zwar ist es schön und gut, Würfelwürfe vermeiden zu können – ich mag ausdrücklich Take 10 / 20 bei d20 – aber das Würfelsystem drumherum muss passen. Hier hat mir Ubiquity schlicht zu wenig Substanz, zu wenig interessante Mechanismen, zu wenig taktische Möglichkeiten.

Das Setting hingegen ist in meinen Augen großartig und macht den Kauf mehr als wett. Angefixt durch einige Sword & Planet-Romane aus Burroughs Feder macht das Lesen viel Freude. Ältere Ausgaben sollen die Infos etwas kürzer und knackiger präsentieren, aber zu 75% lässt sich auch hier das gelesene spielrelevant einbinden. Allein der relativ kurze Teil Spielleitergeheimnisse ist schade. Mehr Plothooks oder ein Beispielabenteuer hätten dem Werk gut zu Gesicht gestanden. Apropos Gesicht, das Äußere passt. Karten, Layout, Illustrationen und Cover, alles wirkt passig und in sich stimmig.

Fazit: Endlich kommt einer der Klassiker der 80er Jahre auf Deutsch. Wenn auch das System mich nicht überzeugen kann, löst doch das Setting Begeisterung aus. Wer mal Lust auf einen ungewöhnlichen Hintergrund hat, die John Carter-Kinoversion besser gemacht hätte oder Jules Verne mag, findet hier ein großartiges Werk.