Tagebuch Mystara / Karameikos VII – Hilfesuchender Doppelgänger hinter der Luke

Weiter geht es mit dem Tagebuch, erneut von Herbstmonster geschrieben.

Reisetagebuch von Dagan Coaldigger

Tag 6 (Soladain 14. Nuwmont 1000 (Fortsetzung)

Die Tür ist so fest verschlossen wie bei unserer ersten Untersuchung. Wir haben zwar von Caldwell diese Schriftrolle zum Öffnen der Tür erhalten, würden diese aber sehr gerne aufsparen. Wer weiß, was uns noch alles hinter dieser Tür erwartet. Außerdem meint Sedrik, dass solch ein niedergeschriebener Zauber sehr wertvoll sei und er ihn ungern verschwenden möchte.
Cleston versucht mit der Spitzhacke ein Loch in die Mauer zu schlagen. Tatsächlich gelingt es ihm ein paar Stücke der Mauer zu lösen. Für einen Durchgang würden wir aber wohl sehr viel Zeit benötigen, zumal wir nur eine Spitzhacke dabei haben und Amaron, Sedrik und die Elfe kaum genügend Kraft aufbringen könnten.
Die Tür scheint ein lohnenderes Ziel. Aber auch hier ist es sehr mühsam die verstärkten Holzbohlen zu zerstören.
Cleston benötigt einige gezielte Schläge, bevor ein kleines Loch im unteren Bereich der Tür entsteht. Der Raum hinter der Tür ist Fensterlos und somit zu dunkel um etwas zu erkennen.
Es ist sicherlich möglich den unteren Bereich der Tür aufzuschlagen, um dort für uns eine Art Durchgang zu schaffen. Die Eisenverstärkung jedoch wird mit der Hacke kaum aufzubrechen sein.
Was aber, wenn wir flüchten müssen? Diese Ruine hatte schon einige Überraschungen für uns parat und ein Fluchtweg, den wir nur nacheinander kriechend benutzen können, sorgt nicht dafür, dass wir uns sicherer fühlen.
Sedrik sieht dies wohl ähnlich, denn er kramt bereits die Schriftrolle hervor. Nach ein paar gemurmelten Worten zeigt die Magie der Rolle ihre Wirkung. Gut hörbar entriegelt sich die Tür ohne weiteres Zutun durch uns. Der Weg ist frei.
Der Raum ist leer. Doch nach einer kurzen Untersuchung finden wir eine Luke im Boden. Diese Ruine hat also mindestens einen Kellerraum. Aber vermutlich erwartet uns dort noch mehr.
Amaron untersucht die Luke auf verborgene Fallen. Trotz intensiver Suche findet er aber keinerlei Ungewöhnlichkeiten. Diese Luke scheint zudem auch nur von oben zu öffnen zu sein.
Eine Luke, die nicht von unten zu öffnen ist. Eine magisch verschlossene Tür. Was erwartet uns hinter dieser Luke?

Wir wollen versuchen die Statue erneut zu befragen. Vielleicht hat sie Antworten für uns, wobei wir an diesem Tag die magische Energie der Statue wahrscheinlich schon aufgebraucht haben.
Wir werden zuerst die Räume zum und im Innenhof untersuchen. Vielleicht reicht die Zeit der Statue für eine magische ‚Aufladung‘.
Von den drei Türen auf der Rückseite des Hofes haben wir bisher nur die mittlere geöffnet. Die beiden anderen Räume haben wir noch nicht betreten.
Der erste Raum ist bis auf ein paar Spinnweben leer. Eine Durchsuchung des Raumes führt ebenfalls zu nichts.
Der zweite Raum scheint ebenfalls leer zu sein. Als Cleston den Raum betritt werden wir eines Besseren belehrt.
Eine riesige Spinne springt Cleston auf den Rücken und versucht ihn zu beißen. Der Körper der Spinne ist riesig. Die Beine eingerechnet ist diese Kreatur sicher zwei Schritt groß. Amaron zückt seine Armbrust und Feylariel ihren Bogen.
Einen gezielten Schlag durch die Tür kann ich mit meiner Streitaxt nicht führen, zumal ich Cleston nicht unabsichtlich dabei verletzen will. Mein Schlag geht ins Leere, aber Feylariels Pfeil trifft das Vieh im Rücken.
Cleston versucht die Spinne abzuschütteln aber es gelingt ihm nicht. Die Spinne klammert sich mit ihren Beinen fest und beißt erneut zu. Und trifft.
Cleston schreit auf und geht zu Boden.
Ein Pfeil und ein Bolzen treffen die Spinne. Und auch ich kann nun einen wuchtigen Schlag landen. Ein Volltreffer. Die Beine der Spinne krampfen zusammen und sie rollt von Cleston herunter. Sie ist tot.
Cleston scheint Glück gehabt zu haben. Feylariel erklärt, dass das Gift dieser Krabbenspinne tödlich sein kann, wenn es in die Blutbahn gelangt. Hätte sie Cleston an einer anderen Stelle getroffen wäre er vermutlich an dieser Verwundung gestorben.
Amaron zündet mit der Fackel die Netze der Spinne an. Sollten sich hier noch weitere Spinnen oder Eier befinden, so sollen sie verbrennen.
Der mittlere Raum ist der zweite Durchgang zum Innenhof, welchen wir von den Wölfen befreit haben. Die Tür zum Hof lässt sich nicht sehr leicht öffnen. Mit etwas mehr Kraft gelingt es aber.
Der Innenhof war anscheinend ein mal ein Garten. Jetzt jedoch finden wir hier nur hohes Gras, kahle Büsche und einen einsamen Baum in der Mitte. Er trägt kein Laub und ich bezweifle, dass er im Frühjahr neue Triebe haben wird. Diese Ulme scheint nicht mehr zu leben.
Vom Innenhof führen vier Türen in weitere Räume. Jeweils zwei pro Seite.
Sehr vorsichtig durchsuchen wir diese Räume. Hier wartet kein Getier darauf uns anzufallen. Die Schlafräume sind etwas luxuriöser ausgestattet als die Schlafräume außerhalb des Hofes. Hier werden wohl die Besitzer des Schlosses geschlafen haben.
Bis auf einen kleinen Sack mit Münzen finden wir hier nichts Besonderes.
Zeit, die Statue zu befragen.
Wie befürchtet rührt sich die Statue nicht. Vermutlich müssen wir eine Nacht abwarten, bevor wir sie erneut befragen können.

Wir werden uns also um die Luke kümmern.
Sie lässt sich auch ohne Probleme öffnen. Amarons Erkenntnisse werden bestätigt, als wir uns das Schloss der Luke ansehen. Es gab anscheinend ein mal einen Mechanismus, mit dem die Luke auch von unten zu öffnen wäre. Dieser wurde jedoch entfernt, so dass die Luke nun nur noch von oben betätigt werden kann. Wir müssen also entweder den Schließmechanismus blockieren oder einen Gefährten außerhalb des Kellers zurücklassen.
Wir binden eine Lampe an ein Seil und lassen es in den Keller herunter. Eine Leiter aus Metall ist direkt an der Luke befestigt und mündet mitten im Raum darunter. Der Raum wird spärlich erleuchtet. Etwa drei Meter unter der Luke ist der Boden zu sehen. Ein Ausgang ist nicht zu erkennen. Wir werden also herunterklettern müssen.
Sedrik bleibt oben. Wir sind der Meinung, dass wir das Schloss nicht blockieren sollten. Vielleicht benötigen wir es noch.
Ich klettere die Leiter herunter und die anderen folgen mir.
Der Raum hat eine Öffnung zu einem Gang. Die Wände sind grob gehauen. Dieser Raum wurde anscheinend direkt aus dem Fels geschlagen, der das Fundament der Burg ist.
Wir werden die Gänge untersuchen. Sedrik wird oben auf uns warten.
Gleich der erste Raum, der von dem Gang abgeht, birgt eine Überraschung.
Wir treffen auf eine junge Frau. Sie ist dreckig und ausgemergelt. Sie stellt sich als Delana vor. Sie sei vor einer Woche von Räubern gefangen genommen und hier in diesem Keller eigesperrt worden. Ihre beiden Begleiter Brem und Darag wurden ebenfalls gefangen, allerdings wisse sie nicht, wo sie abgeblieben seien.
Ich glaube dieser Frau kein Wort. Wie hat sie eine Woche hier unten überlebt? Warum ist sie mit einem magischen Bann eingesperrt worden, wenn sie doch nur eine schwache Frau ist?
Cleston spricht ihr Mut zu und sie klammert sich eng an ihn. Sie möchte so schnell wie möglich aus diesem Keller heraus. Cleston verspricht es ihr, jedoch erst nachdem wir die weiteren Räume im Keller untersucht haben.
Die Frau sträubt sich und bittet inständig, dass sie sofort nach oben gebracht wird. Cleston ist fast gewillt dieser Bitte nachzugeben. Wir können ihn aber überreden diese Frau nicht sofort nach oben zu bringen.
Bruder Cleston scheint immer an das Gute im Menschen zu glauben. Er hat sich schon mal geirrt und ich habe so das Gefühl, dass auch er sich auch in diesem Fall zu leicht an der Nase herumführen lässt.
Delana wirft mir wütende Blicke herüber. Aber was kümmert mich der Zorn einer schwachen Menschenfrau. Und wenn sie nicht das ist, was sie vorgibt zu sein, wird sie auch meinen Zorn zu spüren bekommen.
Der Raum scheint nicht fertig gestellt. Die hintere Wand ist nur sehr grob aus dem Fels gehauen. Vielleicht eine Art Küche? Jedenfalls befindet sich hier ein Tisch mit Stühlen. Und auf zweien sitzen Skelette an dem Tisch.
Dies werden wohl kaum die beiden Begleiter von Delana sein. In einer Woche skelettiert ein Mensch nicht. Und falls doch war hier Magie im Spiel.
Amaron will den Tisch und die Skelette näher betrachten. Vorsichtig nähert er sich ihnen. Jedoch wohl nicht vorsichtig genug. Der Arm des einen Skelettes rutscht vom Tisch. Hat Amaron das Skelett beim vorbei gehen berührt?
Diese Frage wird schnell beantwortet, denn die beiden Skelette erheben sich und bewegen sich auf uns zu.
Wir reagieren weit weniger geschockt als bei unserer ersten Begegnung mit dieser Art von Untoten. Doch bevor ich mich auf die Skelette stürzen kann, spricht Cleston eine Art Beschwörung.
Die Skelette scheinen verängstigt. Soweit man in den Schädeln überhaupt eine Gefühlregung zu erkennen vermag. Jedenfalls ziehen sie sich hinter den Tisch in eine Ecke zurück.
Durch den Tisch ist nicht viel Platz zum Kämpfen. Cleston und ich greifen die Skelette an von der Seite an. Der Tisch versperrt den übrigen Raum.

Amaron zückt seinen Dolch und springt auf den Tisch, um von dort angreifen zu können. Er hätte sich den Tisch aber besser ansehen sollen, dann wäre ihm aufgefallen, dass der Tisch morsch ist und garantiert nicht das Gewicht eines Menschen aushalten kann.
Mit einem lauten Krachen stürzt der Tisch in sich zusammen und Amaron mit ihm.
Der Kampf ist schnell vorbei. Die Skelette sind schnell besiegt und Amaron muss gar nicht mehr eingreifen. In diesem Getümmel hat aber niemand auf Delana geachtet. Sie ist verschwunden.
Cleston reagiert als erster und stürzt ihr nach. Auch ich laufe so schnell meine Füße tragen zum Raum mit der Luke. Cleston hat die Leiter bereits zur Hälfte erklommen, als ich in dem Raum ankomme. Sedrik ist nicht zu sehen.
Ich klettere die Leiter herauf, schlüpfe durch die Luke und verlasse den Raum. Ich kann gerade noch erkennen, dass Cleston durch die Tür zum Vorratslager verschwindet.
Ich haste ihm nach und erreiche den Raum ein paar Augenblicke später. Das Bild, welches sich mir nun zeigt könnte kaum verwirrender sein.
Cleston steht nach wie vor im Durchgang und starrt auf Sedrik. Auf den Linken.
Ihm gegenüber steht ebenfalls Sedrik. Beide haben ihr Schwert gezückt und beide bluten aus einer Wunde an der Schulter. Das ist kein Spiegelbild, es befinden sich tatsächlich zwei Personen in dem Raum, die einander auf das Haar gleichen.
Cleston scheint genauso verwirrt wie ich. Die beiden Personen kämpfen nun nicht mehr sondern versuchen uns durch lautes Rufen davon zu überzeugen, dass sie der echte Sedrik seien.
Kurze Zeit später erreichen auch Amaron und Feylariel den Durchgang und staunen sprachlos.
Alles, was die beiden Sedriks sagen, ergibt Sinn. Wir beschließen, die beiden getrennt voneinander zu befragen. Amaron und ich führen den einen Sedrik in einen Nebenraum. Feylariel und Cleston bleiben im Vorratsraum, um die Befragung beim Anderen zu starten.
Der Eine muss ein Zauberer sein. Aber wie wir das herausfinden wollen, weiß ich nicht. ‚Unser‘ Sedrik benimmt sich jedenfalls sehr auffällig. Ich herrsche ihn an still zu sein, aber er hört nicht auf mich. Er hat wohl noch nie einen wütenden Zwerg erlebt.
Jetzt holt er auch noch seine Panflöte heraus und will darauf spielen. Ich lasse mich doch nicht verzaubern! Aber trotz meiner Drohung will er die Flöte nicht wieder einpacken. Mein Schlag mit der Axt verfehlt die Flöte knapp. Wenigstens weiß Sedrik nun, dass ich es Ernst meine und er steckt die Flöte wieder weg.
Als er anfängt eine Geschichte zu erzählen reicht eine laut ausgesprochene Warnung ihn verstummen zu lassen. Wer weiß schon, wie dieser Zauber gesprochen werden muss? Ich lasse mich jedenfalls nicht so leicht überrumpeln.
Nach kurzer Zeit erscheint Feylariel und bittet mich zu Cleston rüber zu gehen. Sie wird mit Amaron warten. Ihre Befragung hat bisher nichts ergeben. Beide scheinen die gleichen Erinnerungen zu besitzen.
Cleston erzählt mir, dass wir versuchen sollten den Sedrik Bewusstlos zu schlagen. Vielleicht gelingt es so den Zauber zu brechen und er verwandelt sich zurück. Wir wollen hier starten und uns danach um den Anderen kümmern.
Nach einem kurzen Kampf gelingt es uns Sedrik zu überwältigen. Cleston trifft ihn mit der stumpfen Seite am Kopf und er sinkt zu Boden. Der gewünschte Erfolg bleibt jedoch aus. Entweder ist der Zauber stärker als das Bewusstsein oder wir haben hier den echten Sedrik ins Reich der Träume geschickt.
Zur Sicherheit fesseln und knebeln wir den schlafenden Sedrik. Cleston stülpt ihm noch einen Sack über den Kopf. Wir lassen ihn liegen und gehen herüber in den anderen Raum. Feylariel wird beim Gefesselten Wache halten während wir diese Prozedur beim anderen Sedrik wiederholen wollen.

Es gelingt uns aber nicht. Dieser Sedrik scheint zu ahnen, was wir vorhaben und wehrt sich so gut er kann. Noch bevor wir einen Schlag landen können werden wir durch Feylariels Schrei aus dem Nachbarraum abgelenkt.
Verdammt. Sie hätte nicht allein Wache halten sollen.
Wir stürzen in den Raum und uns stehen zwei Feylariel gegenüber.
Aber dieses Mal können wir die Echte von der Falschen unterscheiden. Um die Beine der Einen liegt das Seil, mit dem wir Sedrik gefesselt hatten. Dies muss die falsche Feylariel sein.
Amaron verschießt einen Armbrust-Bolzen und trifft genau. Und dieser Treffer zeigt Wirkung. Die falsche Feylariel verändert sich. Das zarte, makellose Gesicht der Elfe verzerrt sich zu einer Fratze. Und mit einem Kampfschrei stürzt sich die Gestalt in den Kampf.
Nach ein paar harten Treffern von Cleston und mir ist der Kampf aber schnell vorbei. Und damit auch die Maskerade.
Die Gestalt am Boden hat eine menschenähnliche Figur. Arme, Beine, Rumpf und ein Kopf. Aber dies alles in einer bläulichen, fast durchsichtig erscheinenden Haut. Der Kopf hat weder Nase noch Ohren. Dort befinden sich nur kleine Löcher und auch Augen und Mund sind nur noch schmale Schlitze.
Ein Gestaltwandler.
Ich denke jeder von uns hat in seiner Kindheit Schauergeschichten über diese Kreaturen gehört. Aber niemand wird diese Märchen für bare Münze gehalten haben. Bis Heute.
Sedrik beklagt sich noch ein Wenig über unsere schlechte Behandlung. Aber ich denke, er hätte andersherum genauso gehandelt. Und dass ich Magie nicht sonderlich mag ist auch ein offenes Geheimnis.
Für diesen Tag haben wir genug erlebt. Wir beschließen im Raum mit der Luke die Nacht zu verbringen, um wieder Kraft zu tanken.
Den Unsterblichen zum Dank verstreicht die Nacht ohne weitere Vorkommnisse.

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