Dungeonslayers im dritten Kamingespräch

Rund anderthalb Jahre sind seit dem letzten Kamingespräch mit Christian Kennig (CK) vergangen und seitdem ist vieles passiert. Wir horchen mal, was es neues gibt und was aus den beim letzten Mal angesprochenen Sachen geworden ist.

Vorweg noch der Hinweis, dass die nächsten Kamingespräche mit Jürgen Mang (Space Pirates und Weltenbuch), Moritz Mehlem (LL, DS, MF, BoL, …)  sowie Stephen Michael Sechi (Talislanta) stattfinden, Eure Fragen sind hochwillkommen. 

GK: „Hallo Christian! Schön, dass Du auch im dritten Jahr in Folge Zeit für ein Kamingespräch mit uns hast. Dazu Gratulation, dass es so toll mit der Verlagsveröffentlichung von Dungeonslayers geklappt hat. Bei welcher Auflage seid ihr denn mittlerweile?“

CK: „Inzwischen bei der zweiten Auflage, die sich aber in einigen Punkten von der Erstauflage unterscheidet.

Ursprünglich sollten nur ein paar letzte Tippfehler ausgemerzt und 1-2 Regelformulierungen präzisiert werden, aber der Verlag schlug dann vor, gleich noch eine Box drumherum zu pappen und den Inhalt etwas aufzustocken und so enthält die Basisbox jetzt noch einiges an Zusatzmaterial, wie ein Spielleitertutorial, ein neues Abenteuer („Die Höhle der Schatten“) samt Bodenplan, knapp 50 Pappcounter, eine Farbkarte der Freien Lande, Charakterbögen und vorgefertigte Spielercharaktere zum gleich Loslegen.“

GK: „Sehnsüchtig wird die Caera-Box erwartet. Ist die vom Umfang her ähnlich wie die Grundbox und gibt es dort wieder Gimmicks?“

CK: „Wir haben einiges mit der Caera-Box vor, allerdings sind uns da natürlich auch irgendwo Grenzen gesetzt und nicht alles, was man gerne hätte, ist am Ende realisierbar. Zur Zeit wird noch abgewogen, was von den ganzen Ideen tatsächlich umgesetzt werden kann und in der Box landen wird. Dass eine großformatige Weltkarte mit dabei sein wird, ist natürlich selbstverständlich, aber auch Fans der Counter dürfen ihre Sammlung ziemlich sicher aufstocken. Zu allen weiteren Zusatzinhalten kann und will ich aber noch nichts konkret sagen.“

GK: „Wird der Inhalt der Box eigentlich teilweise oder gar komplett im Netz frei verfügbar sein?“

CK: „Das sicher nicht. In der Box wird es eine ganze Welt geben, deren Geheimnisse und Landstriche die Spieler entdecken sollen. Es widerstrebt mir einfach, all diese für den Spielleiter konzipierten Inhalte für jeden zugänglich zu machen.

Komplett ins Netz stellen dürfte bei einigen Inhalten auch gar nicht möglich sein, aber wir werden auf jeden Fall wie bisher das Produkt mit Downloads unterstützen, ob nun simple, druckerfreundliche Karten, gesondertes Zusatzmaterial oder gefilterte Inhalte wie beispielsweise ein Caera-Spielerhandbuch.“

GK: „Des Weiteren erscheint für Dungeonslayers ja eine Abenteuertrilogie von Moritz Mehlem. Was erwartet uns denn im dritten Teil?“

CK: „In „Die Katakomben des Nekromanten“ hatte Moritz ja ordentlich viel Dungeon drin – in Teil 3 („Der Kult des roten Drachen“) ist das deutlich weniger, woran Co-Autor Uli Lindner nicht ganz unschuldig ist. Das Abenteuer handelt natürlich vom namensgebenden Kult und spielt einen Großteil seiner Handlung in Crimlak mit einer Menge NSC-Interaktion und Intrigen: Ich kann verraten, dass einige der prominenteren Bewohner den mörderischen letzten Teil der Trilogie vermutlich nicht überleben werden – das Wettlokal ist eröffnet 😉

In KrD geht es aber auch um die Suche nach einem Artefakt, die die Spieler über die verschneiten Gipfel der Drachenberge in bislang unerforschtes Gebiet an den Rand von Kait führen wird.“

GK: „Im zweiten Teil geht es ja in einen Mini-Megadungeon mit immerhin neun Ebenen. Welche Megadungeons hast du denn schon gespielt?“

CK „Megadungeons sind nicht ganz mein Ding – sowohl als Spieler als auch SL brauch ich hin und wieder dann doch mal ein paar Abenteuer unter freiem Himmel. Natürlich habe ich aber einige durch, zumeist als SL. Beispielsweise erinnere ich mich noch gut an den Spaß, den uns der goldene Streitwagen aus Castle Greyhawk brachte oder lustige, absurde SC-Tode in Tomb of Horrors.

Sehr gemocht habe ich den Tempel of Elemental Evil – der hat uns über Monate beschäftigt, die Fraktionen haben viel Spaß gebracht, meine Gruppe hatte sich auf dem Gelände oberhalb schon ein „Kabuff“ eingerichtet und es gab da diese breite Halle, wo es immer wieder erneut zu Gefechten kam. Die Kugel des Goldenen Todes hat meine Hauskampagne noch Jahre später begleitet und immer wieder beeinflusst. Das war durchweg nur erste Sahne.“

GK: „Darf man hinterher eigentlich auf eine Art Gesamtpaket, z.B. mit Schuber, hoffen?“

CK: „Erstmal muss die normale Caera-Box ja erhältlich sein 😉 Ich weiss auch nicht, wie Boxen in einer Box kommen, aber es gab schon einige Vorschläge zu dem Thema aus der Community. Gerade ein Hardcover täte vielen Spielern wohl gefallen, aber ein Schuber war noch nicht unter den Vorschlägen.“

GK: „Im zweiten Kamingespräch war von Starslayers die Rede – noch ist aber nix rausgekommen. Wann ist es soweit – und wird es zu kaufen sein oder im Netz zum Download angeboten?“

CK: „Das mit Starslayers hat diverse Gründe. Hauptpunkt ist der Mehraufwand, den Dungeonslayers inzwischen benötigt. Alleine jetzt habe ich fünf Abenteuer auf dem Tisch liegen und auch die Redakteure haben ordentlich die Hucke voll.

Und mal so zwischendurch Starslayers abarbeiten, läuft nicht:

Alle haben große Erwartungen an Starslayers, angefangen bei mir selbst. Bis DS4 beispielsweise seine Qualität und Regelfunktionalität erreicht hatte, ist über ein Jahr vergangen, in denen Woche für Woche die neue Engine gespielt, getestet und nach Schwachstellen oder Schlupflöchern durchforstet wurde. Solche Tests sind das A und O, wenn ein Rollenspiel auch dauerhaft funktionieren und Spaß machen soll. Ein Schnellschuß bei eh nur halber Aufmerksamkeit würde auch Starslayers nicht gut tun und ich gebe dem Projekt daher die Zeit, die es benötigt.

Dennoch haben wir jetzt weitaus bessere Voraussetzungen als zu Betazeiten von Dungeonslayers 4 und werden schon sehr bald Interessierte schamlos zu Testzwecken ausnutzen.“

GK: „Ein immer wieder gehörter Kritikpunkt an Dungeonslayers ist das fehlende Ressourcenmanagment, z.B. was Lebenspunkte, Munition oder Zauber angeht. Wie wird das bei Starslayers behandelt?“

CK: „Starslayers wird ja kein komplett neues System, sondern auf den Mechanismen der Slayengine beruhen. Über Spaßfaktor und den letztendlichen Spielwert von Ressourcenmanagment mag man geteilter Meinung sein, dennoch sollten allein die hochmodernen Medipacks der Starslayerwelt außerhalb von Kämpfen eine gute Erholung ermöglichen – anders würden sie einfach keinen Sinn ergeben, zumal die Slayengine nicht auf Wertezermürbung setzt.“

GK: „Welche Priorität hat für Dich Starslayers?“

CK: „Eine ziemlich hohe, sonst wäre es schon veröffentlicht. Starslayers ist ja nicht nur einfach Dungeonslayers im Weltall, sondern wird mit seinen neuen Regelbausteinen das bisherige Material um die noch fehlenden Stücke ergänzen und damit den kreativen Leuten da draußen viel mehr Optionen geben, als es bislang nur mit den Fantasy-Regeln möglich war.“

GK: „Quasi während wir hier sprechen, entsteht das Fanwerk GammaSlayers, eine Mischung aus GammaWorlds, Mutant Future, Endzeit und natürlich Dungeonslayers. Hast du da schon reingeschaut und kannst unseren Lesern mehr verraten?“

CK: „Stefan Bushuven steckt dahinter, der nebenbei noch eine mehrteilige Fanwerk-Kampagne für DS entwickelt und ein postapokalyptisches, stalkerähnliches Setting nebst den nötigen Spielregeln liefert. Endzeitversionen des Rheingebietes und der Hauptstadt sind meines Wissens gleich mit drin am Ende. Wer also verstrahlte Mutanten mal mit der Shotgun zerlegen will, kommt hier gut auf seine Kosten.

Ich selbst warte aber noch auf die für das Jahresende angesetzte Beta – zur Zeit ist alles noch in der Entwicklung und was heute Probleme macht, ist morgen vielleicht gar nicht mehr von Belang. Wer mehr wissen will, sollte mal ins Slayerforum vorbei schauen, wo Stefan sehr transparent arbeitet und auch für Vorschlage erfrischend offen ist.“

GK: „Welche Endzeit-Vorlage würdest denn Du am liebsten mit GammaSlayers umsetzen?“

CK: „Ich denke, mit GS kann man so ziemlich jedes Endzeit-Setting bespielen, vor allem Fallout-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten. Für meine persönlichen Endzeitvorstellungen würde allerdings das Equipment aus DS reichen, wie einige sich vielleicht noch erinnern können.“

GK: „Kommen wir zu den Settings vom letzten Kamingespräch. Neben Caera war das Dominik Cenia’s Städtebund, Valngress – City of Ruins von Marcus Bone und Tannberg. Wie ist denn da der Status?“

CK: „Sehr durchwachsen. Dominiks Städtebund habe ich vertrödelt, die Verzögerung geht auf meine Kappe. Allerdings gab es diesbezüglich kürzlich erst ein Gespräch mit einem Redaktionsmitglied und ich denke, dass wir vom Städtebund bald wieder hören werden.

Valngress ist schwer einzuschätzen. Mit seinem Autor Marcus Bone habe ich bei der Arbeit an dem DS3.X-Download „Into the Breach“ nur gute Erfahrungen gemacht, aber bei Valngress war dann kurz vor Abschluß auf einmal sehr lange Funkstille. Ich dachte dann irgendwann schon, das war’s, als sich Marcus plötzlich wieder meldete und erklärte, er arbeite am letzten Stück. Seitdem ist es wieder ruhig geworden, aber ich vermute, er wartet wie viele andere auch noch auf die englische Version von DS4 – schon, um Valngress nicht patchen zu müssen.

Von Tannberg hat man bislang noch nichts wieder gehört, weil ich da ganz konkrete Pläne für habe, die aber erst für 2012 auf der Liste stehen. Ich würde zwar auch hier schon gerne gleich loslegen, aber mein Vorhaben ist da zu aufwändig und bedarf längerer Planung.“

GK: „Selbstkritisch hast du dich als Nadelöhr bezeichnet, das durch die zusätzliche Verlagsarbeit nur noch wenig Kapazitäten für andere DS-Sachen hat. Als Reaktion hat Dungeonslayers drei Redakteure bekommen, die sich insbesondere um Fanwerk kümmern. Wie ist das genau gedacht?“

CK:„Leander Linnhoff, Andreas Melhorn und Michael Wolf kümmern sich nicht nur um das Fanwerk (obwohl das ursprünglich die Initialzündung für die Idee war, eine Redaktion zu gründen), sondern auch um all den anderen Kram, den vorher nur ich an der Backe hatte.

Das geht natürlich nicht von heut auf morgen, Stichwort Einarbeitungszeit. Meine eigenen Ansprüche sind sehr hoch und auch sehr speziell: Ich lege Wert auf lauter nervige Kleinigkeiten und bin ziemlich pingelig, was Inhalt, Kausalität und dämliche Eisenbahnschienen angeht. Man hat es also eh nicht leicht mit meinen Qualitätsansprüchen, trotzdem klappt es aber super mit den drei Redakteuren und wir wachsen immer mehr zusammen.“

GK: „Dazu steht ja Dungeonslayers seit ehedem unter einer freien CC-Lizenz, welches kürzlich auch nochmals betont wurde. Was muss man tun, wenn man für Dungeonslayers auf seiner eigenen Seite etwas schreiben will? Was, wenn es bei dir als Fanwerk hochgeladen werden soll?“

CK: „Auf Dungeonslayers.de findet man zu dem Thema Fanwerk & Lizenz die genauen Richtlinien kurz erklärt, auch wenn sie dort leicht „juristisch“ klingen. Alternativ kann man auch einfach mal eines der zahlreichen DS4-Fanwerke runterladen und in die Credits schauen – praktische Beispiele sind einfach anschaulicher, als wenn ich jetzt lospalaver. Und wenn es dann immer noch Fragen oder Unklarheiten geben sollte, kann man diese auch jederzeit in unserem Forum stellen oder der Redaktion eine E-Mail schreiben.“

GK: „Zuletzt – was ist denn noch in der Pipeline?“

CK: „Für die kommenden Wochen ist die erste Abenteueranthologie geplant, die drei von einander unabhängige Abenteuer beinhalten wird. Auch an die Sammler unter uns haben wir gedacht und bringen spezielle DS-Charakterbögen – quasi in „schick“ – heraus, wo solche Nettigkeiten wie Cliptracks für Slayerpunkte drauf sind.

Dann erscheint natürlich auch noch „Der Kult des roten Drachen“, der abschließende Teil der Crimlak Trilogie und bald darauf sollte auch das erste von Uli Lindners DS-Abenteuern fertig sein, die in das Reich der Mumienfürsten von Shan’Zasar führen. Weitere namhafte Autoren sind ebenfalls längst am Schreiben, ab dem Frühjahr wird es eine richtige Flut von weiteren DS-Publikationen geben, wie beispielsweise der erste Völkerband für Caera, eine Monsterbox mit dazugehörigen Tokens und jede Menge neuer Abenteuer zu allen möglichen Themen. Auch 1-2 Dungeons vielleicht 😉 “

***

Wir bedanken uns herzlich bei Christian, wünschen den Projekten alles Gute und viel Erfolg und womöglich sprechen wir uns ja wieder. Ein Dank noch an Argamae und Tanelorn-User csb, die sich mit Fragen eingebracht haben.

6 Kommentare

  1. Na da freu ich mich aber wenn mein „Städtebund“ nochmal ausgegraben wird. Gerne bin ich wieder mit im Boot wenn es darum geht das Setting nochmal entsprechend zu bearbeiten. Mein altes erstes „Starslayers“ Skript müsste ich hier auch noch rumliegen haben. 🙂 Gruß, Dominik

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  2. Ja, es waren durchaus informative Aussagen drin – wenn ich auch Herrn Kennigs Meinung über Ressourcenmanagement absolut nicht teile. Dieses „Stakkato-Heilen“ der entsprechenden Klasse war einer der Hauptgründe, wodurch DS für mich irgendwie seinen Reiz verloren hat.
    Gut finde ich aber, daß er StarSlayers die Zeit zugesteht, die es braucht, um zur Reife zu gelangen. Gefällt mir.

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  3. Sehr interessant. Sehr informativ.
    In kompakter Form von ‚Cheffe‘ erläutert bzw. bestätigt, was man im Forum auf zahlreiche Threads verteilt findet.
    Daß sich DS, Caera und das drumherum durch Fanprojekte und die Community weiterentwickeln ist klasse.
    Ich hoffe nur, daß das Ganze nicht zu rasant wird und ein Tempo erreicht, daß dann nicht mehr einzubremsen ist oder letztendlich sogar dem Spaß daran mindert.

    Vorrangig für mich ist die Caera-Box. Wir spielen schon kräftig auf dieser Welt und ich fürchte, daß unser Caera dann so stark vom offizillen Caera abweicht, daß der Inhalt der Box nicht oder nur in geringem Maße brauchbar ist.

    Trotzdem: das System entwickelt sich, tritt nicht auf der Stelle, und bindet die Community mit ein. Das ist es, was mir gefällt.

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