Kamingespräch mit Benjamin von Ausgespielt!

Der Ausgespielt!-Podcast hat eine neue Stimme. Nachdem Roland kürzlich seinen Hut nahm, vervollständigt Benjamin (BvA) nun das Quartett. Grund genug in Erfahrung zu bringen, wie er so tickt!

GK: „Hallo Benjamin! Du bist die neue Stimme beim Ausgespielt!-Podcast. Wie kam es dazu? Musstest Du durchs Casting …?“

BvA: „Man könnte sagen, dass das Casting unsere gemeinsame Rollenspielvergangenheit war. Roland stieg aus, ich wurde gefragt und sagte: „Warum nicht“. Ich kenne die Ausgespielt-Leute seit einer Nordcon vor zwei oder drei Jahren und Ron fragte mich damals (nach einer Partie „Don’t Rest your Head“), ob ich Lust hätte einen Platz zu füllen, den Ro… Roland hinterlassen hatte … Ich habe gerade gezögert, weil mir hier gerade ein Muster auffällt.“

GK: „Alte Hasen kennen Dich vielleicht von der Nordcon-Episode, die mit Gästen aufgenommen wurde. Da haben wir uns auch schon mal gesehen – immerhin konnte ich mich nach dem Hören der neuen Episoden an Deine Stimme erinnern. Wie kam es denn dazu?“

BvA: „Damals verkündete der Podcast, dass sie auf der Nordcon sein würden (wie Du weißt) und ich nahm Kontakt auf. Ich fand die Idee irgendwie nett, dass man unsere kleine Community unterstützt, indem man partizipiert und nicht alles auf passives Konsumieren („lurken“) reduziert. Ich hatte zwar bis dahin Foren benutzt, aber die Chance, engagierte neue Leute aus dem hohen Norden kennen zu lernen, fand ich verlockend.“

GK: „Bist Du ein häufiger Con-Gänger?“

BvA: „Nein, leider nicht. Das lässt sich nur schwer mit der Realität meines Lebens vereinbaren, aber ich habe auf jeden Fall vor, mein „Con-Gehverhalten“ für 2016 zu verbessern. Für 2016 habe ich so grob die Nordcon und die Spiel auf dem Plan.“

GK: „Wie bist Du zum Rollenspiel gekommen?“

BvA: „Ich war zehn. Meine brüderlichen Freunde Christian und Jörn (die tatsächlich Brüder sind; vier und zwei Jahre älter als ich), sind für meinen Erstkontakt verantwortlich. Christian zückte eines Tages den Basiskasten von DSA und erklärte uns das Prinzip, nachdem er das Spiel bei einem Freund kennen gelernt hatte. Wir waren sofort Feuer und Flamme und er führte uns in die Welt von Aventurien ein. Das war vor 28 Jahren und seitdem spielen wir mit einigen Unterbrechungen (weil ich einige Jahre lang nicht in Deutschland war) Rollenspiele. Wir kamen recht schnell von DSA auf MERS und von da an probierten wir viele Systeme aus. Als frühe Beispiele erinnere ich mich namentlich noch an die Palladium-Spiele (wie z.B. TMNT), StarWars (von West End Games), Talislanta und Pendragon … wobei letzteres eigentlich kein Beispiel für ein frühes Beispiel mehr ist … das müsste so `97 gewesen sein – 4th Edition.

GK: „Zur kurzen Einordnung: DSA oder D&D? Indy oder OSR? Lieblingssystem?“

BvA: „Das mit den Einordnungen finde ich immer ein bisschen kompliziert. Ich spiele alles, was Spaß macht … Wie gesagt, ich habe über DSA zum Hobby gefunden und D&D habe ich auch eine Zeit lang gespielt, aber speziell diese beiden Spiele habe ich seit geraumer Zeit nicht mehr gespielt. Das heißt aber z.B. nicht, dass ich sie komplett ablehne. Zum Beispiel habe ich StarWars in der D20-Variante und auch Mutants & Masterminds, was ja auch auf der offenen Version von D20 basiert. Komplizierte simulatorische Regeln lehne ich auch nicht komplett ab, wenn es zum Spiel und zum Setting passt, allerdings habe ich zu den neueren Regeln von DSA keinen Bezug aufbauen können, da sie mir zu schwerfällig erscheinen, und auch Aventurien reizt mich als Setting nicht mehr, seit ich dreizehn war😉.

Grundsätzlich finde ich es wichtig, dass die Systeme zum Spiel bzw. Setting und zur Gruppe passen, dann kann man bestimmt mit vielem glücklich werden.

Ein Lieblingssystem habe ich also nicht so richtig. Aber meine Go-To-Systeme sind wohl: Savage Worlds, Storytelling und Basic Role-Playing (BRP).

Was ich an Indy-Spielen sehr schätze, sind allerdings die neuen Perspektiven, welche sie unserem Hobby eröffnen. Meine Gruppen und ich haben schon viel von Indy-Titeln mitgenommen, was unsere Spielabende generell bereichert hat. Aber das ist wohl ein Thema für ein eigenes Interview – nur so viel: Ich spiele gerne auch Indy-Systeme, auch wenn ich bei größeren Kampagnen eher nicht auf die meisten Vertreter dieser Gattung zurückgreifen würde … abgesehen vielleicht von „Burning Wheel“.

GK: „Was spielst Du zur Zeit an aktiven Runden?“

BvA: „Im Moment habe ich zwei regelmäßige Runden. In meiner einen Runde spielen wir gerade „Deadlands – Reloaded“ (die Coffin-Rock-Sandbox-Kampagne), in meiner anderen Runde – meiner Ausgespielt-Runde – haben wir gerade „A Song of Ice and Fire“ gespielt und werden wohl demnächst ein bisschen „Dr. Who“ spielen. Was wir dann in der Ausgespielt-Runde machen, könnt ihr in unserer 200sten Episode hören🙂.“

GK: „Der Ausgespielt!-Podcast ist ja auch ein Spezialist für Brettspiele. Wie viele Spiele des Jahres hast Du denn schon gespielt?“

BvA: „Hmm … ich werde jetzt mal schätzen: Ein Drittel der existierenden? Vielleicht auch ein bisschen weniger.“

GK: „Wie ist allgemein so Deine Richtung bei Brettspielen?“

BvA: „Ich bin ein verkappter Wargamer. Verkappt deshalb, weil ich nicht genug Zeit neben meinen anderen Interessen habe, um viele der Hardcore-Wargames zu spielen, die ich gerne spielen würde. Aber ich bin ein regelmäßiger Kunde bei GMT und verbringe auch ein paar (oder mehr ein Paar) Wochenenden im Jahr mit Wargaming. Zu meinen Lieblingsspielen zählen: The Republic of Rome, viele der Card-Driven-Strategiespiele von GMT (wie Twilight Struggle, For the People oder Paths of Glory), die Command & Colors Reihe (Ancients und Napoleonics) und viele mehr. Evtl. werden ich da mal was im Podcast zu „anlieben“. Sonst spiele ich natürlich aber auch gerne „normale“ Spiele, die man mit Menschen spielen kann, die keinen Bock haben, ein Spiel über acht Stunden zu spielen – sondern nur über vier Stunden. Naja, und dann kann man mich auch hin und wieder mal zu wirklich normalen Familienspielen überreden – aber das ist so ein Konflikt in meiner Familie😉.“

GK: „Wo Du es ansprichst. Am Ende der Nachrichten kommt ja immer das Angeliebt!-Format mit phantastischen Medien. Welches Buch, welchen Film, welches Hörspiel, welchen Comic und welches Computerspiel hättest Du als letztes (an-)geliebt, oder ist da ein Medium dabei, was Dir gar nicht behagt?“

BvA: „Medien, in welcher Form auch immer, behagen mir schon mal grundsätzlich.🙂 Ein paar Dinge habe ich ja schon kürzlich beim Podcast geliebt, deshalb wähle ich mal bewusst etwas anderes … grübel … Ich habe mich gerade, nachdem ich mich ausführlicher mit der Julikrise beschäftigt hatte, den Klassikern der deutschen Kriegsliteratur zugewandt und möchte die an dieser Stelle mal lieben: „In Stahlgewittern“ von Ernst Jünger und Erich Maria Remarques „Im Westen nichts Neues“. Häufig werden diese beiden Bücher gegensätzlich begriffen und Erst Jünger wurde sein Leben lang, besonders von der Linken, hart kritisiert. Nachdem ich jetzt beide Werke kenne, kann ich das nicht mehr nachvollziehen. Es sind beides absolute Meisterwerke und Meilensteine und können fast nur ergänzend betrachtet werden, weil sie beide leicht unterschiedliche Perspektiven auf dasselbe Thema haben. Ich würde allen Interessierten empfehlen, beide Bücher mit offenem Herzen zu lesen,sich dieser Erfahrung zu stellen und die Bücher nicht als Gegensätze, sondern als Ergänzungen zu verstehen. Ich halte eh nichts (so wie Remarque auch – siehe hierzu das Vorwort in „Im Westen nichts Neues“) von der Klassifikation „Anti-Kriegs-Buch“. Bücher wie diese, die relativ nüchtern über den Krieg berichten, sollten diese Unterscheidung nicht brauchen. Ich müsste das deutlicher ausführen und lieben, um den Büchern gerecht zu werden, doch das würde jetzt wohl den Rahmen sprengen. Mir würde es eigentlich reichten, wenn ich in diesem Angeliebt die Hemmschwelle senke, sich besonders auch mit Ernst Jüngers Werk auseinander zu setzten.

Sonst werde ich mir wohl meine Munition für den Podcast aufheben und dort weitere Dinge „anlieben“. Wohl schwerpunktmäßig zu den Themen: Tabletop-Spiele, Bücher, Computerspiele, Filme und Comics“

GK: „Ausgespielt! hat ja auch schon einiges an Sondersendungen und -formaten hinter sich. Vom Fermi-Paradoxon, Conan, den Transhumanismus, Babylon 5 oder der Dr. Who-Sonderreihe – für welche Sondersendungen könntest Du Dich empfehlen?“

BvA: „Ich „brainstorme“ mal: Ich bin schon mal sehr geschichtsinteressiert … Sondersendungen zu Geschichte oder Alternativweltgeschichte kann ich mir also auf jeden Fall vorstellen. Evtl. auch zum Thema „secondary world“. Die Artus-Sage ist auch so etwas wie ein Steckenpferd von mir und ich kann auf jeden Fall auch was zum Thema Lovecraft und Cthulhu kundtun. Zum Thema Western besonders auch Western-Rollenspiele, vielleicht auch zum Thema Cyberpunk oder StarWars? Auf jeden Fall immer her mit den Wünschen und Anregungen, ich bin an vielem interessiert und habe bestimmt auch was dazu zu sagen, wenn mich keiner abhält.

GK: „Dann wünschen wir Dir eine angenehme und spannende Zeit bei Ausgespielt! und interessante „Angeliebt“-Entdeckungen.“

BvA: „Danke schön!“

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4 Antworten to “Kamingespräch mit Benjamin von Ausgespielt!”

  1. Ron Says:

    Wieso wurde ich eigentlich damals nicht interviewt, als ich noch neu war? Was ist das hier für ein ungerechter Haufen?😉

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  2. Die eskapistischen Links der Woche – Ausgabe 1/2016 – nerdlicht.net Says:

    […] im Dezember hat Greifenklaue den Neuzugang des Ausgespielt-Podcasts zum Kamingespräch […]

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  3. [Folge 200!] Die (nicht nur) Rollenspiel-Nachrichten 1/2016 | Ausgespielt Says:

    […] Siehe auch: Kamingespräch von Greifenklaue mit Benjamin. […]

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