Zehn Dinge, die ich am RPG hasse – Antwort auf den Eskapodcast 2/2

Im Eskapodcast #140 geht um „Zehn Dinge, die ich an dir hasse“ (Dir = Rollenspiel) und fnord aka Lars strengte dazu eine Diskussion im GKforum an. Lars hat die eigentlich 15 Punkte zusasmmenfiltriert aus dem Inhaltsverzeichnis, welche ich wieder als gefettete Zwischenüberschrift benutzt habe – die merkwürdigen Geräusche bin also nicht ich, der in sein Lenkrad beißt … In zwei Teilen, hier der Zweite, den ersten findet ihr hier.

06 Die Kickstarterisierung des Hobbys: Gngngngng!!!!
Bin ich ambivalent. Eigentlich ist Kickstart doch für kleine Firmen gemacht worden – und ja, auch Branchenriesen wie Ulisses ist eine kleine Firma. Richtig gemacht und angewendet: Großartig. Als Händler muss ich mich aber oft ärgern. Da beteiligt man sich und will 5 Exemplare. Die kosten im Kickstart einzeln 20 Euro, im Bundle 95 Euro. Wenn ich also alle erfolgreich verkaufe, habe ich 5 Euro Erlös (ungleich Gewinn) gemacht, musste sie hoffentlich keinem allein zusenden (da schon zweimal Porto den Erlös auffrist) und binde mein Kapital für ein halbes Jahr – mit dem Risiko es zu verlieren oder noch wesentlich länger drauf zu warten. Die investiere ich lieber in eine Nischenneuheit wie Die schwarze Katze oder My little Pony und hab das während des halben Jahres zwei, dreimal abverkauft (etwa ein Drittel Gewinn, daher Geld verdoppelt – grob kalkuliert). Achso, die Gimmicks, die natürlich jeder Kunde zurecht möchte, gibt es auch nur einmal … Also: Kickstarts leider ganz oft Käse für Händler – Schade!

07 Platzhirsch-Lastigkeit: Huuaaarrhhhh!!!
Der Großraum Braunschweig-Wolfsburg ist rollenspieltechnisch gut aufgestellt – ich war noch nie zu einer Runde gezwungen, die ich nicht wollen würde (DSA, Cthulhu, Shadowrun und Vampire/WoD lösen bei mir sehr wenig Interesse aus) – es gab immer Alternativen. D&D 5 und davor Pathfinder waren die wahren Platzhirsche, aber gerade auf dem DinG gab es immer wieder sehr viel Abwechslung und Lust zum Ausprobieren, ebenso auf den regionalen Cons. Meine Verkaufscharts vom letzten Jahr: My little Pony und New Hong Kong Story vor Pathfinder und DSA 5 – das spricht für Vielfalt in der Region (und ich hab min. vier DSA-Fans glücklich gemacht, indem ich ihnen Illaris verkauft habe, die schlanke Regelwerkalternative …).

08  Wuchernde, bizarre Metaplots: Arrrrrrr!!!
Kenne ich eher von DSA und Shadowrun, allenfalls die Vergessenen Reiche mit ihren etwas seltsamen Entwicklung zwischenzeitlich und damit ist nicht nur der Zeitsprung von D&D 3 auf 4 gemeint. Aber ich bin nicht so fest mit dieser Welt verbunden, als das mich das sonderlich stören würde.

09 Schlechte Abenteuer: Buhuhuuu!!!
Hatte ich in den letzten Jahren nicht – bzw. bin ich nicht drauf angewiesen. Ich steh sehr auf die Onepager vom WOPC oder Dungeonslayers, die Kurzformate von Shadow of the Demonlord oder Savage Worlds oder die weirden DCC-Abenteuer. Das letzte Mal, wo ich Probleme damit hatte, war ein Abenteuersammelband von Shadowrun 5 und ich etwas davon leiten wollte, mir aber keins davon gut genug gefiel (weiß eben auch gar nicht mehr, mit welchem System). Bei Star Wars find ich zwar die Startboxen durchgehend gut und auch die dazugehörigen Netzabenteuer, aber die eigentlichen Abenteuerbände sind mir zu schwafelig, unübersichtlich.

10 Zu kleine Schrift: Waaahhh?
Das hatte ich prersönlich noch nicht, bin mir aber dank des engen Kontakts zum Würfelheld dessen bewusst.

11 Kitchensink-Fantasy: Wgnnnnpfzl!!!
Da muss ich doch glatt die Definition nachlesen. Es meint eigentlich nicht EDO-Fantasy, sondern „übervolle“ Fantasy-Settings, wo alles drin existiert. Magie? Göttlich und Klerikal. Und Psi. Und Psi II … Und Ninjas. Kurzum, ich packe in mein Homebrewsetting alles, was ich mag. Das beantwortet, warum ich neben selbstgeschriebenen Abenteuerkampagnen selbstgeschriebenen Settings auch skeptisch gegenüberstehe, hatte das Problem aber eher selten. Bei potentiellen Kitchensink-Settings wie den Vergessenen Reichen ist der Ausschnitt meist so klein, dass er kein Kitchensink bildet (z.B. die aufstrebene Minenstadt Phandelver am Rande der Zivilisation).

12 Weirde Settings: Gaaahhh!!!
Nee, egal ob DCC oder Numenera – ich liebe weird Shit!

13 Überkomplexe Figurenerschaffung: Grrrrrr!!!
Ich spiele auch gern nen vorgefertigten Charakter bei nem OneShot. Ansonsten gilt: Je schneller, je besser. Ich erinnere mich noch an eine Hackmasterrunde: der Rest war schon früh beim SL, Argamae, um Charaktere zu erschaffen, ich kam am abend dazu und hab nen vorgefertigten SC genutzt. Kurzum, der Halbling schleicht im Wald vor (Wieviel Meter? 50m), wurde von Wölfen eingekreist, war sich zu fein auf den Baum zu klettern („Ich möchte ja auch die Kampfregeln kennenlernen!“) und starb noch, als wir den Rand der Battlemap erreichten … 4h Charaktererschaffung, 15 min gespielt … Aber ich kann immer wieder drüber lachen … besonders über letzten Spruch!

Resümee: Liebes Hobby, wir hassen dich doch nur, weil wir dich lieben.
Mit den meisten Punkten hab ich eher weniger Probleme, insofern effektvolles Jammern auf hohem Niveau!!!

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