RPG-Blog-O-Quest #55 – Dunkles Geheimnis

Im letzten Monat wollte der Würfelheld alles über Dunkle Geheimnisse wissen. Ich hatte zwar 4 von 5 Fragen fertig, aber wie das dann so ist … Kurzum, hatte ich etwas Zeit und hab es fix nachgeholt!

Was war das schlimmste was je ein Charakter von Dir getan hat?
Ich hatte mal einen Schurken, der die Reichen mied und die Armen bestahl, schließlich würden die es nicht vermissen… Ein Highlight war eine überfüllte Stadt, wo er ein Quartier für seine Truppe besorgen sollte (u.a. ein Paladin) und er soviel Gold auf den Tisch legte, um das Gebäude räumen zu lassen …

Hat ein Charakter von Dir ein dunkles Geheimnis und was muss passieren das dieses an die Oberfläche kommt?
Ich hatte mal ein Zwerg ohne Bart, weil er von seinen Clan verstoßen wurde, weil es da eine Liebesgeschichte mit dem Sohn des Clanführers hatte. Ein Experiment, ob sich homosexuelle Charaktere für mich anders spielen als heterosexuelle und nein, tun sie sich für mich nicht. Rausgekommen ist es nicht, aber so lange existierte die Runde auch nicht.

Ein D&D 5-Paladin hatte einige interessante Punkte ausgewürfelt und hat sich freiwillig in die Hände eines Kultes begeben, um schließlich sein Opfer zu werden. Als die Paladine ihn befreiten, wurde er für ein unschuldiges Opfer gehalten, einen Punkt, den er nie aufklärte, auch als er in die Dienste des Ordens trat und irgendwann selbst Paladin wurde. Der Hintergrund kochte dann hoch, als wir eine Gruppe Drachenkult-Anhänger aufspürten, die der SL sehr gut als größtenteils neugierige Scholaren darstellte. Die zu verhören und ihre Schuld festzustellen (oder auch nicht), da war ich (und nicht nur mein SC) ziemlich involviert – und tatsächlich froh, dass ein anderes Gruppenmitglied mir die Entscheidung abnahm (nämlich zum Entsetzen aller die ganze Gruppe inkl. fast auch der eigenen Gruppenmitglieder mit einem schwarzmagischen Zauber umzubringen …).

Bei D&D 0 hatte ich bei einem Kleriker einen Werdegang als vaterlos, Mutter eine Straßenhure, verarmte Verhältnisse ausgewürfelt und ihn daher als materiell interessiert gespielt, sprich Geld ist ihm wichtig. So war ich es, der auf einen Vorschuss bestand und auch sonst immer ein Auge aufs Geld hatte … War eine interessante Gruppendynamik.

Bei Pathfinder den Schmiedelehrling und Halblingsschurken, der – versehentlich – jemanden ermordete und sich deshalb aus den Staub machte (und damit zusammen mit der sich zu findenen Gruppe auf einem Schiff lossegelte, bevor dieses unterging und sich die Gruppe als einzige Überlebende am Strand wiederfanden).*

Dunkles Geheimnis hin, Dunkles Geheimnis her, was ist dabei eine Grenze die Du nicht überschreiten möchtest / wurdest?
Im Prinzip bin ich ein Freund von gruppenkompatiblen Charakteren, das gemeinsame Spiel gegen das Abenteuer find ich interessanter als Intrigen untereinander. Ein dunkles Geheimnis würde ich also immer darauf abklopfen, trotzdem – wenn es ein interessanter Kniff oder Bruch ist, immer gern. Aber nicht, ich bin der Mörder des Vaters des linken Mitspielers …

Hast Du schon einmal ein dunkles Geheimnis eines anderen Charakters (Spielers) gelüftet?
Puhh. Erinnere ich mich nicht dran. Ich hab schon mehrmals Christophs Charakters wahres Wesen aufgedeckt, in einer Runde Halblingsbarbaren meets Herr der Ringe hat er versucht, mich, den Ringträger, in den Vulkan zu schubsen, hat dabei nachhaltig gepatzt und ist selber reingefallen … Ein anderes Mal in der Randall Morn-Kampagne, trug mein Barbar das mächtige Schwert des Randall Morn und sein Magier feuerte gegen Ende der Kampagne einen gewaltigen Feuerball auf mich, um das Schwert übernehmen zu können. Ich erinnerte ihn grinsend an die Zauberwendefähigkeit, die er selbst zwei Sessions zuvor analysiert hatte. Merke, was ein Barbar den Bart verkruselt, lässt von Magiern nicht mehr als ein Haufen Asche übrig … Das war natürlich kein richtiges überführen, aber in dem Moment

Nach Deinen gemachten Erfahrungen, planst Du Deinen Charakteren auch in Zukunft ein dunkles Geheimnis zu geben?
Ja, schon, entweder um dem Charakter eine Abrundung zu geben oder auch als offenes Geheimnis.


* Durch Zufall gerade den geschriebenen Hintergrund wiedergefunden: Onnos Eltern waren geflohene chelische Sklaven, welche in Magnimar Zuflucht fanden. Sie waren voller Stolz, als er eine Anstellung beim Feinschmied Meister Uccus fanden. Sie waren schon Verstorben und konnten seinen Rauswurf dort nicht mehr miterleben. Beim Einbau einer geheimen Schatzkammer bei Lord Bolton verschwanden einige seiner Schmuckstücke und dieser beschuldigte ihn. Ein Leben in den Schatten erwartete ihn, das Armenviertel Magnimars unter den Stützpfeilern einer riesigen Brückeruine. Dort lernte er zu überleben, sich mit Worten der Situation zu entziehen oder das Schwert zu gebrauchen. Meist gelang es ihm, den Händlern oder Käufern etwas abzuschwatzen und hatte weder Stehlen noch echtes Betteln nicht nötig. Doch gestern war die Zeit der Rache gekommen. Onno erfuhr auf umwegen, dass die angeblich gestohlenen Schmuckstücke sich in seiner Geheimkammer befänden. Da sie ja sozusagen ihm gehörten, wollte er sie sich holen – und ein neues Leben anfangen. Der Einbruch ging schief, Wade, der Sohn des Lords, erwischte ihn beim Manipulieren der Tür. Dieser versuchte den nächtlichen Eindringling mit seinem Rapier zu erledigen, ritzte ihn unter dem Auge, aber Onnos Kurzschwert war den entscheidenden Moment schneller … Nun ist der junge Lord vermutlich tot und das einzige, was Onno von dem Einbruch bleibt, ist dessen Rapier, welches ihn an seine grausige Tat erinnert. Bei seiner blinden Flucht aus der Oberstadt lief er an der Jenivere vorbei, welches ihn an ein paar abgeluchste Schriften der kürzlich etablierten Gesellschaft der Kundschafter erinnerte, welches von einer Expedition im Mwangibecken erinnerte. Für Onno war es ein Fingerzeig Kurgess und er schlich sich an Bord. Nun ist es Morgen und das Schwanken hat Onno geweckt. Zeit für ein Frühstück …

Onno versteckt sich tagsüber, nachts kommt er verkleidet als Schiffsjunge hervor, organisiert sich etwas essen und macht sich hin und wieder nützlich.

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